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Richtig Automatik fahren

2019 fuhren rund 56% der Deutschen Autos mit Automatik-Schaltgetriebe. Welche Gründe es dafür gibt, welche Vor- und Nachteile ein Automatikgetriebe hat und wie du damit fährst, erklären wir im folgenden Artikel.

Über die Geschichte des automatischen Getriebes

In den USA wurden die ersten Fahrzeuge mit Halbautomatik bereits im Jahr 1930 gebaut. 1940 gelang General Motors dann der große Coup – Sie entwickelten das erste komplett automatische Getriebe der Welt. In Europa hielt diese Neuerung hingegen erst in den 50er Jahren Einzug. Die ersten Fahrzeuge besaßen nur drei Gänge, heute sind es meist zwischen 7 und 10. Das sind weitaus mehr als bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe, die nur bis zu sechs Gänge haben, den Rückwärtsgang ausgenommen. Beliebt waren diese ersten Automatikautos bei den Europäern aber nicht sonderlich: Ihren hiesigen Erfolgszug konnten sie erst in den 1960ern beginnen, als Automatikgetriebe für den Motorsport genutzt wurden und so von ihrer Effizienz überzeugen konnten.

Inzwischen wurde das ursprüngliche Automatikgetriebe weiter entwickelt und wird aufgrund des Fahrkomforts und der einfachen Bedienung vor allem bei jüngeren Generationen zunehmend beliebter: Studien zeigen, dass viele Menschen unter 30 Jahren eher zu einem Automatikauto tendieren. Moderne Hybridfahrzeuge und viele andere Neuwagen der gängigen Autohersteller werden heutzutage sogar nur noch als Automatikmodelle hergestellt.

Was ist der Unterschied zwischen manuellem und automatischem Fahren?

Der offensichtlichste, optische Unterschied ist im Fußraum und auf dem Ganghebel sichtbar: Es gibt nur zwei Pedale, da eine Kupplung beim Automatikfahrzeug nicht nötig ist. Neben dem Ganghebel stehen andere Zeichen, als du sie von einem Auto mit Schaltgetriebe gewohnt bist.

Während beim Fahren mit manueller Schaltung der Fahrer selbst die Gänge einlegt und entscheidet, in welchem Gang er fahren möchte, übernimmt dies beim Automatikauto ein Steuergerät und Computer. Du musst hier also nur noch Gasgeben und bremsen – das Kuppeln und Schalten entfällt.

Verbrauchen Automatikfahrzeuge mehr Kraftstoff?

Früher war dies tatsächlich der Fall; die damals nahezu ausschließlich verbauten Wandler-Getriebe verbrauchten viel mehr Benzin als ein herkömmliches Schaltgetriebe. Doch aufgrund ständiger Weiterentwicklung und technischen Fortschritten sind moderne Automatikautos mit Doppelkupplung inklusive Automatikgetriebe oder CVT-Transmissionen inzwischen viel sparsamer als ältere Modelle. Außerdem kannst du mit einer kraftstoffsparenden Fahrweise nachhelfen.

Einige moderne Modelle sollen – zumindest laut Herstellerangaben – sogar nur noch genauso viel Kraftstoff verbrauchen wie ihre handgeschalteten Gegenstücke oder andere vergleichbare Fahrzeuge mit manuellem Getriebe.

Automatik fahren – Wie geht das?

Für Personen, die Autos mit Schaltgetriebe gewohnt sind, ist die Umstellung auf ein Automatikgetriebe meist erst einmal gewöhnungsbedürftig. Doch wenn du dich erst einmal daran gewöhnt hast, ist das Fahren mit einem Automatikauto ganz einfach und kann durchaus entspannter sein als das mit einem gewöhnlichen Wagen.

Bremsen mit dem Automatikfahrzeug

Der linke Fuß wird bei einem Auto mit Automatikgetriebe nicht zum Fahren benötigt. Das ist vor allem deshalb eine wichtige Regel, weil die Umstellung zwischen den Fahrzeugen mit und ohne Automatik sonst sehr schwierig wird: Beim Versuch, in einer Gefahrensituation zu bremsen, wird dein Fuß auf der Suche nach der Kupplung ins Leere treten. Im schlechtesten Fall bremst du so nicht schnell genug oder gar nicht.

Zudem sind es die meisten Personen gewohnt, mit dem rechten Fuß zu bremsen und tun das mit diesem daher auch geübter und gefühlvoller – mit links wird eventuell eine zu zögerliche Bremsung oder eine ungewollte Vollbremsung vorgenommen, was zu Unfällen führen kann. Achte also darauf, dass du deine Füße in einem Automatikauto unter Umständen anders koordinieren musst.

Weil Fahrzeuge mit automatischem Getriebe weniger mit der Bremswirkung des Motors arbeiten als Autos mit Handschalter, kann zudem der Bremsweg länger sein als gewohnt: So muss den gleichen Bremsweg fast immer für deutlich härter gebremst werden als beim Fahrzeug mit manuellem Getriebe.

Mit dem Automatikauto problemlos die Kurve kriegen

Um in Kurven nicht von der Straße zu fliegen, ist es ratsam, schon frühzeitig die Geschwindigkeit zu verringern. So ist der mit dem Herabsetzen der Geschwindigkeit verbundene automatische Schaltvorgang bereits beendet, wenn du die Kurve erreichst – andernfalls können die Räder durchs Schalten ins Rutschen kommen und gefährliche Unfälle entstehen.

Das Standgas nicht unterschätzen

Im Gegensatz zum Handschalter-Auto rollt ein Automatikauto sofort los, wenn der Wahlhebel auf D gestellt wird, auch ohne zusätzliches Betätigen des Gaspedals. Wer das vergisst, baut schnell einen Unfall; daher ist es ratsam, vor dem gewollten Losfahren immer den Fuß auf der Bremse zu haben.

Die Schalthebel-Symbole erklärt

Auch Automatikfahrzeuge besitzen einen Schaltknauf. Neben diesem stehen aber statt der gewohnten Zahlen Buchstaben. In der folgenden Übersicht erklären wir genauer, was diese bedeuten. Die Buchstaben stehen für englische Begriffe, haben aber häufig ein passendes deutsches Pendant.

Schalthebel bedienen beim Fahren mit Automatik

Der Schalthebel funktioniert nur mit getretener Bremse
Der Hebel kann nur betätigt werden, während die Bremse getreten ist. So wird ein Schaden am Getriebe vermieden und die Gefahr für Unfälle reduziert, da während der Fahrt nicht aus Versehen der Rückwärtsgang eingelegt werden kann.

P – Parken:

Bei den meisten moderneren Fahrzeugen lässt sich nur in diesem Modus der Zündschlüssel entfernen. Damit kannst du nicht vergessen, den Schalthebel beim Verlassen des Wagens auf Parken zu stellen. Das Getriebe blockiert, und das Auto kann nicht unbeabsichtigt wegrollen. An bergigen Straßen oder Parkplätzen solltest du dennoch immer zusätzlich die Handbremse betätigen!

N – Neutral

Dies entspricht dem Leerlauf eines Autos mit manuellem Schaltgetriebe und sollte zum Beispiel vor dem Abschleppen eingelegt werden, damit das Auto auch im ausgeschalteten Zustand bewegt werden kann. Aber auch beim Benutzen einer Waschanlage solltest du N nutzen, damit dein Auto sich bewegt. In diesem Modus rollt der Wagen nicht automatisch an, sobald die Bremse nicht benutzt wird; die Räder blockieren jedoch nicht.

R – Rückwärts

Auf diesen Modus musst du den Schalthebel stellen, um rückwärts fahren zu können. Hierbei sollte dein Fuß unbedingt auf der Bremse stehen, da das Auto sofort nach dem Umstellen beginnt, nach hinten zu rollen.

D – Drive (Fahren)

Sobald der Schalthebel auf diesen Modus gestellt wird, beginnt das Auto, in Schrittgeschwindigkeit zu fahren, auch wenn du noch gar kein Gas gibst! Das ist ein eklatanter Unterschied zum Fahren eines Fahrzeuges mit Schaltgetriebe, an den du dich erst gewöhnen musst und den du daher stets im Hinterkopf behalten solltest, um Unfälle zu vermeiden.

S – Sport

Wenn du trotz höherem Benzinverbrauch sportlich und schnell fahren möchtest, stellst du den Schalthebel auf S: Hier wird später in den nächsten Gang geschaltet und früher wieder zurück, sodass das Fahrzeug schneller beschleunigt.

E – Economy (ökonomisch, sparsam)

In diesem Modus wird früh in den nächsten Gang geschaltet und spät wieder zurück in einen niedrigeren Gang – der Wagen beschleunigt langsamer, fährt aber dafür spritsparend und damit umweltfreundlicher.

Die Zahlen 1 bis 4

Wählst du eine dieser Zahlen an, bedeutet das, dass das Fahrzeug maximal bis zu diesem Gang schaltet. Dies ist vor allem bei älteren Automatikfahrzeugen empfehlenswert, um die Bremsen zu schonen, wenn du zum Beispiel steile Hänge oder Berge hinabfährst. Neuere Modelle steuern das automatisch: Hier ist es nur bedingt nötig, die Anzahl der Gänge zu limitieren.

Wie starte ich ein Automatikfahrzeug?

Mit einem Automatikauto loszufahren ist wesentlich einfacher, als ein Fahrzeug mit manueller Gangschaltung zu starten: Der Motor wird mit dem Zündschlüssel gestartet, der Schalthebel wird auf D gestellt – Schon fährt das Fahrzeug in Schrittgeschwindigkeit los. Es sei denn, dein Fuß befindet sich auf der Bremse. In dieser Hinsicht punktet das Automatikauto ebenfalls gegenüber einem Handschalter – lästiges Kuppeln und Gang einlegen entfällt hier nämlich komplett.

Wie fahre ich mit Automatik am Berg an?

Mit Automatik am Berg anzufahren ist kinderleicht, da du hier weder auf den Schleifpunkt der – gar nicht vorhandenen – Kupplung achten musst, noch die Bremse im richtigen Moment gelöst werden will. Du stellst einfach den Schalthebel auf D, trittst aufs Gaspedal und fährst los. Ein bei herkömmlichen Fahrzeugen häufiges Zurückrollen oder Abwürgen des Motors, was vielen, vor allem ungeübten Fahrern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, gibt es mit einem Automatikgetriebe nicht.

Vor- und Nachteile von Automatikfahrzeugen

Automatikautos haben einige Vor- und Nachteile. Wir haben dir die relevantesten Aspekte in einer Tabelle zusammengefasst.

Pro

Stärken

  • Einfaches Handling
  • Kein Kuppeln und Schalten
  • Moderne Automatikgetriebe schalten schneller und genauer als ein Mensch es könnte
  • Häufig geringerer Verschleiß von Motor und Getriebe
  • Mehr Komfort und Fahrspaß
  • Vor allem im Stadtverkehr und in Staus/bei Stop-and-Go angenehmeres Fahren
  • Volle Konzentration aufs Fahren
Contra

Schwächen

  • Umgewöhnung kann schwer sein und länger dauern
  • Meist höherer Kraftstoffverbrauch als Schaltwagen
  • Bei schwierigen Fahrverhältnissen (Eis, Schnee, …) ist die Fahrt mit Handschaltung sicherer und kontrollierter
  • Mängel an Getriebe und Motor fallen erst später auf
  • Reparaturen sind kostenintensiver und erfordern Fachwissen
  • Eventuell fehlen dir Fahrspaß und Kontrolle, da du viele Aufgaben abgibst
  • Anschaffung meist teurer als Schaltwagen

Fazit

Ein Automatikauto ist ideal für alle, die es beim Fahren gern bequem und komfortabel haben. Auch wer häufig im Stadtverkehr unterwegs ist und/oder öfter im Stau steht, wird sich über die einfache Bedienung eines Automatikfahrzeugs freuen. Für Fahranfänger ist es in den meisten Fällen eine ganz besondere Erleichterung, dass das anfangs komplizierte Schalten komplett entfällt.

Allerdings musst du sowohl bei der Anschaffung, als auch im Unterhalt höhere Kosten einplanen, da diese Fahrzeuge oft mehr verbrauchen. Zudem sind sowohl Ersatzteile als auch die Reparaturen an sich ein wenig teurer.

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