Das ist der neue Seat Leon

Ende Oktober 2019 präsentierte Volkswagen in Wolfsburg den neuen Golf 8, nur wenige Wochen später hat Skoda mit dem neuen Octavia nachgezogen. Fehlen im Reigen der Volkswagen-MQB-Kompakten also noch der nächste Audi A3 und natürlich die vierte Ausgabe des Seat Leon. Während die Ingolstädter ihren Premium-Hatch wohl auf der Automobilmesse in Genf vorstellen werden, durften die Spanier nun schon etwas früher ran.
Seat Leon Design wirkt gefälliger
Die neue Generation des Seat Leon unterscheidet sich deutlich von seinem Vorgänger, doch war das Design durchaus vorhersehbar. Der neue Leon orientiert sich ganz klar an Seats großem SUV Tarraco und an der Studie Cupra Formentor, die die Spanier im Frühjahr 2019 gezeigt hatten. Von beiden übernimmt der Kompaktwagen den markanten, sechseckigen Kühlergrill, die nochmals schärferen LED-Scheinwerfer und ein paar markante Linien an der Front. Hinten fällt vor allem das durchgezogene Leuchtband auf, mit dem Seat voll im Trend liegt. Allerdings ist es nur in den teureren Ausstattungsversionen wirklich ein Lichtstreifen - in der Basis verbindet ein einfacher Reflektor die beiden Rücklichter. Neu ist auch der geschwungene Leon-Schriftzug unterhalb des Marken-Logos, das deutlich mehr „Pepp“ in die Heckpartie bringen will.
Länger und mehr Stauraum als ein Golf
Technische Basis für den Leon ist, wie bereits angedeutet, der weiterentwickelte Modulare Querbaukasten (MQB evo) von Volkswagen. Doch trotz klar gesteckter Grenzen aus Wolfsburg, haben die spanischen Ingenieure weiterhin ein paar Freiheiten. So ist der neue Seat Leon mit 4,37 Meter zum Beispiel etwas länger als der neue Golf (4,28 Meter) und der Kombi ST fährt fortan gar mit 4,64 Meter vor. Wie schon beim Skoda Octavia, wurde der Radstand der Mittelklasse-Modelle auf 2,69 Meter gestreckt. 380 Liter Kofferraumvolumen versprechen die Spanier beim Steilheck, wobei das Ladevolumen auf maximal 1.300 Liter erweitert werden kann. Damit liegt der Leon maximal 60 Liter über dem Golf und bietet gleichzeitig spürbar mehr Beinraum in der zweiten Sitzreihe.
Im Cockpit muss Seat zurückstecken
Das Cockpit dagegen ist auf den ersten Blick nicht ganz so ausgefeilt, wie beim Wolfsburger Original. Zwar bedient man sich auch hier am Konzern-Regal, bietet auf Wunsch eine digitale Tachoeinheit – aber das bis zu 10 Zoll große Infotainment-Display ist immer freistehend. Auch die Bedienelemente für Licht, Front- und Heckscheibenheizung befindet sich nicht auf Augenhöhe zum Fahrer. Noch mehr als beim Golf, wurden im Leon die echten Schalter wegrationalisiert. Der letzte „echte Drücker“ im Armaturenbrett ist der Warnblinkschalter. Wählt man im Seat Leon ein Automatikgetriebe, so wurde auch der Ganghebel durch einen Wählstummel ersetzt – schöne neue Welt. Dafür übernehmen auch die Spanier den neuen Volkswagen-Sprachassistenten, der über den Befehl „Hola hola!“ aktiviert werden kann. Totwinkel-Sensorik, Ausstiegs-Warner und die mittlerweile üblichen Assistenzsysteme gibt es ebenfalls – auf ein Head-up-Display wurde allerdings verzichtet.
Breites Motorenangebot
Ziemlich breit aufgestellt ist Seat in Sachen Motoren, die natürlich ebenfalls weitgehend aus dem Golf bekannt sind. Die Drei- und Vierzylinder-Benziner reichen von 66 kW/90 PS bis 140 kW/190 PS – die stärkere Version gibt es bei VW aktuell nicht. Die Ausbaustufen mit 81 kW/110 PS und 110 kW/150 PS fahren in Kombination mit Automatik als 48-Volt-Mild-Hybrid vor. Dazu kommen ein 150 KW/204 PS starker Plug-in-Hybrid, zwei Diesel mit 85 kW/115 PS und 110 kW/150 PS (den stärkeren gibt es im Kombi auch mit situativen Allrad) sowie eine Erdgas-Variante (Seat Leon, Homologation der Antriebsvarianten noch ausstehend²).
Markstart und Preis
Weiterhin verfügbar sein wird auch ein neuer Cupra Leon, der ein paar Monate nach dem Marktstart im April 2020 wahrscheinlich um die 221 kW/300 PS leisten wird (Cupra Leon, Homologation der Antriebsvarianten noch ausstehend²). Bleibt am Ende nur noch die Frage nach dem Preis: Den hält Seat aktuell noch unter Verschluss, doch dürfte der Spanier, der im Stammwerk Martorell gefertigt wird, weiterhin ein bisschen günstiger sein als der Golf. Die Basis-Version wird aller Voraussicht nach also weiterhin um 20.000 Euro zu haben sein. (Text: tv, mg/sp-x | Bilder: Hersteller)
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