Jaecoo 7 AWD (2025) im Test: Klassischer Antrieb, andere Prioritäten
Der Jaecoo 7 AWD (2025) auf einen Blick:
Was uns gefällt
Die spontane Gasannahme des Turbomotors und die klassische Bedienung mit echten Schaltern.
Was wir vermissen
Einen niedrigeren Verbrauch im Alltag und mehr Durchzug.
Ideal, wenn ...
… man ein komfortables SUV mit Allradantrieb und intuitiver Bedienung sucht.
Die Alternativen
Kia Sportage AWD, VW Tiguan 4Motion, Toyota RAV4 AWD-i.
Stärken
- • Robustes und eigenständiges Design
- • Sehr umfangreiche Serienausstattung
- • Intuitive Bedienung mit klassischen Bedienelementen
Schwächen
- • Relativ hoher Verbrauch
- • Innenraum wirkt etwas enger als die Außenmaße vermuten lassen
- • Lenkung mit wenig Rückmeldung
Mit dem Jaecoo 7 wagt die zum Chery-Konzern gehörende Marke Jaecoo den Einstieg in Europa. Ein Markt, in dem aktuell kaum ein neues Modell ohne elektrifizierten Antrieb auskommt. Auch Jaecoo setzt grundsätzlich auf diese Strategie und bietet den 7 als Plug-in-Hybrid an (LINK mit PHEV Test?). Gleichzeitig bleibt der Hersteller beim Antriebskonzept flexibel und stellt dem elektrifizierten Modell eine klassische Variante mit Turbobenziner und Allradantrieb zur Seite. Damit richtet sich der Jaecoo 7 AWD vor allem an Käufer, die mit Plug-in-Technik wenig anfangen können oder schlicht ein traditionelleres SUV-Konzept bevorzugen und ins Gelände müssen. Ein klassischer Turbomotor, Allradtechnik und eine Bedienung, die sich im Alltag schnell erschließt. Ganz ohne Kompromisse bleibt dieser Ansatz allerdings nicht.
Großer Auftritt im Kompaktformat
Optisch bleibt der Jaecoo 7 auch in der Allradversion seinem markanten Auftritt treu. Die kantige Front mit dem großen vertikalen Kühlergrill dominiert weiterhin das Erscheinungsbild. Schmale LED-Scheinwerfer und die an Range Rover angelehnte Karosserie verleihen dem SUV eine gewisse Präsenz auf der Straße.
Das Design orientiert sich bewusst an größeren Luxus-Geländewagen. Gerade auf Fotos wirkt der Jaecoo dadurch größer, als er tatsächlich ist. Mit rund 4,50 Metern Länge bleibt er dennoch klar im Segment der Kompakt-SUV. Im Alltag relativiert sich der erste Eindruck schnell. Parkhäuser, enge Parkplätze oder schmale Straßen meistert das SUV ohne größere Probleme.
Im Innenraum zeigt sich ein etwas anderer Charakter als beim Plug-in-Hybrid. Dekore und Materialien wirken robuster und orientieren sich stärker an einem Offroad-Look. Gleichzeitig bleibt das Cockpit modern und aufgeräumt. Ein wichtiger Unterschied zeigt sich bei der Bedienung. Während beim Plug-in-Hybrid viele Funktionen über das zentrale Display gesteuert werden, setzt der Jaecoo 7 AWD stärker auf klassische Bedienelemente. In der Mittelkonsole sitzt ein konventioneller Wahlhebel für das Getriebe. Auch für die Parkbremse gibt es eine eigene Taste und selbst die Spiegelverstellung erfolgt über physische Schalter in der Tür.
Im Alltag wirkt das angenehm intuitiv. Viele Funktionen lassen sich ohne Umweg über Menüs bedienen. Beim Platzangebot ergibt sich ein ähnliches Bild wie beim Hybridmodell. Vorne sitzt man bequem und mit guter Übersicht. Im Fond reisen zwei Personen komfortabel, zu dritt wird es etwas enger. Der Kofferraum fasst 500 Liter und lässt sich durch Umklappen der Rückbank auf bis zu 1.349 Liter erweitern.
Turbobenziner statt Steckdose
Unter der Haube arbeitet im Jaecoo 7 AWD ein 1,6-Liter-Turbobenziner mit 147 PS und 275 Newtonmeter Drehmoment. Die Kraft wird über eine 7-Gang-Automatik an alle vier Räder übertragen.
Im Vergleich zum Plug-in-Hybrid wirkt der Antrieb deutlich unmittelbarer. Besonders die Gasannahme fällt im Alltag positiv auf. Schon bei leichtem Druck auf das Pedal reagiert der Motor spontan und vermittelt ein direkteres Fahrgefühl. Über einen Drehregler in der Mittelkonsole lassen sich verschiedene Fahrmodi auswählen. Neben Eco, Normal und Sport stehen auch spezielle Allradprogramme für Schnee, Schlamm, Sand und Offroad zur Verfügung. Die Elektronik passt Motorcharakteristik und Kraftverteilung automatisch an den jeweiligen Untergrund an. Gerade bei nasser Fahrbahn oder losem Untergrund sorgt der Allradantrieb für stabile Traktion. Das SUV bleibt gut kontrollierbar und vermittelt ein solides Sicherheitsgefühl. Beim Thema Lenkgefühl haben sich die Ingenieure aus China für die entspannte und eher indirekte Variante entschieden.
Genauso beim Leistungsvermögen zeigt sich der Jaecoo auch gelassen. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt das SUV 11,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Deutlich spürbarer fällt dagegen der Verbrauch aus. Offiziell gibt Jaecoo einen WLTP-Wert von 8,0 Litern pro 100 Kilometer an. Im Test lag der Durchschnitt allerdings bei rund 9,1 Litern. Für ein modernes Kompakt-SUV ohne besonders hohe Leistungswerte ist das ein zu hoher Wert.
Bildergalerie: Jaecoo 7 AWD

Vollausstattung serienmäßig
Eine der größten Stärken des Jaecoo 7 bleibt die umfangreiche Ausstattung. Während der Plug-in-Hybrid in zwei Ausstattungslinien angeboten wird, gibt es die Allradversion ausschließlich mit Vollausstattung. Käufer müssen also nicht zwischen verschiedenen Paketen wählen. Stattdessen ist nahezu alles bereits serienmäßig an Bord.
Dazu zählen alle aktuellen Helferlein wie unter anderem ein adaptiver Tempomat, Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Totwinkelwarner sowie zahlreiche weitere Fahrerassistenzsysteme. Ebenfalls serienmäßig ist eine 540-Grad-Kamera, die eine Rundumsicht sowie eine virtuelle Darstellung unter dem Fahrzeug ermöglicht. Gerade abseits der Straße im Gelände beim Rangieren kann diese Funktion hilfreich sein. Im Innenraum dominiert ein 14,8-Zoll-Touchscreen, der Navigation, Medienfunktionen und Fahrzeugeinstellungen bündelt. Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos. Auch beim Komfort zeigt sich der Jaecoo großzügig ausgestattet. Klimatisierte Vordersitze, Sitzheizung vorne und hinten, Panorama-Glasdach, Head-up-Display, Sony-Soundsystem sowie eine elektrische Heckklappe gehören zur Serienausstattung.
Fazit
Der Jaecoo 7 AWD verfolgt einen bewusst klassischen Ansatz. Der Turbobenziner reagiert spontan auf Gasbefehle, der Allradantrieb sorgt für stabile Traktion und die Bedienung mit echten Tasten erleichtert den Alltag. Beim Komfort zeigt sich das SUV angenehm entspannt und eignet sich auch für längere Strecken. Gleichzeitig zeigt sich aber auch die Kehrseite des klassischen Antriebskonzepts. Der Verbrauch fällt spürbar hoch aus. Mit rund 9,1 Litern im Test liegt der Jaecoo deutlich über vielen Konkurrenten in dieser Klasse.
Dafür überzeugt das Modell mit einer sehr umfangreichen Serienausstattung und einem attraktiven Einstiegspreis. Wer ein komfortables Kompakt-SUV mit Allradantrieb und klassischer Bedienung sucht und beim Verbrauch Kompromisse eingehen kann, findet im Jaecoo 7 AWD dennoch eine interessante Alternative zu den etablierten Modellen der Klasse. ((Text & Fotos: Johannes Ibrahim)
Technische Daten
| Modell | Jaecoo 7 AWD Premium (2025) |
|---|---|
| Leistung | 147 PS (108 kW) |
| Drehmoment | 275 Nm |
| Motor | 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner |
| Antrieb | Allradantrieb (AWD) |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 9,1 l/100 km (im Test) |
| CO₂-Emissionen kombiniert | 182 g/km |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 11,8 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| Abmessungen (L/B/H) | 4,50 m / 1,87 m / 1,68 m |
| Radstand | 2,67 m |
| Wendekreis | 10.60 m |
| Kofferraumvolumen | 500–1.349 l |
| Leergewicht | 1.709 kg |
| Tankinhalt | 57 l |
| Grundpreis (AT) | ab 36.490 Euro |
| Testwagenneupreis | ca. 36.490 Euro |

