Maserati GranCabrio Folgore (2026) im Test: Darf ein Dreizack elektrisch sein?

Maserati und Elektroantrieb, das ist zugegebenermaßen eine sehr außergewöhnliche Kombination. Wir gehen im Test der Frage nach, ob der Maserati GranCabrio auch als rein elektrisch angetriebener Folgore die Faszination der italienischen Sportwagenmarke auszustrahlen vermag.

Maserati GranCabrio Folgore (2026) auf einen Blick


Was uns gefällt

Wie unauffällig der Elektroantrieb in das klassische Design integriert ist.

Was wir vermissen

Ein etwas größerer Kofferraum wäre praktisch.

Ideal wenn …

… man italienische Sportwagentradition rein elektrisch erleben möchte.

Die Alternativen

Vollelektrisch nur der wesentlich günstigere Zweisitzer MG Cyberster.


Stärken

  • Supersportlicher Antrieb
  • Ausgewogenes Fahrwerk
  • Luxuriöser Innenraum

Schwächen

  • Fehlender Verbrenner-Sound
  • Sehr kleine Ablageflächen
  • Hoher Verbrauch

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Zeitloses italienisches Sportwagendesign

Egal ob als Verbrenner oder in der vollelektrischen Version, das Erscheinungsbild des Maserati GranCabrio ist ein Meisterstück italienischer Sportwagenkunst. Das viersitzige Cabriolet mit klassischem Stoffverdeck hinterlässt mit seinen klaren Linien und der langgestreckten Silhouette einen sehr edlen Eindruck. Bei geschlossenem Verdeck bleibt die elegante Dachlinie eines echten Gran Turismo erhalten. Wer es etwas weniger dezent haben möchte, kann beim Verdeck neben Schwarz aus vier weiteren Farben wählen.

Die lange Motorhaube, die breite Front mit dem markanten Kühlergrill und die charakteristisch ausgeformten Radkästen verleihen dem Maserati GranCabrio Folgore einen kraftvollen und gleichzeitig zeitlosen Auftritt. Die vertikal angeordneten Voll-LED-Matrixscheinwerfer stehen für die neue Lichtsignatur der Marke und sorgen für eine moderne, sportliche Note. Dazu passt auch die Mischbereifung auf speziell für den Folgore entwickelten aerodynamischen Felgen mit einem Durchmesser von 20 Zoll vorne und 21 Zoll hinten.

Auch vollelektrisch ein reinrassiger Sportwagen

Der Maserati GranCabrio Folgore wird von drei Elektromotoren mit jeweils 300 kW (408 PS) Leistung angetrieben, die mit der Erfahrung aus der Formel E entwickelt wurden. Zwei der Permanentmagnetmotoren befinden sich an der Hinterachse. Da sich alle drei Motoren unabhängig voneinander ansteuern lassen, kann das Drehmoment mittels sogenanntem Torque Vectoring variabel verteilt und somit optimal an die jeweilige Fahrsituation angepasst werden. Mehrere Fahrmodi von maximal effizient bis maximal sportlich stehen zur Auswahl und beeinflussen sowohl Antrieb als auch Fahrwerk. Im Test erweist sich der GT-Modus mit der weicheren Dämpfereinstellung als optimal, da er die beste Balance zwischen Sportlichkeit und Komfort bietet.

Die Systemleistung des allradgetriebenen Luxus-Cabriolets beträgt 560 kW (761 PS) – kurzzeitig können mittels MaxBoost 610 kW (830 PS) abgerufen werden. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von 1.350 Nm. Dementsprechend brachial lässt sich der 2,3-Tonner in 2,8 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen, in 9,1 Sekunden ist bereits die 200-km/h-Marke erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 290 km/h. Aufgrund des genussbetonten GT-Charakters des GranCabrio ist man jedoch nur selten geneigt, diese Leistungsreserven in Anspruch zu nehmen.

Mit einer Länge von knapp fünf Metern, 2,93 Meter Radstand und einer Höhe von gerade einmal 1,37 Metern liegt der Maserati GranCabrio Folgore sehr satt auf der Straße. Möglich werden die niedrige Fahrzeughöhe und die damit verbundene tiefe Sitzposition, die dem Verbrenner-Pendant entspricht, durch die spezielle Anordnung der Batterie. Anstelle flächig im Unterboden verbaut zu sein, befinden sich die Batteriemodule hauptsächlich im Mitteltunnel. Dadurch wird der Fahrzeugschwerpunkt möglichst zentral gehalten, was zu einem ausgewogen agilen Fahrverhalten beiträgt. Dazu passt auch die präzise Lenkung, die eine kräftige Hand verlangt und sich dadurch passend sportlich anfühlt.

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Wenn offen Fahren zum Hochgenuss wird

Die Luftverwirbelungen bei geöffnetem Dach und geschlossenen Fenstern halten sich auf den vorderen Sitzen in Grenzen. Mit Hilfe des Windschotts, das sich in zwei Minuten über den hinteren Sitzen montieren lässt, werden diese weiter reduziert. Man spürt dann nur noch ein leichtes Lüftchen in den Haaren. Zusätzlich kann noch die in den vorderen Sitzen integrierte Nackenheizung aktiviert werden. Optimal für kühlere Tage. An heißen Tagen, wie während des Tests, fährt man auch gerne mal mit geöffneten Fenstern und gekühlten Sitzen und genießt dabei den wohltuenden Luftzug.

Das Faltverdeck des Maserati GranCabrio Folgore wird mittels Wischgeste am zentralen Display geöffnet und geschlossen. Der Vorgang dauert bei geöffneten Fenstern um die 15 Sekunden, bei geschlossenen Fenstern um vier Sekunden länger. Der Finger muss während der gesamten Dauer am Display verweilen. Ist dieses, wie auch einmal im Test der Fall, durch direkte Sonneneinstrahlung stark erhitzt, kann das Prozedere zu einer im wahrsten Sinne des Wortes heißen Angelegenheit werden. Herkömmliche Tasten wären hier eine praktikablere Lösung. Das Öffnen und Schließen ist auch während der Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h möglich.

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Luxuriöses Ambiente im Innenraum

Wir werden beim Einsteigen vom wunderbaren Duft der braunen Lederausstattung begrüßt, die hervorragend zur Außenfarbe „Blu Modena“ passt. Hochwertige Materialien sind stilvoll miteinander kombiniert und machen den eleganten Innenraum zu einem Ort des Wohlfühlens. Kombiniert wird das Ganze mit einem modernen, digitalen Cockpit. Die Ansicht des 12,2 Zoll großen Kombiinstruments ist frei konfigurierbar. Zentral kommt ein 12,3 Zoll großer Infotainment-Touchscreen mit einem darunterliegenden, ergonomisch abgewinkelten 8,8-Zoll-Touchscreen zum Einsatz, der in erster Linie zur Klimasteuerung dient. Die Schaltwippen hinter dem Lenkrad zur Einstellung der Rekuperation sind derart groß ausgefallen, dass sie die Erreichbarkeit der dahinter angebrachten Blinker- und Scheibenwischerhebel etwas erschweren. Ansonsten ist alles sehr gut zu bedienen.

Die Ablagemöglichkeiten im Fahrzeug sind überschaubar, da die Fächer in den Türverkleidungen und unter der Mittelarmlehne sehr klein sind. Das Gleiche gilt für das elektrisch zu öffnende Handschuhfach und den Kofferraum. Gerade einmal 151 Liter Stauvolumen bietet dieser bei geschlossenem Verdeck. Bei geöffnetem Dach reduziert sich dieses auf 114 Liter. Sind die Taschen mit Ladekabel und Windschott im Kofferraum verstaut, ist dieser praktisch voll. Ein zusätzlicher Frunk an der Front ist nicht vorhanden.

Im Fond können zwei Personen auf vollwertigen Sitzen Platz nehmen. Durch die feststehende Mittelkonsole inklusive zwei Becherhaltern wird auch hier guter Komfort geboten. Dank der Ausbuchtungen in den vorderen Sitzen ist für Personen bis zu einer Körpergröße von 180 Zentimetern ausreichend Kniefreiheit gegeben. Bei geschlossenem Dach steht man bei aufrechter Sitzhaltung jedoch mit dem Kopf oben leicht an. Für kürzere Fahrten durchaus geeignet, auf längeren Strecken kann es hinten etwas ungemütlich werden.

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Hoher Durst wird rasch gestillt

Auf einer Testfahrt durch das Salzkammergut mit kurzem Autobahnanteil zu Beginn verbraucht der zumeist offen gefahrene Maserati GranCabrio Folgore bei einer Außentemperatur von bis zu 38 Grad stattliche 27 kWh pro 100 Kilometern. Mit einer Netto-Kapazität des Akkus von 83 kWh ist unter diesen Einsatzbedingungen eine Reichweite von 300 Kilometern realistisch. Bei gemäßigteren Temperaturen und geschlossenem Dach sollten sich bis zu 350 Kilometer ausgehen. Für artgerechte Genusstouren ist die Reichweite vollkommen ausreichend, für die Langstrecke ist das elektrische GranCabrio aufgrund zahlreicher erforderlicher Ladestopps weniger gut geeignet.

Dank 800-Volt-Technologie lädt der Folgore fast so schnell, wie er fährt. Mit einer durchschnittlichen Ladeleistung von 155 kW ist der Akku in 21:15 Minuten von 15 auf 80 Prozent geladen. Mit einem Maximum von 265 kW verfehlt er dabei die Werksangabe um gerade einmal fünf Kilowatt. Auch mit Wechselstrom geht es an der Wallbox mit bis zu 22 kW flott dahin. In einer Stunde können so 100 Kilometer WLTP-Reichweite nachgeladen werden.

Modelljahr 2027 steht in den Startlöchern

Unser Test des Maserati GranCabrio Folgore hat sich zeitlich mit der Vorstellung des Modelljahres 2027 überschnitten. Damit präsentieren die Italiener bereits zwei Jahre nach dem Erscheinen des Fahrzeugs ein Facelift. Die äußeren Änderungen betreffen hauptsächlich die Stoßfänger und Leuchten. Im Innenraum gibt es einige optische Neuerungen. Die technisch wichtigste Weiterentwicklung findet beim Allradantrieb statt. Durch die Abkopplung des vorderen Antriebs, wenn dieser nicht benötigt wird, und die damit verbundene Umstellung auf reinen Hinterradantrieb wird eine Einsparung beim Verbrauch erzielt.

Zusammen mit aerodynamischen und weiteren effizienzsteigernden Maßnahmen soll der WLTP-Verbrauch um rund zwei Kilowattstunden pro 100 Kilometern sinken. Gleichzeitig steigt die WLTP-Reichweite laut Maserati um rund 68 Kilometer. Mit dem bereits bestellbaren Modelljahr 2027 ist der Maserati GranCabrio Folgore deutlich günstiger geworden. Startete der Preis des Testfahrzeugs noch jenseits der 200.000-Euro-Marke, geht es beim Facelift bereits bei rund 165.000 Euro los.

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Fazit 8,4/10

Die Transformation des Sportwagen-Klassikers, der auch weiterhin mit dem Nettuno-V6-Benziner angeboten wird, in das Zeitalter der Elektromobilität ist Maserati hervorragend gelungen. Mit großem Aufwand hat man es geschafft, das GranCabrio Folgore gegenüber dem Verbrenner optisch nahezu unverändert zu belassen. Die spezielle Anordnung der Batterie ermöglicht es, die tiefe Sitzposition beizubehalten und damit das volle Sportwagen-Feeling zu gewährleisten. Der bei Bedarf brachiale Elektroantrieb mit seiner gleichmäßigen Kraftentfaltung und das Spitzenfahrwerk machen genussvolles Cruisen ebenso attraktiv wie sportliches Kurvenräubern. Die Preissenkung des Modelljahres 2027 macht den italienischen Sportwagen noch interessanter – man erhält sehr viel Auto und jede Menge Luxus zu einem vergleichsweise attraktiven Preis. (Text und Bild: Armin Hoyer)

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
8,4
Design
9,5
Bedienbarkeit
8,2
Komfort
9,2
Alltagstauglichkeit
7,5
Fahreigenschaften
9,0
Antrieb
9,0
Effizienz
7,0
Preis-Leistungs-Verhältnis
8,5
Ausstattung
8,5
Sicherheit
8,0

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Armin Hoyer

Armin Hoyer is sinds 2025 als freelance redacteur actief voor het AutoScout24 Magazine in Oostenrijk. Met zijn jarenlange ervaring als motorjournalist en communicatie-expert in de auto- en motorbranche maakt de in Tirol woonachtige schrijver content voor de mobiliteitssector. Voor AutoScout24 schrijft hij vooral over zijn ervaringen met gebruikte en nieuwe elektrische auto’s en motorfietsen. Daarnaast doet hij verslag van de hoogtepunten van de belangrijkste beurzen van het jaar.

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