Gebrauchtwagen-Check Hyundai Ioniq 5 (2021): Raumgleiter im übertragenen Sinn

Der Hyundai Ioniq 5 (2021) auf einen Blick:
Was uns gefällt:
Hoher Alltagsnutzen durch geringen Verbrauch und kurze Ladezeiten.
Was wir vermissen:
Etwas mehr Pep im Innenraum.
Ideal, wenn ...
… man ein Mittelklassefahrzeug mit gutem Raumangebot sucht.
Die Alternativen
Kia EV6 (gleiche Plattform), VW ID.4, Audi Q4 e-tron
Hinweis zum Testfahrzeug
Das Testfahrzeug wurde von der Car-Point Fahrzeug GmbH zur Verfügung gestellt. Der Händler mit Sitz in Salzburg verkauft jährlich rund 200 Gebrauchtfahrzeuge und hat bei der Kundenzufriedenheit mit fünf Sternen seit vielen Jahren die bestmögliche Bewertung.
Umfangreiche Modellvielfalt
Bei seinem Erscheinen im Jahr 2021 ist das minimalistische Design des Hyundai Ioniq 5 mit der damals vollkommen neuartigen Pixel-LED-Beleuchtung eine kleine Sensation, die die Blicke auf sich zieht. Klare Linien und Kanten charakterisieren das gesamte äußere Erscheinungsbild. Vom Start weg stehen vier unterschiedliche Leistungsstufen (125–225 kW) und zwei Batteriegrößen (58,2 und 72,6 kWh netto) zur Verfügung. In zwei der drei Ausstattungsvarianten kann darüber hinaus zwischen Heck- und Allradantrieb gewählt werden.
Alle Modelle basieren auf der beim Ioniq 5 erstmals eingesetzten Electric Global Modular Plattform (E-GMP), die speziell für die Anforderungen von Elektrofahrzeugen entwickelt wurde und für großzügiges Platzangebot im Innenraum und optimiertes Fahrverhalten sorgt. Der verhältnismäßig große Radstand erlaubt einen niedrigen Einbau der Hochvolt-Batterie und ermöglicht damit einen tiefen Schwerpunkt.
Effizienter Antrieb mit hoher Alltagstauglichkeit
Im Testfahrzeug mit der Top-Ausstattung treibt ein Elektromotor mit einer Leistung von 160 kW (218 PS) die Hinterachse an. Das maximale Drehmoment beträgt 350 Nm. In alltagstauglichen 7,4 Sekunden ist damit der Sprint von 0 auf 100 km/h erledigt, bei 185 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Der Antrieb ist auf eine effiziente Fortbewegung ausgelegt, ohne dabei eine gewisse Spritzigkeit vermissen zu lassen.
Komfortables Gleiten durch Raum und Zeit
Der Hyundai Ioniq 5 bietet auch mit der zweitkleinsten verfügbaren Motorisierung eine vollkommen ausreichende Leistung für den Alltag. Wie der Test zeigt, fühlt sich auch das Abrufen der maximalen Beschleunigung angenehm an und bietet dank des durchzugsstarken Antriebs in jeder Situation ausreichend Überholreserven.
Bei Straßenlage und Fahrkomfort kommt die E-GMP-Plattform voll zum Tragen. Der tiefe Schwerpunkt erlaubt in Kombination mit der ausgeglichenen Achslastverteilung auch höhere Kurvengeschwindigkeiten. Die Fünflenker-Hinterradaufhängung sorgt dabei für hohe Fahrstabilität und gleichzeitig ausreichend Komfort. Insgesamt lädt der Charakter des CUV zum sanften Dahingleiten ein, lässt sich im Bedarfsfall aber auch flotter bewegen.
Innenraum setzt auf Wohnkomfort
Der schlicht gestaltete Innenraum ist voll und ganz auf Wohnkomfort ausgerichtet. Das geht so weit, dass die vorderen Sitze elektrisch umgelegt und in eine komfortable Liege mit Beinauflage verwandelt werden können. Die Farbgestaltung könnte etwas peppiger ausfallen. Ein Mix aus Grau und Schwarz dominiert und wirkt insgesamt etwas eintönig. Ein kleiner Lichtblick ist die dezente Ambientebeleuchtung, bei der aus 64 unterschiedlichen Farben gewählt werden kann.
Die Cockpitlandschaft mit ihren zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen integriert sich als durchgehende Einheit sehr gut in das Armaturenbrett. Unter dem zentralen Touchscreen befindet sich ein praktischer Drehregler für die Lautstärke und einige manuelle Tasten zum direkten Einstieg in diverse Menüs. Die darunterliegende Klimasteuerung erfolgt wieder über ein Touchfeld. Insgesamt ergibt sich daraus eine stimmige und praktikable Mischung.
Dank der speziellen Plattform verfügt der Hyundai Ioniq 5 über einen Radstand von exakt drei Metern und damit über eine sehr großzügig bemessene Beinfreiheit auf der Rückbank. Zur flexiblen Gestaltung des Innenraums kann diese um bis zu 135 Millimeter nach vorne und hinten verschoben werden. Auch die Mittelkonsole mit Becherhaltern und umfangreichem Stauraum kann je nach Bedarf um bis zu 140 Millimeter zurückgeschoben werden.
Beim Ladevolumen geht es klassenüblich zu: Unter der Motorhaube befindet sich ein Frunk mit einem Stauraum von 57 Litern – beim Allradler reduziert sich dieser auf 24 Liter. Praktischerweise ist der Frontkofferraum mit einem Klappdeckel verschließbar, sodass der Inhalt besonders gut gegen äußere Einflüsse geschützt ist. Im Kofferraum stehen 531 Liter Platz zur Verfügung. Durch Umlegen der Rücksitze werden daraus bis zu 1.591 Liter.
Top Ladeleistung und moderater Verbrauch
Beim Stromkonsum zeigt sich der Hyundai Ioniq 5 äußerst genügsam. Laut Verbrauchsanzeige genehmigte sich der Stromer über die bisherige Laufleistung im Schnitt rund 17 kWh/100 km. Damit ist eine Reichweite von gut 400 Kilometern möglich. Als Pionier der 800-V-Technologie verfügt der Ioniq 5 mit 220 kW auch heute noch über eine sehr praxistaugliche Ladegeschwindigkeit. Im Idealfall lädt der Akku damit in nur 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent. An der Wallbox mit 11 kW dauert es rund 6,5 Stunden für eine Vollladung.
Aviloo Batterietest: Deutlich über dem Durchschnitt
Der Hyundai Ioniq 5 liegt beim durchgeführten Aviloo Flash Test mit einem Gesundheitszustand (SoH) von 98,2 Prozent deutlich über dem Durchschnitt vergleichbarer Fahrzeuge. Damit verliert der Stromer nach 43.700 gelaufenen Kilometern so gut wie keine Reichweite gegenüber dem Ausgangswert – der Akku kann als nahezu neuwertig bezeichnet werden. Die Hochvolt-Batterie des Hyundai Ioniq 5 ist durch eine Garantie von bis zu 8 Jahren oder 160.000 Kilometern abgesichert. Während dieses Zeitraums beziehungsweise bis zum Erreichen dieser Laufleistung werden Mängel an der Batterie behoben oder der Akku ausgetauscht, falls die nutzbare Kapazität unter 70 Prozent des Neuzustandes sinkt.
>> Der Aviloo Batterietest zum Hyundai Ioniq 5 als PDF <<
Fazit
Im Jahr 2021 noch äußerst futuristisch anmutend, ist das immer noch modern wirkende Design des Hyundai Ioniq 5 mittlerweile zum gewohnten Bild auf unseren Straßen geworden. Wer einen Mittelklasse-Stromer fahren möchte, der für 4,6 Meter Länge überraschend viel Innenraum bietet, sollte sich den Ioniq 5 etwas genauer anschauen. Die vernünftige Reichweite und hohe Ladegeschwindigkeit machen ihn auch für die Langstrecke attraktiv.
Das Testfahrzeug weist nur geringe Gebrauchsspuren auf. Altersbedingt sind einige leichte Kratzer und Steinschläge an der Karosserie zu erkennen. Die Sitze haben die Laufleistung in sehr gutem Zustand hinter sich gebracht, minimale Falten sind am Fahrersitz zu erkennen. Zwei etwas stärkere Kratzer befinden sich am rechten Schweller. Der Gesamtzustand des viereinhalb Jahre alten Hyundai Ioniq 5 ist durchaus als gepflegt zu bezeichnen. (Text und Bild: Armin Hoyer)
Technische Daten
| Modell | Hyundai Ioniq 5 Top Line Long Range (2021) |
|---|---|
| Leistung | 218 PS (160 kW) |
| Drehmoment | 350 Nm |
| Motor | Permanenterregte Synchronmaschine |
| Antrieb | Heckantrieb, 1-Gang-Getriebe |
| Batteriekapazität (netto) | 72,6 kWh Lithium-Ionen |
| Elektrische Reichweite | 400–430 km (realistisch), 481 km (WLTP) |
| Ladeleistung (AC/DC) | 11 kW / 220 kW |
| Ladedauer (AC/DC) | 10–100 % in 6:30 h / 10–80 % in 18 min |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 16,8 kWh/100 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert | 0 g/km |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 7,4 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 185 km/h (abgeregelt) |
| Abmessungen (L/B/H) | 4,64 m / 1,89 m / 1,61 m |
| Radstand | 3,00 m |
| Wendekreis | 12,00 m |
| Kofferraumvolumen | 531–1.591 l |
| Volumen Frunk | 57 l |
| Leergewicht | 1.990 kg |
| Neupreis (AT, 2021) | ab 56.990 Euro |
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