Seat Ibiza Reference Edition (2026) im Test: Reduktion bedeutet nicht gleichzeitig Verzicht

Der Seat Ibiza Reference Edition (2026) auf einen Blick
Was uns gefällt
Die behutsame Weiterentwicklung des Klassikers.
Was wir vermissen
Einen etwas temperamentvolleren Antrieb.
Ideal wenn …
… man viel Auto für wenig Geld möchte.
Die Alternativen
Dacia Sandero, Renault Clio, Suzuki Swift
Stärken
- Modernes, zeitloses Design
- Geringer Verbrauch
- Gutes Preis-/Leistungsverhältnis
Schwächen
- Geringe Motorleistung
- Infotainment mit wenig Funktionen
- Hohe Ladekante
Kleine Retuschen an der äußeren Hülle
Das zweite Facelift der seit 2017 am Markt befindlichen fünften Generation des Seat Ibiza bringt außen einige kleine Veränderungen, die den Auftritt insgesamt moderner wirken lassen. Dazu zählen die schlankeren Voll-LED-Scheinwerfer, ein neu gestalteter Kühlergrill sowie überarbeitete Stoßfänger. Zudem stehen beim meistverkauften Modell der Marke neue Farben und Leichtmetallfelgen zur Auswahl.
Der Seat Ibiza wird in einer Vielzahl von Modellvarianten angeboten. Los geht es bei der getesteten Version „Reference Edition“ mit 1,0-Liter-Dreizylinder-Saugmotor, 80 PS und Fünfgang-Handschaltung. Am oberen Ende der Preisskala befindet sich der „FR“ mit 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbomotor, 150 PS und Doppelkupplungsgetriebe. Insgesamt stehen vier Leistungsstufen, 95 und 115 PS kommen noch dazu, und sechs Ausstattungsvarianten am Programm.
Bildergalerie: Seat Ibiza Reference Edition (2026)

Basismotorisierung erfordert Geduld
Aus dem Stand beschleunigt wirkt der Seat Ibiza Reference Edition mit dem 1,0-Liter-Dreizylinder etwas schwerfällig. Ab einer Drehzahl von etwa 3.500 U/min erwacht der kleine Saugmotor mit seinen 59 kW (80 PS) und 93 Nm Drehmoment und zieht dann wesentlich motivierter an. Trotzdem vergehen lange 15,3 Sekunden, bis Tempo 100 erreicht ist. Mit der Ibiza-Topmotorisierung lässt sich diese Zeit nahezu halbieren. Sobald der 4,07 Meter lange und 1,13 Tonnen schwere Kleinwagen jedoch in Schwung ist, macht die Motorisierung in Verbindung mit der leichtgängigen Schaltung durchaus gute Laune. Auch beim Blick auf den Verbrauch, der sich im Test bei sparsamen 4,9 Litern auf 100 Kilometern einpendelt und 750 Kilometer Reichweite ermöglicht.
Das straff abgestimmte Fahrwerk erlaubt flotte Kurvenfahrten und bietet guten Komfort – lediglich mit kurzen Schlägen kommt der Spanier nicht so gut zurecht. Auch auf der Autobahn lässt es sich mit dem Seat Ibiza Reference Edition gut leben. Bei Tempo 130 und 4.000 U/min im fünften Gang dringen weder vom Motor noch vom Wind unangenehme Geräusche in den Innenraum. Somit steht auch einer längeren, entspannten Fahrt nichts im Wege. Auf der deutschen Autobahn lässt sich zwischendurch auch Tempo 150 gut fahren – Schluss ist bei der Höchstgeschwindigkeit von 172 km/h.
Innenraum mit peppigen Farbakzenten
Im weitgehend grau-schwarz gehaltenen Innenraum finden sich einige erfrischende Farbakzente, die für einen modernen Look sorgen. So befindet sich im Armaturenbrett über die gesamte Breite eine weiße Einlage, die im Gegensatz zum ansonsten dominierenden Hartplastik mit einer soften Oberfläche aufwartet. Ein weiterer Blickfang sind die in Honiggelb gehaltenen Einfassungen der Lüftungsauslässe. Die einfachen, mit Stoff bezogenen Sitze bieten ausreichend Komfort und Seitenhalt.
Bereits die getestete Basisversion ist mit einem volldigitalen Cockpit ausgestattet. Mit dabei ist ein 8-Zoll-Fahrerdisplay, das mehrere Ansichten bietet. Die Funktionen im zentralen 8,25-Zoll-Touchscreen beschränken sich im Wesentlichen auf die Steuerung des Radios und Telefons. Erst nach dem Verbinden eines Smartphones steht über Apple CarPlay oder Android Auto ein Navigationssystem zur Verfügung. In den beiden höheren Ausstattungsvarianten „Style“ und „FR“ ist optional ein 9,2-Zoll-Display mit integriertem Navi verfügbar.
Die Bedienung der Klimaanlage erfolgt über klassische Drehregler. Im Falle des Testfahrzeugs ist diese manuell einzustellen. Eine automatische Klimatisierung mit individueller Steuerung für Fahrer und Beifahrer gibt es erst mit den höheren Ausstattungen. Das gilt auch für die induktive Lademöglichkeit des Smartphones in der Mittelkonsole. Zwei USB-C-Anschlüsse sind aber in jedem Fall vorhanden. Mit einem Radstand von 2,56 Metern bietet der Seat Ibiza auch auf der Rückbank gute Platzverhältnisse, die für drei Erwachsene ausreichen.
Die Größe der Ablagemöglichkeiten entspricht Kleinwagen-Niveau. Neben den Türablagen, dem Handschuhfach und den beiden Getränkehaltern in der Mittelkonsole befindet sich unter der Mittelarmlehne noch ein kleines Fach. Das Kofferraumvolumen liegt mit 355 Litern im Klassenschnitt. Der Boden liegt weit unten, daher muss man beim Beladen eine relativ hohe Ladekante überwinden. Unter dem Kofferraumboden wäre Platz für ein Ersatzrad, im Fall des Testfahrzeugs ist ein Reifenreparaturset mit dabei.
Fazit 8,1/10
Der Seat Ibiza wurde mit dem aktuellen Facelift behutsam weiterentwickelt und sein Look insgesamt modernisiert. Die getestete Variante „Reference Edition“ startet in Österreich bereits ab 17.490 Euro. Sie ist genau das Richtige für all jene, die einen praktischen, sparsamen und kostengünstigen Kleinwagen möchten, der alles Wesentliche bietet. Die einzige Zusatzausstattung, die wir unbedingt empfehlen, ist das Österreich-Paket um 880 Euro. Nur damit ist es möglich, das Smartphone mit dem Ibiza zu verbinden und ein Navi mit an Bord zu haben. Sitzheizung vorne, ein höhenverstellbarer Beifahrersitz, die Mittelarmlehne und eine geteilt umklappbare Rücksitzbank sind weitere Komfort-Features des Pakets, die man sich schon gönnen sollte. Wer das Top-Modell „FR“ fahren möchte, kann auch über 30.000 Euro für einen Seat Ibiza ausgeben. (Text und Bild: Armin Hoyer)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
Alle Artikel
Alle ansehenSeat Leon Sportstourer TDI im Test: Bist du groß geworden!
Der neue Seat Leon Sportstourer wirbt mit viel Platz im Innenraum und moderner Technik um Kunden, die auch auf Octavia und Co. schielen. Dazu gehören auch Langstreckenfahrer. Nicht nur für sie haben wir uns den spanischen Kombi mit 150 PS starkem Dieselmotor genauer angesehen.

Test Seat Leon FR 1.5 eTSI: Gelungene Neuauflage
Als vierter Kompakter nach VW Golf, Skoda Octavia und Audi A3 Sportback rollt jetzt der neue Seat Leon an den Start. Im Alltagstest beweist der Leon FR als 1.5 eTSI Mild-Hybrid, dass er mehr bietet als nur eine neue Verpackung.

Seat Arona: Kaufberatung für den spanischen Crossover
Kleine SUV, die gerne auch unter der Bezeichnung CUV vermarktet werden, sind aktuell einer der stärksten Treiber des hochbeinigen Auto-Trends. Seit etwas über einem Jahr wirbt der Seat Arona um die Gunst der Kunden und lockt mit einem günstigen Preis, sportlichen Akzenten und Erdgasantrieb.

