Xpeng G9 Long Range (2026) im Test: Elektrischer Premium-SUV zum Reisen geboren

Xpeng G9 Long Range (2026) auf einen Blick
Was uns gefällt
Schon die Serienausstattung lässt kaum Wünsche offen.
Was wir vermissen
Dass wir das Panoramaglasdach nicht öffnen können.
Ideal, wenn …
… man für einen fairen Preis äußerst komfortabel unterwegs sein möchte.
Die Alternativen
BMW iX, Mercedes-Benz EQE SUV, Polestar 3
Stärken
- Elegantes Design
- Komfortabel in jeder Hinsicht
- Sehr hohe DC-Ladegeschwindigkeit
Schwächen
- Kaum physische Schalter und Tasten
- Komplizierte Menüführung
- AC-Laden nur mit 11 kW
Eleganter Auftritt mit klarer Formensprache
Der Xpeng G9 setzt auf eine elegante, klare Formensprache. An der bulligen Front dominiert ein durchgehendes LED-Leuchtenband, darunter sind die futuristisch anmutenden Hauptscheinwerfer angebracht. Mit einer Länge von 4,89 Metern ist der Oberklasse-SUV eine stattliche Erscheinung. Der lange Radstand und die weitgehend glatten Karosserieflächen sorgen für eine gestreckt wirkende Seitenlinie. Am schlichten Heck bildet die durchgehende LED-Beleuchtung einen eleganten Abschluss.
Der Xpeng G9 ist in drei Versionen erhältlich. Das Modell „Standard Range“ mit Heckantrieb verfügt über eine Leistung von 258 kW (351 PS) und die kleinere Batterie mit einer Nettokapazität von 78,2 kWh. Das Testfahrzeug „Long Range“ verfügt über den gleichen Antrieb, ist jedoch mit der größeren 92,2-kWh-Batterie ausgestattet. Mit dieser wird auch das Topmodell „Performance“ angeboten, das zudem mit Allradantrieb und einer Systemleistung von 423 kW (575 PS) aufwarten kann. Erstmals kommen 5C-LFP-Akkus (Lithium-Eisenphosphat) zum Einsatz, die sehr hohe Ladegeschwindigkeiten ermöglichen.
Bildergalerie: Xpeng G9 Long Range (2026)

Souveräne Fahrleistungen mit hohem Komfort
Bereits die getestete Version „Long Range“ mit 351 PS, 465 Nm Drehmoment und Heckantrieb bietet sehr gute Fahrleistungen, die hervorragend zur komfortablen Auslegung des Xpeng G9 passen. Vollkommen mühelos und harmonisch beschleunigt der 2,3-Tonner damit auf Wunsch in 6,4 Sekunden von null auf Tempo 100. Da der luxuriöse SUV jedoch viel mehr zum entspannten Dahingleiten einlädt, hat man selten das Bedürfnis, die volle Leistung abzurufen. Wer es noch sportlicher möchte, kann zum Modell „Performance“ greifen und damit in weniger sanften 4,2 Sekunden den Standardsprint erledigen.
Bereits das konventionelle Fahrwerk des Xpeng G9 Long Range überzeugt mit sehr gutem Federungskomfort. Selbst kurze Fahrbahnunebenheiten werden wirkungsvoll ausgeglichen, wodurch auch langes Reisen sehr entspannt ablaufen kann. Gleichzeitig hält das Fahrwerk die schwere Karosserie in Kurven gut unter Kontrolle. Die Lenkung arbeitet präzise und ausgewogen, insgesamt liegt der Schwerpunkt jedoch klar auf Komfort. Für sportlichere Ansprüche und noch mehr Komfort verfügt die Performance-Variante über eine Zweikammer-Luftfederung mit elektromagnetisch einstellbaren Dämpfern.
Innenraum voll auf Komfort getrimmt
Der hochwertige Innenraum, bei dem man aus vier unterschiedlichen Farben wählen kann, bietet jeden erdenklichen Komfort. Hat man das Premium-Paket geordert, nimmt man wie in unserem Testfahrzeug auf feinen Nappaledersitzen mit verstellbarer Oberschenkelauflage Platz. Die Sitze sind beheiz- und belüftbar und bieten eine hervorragende Massagefunktion. All diese Komfort-Features stehen auch den zwei vollwertigen Sitzen im Fond zur Verfügung – Neigungsverstellung inklusive.
Dem Fahrer steht ein etwas weiter Richtung Windschutzscheibe gerücktes 10,25-Zoll-Display zur Anzeige aller wichtigen Fahrdaten zur Verfügung. Daneben bieten zwei 15-Zoll-Touchscreens eine breite Bildschirmlandschaft, wobei der rechte Bildschirm dem Beifahrer ein unabhängiges Infotainment bietet. Während der Fahrer am zentralen Bildschirm das Navigationssystem bedient und die Funktionen steuert, kann der Beifahrer im Internet surfen oder Video-Apps nutzen. Aus Sicherheitsgründen ist der Beifahrerbildschirm vom Fahrersitz aus nicht einsehbar.
Ein Nachteil ist, dass der Komfort zum Teil umständlich erarbeitet werden muss: Aufgrund fehlender Tasten und Schalter sind die meisten Funktionen nur über die Bildschirme und zahlreiche Menüs zu steuern. So sind beispielsweise bis zur Einstellung der Sitzheizung oder -belüftung drei Schritte erforderlich. Hier wäre eine Vereinfachung durchaus wünschenswert. Praktisch gelöst ist hingegen der Umgang mit den Warntönen. Meldet sich eine Warnung während der Fahrt das erste Mal, wird man gefragt, ob man diese deaktivieren möchte.
Das ebenfalls im Premium-Paket enthaltene Xopera Dolby Atmos Sound System mit 21 Lautsprechern – einer davon sogar in der Kopfstütze des Fahrersitzes – sorgt für ein beeindruckendes Klangerlebnis. Zwei ausfahrbare Hochtöner im Armaturenbrett sorgen dabei für einen zusätzlichen optischen Akzent. Ablagen sind im gesamten Fahrzeug ausreichend vorhanden. Besonders zu erwähnen sind das große Fach unter der Mittelkonsole und die von beiden Seiten zu öffnende Ablage in der Mittelarmlehne.
Der Radstand von ziemlich exakt drei Metern bietet viel Raum für die Passagiere im Fond. Auch die Kopffreiheit ist äußerst komfortabel bemessen. Mit 660 Litern Kofferraumvolumen setzt der Xpeng G9 einen Spitzenwert im Segment der Oberklasse-SUV. Auch der 71 Liter große Frunk zählt zu den größten seiner Klasse. Das Umlegen der Rücksitzbank vergrößert das Kofferraumvolumen auf 1.576 Liter, wodurch jede Menge Stauraum entsteht. Zusätzliche Transportmöglichkeiten liefert die optionale Anhängerkupplung, die bis zu 1,5 Tonnen an den Haken nehmen kann.
Tanken dauert kaum länger als beim Verbrenner
Auf der Landstraße ist der Xpeng G9 Long Range mit einem Verbrauch von rund 18 kWh pro 100 Kilometern zu fahren. Mit der großen 92,2-kWh-Batterie (netto) ergibt sich eine komfortable Reichweite von 500 Kilometern. Bei einem innerstädtischen Verbrauch von rund 15 kWh werden es sogar bis zu 600 Kilometer. Auf der Autobahn steigt der Verbrauch nicht zuletzt aufgrund der Bauform und des damit verbundenen hohen Luftwiderstands (cw-Wert: 0,272) auf 25 kWh pro 100 Kilometern. Damit sinkt die Reichweite bei Tempo 130 auf rund 370 Kilometer. Immer noch ein voll reisetauglicher Wert.
Dazu kommt die ultraschnelle Ladegeschwindigkeit. An einer 400-kW-Ladestation lädt der Xpeng G9 Long Range im Test mit einer maximalen Ladeleistung von beeindruckenden 383 kW. Ebenso rekordverdächtig ist die durchschnittliche Ladeleistung von 303 kW, die den Ladevorgang von 17 auf 80 Prozent SoC gerade einmal zwölf Minuten dauern lässt. Wäre die erforderliche Ladeinfrastruktur bereits verfügbar, könnte der große SUV mit bis zu 525 kW laden. Beim Wechselstromladen begnügt sich der G9 mit den vergleichsweise bescheidenen 11 kW.
Fazit 8,5/10
Der Xpeng G9 Long Range ist ein Oberklasse-SUV, der jede Menge Platz und Komfort bietet. Bereits die Serienausstattung lässt kaum Wünsche offen, mit dem vergleichsweise günstigen und daher empfehlenswerten Premium-Paket (3.960 Euro) ist dann wirklich jeder erdenkliche Luxus mit an Bord. Die Ladegeschwindigkeit ist konkurrenzlos und auch die Reichweite der „Long Range“-Version eignet sich hervorragend für Langstrecken. Als „Performance“ bietet der G9 zusätzliche Sportlichkeit und Allradantrieb.
Der in Österreich und Deutschland zum gleichen Preis erhältliche XPeng G9 startet in der Basisversion „RWD Standard Range“ bei 59.600 Euro. Dafür gibt es Heckantrieb und die kleinere 78,2-kWh-Batterie. Die getestete Version „RWD Long Range“ mit 92,2 kWh Batteriekapazität startet bei 63.600 Euro. Mit Premium-Paket, 21-Zoll-Rädern und Anhängerkupplung liegt das Testfahrzeug bei 70.080 Euro. Das Topmodell „AWD Performance“ mit Allradantrieb ist ab 72.600 Euro bestellbar. (Text und Bild: Armin Hoyer)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
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