Mercedes-Benz CLA 200 4Matic (2026) im Test: Hybrid mit Eigenheiten

Der Mercedes-Benz CLA 200 4Matic (2026) auf einen Blick:
Was uns gefällt
Neueste Technologie klassisch verpackt.
Was wir vermissen
Mehr haptische Schalter und Tasten.
Ideal, wenn ...
… man den neuen CLA als Verbrenner fahren möchte.
Die Alternativen
BMW 2er/4er Gran Coupé, Audi A3, Peugeot 408.
Stärken
- Zeitloses Design
- Geringer Verbrauch
- Souveränes Fahrverhalten
Schwächen
- Verzögertes Ansprechverhalten
- Vieles nur mittels Display einstellbar
- Begrenztes Kofferraumvolumen
Außen behutsam weiterentwickelt
Von der äußeren Erscheinung her bleibt sich der neue Mercedes-Benz CLA treu. Der größte Unterschied gegenüber seinem Vorgänger sind die durchgehenden LED-Leuchtenbänder an Front und Heck. In den Scheinwerfern und Rückleuchten ist der Mercedes-Stern Bestandteil der neuen Lichtsignatur geworden. Unverändert sind hingegen der lange Radstand, die kurzen Überhänge und die flache Coupé-Silhouette geblieben. Sie lassen den CLA satt und tief auf der Straße wirken.
Als Ergänzung zum neuen rein elektrisch angetriebenen CLA mit EQ-Technologie wird die Mild-Hybrid-Version in drei Leistungsstufen von 115 bis 155 kW angeboten. Für die beiden stärkeren Varianten ist sowohl Heck- als auch Allradantrieb verfügbar. Beim Testfahrzeug Mercedes-Benz CLA 200 4Matic handelt es sich um die mittlere Leistungsstufe mit Allradantrieb und einer Systemleistung von 135 kW (184 PS).
Mild-Hybrid-Antrieb mit erweiterten Fähigkeiten
Herzstück des neuen 48-Volt-Hybrid-Antriebsstrangs im Mercedes-Benz CLA 200 4Matic ist ein in Kooperation mit Geely in China produzierter 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbomotor mit einer Leistung von 120 kW (163 PS). Unterstützt wird dieser von einem Elektromotor mit 22 kW (30 PS), der samt Wechselrichter in ein neues Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe integriert ist. Die verbaute Lithium-Ionen-Batterie verfügt über eine nutzbare Kapazität von bis zu 1,3 kWh.
Im Gegensatz zu bisherigen Mild-Hybrid-Systemen kann der Mercedes-Benz CLA 200 4Matic kurze Strecken, bei denen weniger als 20 kW Leistung benötigt werden, auch rein elektrisch zurücklegen. Zur Abtrennung des Verbrenners wird dafür eine zusätzliche Kupplung benötigt. Elektrisches Segeln ist im Test laut Tacho bis zu einer Geschwindigkeit von 112 km/h möglich. Als weitere Besonderheit des Systems können in allen acht Gängen bis zu 25 kW Energie zur Speisung der Batterie rekuperiert werden.
Ansprechverhalten gewöhnungsbedürftig
Das Fahrwerk des Mercedes-Benz CLA 200 4Matic meistert in Kombination mit dem Allradantrieb jede Fahrsituation äußerst souverän. Dank des über den gesamten Drehzahlbereich unterstützenden Elektromotors schiebt der Antrieb bereits aus niedrigen Drehzahlen kräftig an. Die Schaltvorgänge gehen aufgrund des erstklassigen Doppelkupplungsgetriebes butterweich vonstatten. Auch manuelles Schalten ist möglich. Aufgrund des Fehlens der gewohnten Schaltwippen hinter dem Lenkrad müssen die Gänge durch Ziehen und Drücken des rechten Lenkstockschalters gewechselt werden. Der unnatürliche Bewegungsablauf lädt nicht gerade zur Nutzung ein.
Der Möglichkeit, kurze Strecken rein elektrisch fahren zu können, steht ein Nachteil gegenüber: Bei spontanem Leistungsabruf kommt es zu einer kurzen Verzögerung beim Beschleunigen. Im Test fällt das besonders dann auf, wenn während rein elektrischen Fahrens durch kräftiges Betätigen des Gaspedals ein Überholmanöver eingeleitet wird. Der Verbrenner dreht zwar sofort hoch, im ersten Moment treibt aber nur der Elektromotor den CLA an. Der Benziner steuert erst nach kurzer Reaktionszeit Leistung bei, sobald die Kupplung den Kraftschluss hergestellt hat.
Bildschirm, soweit das Auge reicht
Beim Einsteigen in den Mercedes-Benz CLA 200 4Matic nehmen wir auf straff gepolsterten Sportsitzen Platz, die mit angenehmem Microfaservlies bezogen sind. Rote Kontrastnähte ziehen sich durch den hochwertigen Innenraum und unterstreichen damit die sportliche Note. Sofort fällt der sogenannte MBUX Superscreen auf, der sich hinter einer großen Glasfläche über das gesamte Armaturenbrett erstreckt. Er besteht aus einem 10,25-Zoll-Fahrerdisplay sowie zwei 14 Zoll großen Bildschirmen – einer davon für den Beifahrer.
Die Türverkleidungen überzeugen mit ihrem neuen Design zwar optisch, haben jedoch gegenüber dem Vorgänger an Praxistauglichkeit verloren. So können Sitzheizung, Memory-Funktion und Kofferraumklappe ausschließlich über das Display gesteuert werden. Für die Fensterheber sind nur noch zwei Tasten vorgesehen, zwischen vorne und hinten muss umgeschaltet werden. Etwas praktischer ist jetzt die Bedienung am Lenkrad: Neben den kapazitiven Schaltfeldern gibt es auch wieder eine klassische Wippe und eine Walze.
Sprachassistent lädt zum Plaudern ein
Im neuen Mercedes-Benz CLA kommt erstmals das unternehmenseigene Betriebssystem MB.OS zum Einsatz. In Verbindung mit den eingesetzten Hochleistungscomputern ergeben sich technologisch vollkommen neue Möglichkeiten. Die mittlerweile vierte Generation des MBUX Infotainmentsystems ermöglicht über die drei Bildschirme eine sehr intuitive Steuerung sämtlicher Funktionen. Erstmals ist in einem Fahrzeug gleichzeitig künstliche Intelligenz von Microsoft und Google integriert.
Im Test haben sich die Fähigkeiten des neuen Systems vor allem in der Interaktion mit dem weiterentwickelten Sprachassistenten gezeigt. So konnten wir komplexe Dialoge darüber führen, welche gastronomischen Angebote und kulturellen Veranstaltungen wir in unserer Umgebung nutzen können. Dank Google Gemini gibt der sogenannte Virtual Assistant auf Datenbasis von Google Maps Auskünfte darüber, wie ein Restaurant bewertet ist und welche Spezialitäten dort angeboten werden. Auch Fragen zu Konzerten werden bereitwillig beantwortet und Musikrichtungen ohne Aufforderung erklärt. Insgesamt entsteht so ein deutlich erweitertes Nutzererlebnis.
Das Platzangebot fällt im gesamten Innenraum großzügig aus, mit kleinen Abstrichen bei der Beinfreiheit im Fond. Zahlreiche Ablagen wie jene unter der hoch positionierten Mittelkonsole bieten guten Alltagsnutzen. Das Kofferraumvolumen liegt mit 405 Litern im Klassendurchschnitt. Durch Umklappen der geteilten Rücksitze kann auch längeres Ladegut wie zum Beispiel Skier gut verstaut werden. Im Gegensatz zum rein elektrisch angetriebenen CLA muss beim Hybrid auf einen Frunk verzichtet werden.
Geringer Verbrauch spricht für neuen Antrieb
Im Test genehmigt sich der Mercedes-Benz CLA 200 4Matic im Schnitt 6,3 Liter/100 km und liegt damit rund einen Liter über dem Normverbrauch. Ein guter Wert für ein knapp 1,8 Tonnen schweres Fahrzeug, der zeigt, dass der neue Hybrid-Antrieb sehr effizient mit Treibstoff umgeht. In der Praxis ergibt sich daraus mit dem 51-Liter-Tank eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern und damit eine hohe Langstreckentauglichkeit.
Fazit 8.4/10
Der neue Mercedes-Benz CLA hat technologisch große Fortschritte gemacht, die jedoch beim neuen Hybrid-Antrieb mit gewissen Nebenwirkungen verbunden sind. Er wurde zur Optimierung des Verbrauchs entwickelt, was durchaus gelungen ist. Gegenüber dem direkten Vorgänger mit herkömmlichem Mild-Hybrid-Antrieb konnte der Normverbrauch um rund 1 Liter/100 km gesenkt werden. Dafür muss man jedoch ein gewöhnungsbedürftiges Ansprechverhalten des Antriebs in Kauf nehmen und hat ein technisch wesentlich aufwändigeres und damit nach Jahren möglicherweise reparaturanfälligeres System mit an Bord. Wenn man das nicht möchte, stehen aus dem Hause Mercedes-Benz in diesem Preissegment der rein elektrisch angetriebene CLA oder die C-Klasse mit ausgereiftem Mild-Hybrid-Antrieb als Alternativen zur Verfügung. (Text und Bild: Armin Hoyer)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
Technische Daten
Tabelle anzeigen
| Modell | Mercedes-Benz CLA 200 4Matic (2026) |
| Motor | 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, Mild-Hybrid |
| Leistung Verbrennungsmotor | 120 kW / 163 PS bei 5.500 U/min |
| Leistung E-Maschine | 22 kW / 30 PS |
| Systemleistung | 135 kW / 184 PS |
| Systemdrehmoment | 330 Nm |
| Getriebe | 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit integrierter E-Maschine |
| Antriebsart | Allradantrieb (4Matic) |
| Verbrauch kombiniert | 6,3 l/100 km (im Test), 5,2 l/100 km (WLTP) |
| CO₂-Emissionen kombiniert (WLTP) | 119 g/km |
| CO₂-Klasse | D |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 7,9 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 228 km/h |
| Abmessungen (L/B/H) | 4,72 m / 1,86 m / 1,45 m |
| Radstand | 2,79 m |
| Wendekreis | 11,2 m |
| Kofferraumvolumen | 405 l |
| Leergewicht | 1.770 kg |
| Tankinhalt | 51 l |
| Grundpreis (AT) | ab 54.800 Euro |
| Testwagenpreis | 71.729 Euro |
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