Test Kia Sportage 1.6 T-GDI Hybrid AWD (2026): Das Beste aus beiden Welten?

Der Kia Sportage Hybrid auf einen Blick
Was uns gefällt
Wie einfach die Bedienung ist.
Was wir vermissen
Mehr Harmonie zwischen Elektromotor und Verbrenner.
Alternativen?
Massen von SUVs: VW Tiguan, Mazda CX-5, Hyundai Tucson, vieles von Stellantis.
Kia hält am Verbrenner fest
Kia ist voll auf Strom? Das könnte man meinen. Doch die Südkoreaner halten weiterhin an Verbrennern fest und bringen unter anderem mit dem Ceed-Nachfolger „K4“ in Kürze sogar ein neues, nicht batteriebetriebenes Modell an den Start.
Der hier getestete Sportage in seiner fünften Generation ist dagegen bereits seit 2021 im Handel und wurde zuletzt Mitte 2025 einem Facelift unterzogen.
Hybrid mit 239 System-PS und Rekuperationsbremse
Neue Front- und Heckleuchten, angepasste Stoßfänger, ein verbessertes Infotainment-System mit KI-Unterstützung sowie erstmals ein Head-up Display zählen seither zu den Neuerungen. Aber auch im Motorraum hat sich etwas getan – zumindest bei den Hybrid-Modellen. Sie leisten fortan bis zu 239 System-PS aus einem 180 PS starken 1,6-Liter-Turbobenziner und einer nun 48 kW / 65 PS starken E-Maschine. Gespeist wird das 48-Volt-System von einer 1,49 kWh kleinen Pufferbatterie.
Diese lässt sich besonders auf bergigen Landstraßen problemlos aufladen, im Stadtverkehr kann dafür statt der mechanischen Bremse auch eine Rekuperationsfunktion wie bei Elektroautos genutzt werden. Allerdings mit dem Nachteil, dass die Verzögerung durch den Elektromotor gelegentlich mit einem spürbaren Ruckeln einhergeht. Auch der Übergang vom EV- in den Verbrennermodus kann je nach Fahrsituation stotternd ausfallen. Hier darf Kia gerne noch einmal nachbessern.
Sanfte Automatik, hoher Verbrauch
Ist der Hybrid-Sportage erst einmal in Fahrt, überrascht der Verbrenner durch seine akustische Zurückhaltung. Erst bei höherer Lastanforderung wird er brummig. Das serienmäßige Sechsgang-Automatikgetriebe (statt des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes bei den normalen Verbrennern) schaltet weitestgehend unmerklich. Die gebotenen 239 PS und maximal 350 Nm Drehmoment reichen selbst für zügige Autobahnfahrten, der Allradantrieb verteilt die Kräfte auf Schnee bedarfsgerecht.
Verbrauchswunder sind hingegen nicht zu erwarten. Mit 7,5 bis 8,5 Litern auf 100 Kilometer bewegt sich der Hybrid auf dem Niveau konventioneller Verbrenner in dieser Klasse. Besonders unschön: Selbst bei Richtgeschwindigkeit steigt der Autobahnverbrauch schnell auf zehn Liter und mehr. Ansonsten gilt, dass der Kia Sportage auch dank der elektronischen Dämpferkontrolle (ausstattungsabhängig) sehr komfortabel abgestimmt ist, die Lenkung ausreichend direkt ausfällt und die Assistenzsysteme innerhalb ihrer Systemgrenzen sehr zuverlässig arbeiten.
Solider Innenraum ohne Hochglanz-Spielereien
Besonderes Augenmerk legte Kia beim Facelift auf den Innenraum des Sportage. Das Lenkrad sowie das einfach zu bedienende Infotainment-System wurden aus den neuen Elektro-Modellen übernommen, auch das Design der Lüftungsdüsen orientiert sich an den Stromern. Eigenständig bleibt dagegen die weiterhin vorhandene Multifunktionsleiste unterhalb des Mitteldisplays. Sie dient nicht nur der Klimabedienung, sondern wahlweise auch zur Steuerung von Radio oder Navigation.
Ausgedient haben derweil die kratz- und schmutzempfindlichen Hochglanz-Kunststoffoberflächen in der Mittelkonsole. Die neuen, metallartigen Applikationen werten das Cockpit spürbar auf, physische Tasten bleiben gesetzt. In der getesteten GT-Line gibt es auch an der Materialauswahl wenig auszusetzen. Natürlich dominiert Kunststoff, jedoch auf einem dem Grundpreis angemessenen Qualitätsniveau.
Die Sitze sind bequem, und zumindest in der ersten Reihe herrscht kein Platzmangel. Erwachsenen in der zweiten Reihe fehlt es allerdings deutlich an Knieraum. Zwar lassen sich die Lehnen der Rücksitze neigen, verschiebbar ist die Rückbank jedoch nicht. Der Kofferraum fasst zwischen 587 und 1.776 Liter, die Anhängelast des Hybridmodells mit Allradantrieb liegt gebremst bei bis zu 1.650 Kilogramm.
Fazit
Der Kia Sportage Hybrid versucht den Spagat zwischen Verbrenner- und Elektrowelt - verfehlt aber leider die optimale Umsetzung. Vor allem der oftmals stotternde Umschaltvorgang zwischen Elektro- und Benzinmotor scheint vermeidbar, zudem fällt der Verbrauch trotz erheblichen technischen Aufwands zu hoch aus. Davon abgesehen bleibt der aktuelle Sportage dennoch ein ernstzunehmender Konkurrent unter anderem für den VW Tiguan. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
Technische Daten
| Modell | Kia Sportage 1.6 T-GDI Hybrid AWD Automatik (Facelift ab 07/25) |
|---|---|
| Motor | 1,6-Liter-T-GDI (R4-Turbo) + Vollhybrid-System |
| Leistung Verbrennungsmotor | 180 PS (132 kW) |
| Elektrische Unterstützung | Elektromotor (PSM, im Getriebegehäuse): 48 kW / 65 PS |
| Systemleistung | 239 PS (176 kW) |
| Maximales Drehmoment | 350 Nm (System) |
| Antriebsart | Allradantrieb (AWD) |
| Getriebe | 6-Gang-Automatik |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 6,4 l/100 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert (WLTP) | 145 g/km |
| CO₂-Klasse | E |
| Beschleunigung 0–100 km/h | 8,1 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 196 km/h |
| Abmessungen (L/B/H) | 4.540 mm / 1.865 mm / 1.645 mm |
| Radstand | 2.680 mm |
| Wendekreis | 10,9 m |
| Leergewicht | ca. 1.733 kg (EU) |
| Anhängelast gebremst | 1.650 kg (12%) |
| Anhängelast ungebremst | 750 kg |
| Kofferraumvolumen | 587–1.776 l |
| Tankinhalt | 52 l |
| Grundpreis (Vision) | 43.490 Euro |
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