Subaru WRX tS (2026) im Kurztest: So viel Spaß bleibt uns vorenthalten!

275 PS, Allrad und ein knackiger Handschalter: Der Subaru WRX tS klingt nach einem ziemlich guten Paket. In der Schweiz kann der WRX jetzt importiert werden. Unser Kurztest zeigt, was wir hierzulande verpassen - und weshalb die Versuchung nicht ganz billig ist.

Das Wichtigste zuerst

Der Subaru WRX tS (2026) ist eine sportliche Mittelklasselimousine mit 2,4-Liter-Vierzylinder-Turboboxer, 275 PS, 350 Nm, permanentem Allradantrieb und Sechsgang-Handschaltung. In der Schweiz kostet das Importmodell ab 60.900 CHF. Zur tS-Ausstattung gehören elektronisch geregelte, von STI abgestimmte Dämpfer, Recaro-Sitze und Brembo-Bremsen. Im Test überzeugen vor allem das Kurvenverhalten und das knackige Schaltgetriebe. Einfach wirkende Innenraummaterialien, ein weniger vehementer Antritt als erwartet und rund elf Liter Testverbrauch auf 100 Kilometer trüben den Eindruck.


Stärken, Schwächen, Alternativen

Was uns gefällt

Autofahren wie vor 20 Jahren!

Was wir vermissen

Die Rückkehr des WRX über offizielle Kanäle zu einem fairen Preis.

Ideal, wenn …

… man schon immer ein Fan des Subaru WRX war und weder die Kosten noch der Aufwand für den Import nach Deutschland eine Rolle spielen.

Die Alternativen

VW Golf R, BMW M240 xDrive, Audi S3 (keiner davon mit Handschaltgetriebe)


Stärken

  • Präzises Fahrverhalten
  • Knackige Handschaltung
  • Charaktervoller Turboboxer

Schwächen

  • Einfach wirkende Materialien
  • Hoher Verbrauch
  • Durch Import teuer

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Schweizer Unternehmen importiert Subaru WRX und Nissan Z

Es gibt eine Automarke, die ist mit der Schweiz in etwa so eng verbunden wie sonst nur das Matterhorn und die eidgenössischen Käse- sowie Schokoladenerzeugnisse. Die Rede ist von Subaru. Der japanische Allradspezialist hat bei unseren südlichen Nachbarn ein ganz eigenes Standing, gilt als robust, zuverlässig und im Vergleich zu vielen deutschen Autos als weiterhin bezahlbar. Gut, der hier gefahrene Subaru WRX tS ("tuned by STI") des Modelljahres 2026 stellt mit einem Grundpreis von 60.900 CHF sicherlich eine Ausnahme dar. Er ist allerdings auch ein Importmodell, das die Experten der all.cars Global GmbH in die Schweiz bringen.

Weshalb wir das an dieser Stelle so explizit erwähnen? Weil es schon ein mutiges Unterfangen ist, sich auf den Import von Nischenmodellen aus Nordamerika zu konzentrieren. Neben dem WRX besorgt das Unternehmen aus dem Kanton Schwyz auch den Nissan Z, der wegen strenger Emissionsvorschriften und eines schrumpfenden Sportwagenmarkts nicht offiziell in Europa angeboten wird.

subaru-wrx-ts-2026-sitze

Abmessungen Subaru WRX tS
Länge 4.670 mm
Breite ohne Außenspiegel 1.825 mm
Höhe 1.465 mm
Radstand 2.675 mm
Leergewicht 1.556 kg
Kofferraumvolumen 354 l

Der neue WRX STI kommt nur Häppchenweise

Doch wollen wir an dieser Stelle gar nicht so politisch werden. Der Subaru WRX trägt schließlich einen großen Namen. Sein schärferer Vorgänger, der WRX STI, wurde bei uns letztmals 2018 (!) offiziell angeboten und ist längst ein gemütserhellendes Stück Automobilgeschichte. Viele kennen ihn aus Videospielen, in denen er sich mit dem Mitsubishi Lancer Evo ewige Duelle lieferte.

Einen direkten Nachfolger des damaligen STI gibt es für den Weltmarkt bislang nicht, auch wenn Subaru in Japan inzwischen den limitierten WRX STI Sport♯ (ja, das mit der Raute gehört so) mit Handschaltung vorgestellt hat. Für die USA folgt im Sommer 2027 außerdem der auf 350 Exemplare limitierte WRX GD25 mit großem Carbon-Heckgeflügel und goldenen Rädern. Die XXL-Frittentheke und auffällig lackierten Felgen waren schließlich die Markenzeichen des Sportablegers.

subaru-wrx-ts-2026-cockpit

Was bekommt man für 60.900 CHF?

Aber zurück zum Subaru WRX tS und der Frage, ob europäische Kunden etwas verpassen, oder vielleicht auch nicht. Denn wir müssen ehrlich sein: In den Staaten kostet das gleichermaßen 275 PS starke Basismodell des WRX vor lokalen Steuern und Überführung nur knapp 33.000 USD. Das sind etwa 27.300 CHF oder knapp 29.000 Euro, jeweils vor Steuern. Man kann also bereits am Grundpreis herleiten, dass es möglicherweise den einen oder anderen Haken bei diesem Auto geben könnte.

Dass der WRX in seiner nordamerikanischen Heimat ein vergleichsweise erschwingliches Auto sein soll, merkt man ihm besonders im Innenraum an. Als typisch für ein Fahrzeug, das vor allem für den US-Markt bestimmt ist, würden wir das Interieur wohl am ehesten beschreiben. Da ist der Kunststoff etwas dünnwandiger, die Türtafeln geben unter Zug und Druck nach, der Teppich ist um die Sitzgestelle etwas hemdsärmelig verlegt. Aber wie das bei japanischen und amerikanischen Autos eben manchmal so ist: Irgendwie geht das schon, irgendwie ist das sogar sympathisch.

subaru-wrx-ts-2026-motor

Technische Daten Subaru WRX tS
Hubraum / Zylinder 2.387 cm³ / 4
Leistung 202 kW / 275 PS
Drehmoment 350 Nm
Getriebe Sechsgang-Handschaltung
0–100 km/h 6,0 s
Höchstgeschwindigkeit 235 km/h
Normverbrauch 9,0 l/100 km
Tankinhalt 63 l

So fährt sich der 275 PS starke Subaru WRX tS

Wie viel vom einstigen Rallye-Spirit noch im WRX tS steckt, zeigt sich am besten, wenn man in den seitenhaltstarken und bequemen Recaro-Sitzen Platz genommen hat. Und tatsächlich: Im positiven Sinne fährt er sich zunächst wie ein altes Auto. Einsteigen und losfahren ist auch deshalb so simpel, weil uns der Importwagen im Alltag weniger mit Warnungen und ständig neu zu deaktivierenden Assistenzfunktionen beschäftigt. Freilich verfügt auch der Subi über Fahrerassistenzsysteme und kann beim Spurhalten helfen. Die von uns abgeschalteten, im Alltag störenden Funktionen blieben am Testwagen allerdings auch über den Fahrzeugneustart hinweg deaktiviert.

Neben dem althergebrachten Startprozedere gibt es dann auch ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Es lässt sich mit viel Freude bedienen, bietet kurze Schaltwege und rastet knackig ein. So kennt man das von Subaru, so bieten sie das in den USA und Japan weiterhin an. Der 2,4-Liter-Turboboxer hängt sauber am Gas, seine 275 PS und maximal 350 Newtonmeter Drehmoment müssen wir allerdings suchen. Immerhin gefällt sein dumpfer Sportsound. Wie kürzlich der Lotus Emira V6 taugt der WRX tS daher nicht unbedingt für gehetzte Autobahnpassagen, wohl aber für lustvolle Etappen über kurvenreiche Land- und Berstraßen. Dazu trägt auch das von STi abgestimmte Adaptivfahrwerk und die gut dosierbare Brembo-Bremsanlage bei.

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Der WRX tS bleibt ein waschechter Kurvenräuber

Der gewohnt tiefe Schwerpunkt, der symmetrisch aufgebaute Allradantrieb und das Kurvenverhalten erinnern uns deutlich an den WRX STI, den wir 2021 noch einmal in der Final Edition bewegen durften. Kurven auf Messers Schneide durchfahren: Dafür ist der Subaru gemacht - und natürlich für den Winter in den Alpen. Dass das enormen Spaß macht, können wir uns an dieser Stelle ganz gut vorstellen.

Diesen muss man am Ende vor allem an der Tankstelle bezahlen. Gute elf Liter auf 100 Kilometer zeigte der Bordcomputer im Testwagen über die letzten 1.000 Kilometer an. Weniger geht im Land von Heidi und der immerwährenden Neutralität aber sicherlich auch.

subaru-wrx-ts-2026-seite-heck

Fazit

Der Subaru WRX war schon immer etwas für Enthusiasten und daran ändert auch der WRX tS des Modelljahres 2026 nichts. Sein Design erinnert an ein Matchboxauto, die Verarbeitung im Innenraum ist stellenweise einfach, aber Herz und Seele hat er reichlich. Motor, Schaltung und Fahrwerk bilden ein stimmiges Ganzes, dessen unkomplizierte Art heute selten geworden ist. In der Schweiz konkurriert er preislich vor allem mit VW Golf R und Audi S3. Beim Charakter spielt er dagegen in seiner eigenen Liga. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)

Wir bedanken uns bei den Schweizer Kollegen von radicalmag.com für die Leihgabe.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Subaru WRX tS 2026

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat fährt er eine Mercedes-Benz S-Klasse S 450 4Matic W221.

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