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Reliant Robin

Der 1973 vorgestellte Robin gehört zu den bekanntesten Dreirädern von Reliant

In den Jahren unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg begannen einige europäische Fahrzeughersteller, ihre Produktion mit der Fertigung von Motorrädern und Motorollern langsam wieder anlaufen zu lassen. Auf Grundlage der Zweiradtechnik entwickelten Konstrukteure bald darauf Konzepte für dreirädrige Fahrzeuge, die für den Personenverkehr oder als Nutzfahrzeug eingesetzt werden konnten. Als Alternative zum Motorrad konnten die mit kleinen Motoren ausgestatteten Dreiräder zwar nicht mit den Leistungen eines Pkw mithalten. Doch dafür boten die geschlossenen Karosserien Schutz vor der Witterung und Platz für zwei Personen oder zusätzlich sogar eine Ladefläche. Außerdem durften die Tricycles in den vielen Ländern ohne Pkw-Führerschein gefahren werden, was ihnen zusätzliche Popularität verschaffte. Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs verschwanden die meisten Modelle dieser Bauart wieder vom Markt. Nur die italienischen Scooter-Pioniere schafften es langfristig, ihre Kabinenroller durch die Zeit zu retten. Und in Großbritannien gab es mit dem Unternehmen Reliant einen kleinen Autohersteller, dem es gelang, mit seinen dreirädrigen Fahrzeugen bis zur Jahrtausendwende eine Nische zu besetzen. Zu den bekanntesten Dreirädern von Reliant gehörten die zwischen 1973 und 2002 produzierten Modelle der Baureihe Robin.

Reliant realisiert für den Robin eine Pkw-artige Konstruktion mit drei Rädern

Einer der Gründe für den lang anhaltenden Erfolg der Robin lag in der besonderen Konstruktionsweise. Denn anders als die ursprünglich mit der Technik von Motorrollern gefertigten italienischen Dreiräder setzte Reliant seit seinen ersten Nachkriegsmodellen Regent und dem 1953 als Nachfolger präsentierten Regent auf eine Konstruktion, die der Bauweise von Pkw ähnelte. Zwar fiel bei den Fahrzeugen von Reliant alles leichter und kleiner dimensioniert aus. Doch hinsichtlich Chassis, Karosserie, Lenkung und Antriebstechnik unterschieden sich die Limousinen oder Lieferwagen des britischen Herstellers nicht wesentlich von der Bauart eines vierrädrigen Kleinwagens. Nur dass Reliant für seine Modelle eben eine Vorderachse mit einem Rad verbaute, während das Fahrgestell hinten eine herkömmliche Achse mit zwei Rädern bekam. An dieser Besonderheit hielten die Briten auch beim Robin fest. Dafür war einerseits die Modellhistorie von Reliant verantwortlich, andererseits spielte auch die Gesetzgebung in Großbritannien eine Rolle dafür, dass sich die Robin Dreiräder noch drei Jahrzehnte in ihrer Nische behaupten konnten.

Ein Robin von Reliant darf mit Motorrad- und Pkw-Führerschein gefahren werden

Vor der Vereinheitlichung der europäischen Führerscheinstandards erlaubte es der Gesetzgeber in Großbritannien, leichte Kraftfahrzeuge in der Bauart des Robin mit einer Fahrerlaubnis für Motorräder der Klasse B1 zu fahren. Auch hinsichtlich der Steuereinstufung oder der Versicherungstarife wurden die dreirädrigen Kraftfahrzeuge von Reliant bevorzugt behandelt. Seit der EU-Führerscheinreform änderten sich allerdings die gesetzlichen Grundlagen. Wer nun auf den britischen Inseln oder in den übrigen Ländern der EU-Mitgliedsstaaten den dreirädrigen Robin fahren wollte, von dem verlangten die Behörden nun einen Motorradführerschein der Klasse A oder eine Pkw-Fahrerlaubnis. Anders als bei herkömmlichen Pkw sah die Regelung allerdings bei Fahrzeugen wie dem Robin parallel zum Führerschein für Zweiräder der Klasse A eine Altersgrenze von 21 Jahren vor. Dass der Robin zumindest in Großbritannien zuvor wie ein Motorrad zugelassen werden konnte, hatte vor allem mit der leichten Bauweise der Dreiräder von Reliant zu tun.

Reliant setzt beim Robin auf Glasfaserkarosserie und Alumotorblock

Eine Mischung von Kunststoffen, Glasfasern und Klebemitteln auf Basis von Harzen, das war die Rezeptur, nach der die Ingenieure bei Reliant die Bauteile fertigten, aus denen die Karosserie des Robin entstand. Darüber hinaus nutzten die Briten einen aus Aluminium gegossenen Motorblock, der wie bei den meisten vierrädrigen Kleinwagen seinen Platz im Vorderbau fand. Durch diese Leichtbauweise bei der Fertigung von Karosserie und Motor sowie mit einer anfangs eher puristischen Innenausstattung gelang es Reliant, das Gewicht des Robin auf einen Wert von kaum 450 Kilogramm zu begrenzen. Zumal da die Dreiräder als frühe Low Cost Modelle positioniert wurden, waren von der Bauweise allerdings keine Designwunder zu erwarten.

Fehlende vordere Radausschnitte weisen auf die Dreirad-Bauweise des Robin hin

Der Robin präsentierte sich sachlich im kantigen Stil eines typischen 70er Jahre Kleinwagens, der allerdings aufgrund seiner Konstruktion mit drei Rädern optisch doch aus dem Rahmen fiel. Denn anstelle der vorderen Radhäuser zeigte der Reliant ohne Ausschnitte angelegte vordere Kotflügel und einen Frontbau, der nach vorne schmaler wurde. Weitere Besonderheit: Die fast quadratische kleine Motorhaube des Robin nahm nur etwa zwei Drittel der Frontfläche ein und öffnete sich mit ihren vorne angeschlagenen Scharnieren gegenläufig, sodass sie sich wie ein Schild hinter dem Kühlergrill aufstellen ließ. Diese Merkmale waren den Robin Dreirädern in allen angebotenen Karosserieversionen gemeinsam.

Reliant baut den Robin in drei Karosserieformen

Innerhalb seiner Baureihe Robin brachte Reliant im Laufe der ersten Bauphase in den 70er Jahren drei unterschiedliche Karosserievarianten auf den Markt. Die Neuwagen liefen als zweitürige Schräghecklimousine mit einem Radstand von rund 2,16 Meter und einer Gesamtlänge von knapp 3,33 Meter in England vom Band. Darüber hinaus bot der Hersteller eine Variante mit verlängertem Kastenaufbau an, die als Lieferwagen mit verschweißten Seitenfenstern sowie als Kombi mit drei Türen im Programm stand. Bei dieser Vielfalt blieb es auch in den späteren Baugenerationen, in denen die kleinen Limousinen allerdings zunehmend mit Luxusfeatures ausgestattet wurden, die den Robin dieser Bauart Ende der 1980er Jahre einen besonderen Status verschaffen sollten.

Die Royale und Robin 65 sind auf dem Gebrauchtwagenmarkt besonders rar

Während Reliant die Robin von 1973 bis 1981 als puristisches City Car etablierte, sollte die von 1989 bis 2001 gefertigte zweite Generation zumindest in der Limousinenausführung höher positioniert werden, um sich vom parallel produzierten Nachfolger Rialto abzugrenzen. Diese Rolle sollten insbesondere die als Royale oder BRG vermarkteten Topversionen der Baureihe ausfüllen. Auf dem Markt für Gebrauchtwagen gehörten diese später zu den gesuchtesten Modellen von Reliant. Der Grund: Anstelle des von grauem Plastik und dünnen Stoffpolstern geprägten Ausführungen LX oder SLX waren die Robin Royale oft mit Holzeinlagen im Armaturenbrett und einer Lederbestuhlung ausgestattet. In dieser Luxusausführung liefen auch die letzten bei Reliant gebauten Dreiräder des Baujahrs 2001 vom Band. Da diese Robin 65 genannten Modelle nur in einer auf 65 Stück limitierten Kleinserie gefertigt wurden, zählten sie später auf dem Markt für Gebrauchtwagen zu den seltensten Dreirädern des Herstellers Reliant. Ähnliches galt für die noch bis 2002 bei einem anderen Produzenten in geringer Auflage gefertigten Robin.