Suzuki e Vitara (2026): Auch fürs Grobe geeignet

Mit dem Suzuki e Vitara bietet der japanische Automobilhersteller mit etwas Verspätung sein erstes vollelektrisches Fahrzeug an. Der Kompakt-SUV überzeugt im Test auf jedem Terrain – bei Ladegeschwindigkeit und Reichweite müssen jedoch Abstriche in Kauf genommen werden.


Der Suzuki e Vitara (2026) auf einen Blick:

Was uns gefällt

Modernes Außen- und Innendesign.

Was wir vermissen

Eine zeitgemäße DC-Ladedauer.

Ideal, wenn ...

… man auch mal abseits befestigter Straßen unterwegs ist.

Die Alternativen

Toyota Urban Cruiser (baugleich), Hyundai Kona Electric, Volvo EX30


Stärken

  • Modernes, kraftvolles Design
  • Gutes Raumangebot für einen Kompakten
  • Top-Traktion auf jedem Untergrund

Schwächen

  • Geringe DC-Ladeleistung
  • Mäßige Langstreckentauglichkeit
  • Überschaubares Kofferraumvolumen

Suzuki e Vitara (2026)_allgrip_front

Nur der Name ist geblieben

Der im indischen Gujarat produzierte, vollelektrische Suzuki e Vitara ist ein vollkommen neues Auto, das sich mit dem konventionell angetriebenen Vitara nur noch den Namen teilt. Der 4,3 Meter lange Kompakt-SUV tritt außen wie innen äußerst modern in Erscheinung. Mit seinem kantigen Design und den markant geformten Radkästen steht er kraftvoll da. Der lange Radstand und die großen 19-Zoll-Räder verleihen ihm einen dynamischen Auftritt.

Der neue Suzuki e Vitara wird in drei Leistungsstufen von 106 kW (144 PS) bis 135 kW (183 PS) sowie mit zwei Batteriegrößen (49 und 61 kWh brutto) angeboten. Es gibt drei Ausstattungslevels, die stärkste Variante verfügt über Allradantrieb. Der Suzuki Vitara steht seit jeher für einen breiten Anwendungsbereich, der vom Stadtverkehr bis hin zu Fahrten auf unbefestigten Straßen und in unwegsamem Gelände reicht.

Auch abseits befestigter Straßen souverän

Seinem Image als robustes Geländefahrzeug wird der Suzuki e Vitara im Test abseits befestigter Straßen jedenfalls gerecht. Der Allradantrieb liefert sowohl auf losem Untergrund als auch auf Eis und Schnee stets optimale Traktion. Um dies zu ermöglichen, wird das Drehmoment elektronisch je nach Bedarf auf Vorder- und Hinterachse verteilt. Für extremere Offroad-Einsätze steht der Fahrmodus „Trail“ zur Verfügung, der ein durchdrehendes Rad gezielt abbremst und mehr Antriebsmoment auf das gegenüberliegende Rad leitet.

Antritt und Durchzug sind bei der getesteten Allrad-Version mit 135 kW (183 PS) und 307 Nm Systemdrehmoment in jeder Lebenslage vollkommen ausreichend. So beschleunigt der 1,9-Tonner in 7,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Bei 150 km/h endet der Vorwärtsdrang. Das Fahrwerk wird den dynamischen Fahrleistungen auf der Straße nicht ganz gerecht. Für eine forschere Gangart ist es zu weich ausgelegt, schwingt bei Bodenwellen nach und fühlt sich zeitweise etwas schwammig an. Dafür punktet der Suzuki e Vitara bei entspannter Fahrweise mit gutem Komfort.

Suzuki e Vitara (2026)_allgrip_Seitliche Front im Schnee

Robuster und durchdachter Innenraum

Passend zu den Einsatzmöglichkeiten geht es auch im Innenraum funktional zu. Die Materialien wirken robust und langlebig. Einzige Ausnahme ist der Klavierlack der Mittelkonsole, dem im Testfahrzeug bereits die Kratzempfindlichkeit anzusehen ist. Einem elektrisch einstellbaren Fahrersitz steht ein in der Höhe nicht verstellbarer Beifahrersitz gegenüber. Hier endet der Komfortverzicht jedoch auch schon. Das elektrisch beheizbare Lenkrad liegt gut in der Hand und verfügt über echte Tasten und Wippen. Die Klimasteuerung ist neben dem Display praktischerweise auch über Kippschalter bedienbar.

Die Bildschirmtafel fügt sich harmonisch in das Armaturenbrett ein. Mit einem 10,25 Zoll großen Instrumentendisplay und einem 10,1 Zoll großen Zentraldisplay fällt diese für heutige Verhältnisse nicht gerade üppig aus, bietet jedoch alles, was man braucht, und verursacht keine unnötige Ablenkung. Das Smartphone wird in der Mittelkonsole induktiv geladen, die kabellose Verbindung mit dem Fahrzeug via Bluetooth funktioniert beim Einsteigen nicht immer automatisch.

Suzuki e Vitara (2026)_allgrip_Cockpit

Erwähnenswert im Testfahrzeug ist auch das Infinity-Soundsystem. Es bietet eindrucksvollen Premium-Sound, den man in dieser Fahrzeugklasse so nicht erwarten würde. Einfache, aber durchdachte Details wie die mit einem Handgriff manuell zu bedienende Sonnenblende für das Glasdach oder das Aktivieren der Lenkradheizung durch kurzes Antippen am Bildschirm machen den e Vitara im Alltag besonders praktisch.

Platzangebot praktisch und flexibel

Die Praxistauglichkeit setzt sich beim Platzangebot fort. Zahlreiche Ablagemöglichkeiten stehen zur Verfügung, darunter ein großzügiges Fach unter der frei schwebend wirkenden Mittelkonsole, die auch zwei Getränkehalter bietet. Der Radstand von 2,7 Metern ermöglicht für diese Fahrzeugklasse insgesamt ein gutes Raumangebot – auch die Fondpassagiere finden ausreichend Platz. Klappt man den mittleren Teil der Rücksitzbank um, dient dieser als Armlehne mit integrierten Getränkehaltern.

Im Kofferraum geht es mit einem Ladevolumen von 238 Litern etwas überschaubarer zu. Die Rücksitzbank kann jedoch um bis zu 15 Zentimeter nach vorne geschoben und die Lehne in verschiedenen Neigungen fixiert werden. Dadurch vergrößert sich der Laderaum des Suzuki e Vitara auf 310 Liter, büßt damit jedoch gegenüber dem klassischen Vitara immer noch rund 50 Liter ein. Bei umgeklappten Rücksitzen werden es dann 1.052 Liter.

Suzuki e Vitara (2026)_allgrip_Kofferraum

Unter dem Kofferraumboden befindet sich ein weiteres Fach, das für das Verstauen des Ladekabels gedacht ist. Suzuki, ansonsten für durchwegs praktische Lösungen bekannt, hat dieses jedoch so unförmig gestaltet, dass das Verstauen zu einer ausgesprochen fummeligen Angelegenheit wird. Mangels Frunk wird das Kabel in der Praxis daher eher im Kofferraum gelagert werden, wo es beim Beladen gerne einmal im Weg sein kann.

DC-Ladeleistung erstaunlich gering

Im Test genehmigte sich der Suzuki e Vitara im Schnitt 20 kWh/100 km. Ein angemessener Wert für einen knapp zwei Tonnen schweren Kompakt-SUV mit Allradantrieb. In Verbindung mit der 61-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie liegt die realistische Reichweite bei rund 300 Kilometern. Mit dem kleineren 49-kWh-Akku dürfte der maximale Aktionsradius bei unter 250 Kilometern liegen. Berücksichtigt man, dass die Batterie nie ganz leer gefahren wird, könnte das für den einen oder anderen Einsatzzweck zu wenig sein.

Bereits beim Lesen des Datenblatts waren wir von der geringen DC-Ladeleistung überrascht. Suzuki gibt für beide Akkugrößen für das Laden von 10 auf 80 Prozent eine Dauer von rund 45 Minuten an. Das entspricht der Erfahrung im Test, bei dem wir mit einer maximalen Ladeleistung von 64 kW in 28 Minuten von 35 auf 80 Prozent laden können. Der Schnitt von 56,4 kW zeigt, dass die Ladeleistung über den gesamten Zeitraum ziemlich konstant bleibt. Das Laden mit Wechselstrom liefert keine Überraschungen. In 5,5 Stunden lädt der Akku von 10 auf 100 Prozent.

Suzuki e Vitara (2026)_allgrip_Ladestation

Fazit 8.4/10

Der Suzuki e Vitara ist der späte, aber gelungene Einstieg der Japaner in die Welt der vollelektrischen Fahrzeuge. Das kraftvolle Design passt gut zu den Offroad-Ambitionen und das Raumangebot ist für eine Länge von 4,3 Metern durchaus alltagstauglich. Mit Allradantrieb fühlt sich der Kompakt-SUV auf jedem Untergrund wohl und bietet stets gute Traktion. Längere Strecken zählen aufgrund der überschaubaren Batteriekapazität und der langen Ladedauer nicht zu seinen Stärken. Idealerweise lädt man den praktischen Alltagsbegleiter zu Hause an der Wallbox und hat danach wieder 300 Kilometer Reichweite zur Verfügung.

Die Basisversion des Suzuki e Vitara mit Frontantrieb startet in Österreich bei 33.590 Euro und ist aufgrund der kleinen 49-kWh-Batterie nur bedingt empfehlenswert. Als Einstieg raten wir zur 61-kWh-Version mit der mittleren Ausstattung „Shine“, die ab 36.590 Euro erhältlich ist. Die getestete Version mit der Top-Ausstattung „Flash“ und Allradantrieb liegt bei 42.990 Euro. Dazu kommen noch 590 Euro für die gut zum e Vitara passende Farbe „Land Breeze Green Pearl Metallic“. (Bild und Text: Armin Hoyer)

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
8.4
Design
9.0
Bedienbarkeit
9.0
Komfort
7.8
Alltagstauglichkeit
8.0
Fahreigenschaften
8.5
Antrieb
8.5
Effizienz
8.0
Preis-Leistungs-Verhältnis
8.5
Ausstattung
8.3
Sicherheit
8.3

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Autorenfoto_Armin Hoyer.jpg

Armin Hoyer

Armin Hoyer ist seit 2025 als freier Redakteur für das AutoScout24 Magazin in Österreich tätig. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Motorjournalist und Kommunikationsexperte im Automobil- und Zweiradbereich erstellt der Wahltiroler Content für die Mobilitätsbranche. Für AutoScout24 berichtet er schwerpunktmäßig über seine Erfahrungen mit gebrauchten und neu erschienenen Elektroautos sowie Motorrädern und informiert zudem über die Highlights der wichtigsten Messen des Jahres.

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