Vorstellung: Mercedes-Benz SLK 55 AMG – Dynamisches Downsizing

In der vergangenen Woche machte Mercedes mit dem SLK 250 CDI einen auf Sparmeister und präsentierte mit dem Diesel den verbrauchsgünstigsten Roadster im Segment.

Diese Woche legen die Stuttgarter am anderen Ende der Skala nach und schicken mit dem SLK 55 AMG einen potenten V8 ins Rennen – der trotzdem manierliche Trinksitten haben soll.
Die Motoren in den AMG-Modellen von Mercedes waren immer schon wahre Kraftpakete. Das ist auch beim V8-Benziner im neuen SLK 55 AMG der Fall. Erstmals jedoch erreicht einer der hochgezüchteten Ottomotoren aus Affalterbach einen Verbrauchswert von deutlich unter zehn Litern.

Viel Spar-Technik auf einmal

Dank einer Vielzahl in dieser Kombination einmaliger Technik-Tricks soll der 422 PS starke, neu entwickelte 5,5-Liter-V8 mit 8,4 Litern Benzin auf 100 Kilometern auskommen. Abgeleitet ist das Aggregat vom bekannten, fünfeinhalb Liter großen Biturbo-V8 aus den 63-AMG-Modellen der S-, CL- und E-Klasse, allerdings arbeitet der 55er ganz ohne Aufladung nach klassischem Saug-Prinzip.

Wichtigste Neuerung ist das sogenannte dynamische Downsizing, die Zylinderabschaltung (target=undefined). In Phasen mit geringem Leistungsbedarf, zwischen 800 und 3.500 Umdrehungen (bis circa Tempo 160), bleibt die Hälfte der Brennkammern des V8-Triebwerks kalt.

Alter Trick

Die Technologie ist keineswegs neu, entwickelt wurde sie bereits Ende der 1970er Jahre. Bis 2005 hatte Daimler das ZAS genannte System optional für den 5,0-Liter-V8 in der S-Klasse und dem CL im Angebot, hat danach aber wieder auf die Technik verzichtet, vor allem, weil sich das erhoffte Sparpotential nie richtig realisieren lies.

Mercedes will es diesmal mit einer intelligenten Motorsteuerung und einer speziellen Ventilsteuerung mit 16 Ausgleichselementen, die Ladungswechselverlust bei den abgeschalteten Zylindern zwei, drei, fünf und acht minimieren, besser machen. Die Zylinderabschaltung wird im SLK auf Knopfdruck aktiviert, arbeitet dann aber vollautomatisch.

Vier statt acht

Selbst bei nur vier laufenden Kolben stehen immer noch 230 der insgesamt maximal 540 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung, was für die meisten Fahrsituationen ausreichen dürfte. Die Ab- und Zuschaltung der Zylinder dauert rund 30 Millisekunden und soll für die Insassen nicht spürbar sein. 



Zusätzlich wartet der an eine Siebengangautomatik gekoppeltes 5,5 Liter große V8-Saugmotor mit weiteren verbrauchsreduzierenden Kniffen auf. Dazu gehören etwa eine strahlgeführte Direkteinspritzung mit 200 bar Druck und eine hohe Verdichtung von 12,6:1. Zudem ist serienmäßig ein Stopp-Start-System an Bord. Resultat ist ein Verbrauch, der um 3,6 Liter unter dem des direkten Vorgängers mit nur 360 PS liegt.

Mehr als Sparen

Trotzdem kann der SLK mehr als Sparen. Der Spurt von null auf Tempo 100 ist in 4,6 Sekunden absolviert, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Dank einer Sportabgasanlage mit integrierter Klappe sowie einer Zwischengasfunktion für sportlichen Sound soll auch das akustische Emotionspotenzial während der Fahrt nicht zu kurz kommen. 



Optisch differenziert sich das AMG-Topmodell unter anderem durch eine spezielle Frontschürze mit großen Lufteinlässen, abgedunkelte Klarglasscheinwerfer und ein Lüftungsgitter an den Vorderkotflügeln. Am Heck finden sich ein Diffusor und verchromte Abgasendrohre. 

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Wer sich Kreuze auf der Optionsliste sparen will, kann auch gleich das Einführungs-Sondermodell „Edition 1“ wählen (85.520 Euro), das besondere optische Akzente setzt. Soll das Fahrverhalten schärfer werden, ordert man das AMG Handling Package mit strafferem Fahrwerk, Hinterachs-Sperrdifferential und Verbund-Bremsscheiben. 
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