Mini Cooper S JCW im Test: Maxi-Fahrspaß für den Alltag

Der fünftürige Mini Cooper S mit John Cooper Works Trim leistet 204 PS, bietet spürbar mehr Platz als der Dreitürer und fährt auf der Landstraße erstaunlich erwachsen. Im Test überzeugt der kleine Brite mit Charme und Tempo. Einige Details werden seinem Premiumanspruch allerdings nicht ganz gerecht.

Das Wichtigste zuerst

AutoScout24-Bewertung: 8,3 von 10 Punkten.

Der Mini Cooper S 5-Türer mit John Cooper Works Trim ist kein "echter" John Cooper Works, sondern in erster Linie ein Mini mit sichtbarem Sportpaket. Dank seiner 204 PS fährt er dennoch schnell; sein Interieur wirkt charmant und bietet dank der zusätzlichen Türen deutlich mehr Alltagstauglichkeit als der Dreitürer. Seine Schwächen: eine für seine Größe eher mäßige Wendigkeit und ein Preis, der Kleinwagendimensionen sprengt.


Stärken, Schwächen, Alternativen

Was uns gefällt

Die wirkungsvollen und gleichzeitig unaufgeregt wirkenden 204 PS des Cooper S.

Was wir vermissen

Ein echtes Head-up-Display ohne Scheibchen.

Ideal, wenn …

… man einen kompakten, schnellen und charmanten Fünftürer für nah und fern sucht.

Die Alternativen ...

... mit Benzinmotor sterben aus. Elektrisch kommen Mini Cooper SE, Alpine A290 und VW ID. Polo GTI ins Spiel.


Stärken

  • Kräftiger 204-PS-Motor
  • Wertiger Innenraum
  • Gute Bedienbarkeit

Schwächen

  • Mit JCW-Trim schnell teuer
  • Überraschend großer Wendekreis
  • Wenig Ablageflächen und Haken

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Größer geworden, aber noch kein Raumwunder

Nein, um die erste Verwirrung gleich wieder zu zerstreuen: Bei diesem Mini Cooper S handelt es sich nicht um einen 231 PS starken John Cooper Works, sondern lediglich um den 204 PS leistenden Cooper S 5-Türer mit „John Cooper Works Trim“ (JCW). Quasi das M-Sportpaket für den kleinen Briten, der dem ursprünglichen Ansinnen eines Mini deutlich näher kommt als etwa der aufgeblasene Countryman, der technisch eigentlich ein BMW X1 ist.

Auch der klassische Mini ist spätestens seit der Generation F5X ab 2014 deutlich gewachsen. Die seit 2024 angebotene vierte Generation F6X übernimmt deren Abmessungen und misst als 5-Türer nun 4,04 Meter - immerhin 16 Zentimeter mehr als der 3-Türer. Das Wachstum zeigt sich auch beim Wendekreis: Der Testwagen im JCW-Trim benötigt 11,4 Meter, ein Golf 8 kommt laut Datenblatt mit etwa 11,1 Metern aus. Der 2,57 Meter lange Radstand bringt dafür spürbar mehr Ruhe ins Auto.

Das (Adaptive-)Fahrwerk steckt selbst gröbere Straßenschäden souverän weg, ohne dass anschließend gleich ein Chiropraktiker aufgesucht werden müsste. Zudem ist der aktuelle Mini erstaunlich gut gegen Wind-, Abroll- und sonstige Alltagsgeräusche gedämmt.

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Go-Kart-Feeling? Die Prioritäten liegen woanders

Aber gibt es jetzt überhaupt noch das viel zitierte Go-Kart-Feeling? Lassen wir diesen Spruch besser den Marketingleuten. Wir fühlen uns im Cockpit zwar nicht unwohl, aber auch nicht derart auf den Boden der Tatsachen gesetzt, dass wir meinen, gleich mit Mario und Luigi um die Wette fahren zu müssen. Das Lenkrad spielt im Inneren des Mini dagegen eine Hauptrolle. Da ist es dann wurscht, ob mit JCW-Trim oder nicht: Es ist schlicht knüppeldick. Ehrlicherweise mögen wir dieses etwas wuchtige Volant in dem weiterhin eher zierlichen Auto. Dazu passen die tiefe Sitzposition und das charmante Innendesign.

Das runde Zentraldisplay mit BMW-Bedienart, die Kippschalter und echte Tasten am Lenkrad sind eine eigenwillige, aber gelungene Mischung. Das kleine Head-up-Display-Scheibchen ist dagegen ein Armutszeugnis bei einem Premium-Kleinwagen für deutlich über 40.000 Euro. Shortcuts erlauben derweil das Ausschalten der nervigen EU-Tempo- und Spurhaltewarner, verschiedene Moods sollen das Leben an Bord noch individueller machen. Das geht so weit, dass auch das mit Recyclingstoff bezogene Armaturenbrett die Hauptfarben des als Hintergrund eingestellten Lieblingsbilds übernehmen kann. Nett gemeint, aber dann halt auch irgendwie unnötig.

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Fünf Türen machen den Mini deutlich alltagstauglicher

Klappt nur per Mini-App, und das ist schon okay, denn für das gesamte Erlebnis wird empfohlen, sich das eigene Auto aufs Smartphone zu holen. Überflüssig zu erwähnen, dass es daneben auch Apple CarPlay und Android Auto gibt - wir tun es trotzdem. Für Google. Der Mini soll über den Personal Assistant außerdem wiederkehrende Strecken erkennen und dazulernen. Das Thema Routinen (wann und wie weit etwa das Fenster abgesenkt wird, weil ich ein Parkticket einschieben muss) scheint im Entwicklungsprozess solch eines Autos viel Raum einzunehmen.

Für uns viel wichtiger: Selbst hinten können Erwachsene sitzen. Also nicht die ganz Großen und bitte auch nicht zu dritt. Der Kofferraum reicht mit 275 Litern gerade so für den Wocheneinkauf, ist aber sonst leider erschreckend simpel ausstaffiert. Taschenhalter wären uns dann doch lieber als eine Routinen-Erkennung. Immerhin sei erwähnt: Der 5-Türer erleichtert den Alltag, besonders mit Kindern, ungemein. Kein Verrenken, kein Strecken - einfach einsteigen und anschnallen.

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204 PS sorgen für gute Laune - besonders auf der Landstraße

Motorseitig waren wir unabhängig vom Testwagen vor einiger Zeit mit einem Mini Cooper C und nur 156 PS unterwegs - reicht auch! Aber freilich: Der 204 PS starke Vierzylinder-Benziner spurtet deutlich spontaner vorwärts. Nach 6,8 Sekunden fallen aus dem Stand die 100 km/h, bei Tempo 242 rasselt der Kleinwagen in den Begrenzer und hat bis dahin so manchen 3er-Fahrer kräftig deklassiert.

Wie eingangs erwähnt, ist auch das Fahrwerk eine Wucht. Richtig unerquicklich wird es im Mini Cooper S mit JCW Trim eigentlich nur auf schlechten Straßen innerorts. Sein Lieblingsterrain bleibt dabei klar die kurvenreiche Landstraße. Hier kann er zeigen, was er draufhat. Es harmonieren Lenkung, Motor, Getriebe und Fahrwerk vor allem in der Sportstellung hervorragend. In der Standardeinstellung könnten wir einzig dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe vorwerfen, bei den Fahrstufenwechseln etwas lethargisch zu agieren.

Verbrauchstechnisch hat man es, wie so oft, selbst im Gasfuß: Vom Kleinwagen- bis zum Limousinenverbrauch ist alles möglich. Im Mittel pendelte sich der Mini Cooper S mit JCW Trim während unserer knapp zwei Testwochen (laut Bordcomputer) bei 7,9 Litern auf 100 Kilometer ein. Mit dem 44-Liter-Tank sind so rund 550 Kilometer Reichweite drin.

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Fazit

Der Mini Cooper S 5-Türer mit John Cooper Works Trim ist ein sportlicher Kleinwagen, der aus seiner Leistung und seinen Handlingqualitäten kein allzu großes Aufsehen macht. Klar, optisch gibt er sich sportlicher als die Basis, insgesamt bleibt der Auftritt aber angenehm dezent. Der Innenraum ist charmant und wertig gestaltet, an die Mini-typischen Eigenheiten gewöhnt man sich schnell. Nicht so an den Preis, der ohne Weiteres die Marke von 40.000 Euro knacken kann. Zudem gehört der Mini trotz kompakter Abmessungen weder zu den wendigsten noch zu den sparsamsten Vertretern seiner Klasse. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
8,3
Design
8,5
Bedienbarkeit
8,5
Komfort
8,0
Alltagstauglichkeit
9,0
Fahreigenschaften
8,5
Antrieb
8,5
Effizienz
7,5
Preis-Leistungs-Verhältnis
7,5
Ausstattung
8,0
Sicherheit
8,5

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat fährt er eine Mercedes-Benz S-Klasse S 450 4Matic W221.

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