Aus für den elektrischen Maserati MC20 Folgore

Maserati kämpft mit sinkenden Verkaufszahlen. Während die Verbrenner-Modelle die Absätze auf niedrigem Niveau noch irgendwie am Leben erhalten, schaut es bei den elektrischen Varianten zappenduster aus. Nach Investitionskürzungen in Milliardenhöhe folgt nun das Ende des MC20 Folgore.

Es ist derlei kein Geheimnis: Maserati, der erlauchten Stellantis-Tochter, geht es schlecht. Wie schlecht genau, das zeigen die Absatzzahlen für das vergangene Jahr: 2024 konnten die Modeneser weltweit nur 11.300 Einheiten absetzen – ein Absturz um satte 57 Prozent. Selbst Ferrari, nicht gerade bekannt für seine günstigen Autos, konnte mehr Einheiten verkaufen.

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Die Kunden wollen keinen elektrischen Maserati

Im niederländischen Hoofddorp, dem Hauptsitz von Stellantis, scheint man vom italienischen Schlingerkurs zunehmend die Nase voll zu haben. Kurzerhand strich man den Italienern Investitionsmittel in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro, verdonnerte Maserati zum Sparkurs und forderte sie auf, unrentable Projekte einzustellen. Das erste und zugleich prominenteste Opfer: Der Maserati MC20 Folgore.

Bereits im Rahmen der Fahrvorstellung des MC20 hegten wir Zweifel daran, ob ein rein elektrisch betriebener Maserati funktionieren könnte – die damals in Italien anwesenden Produktexperten waren sich allerdings sicher, dass er das tun wird. Die Kunden gefragt hat im Vorfeld aber anscheinend niemand, und so fristen die rein elektrischen Folgore-Modelle von Grecale, GranTurismo und GranCabrio nicht nur ein Nischendasein, sie sind auf dem Markt praktisch nicht existent (außer ein paar Händlerfahrzeuge, siehe hier). Um nicht noch ein weiteres Elektro-Modell auf Halde stehen zu haben, das keiner will, wurde der MC20 Folgore nun zum Schafott geführt.

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Springt Ferrari (erneut) zur Hilfe?

Aber nicht nur der MC20 wird eingestellt, auch die Folgore-Varianten des Levante und Quattroporte dürften mit der vorgenommenen Budgetkürzung vor dem Aus stehen. Stellantis-CFO Doug Ostermann erklärte dazu erst kürzlich, man werde die geplanten Modellneuheiten hinsichtlich ihres Potenzials neu bewerten. Gleiches gilt wohl auch für die Marketingabteilung, die bereits Ex-CEO Carlos Tavares ob ihrer Ineffizienz rügte. Für Außenstehende ist es nämlich kaum nachvollziehbar, weshalb Maserati nach wie vor am sündhaft teuren „The Ice St. Moritz“-Event teilnimmt, während gleichzeitig die entsprechenden Umsätze fehlen.

Möglicherweise wird diese Korrektur auch nicht mehr von Stellantis selbst vorgenommen. Bereits seit mehreren Monaten wird gemunkelt, der Vielmarkenverbund könnte sich von seiner Luxus-Tochter trennen. Als möglicher Käufer tritt Ferrari aufs Parkett. Maserati gehörte bereits zwischen 1997 und 2005 zum Sportwagenbauer. (Text: tv | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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