Westfalia James Cook: Smarte Neuvorstellung

1977 feierte der erste James-Cook-Campingbus Premiere, damals noch auf dem Bremer Mercedes-Transporter T1. Seit der Einführung der zweiten Generation 1995 bildete dann der Sprinter die Basis des Westfalia-Klassikers. So intensiv, wie die Van-Sparte von Mercedes-Benz aktuell mit dem neuen Sprinter um die Reisemobil-Branche buhlt, war es deshalb nur eine Frage der Zeit, wann auch die Neuauflage des kultigen Campervans im hochpreisigen Segment zur Premierenfeier bereit sein würde. Auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon vom 31. August bis 8. September wird es nun soweit sein. Und es wird ein Debüt mit bemerkenswerten Neuerungen.
James Cook mit Auszieh-Erker
Das Auffälligste offenbart bereits der noch nicht ganz fertige Prototyp: Die vierte Generation des James Cook wird serienmäßig mit einem hinteren Slide-out ausgerüstet sein. Per Knopfdruck fährt binnen 40 Sekunden der obere Teil der Heckpartie als Erker nach hinten aus und verwandelt den Schlafbereich damit in ein Längsdoppelbett mit stattlicher Länge von über zwei Metern und einer wagenbreiten Liegefläche, die an der schmalsten Stelle im Slide-out immer noch 1,42 Meter misst. Dimensionen, die man ohne Auszug in einem knapp sechs Meter langen Camper sonst kaum verwirklichen könnte. Immerhin ist unterhalb der Bettkonstruktion noch etwas Stauraum vorhanden. Wer Fahrräder mitnehmen möchte, muss allerdings einen entsprechenden Träger auf einer Anhängekupplung montieren.
Serienmäßig ein „Smart-Home“
Im Innenraum registriert der Neugierige Reisemobilist zwar zunächst die gängige Aufteilung mit der Sitzgruppe vorn samt integrierter, drehbarer Frontsessel. Auch die Längsküche mit Zwei-Flammenkocher und einem gegenüberliegenden Bad samt Banktoilette, Dusche und Stauschränken sind bekannt. Er entdeckt aber auch eine Weltneuheit: Als erstes Reisemobil am Markt wird der James Cook mit der Mercedes-Benz Advanced Control, kurz MBAC, ausgerüstet werden. Serienmäßig. Das Sprinter-Modell wird damit zum „Smart-Home“.
MBAC als Zentralregierung
Ein Schnittstellenmodul vernetzt ausgewählte Komponenten im Wohnbereich des Fahrzeugs, die allesamt über eine zentrale Bedieneinheit geregelt werden können. Die Füllstände von Gasflaschen und Wassertanks sowie die Ladezustände der Batterien können wahlweise über das Touch-Display des Multimediasystems MBUX im Cockpit, einen separaten, berührungsempfindlichen Bildschirm im Wohnbereich oder auch über eine Smartphone-App von Zuhause aus überprüft werden. Auch die Temperatur im Wohnraum oder dem 90-Liter-Kühlschrank lässt sich auf diese Art regeln, ebenso die Innenraumbeleuchtung, das Soundsystem, die Markise oder das Aufstelldach.
Westfalia James Cook mit drei Dachvarianten
Womit wir bei der dritten Neuerung wären: Der James Cook wird in drei verschiedenen Dach-Varianten erhältlich sein. Mit dem Originaldach des Sprinters wird der Campingbus-Klassiker auf zwei Personen ausgelegt sein, da lediglich das Doppelbett mit Slide-out als Schlafmöglichkeit zur Verfügung steht. Mit einem von Westfalia selbst konstruierten Aufstelldach erhöht sich die Schlafkapazität auf vier Personen. Auch in der Version mit einem voluminöseren Hochdach kann ein reisefreudiges Quartett auf Tour gehen – und sich über eine respektable Stehhöhe von 1,92 Meter freuen.
In der Basis rund 75.000 Euro teuer
Die Basisvariante des Westfalia James Cook wird aller Voraussicht nach bei rund 75.000 Euro starten. Dann fährt das Reisemobil mit einem 2,2-Liter großen Diesel und 105 kW/143 PS Leistung vor. Serienmäßig mit Hinterradantrieb und Sechsganggetriebe, gegen Aufpreis mit Allrad und Automatik. Auch ein stärkerer Selbstzünder steht zur Verfügung. Er wird demnach 140 kW/190 PS leisten. Zusätzlich lässt sich der Preis des James Cook mit einer ganzen Reihe von Assistenzsystemen in die Höhe treiben. In Sachen kostenintensiver Individualisierungen sind kaum Grenzen gesetzt. (Autoren: ml/sp-x, tv | Bilder: sp-x)
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