Tesla Model 3 Hinterradantrieb (2026) im Test: Kann viel, kostet wenig

Das Tesla Model 3 Hinterradantrieb auf einen Blick
Was uns gefällt
Dass sich das Model 3 sich selbst als Basismodell erstaunlich komplett anfühlt.
Was wir vermissen
Etwas mehr Sitzkomfort und klassische Schalter für die Sitzverstellung.
Ideal wenn ...
... man ein effizientes Elektroauto mit guter Reichweite, einfachem Handling und starkem Ladenetz sucht.
Die Alternativen
BMW i4 eDrive35, Hyundai Ioniq 6, VW ID.7, Polestar 2
Stärken
- Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Niedriger Verbrauch
- Komfortables Fahrwerk
Schwächen
- Sitzkomfort nicht perfekt
- Bremsgefühl etwas teigig
- Standard-Modell ohne weitere Optionen
Man muss die Ansichten des Chefs nicht teilen, um das Produkt gut zu finden
Man kann Tesla, aber natürlich auch seinem Chef Elon Musk, sicherlich kritisch gegenüberstehen. Doch müsste man das dann nicht auch gegenüber unserem Apple iPhone tun, mit dem wir gerade telefonieren? Oder gegenüber Amazon, das heute schon das dritte Paket angeliefert hat? Schließlich haben auch andere amerikanische Tech-Konzerne teils exzentrische Chefs und wissen ganz genau, wie sie dem kleinen Nutzer den einen oder anderen Euro aus der Tasche entlocken.
Im Falle von Tesla erhält man dafür immerhin ein Produkt, das einen von A nach B bringt. Und seit dem Highland-Facelift fährt das Model 3 sogar qualitativ auf Augenhöhe mit BMW, Mercedes und Audi. Und das zu einem Preis, der fairer kaum sein könnte. So kostet das hier gefahrene Model 3 Hinterradantrieb gerade einmal 37.970 Euro und damit kaum mehr als ein VW ID. Polo Style.
Die Basisversion ist alles, nur kein Kassengestell
Freilich handelt es sich dabei um die abgespeckte Variante, die einst unter dem Namen Model 3 RWD oder Model 3 Standard firmierte. Aber was heißt bei einem Tesla schon abgespeckt? Es fehlen vor allem die Alufelgen, die Alcantara-ähnlichen Materialien im Innenraum, die umlaufende Ambientebeleuchtung, aber auch der Bildschirm in der zweiten Reihe. So richtig gestört hat uns das als Alleinfahrer nicht. Und überhaupt haben wir uns schon länger gefragt, wer dauerhaft auf das Display am Fahrzeugboden starrt.
Auch in Sachen Leistung und Batteriegröße wirkt das Basismodell des Tesla Model 3 alles andere als wie eine Verzichtsübung. Der 208 kW / 283 PS starke Heckmotor reicht für den Alltag allemal und beschleunigt die Limousine auf bis zu 200 km/h. In Sachen Batterie und Reichweite kommt derweil eine neu entwickelte, 60 kWh große LFP-Batterie zum Einsatz, die sich mit maximal 175 kW aufladen lässt. Aber selbst das ist mehr, als viele Mitbewerber für unter 40.000 Euro anbieten. Hinzu kommt, dass Tesla-Nutzer weiterhin Zugriff auf das dichte Ladenetz der Amerikaner haben.
20 kWh auf 100 Kilometer reichen dem Model 3 in jedem Fall
Wie wir schon bei anderen Tests zum Model 3 geschrieben haben: Etwa 30 Minuten reichen aus, um den Akku am DC-Schnellladepunkt von zehn auf 80 Prozent zu laden. Je nach Tageszeit und Auslastung kann das etwas länger oder kürzer dauern, doch im Alltag ist das verschmerzbar. Der Verbrauch pendelte sich während unseres Testzeitraums bei etwa 20 kWh je 100 Kilometer ein - solide, trotz einiger schneller Autobahnpassagen.
Diese absolviert man mit dem feiner abgestimmten Fahrwerk nun auch besonders gerne. Hier poltert nichts mehr. Und trotz gesteigertem Komfort macht das Model 3 selbst in Kurven eine gute Figur. Die Lenkung ist dazu nicht mehr ganz so gefühlsbefreit wie noch vor dem Highland-Facelift. Einzig beim Thema Bremsen könnten die Amerikaner noch etwas nachlegen: Das Bremsgefühl wirkt bisweilen etwas teigig.
Neu seit der zweiten kleinen Modellüberarbeitung Ende 2025: Endlich gibt es wieder einen regulären Blinkerhebel. Der überwiegende Rest im Model 3 wird weiterhin über den zentralen Touchscreen gesteuert. Mittlerweile leider auch die Sitzverstellung. Das nervt und war mit physischen Schaltern am Sitz deutlich intuitiver. Und weil wir gerade beim Kritteln sind: Die Beinauflage des Standard-Gestühls könnte besonders für Großgewachsene etwas länger ausfallen.
Fazit
Mit dem Tesla Model 3 Hinterradantrieb bewegt man sich locker und leicht durch den Alltag - und darüber hinaus. Wie eine Verzichtsübung wirkt der in China gebaute Stromer besonders dann nicht, wenn man ihn mit der Konkurrenz vergleicht. Hervorzuheben sind die überwiegend mühelose Bedienung, der niedrige Verbrauch und natürlich das angeschlossene Ladenetz. Abzüge in der B-Note gibt es höchstens beim Sitzkomfort und für die gewöhnungsbedürftige Bremse. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
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