Škoda Epiq (2026) im Test: Klein, praktisch, elektrisch

Das Wichtigste zuerst
Der auf der neuen Elektroplattform MEB+ basierende Škoda Epiq ist mit 4,17 Metern Länge der kleinste Elektro-SUV der Marke und bietet dennoch gute Platzverhältnisse im Innenraum sowie einen 475 Liter großen Kofferraum. Drei Leistungsstufen von 85 kW (116 PS) bis 155 kW (211 PS) und zwei Batteriegrößen mit 38,5 und 55 kWh ermöglichen bis zu 441 Kilometer WLTP-Reichweite. Für den zunächst günstig erscheinenden Basispreis von 25.900 Euro in Deutschland und 26.880 Euro in Österreich erhält man jedoch in Bezug auf Motorisierung, Akku und Ausstattung auch wirklich nur die Basis. Richtig attraktiv wird der Škoda Epiq erst ab 35.000 Euro.
Stärken, Schwächen, Alternativen
Was uns gefällt
Die neue Škoda-Designsprache.
Was wir vermissen
Schnelleres Laden bei einem derart modernen Auto.
Ideal, wenn …
... man auf knapp 4,20 Metern viel Platz und Alltagsnutzen sucht.
Die Alternativen
Kia EV2, Renault 4 E-Tech Electric, VW ID.Cross, VW ID. Polo
Stärken
- Hoher Praxisnutzen
- Ausgewogenes Fahrverhalten
- Niedriger Verbrauch
Schwächen
- Spartanische Grundausstattung
- Niedrige DC-Ladeleistung
- Veralteter Tempomathebel
Die neue Škoda-Designsprache
Beim Škoda Epiq ist die neue Designsprache „Modern Solid“ erstmals vollständig umgesetzt. Das Erscheinungsbild setzt auf reduziertes Design mit klaren Linien, die den kleinen Stromer sehr modern und zeitgemäß wirken lassen. Wie auch bei künftigen SUV der Marke ist die markante Front an T-förmigen Scheinwerfern und dem schwarzen Grill erkennbar. Auch die Rückleuchten verfügen über die charakteristische T-förmige Signatur. Der hintere Stoßfänger orientiert sich optisch an den vertikalen Lufteinlässen an der Front, wodurch alles wie aus einem Guss wirkt.
Zum Marktstart ist der Škoda Epiq in drei unterschiedlichen Varianten mit Frontantrieb erhältlich. Los geht es beim Epiq 35 mit der kleineren 38,5-kWh-LFP-Batterie (37 kWh netto) und einer Leistung von 85 kW (116 PS). Darauf folgt der Epiq 40 mit der gleichen Batterie, jedoch einer etwas höheren Leistung von 99 kW (135 PS). Das getestete Topmodell Epiq 55 ist mit einer 55-kWh-NMC-Batterie (52 kWh netto) ausgestattet und verfügt über eine Leistung von 155 kW (211 PS). Der preisgünstige Epiq 35 wird ausschließlich mit der Ausstattung „Essence“ angeboten. Für die beiden anderen Modelle gibt es zusätzlich „Selection“ und zu Beginn für den Epiq 55 eine First Edition mit erweiterter Ausstattung, markanten Farbakzenten und exklusiven 20-Zoll-Rädern.
Škoda Epiq bietet Ausgewogenheit in jeder Hinsicht
Die Top-Version Škoda Epiq 55 zeigt sich mit einer Leistung von 155 kW (211 PS) kräftig motorisiert. Sowohl die Beschleunigung von null auf 100 km/h in 7,1 Sekunden als auch der Durchzug erweisen sich als spritzig und sehr praxistauglich. Das macht richtig Spaß. Beim zu ambitionierten Herausbeschleunigen aus der Kurve kann da schon mal der Vorderradantrieb an seine Grenzen geraten und die Antriebskräfte spürbar an der Lenkung zerren. Von Epiq 35 und 40 sind leistungsbedingt etwas weniger dynamische Fahrleistungen zu erwarten.
Das Fahrwerk ist sehr ausgewogen, bietet guten Federungskomfort, ohne dabei schwammig zu wirken. Die Lenkung ist angenehm direkt und vermittelt ein gutes Feedback von der Straße. Aufgrund der gelungenen Gesamtabstimmung haben wir bei unserer Testfahrt nie das Gefühl, in einem Kleinwagen zu sitzen. Neben den unterschiedlichen Einstellungen für die Rekuperation inklusive einer Automatikstufe ist in der Fahrstufe B auch echtes One-Pedal-Driving möglich. Bei vorausschauendem Fahrstil sind kaum manuelle Bremseingriffe erforderlich, was das entspannte Fahrgefühl im Škoda Epiq weiter verstärkt.
Die Fahrassistenten sind angenehm zurückhaltend ausgelegt. Weil uns kein nerviges Gepiepse oder Aufleuchten auffällt, fragen wir uns nach einiger Zeit, ob diese überhaupt aktiviert sind. Sind sie den gesetzlichen Vorgaben folgend natürlich und melden sich im Ernstfall auch. Sollte das jemanden immer noch stören, können sie nach kurzem Wischen am zentralen Bildschirm einzeln deaktiviert werden. Alles in allem ist das Thema sehr gut gelöst.
Funktionaler und zugleich moderner Innenraum
Der Innenraum des Škoda Epiq hat eine sehr erfrischende Wirkung. Dies kommt vor allem mit der optionalen Designvariante „Loft Mint“ zur Geltung, bei der ein Mix aus Mint und Schwarz für farbliche Akzente sorgt. Gemeinsam mit unterschiedlichen Oberflächentexturen, dem weich gepolsterten Armaturenbrett und den Rahmen der Luftdüsen in mattem Chrom wirkt das richtig wertig und gar nicht nach Kleinwagen. Bei diesem stimmigen Gesamtbild sind wir ein wenig überrascht, dass trotz der Ausstattung „Selection“ Fahrer- und Beifahrersitz manuell zu verstellen sind.
Zentrales Element der Lenkradbedienung sind zwei Walzen mit Drückfunktion, die mit ihrer metallischen Oberflächenbeschaffenheit sehr hochwertig anmuten. Auch die daneben angebrachten Tasten verfügen über einen angenehmen Druckpunkt. Lediglich der schwer einsehbare Lenkstockschalter links unten zur Einstellung des Tempomaten wirkt ein wenig wie ein Relikt aus alten Zeiten und passt nicht zum ansonsten sehr modernen Design der Bedienelemente. Hinter dem Lenkrad informiert ein kleines 5,3-Zoll-Fahrerdisplay, das unauffällig ins Armaturenbrett integriert ist, über alle wichtigen Fahrparameter. Unter dem zentralen 13-Zoll-Touchscreen befindet sich eine Leiste mit Tasten für die wichtigsten Funktionen.
Die Ablagen im Fahrzeug sind sehr praktisch gestaltet. Dank zahlreicher Zubehörteile aus dem 3D-Drucker kann der Stauraum individuell angepasst werden. Zahlreiche Simply Clever-Features wie ein Regenschirm in der Türverkleidung oder ein Eiskratzer in der Heckklappe machen das Leben mit dem Škoda Epiq noch einfacher. Der Radstand von 2,60 Metern ermöglicht auch auf der Rückbank sehr angenehme Platzverhältnisse inklusive ausreichend Kopf- und Beinfreiheit.
Der Kofferraum ist mit 475 Litern sehr geräumig und verfügt über ein zusätzliches großes Fach unter dem Boden. Bei umgeklappter Rückbank werden es 1.345 Liter Ladevolumen. Wirklich gute Werte für ein 4,17 Meter langes Auto. Zusätzlich bietet der 25-Liter-Frunk einen alternativen Platz für das Ladekabel und andere Kleinigkeiten. Und sollte etwas an den Haken genommen werden, darf der Škoda Epiq 55 einen gebremsten Anhänger mit bis zu 1.200 Kilogramm Gewicht ziehen. Natürlich ist auch bidirektionales Laden mit an Bord. Mit Hilfe eines V2L-Adapters (Vehicle-to-Load) lässt sich die Antriebsbatterie als 230-Volt-Stromquelle nutzen, um externe Geräte wie zum Beispiel eine Kaffeemaschine mit Strom zu versorgen oder ein E-Bike zu laden. Mit V2H (Vehicle-to-Home) kann auch Strom in das eigene Hausnetz eingespeist werden.
Zurückhaltend bei Verbrauch und Ladeleistung
Bei der ersten Testfahrt vom Münchner Flughafen bis ins tirolerische Seefeld genehmigt sich der Škoda Epiq 55 im Schnitt 15 kWh pro 100 Kilometern. In Anbetracht dessen, dass auf dieser Strecke eine Höhendifferenz von 850 Metern zu überwinden ist, ist das ein sehr guter Wert, der in der Praxis ohne längere Autobahnfahrten den WLTP-Wert von 13,7 kWh auf 100 Kilometern bei Temperaturen um 20 Grad durchaus realistisch erscheinen lässt. Damit ist mit dem 52-kWh-Akku eine Reichweite von 380 Kilometern möglich.
E-Kleinwagentypisch steht eine vergleichsweise geringe Ladeleistung zur Verfügung. Beim getesteten Škoda Epiq 55 sind es immerhin bis zu 105 kW. Damit soll der DC-Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent SoC in brauchbaren 24 Minuten erledigt sein. Beim Einstiegsmodell Epiq 35 beträgt die maximale Ladeleistung dagegen gerade einmal 50 kW. Damit dauert es sogar beim kleineren 37-kWh-Akku 33 Minuten, bis er von zehn auf 80 Prozent geladen ist. Das finden wir ehrlich gesagt nicht mehr ganz zeitgemäß. AC-Laden an einer Wallbox von null auf 100 Prozent ist mit 11 kW in vier bzw. fünfeinhalb Stunden erledigt.
Erstes Fazit
Für einen kleinen SUV ist der Škoda Epiq ein sehr erwachsenes Auto. Beim getesteten Epiq 55 kommt weder im Innenraum noch beim Fahrverhalten Kleinwagen-Feeling auf. Auch das neue Außendesign wirkt äußerst gelungen. Etwas schade ist nur, dass vom ursprünglich angekündigten 25.000-Euro-Elektroauto wenig übriggeblieben ist. Beim Basismodell müsste man in Bezug auf Ausstattung, Fahrleistungen und Reichweite sehr große Abstriche machen, die bei Kaufinteressenten vermutlich auf wenig Gegenliebe stoßen werden. (Text: Armin Hoyer | Bilder: Hersteller)
FAQ: Häufige gestellte Fragen zum Skoda Epiq
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