Test Mazda 6e (2025): Elektrische Eleganz zum fairen Preis

Der Mazda 6e (2025) auf einen Blick
Was uns gefällt
Elegantes Design aus einem Guss
Was wir vermissen
Ein altbewährter Scheibenwischerhebel wäre eine feine Sache.
Ideal, wenn ...
… man eine komfortable Limousine mit Elektroantrieb sucht.
Die Alternativen
Ebenfalls knapp fünf Meter lang: Audi A6 Sportback e-tron, Mercedes-Benz EQE, VW ID.7
Inhaltsverzeichnis
Das Testfahrzeug | Design | Antrieb & Fahrwerk | Fahreindruck | Innenraum & Infotainment | Laden & Reichweite | Fazit | Technische Daten
Hinweis zum Testfahrzeug
Das Testfahrzeug wurde von Mazda Austria zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen mit Sitz in Klagenfurt fungiert als österreichischer Generalimporteur sowie Großhändler für Autos und Ersatzteile der japanischen Traditionsmarke.
Design: Formvollendet bis ins Detail
Der Mazda 6e beeindruckt mit seinen klaren, fließenden Linien. Das flach abfallende Dach verleiht der klassischen Limousine einen coupéartigen Touch. Die lang gezogene Silhouette, kurze Überhänge und ruhig modellierte Flächen mit bündig versenkten Türgriffen sorgen für einen eleganten Auftritt. An der Front rundet die dynamische LED-Beleuchtung mit beleuchtetem Mazda-Logo das moderne Erscheinungsbild ab.
Etwas stärker polarisiert der Mazda 6e am Heck. Besonders auffällig ist hier die markant gestaltete hintere LED-Lichtsignatur. Runde Heckleuchten werden von schmal gezeichneten Leuchtenbändern ergänzt, deren grafische Struktur im Rautendesign weit in die Heckpartie hineinreicht. Sie sorgen auch bei Dunkelheit für einen hohen Wiedererkennungswert, könnten jedoch für zurückhaltendere Designvorlieben etwas zu viel des Guten sein.
Der auf Knopfdruck oder ab 90 km/h automatisch ausfahrende Spoiler ist formschlüssig in die Karosserie integriert. In der Seitenansicht fällt der ausgeprägte Hecküberhang auf, der die flach auslaufende Dachlinie optisch verlängert. Insgesamt ergibt sich ein zeitlos elegantes Design, das auch in Jahren noch aktuell wirken wird
Antrieb & Fahrwerk: Hinterradantrieb mit konventionellem Fahrwerk
Der Mazda 6e setzt auf rein elektrischen Hinterradantrieb mit einem Elektromotor. Dieser leistet 190 kW (258 PS) und liefert ein maximales Drehmoment von 320 Nm. Die Kraftübertragung erfolgt über ein einstufiges Reduktionsgetriebe und lässt die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,6 Sekunden gelingen. Bei 175 km/h ist die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit erreicht. Das konventionelle Fahrwerk mit Mehrlenker-Hinterradaufhängung kommt ohne adaptives Dämpfersystem aus.
Fahreindruck: Ausgewogen mit einem kleinen Haken
Gleich nach dem Losfahren stellt sich ein sehr entspanntes Fahrgefühl ein – sanftes Dahingleiten ist hier Programm. Mit einer nahezu ausgeglichenen Gewichtsverteilung liegt der Mazda 6e neutral auf der Straße und bietet ein ausgewogenes, stets berechenbares Fahrverhalten. Bei der Abstimmung wurde eine gute Mischung aus Agilität und Komfort gefunden. Dazu passt auch die gut dosierbare Leistung, die jederzeit ausreichend Reserven bietet.
Im Gegensatz dazu würde dem Spurhalteassistenten ein wenig mehr Feinfühligkeit nicht schaden. Er greift zuweilen unvorhersehbar und zu stark ins Geschehen ein und erfordert im Test mehrfach entschlossene Gegenwehr, um nicht in gefährliche Situationen zu geraten – etwa beim Fahrbahnwechsel im Baustellenbereich auf der Autobahn. Die Deaktivierung erfolgt umständlich weit unten in einem Menü, bringt jedoch zumeist nur eine kurze Besserung, da sich der Spurhalteassistent mehrmals automatisch wieder aktiviert. Hier wäre ein gezieltes Feintuning wünschenswert.
Innenraum & Infotainment: Schlichte Noblesse
Der Innenraum des Mazda 6e präsentiert sich aufgeräumt und hochwertig verarbeitet. Klare Linien, sorgfältig ausgewählte Materialien und das schlichte Design lassen einen richtig noblen Eindruck entstehen. Dazu passt auch die unaufdringliche Ambientebeleuchtung, die mit ihren 64 möglichen Farbvarianten für eine entspannte Atmosphäre sorgt. Sehr gut gelungen ist zudem die edel gestaltete Mittelkonsole mit der Ablage für das Smartphone inklusive induktiver Lademöglichkeit.
Das 10,2-Zoll große Fahrerdisplay ist harmonisch integriert, ein Head-up-Display mit umfangreichen Funktionen ebenfalls mit an Bord. Nicht ganz ins Bild passen will der etwas aufgesetzt wirkende 14,6-Zoll große Touchscreen, der mittig am Armaturenbrett angebracht ist. Die Steuerung der Funktionen in den zahlreichen Menüs gestaltet sich zuweilen etwas kompliziert und gewöhnungsbedürftig. Der durchgängigen Aufgeräumtheit ist der Scheibenwischerhebel zum Opfer gefallen. Auch dieser muss größtenteils über den Bildschirm gesteuert werden, wodurch die vor allem bei Schlechtwetter erforderliche volle Konzentration auf das Verkehrsgeschehen eingeschränkt werden kann.
Die mit Kunstleder bezogenen Sitze sind elektrisch einstellbar und bieten auch auf längeren Strecken guten Komfort. Die Position des Beifahrersitzes kann interessanterweise auch über das Display im Fond eingestellt werden, während die im Alltag relevantere Höhenverstellung nicht möglich ist. Die Platzverhältnisse sind für Fahrer und Passagiere gleichermaßen großzügig. Der Radstand von 2,9 Metern bietet im Fond entsprechend viel Beinfreiheit. Ganz zum japanischen Stil passend, beschallt ein Sony-Audiosystem mit 14 Lautsprechern den Innenraum und sorgt für ein zum hochwertigen Ambiente passendes Klangerlebnis.
Die weit aufschwingende Heckklappe bietet komfortablen Zugang zum Kofferraum, der mit 466 Litern Fassungsvermögen etwas unter dem Klassendurchschnitt liegt. Auch bei umgelegten Rücksitzen wird der Mazda 6e mit 1.074 Litern nicht zum Ladeweltmeister. Der unter der Motorhaube gelegene Frunk ist dafür mit 72 Litern großzügig bemessen und bietet Platz für mehr als nur ein Ladekabel. Praktisches Detail ist ein darin enthaltener Korb, mit dem der gesamte Inhalt auf einmal herausgenommen werden kann.
Laden & Reichweite: Nicht für regelmäßige Langstrecke
Der Mazda 6e zeigt sich beim Stromverbrauch trotz niedriger Außentemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt genügsam. Im Stadtverkehr liegt der Verbrauch bei 17 kWh/100 km. Fahrten auf der Landstraße inklusive Ortsdurchfahrten sind mit 18 kWh/100 km möglich. Autobahntempo quittiert die Limousine mit 22 kWh/100 km, was zumindest unter diesen äußeren Bedingungen auf der Strecke Wien–Salzburg einen Ladestopp erforderlich macht.
In Kombination mit dem 68,8-kWh-Akku des getesteten Mazda 6e Standard Range ergibt sich in der kalten Jahreszeit eine Praxisreichweite von 300 bis 350 Kilometern. Geladen werden kann laut Werksangabe mit bis zu 165 kW, wodurch in 24 Minuten eine Ladung von 10 auf 80 Prozent möglich sein soll. Im Test erreicht der Japaner eine maximale Ladeleistung von 130 kW – 12 auf 80 Prozent dauert damit knapp über eine halbe Stunde. Wechselstromladen funktioniert mit 10 bis 11 kW.
Fazit
Wer eine gepflegte E-Limousine mit hochwertigem Ambiente zu einem fairen Preis sucht und die noble Zurückhaltung schätzt, ist beim Mazda 6e genau richtig. Er bietet großzügige Platzverhältnisse und jede Menge Komfort. Für regelmäßige Langstreckenfahrten ist der Japaner aufgrund der Batteriegröße und Ladedauer weniger gut geeignet.
Bei den angebotenen Varianten ist der Mazda 6e die klare Kaufempfehlung – er ist in Österreich ab 43.475 Euro erhältlich. Für knapp 2.000 Euro Aufpreis gibt es eine etwas weniger zurückhaltende, zweifärbige Innenausstattung mit hellbraunen Echtledersitzen. Die Long-Range-Version ist zwar mit einer etwas größeren 80-kWh-Batterie ausgestattet, ist jedoch mit der erstaunlich geringen maximalen Ladeleistung von nur 90 kW und der damit verbundenen langen Ladedauer nicht mehr ganz zeitgemäß. (Text und Bild: Armin Hoyer)
Technische Daten
| Modell | Mazda 6e Standard Range (2025) |
|---|---|
| Motor | Permanenterregte Synchronmaschine |
| Leistung | 190 kW / 258 PS |
| Drehmoment | 320 Nm |
| Antrieb | Heckantrieb, 1-Gang-Getriebe |
| Batterie (brutto) | 68,8 kWh Lithium-Eisenphosphat (LFP) |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 16,6 kWh/100 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert | 0 g/km |
| Elektrische Reichweite | 300–350 km (realistisch im Winter), 479 km (WLTP) |
| Ladeleistung | 11 kW AC / 165 kW DC |
| Ladedauer (AC/DC) | 0–100 % in 7:30 h / 10–80 % in 24 min |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 7,6 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 175 km/h (abgeregelt) |
| Abmessungen (L/B/H) | 4,92 m / 1,89 m / 1,49 m |
| Radstand | 2,90 m |
| Kofferraumvolumen | 466–1.074 l |
| Volumen Frunk | 72 l |
| Leergewicht | 2.028 kg |
| Anhängerlast (gebremst) | 1.500 kg |
| Grundpreis (AT) | ab 43.475 Euro |
| Testwagenpreis | 44.325 Euro |
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