Dacia Spring (2026): Jetzt aufgemotzt mit 100 PS!

Mit einem Basispreis von 16.900 Euro bleibt der Dacia Spring electric eines der günstigsten E-Autos. Zum neuen Modelljahr bekommt das Stadtauto eine Leistungsspritze. 100 PS - damit kommen beim Spring so etwas wie Frühlingsgefühle auf. Auch weil das Fahrwerk überarbeitet wurde.


Der Dacia Spring electric auf einen Blick

Was uns gefällt

Eine echte Handbremse, so schön nostalgisch.

Was wir vermissen

Bessere Qualität im Innenraum.

Ideal wenn …

… man keine Langstrecken fahren muss.

Die Alternativen

Leapmotor T03, Citroën ë-C3, Hyundai Inster.


Stärken

  • Geringer Preis
  • Kleiner Verbrauch
  • Fahrspaß mit 73 kW / 100 PS

Schwächen

  • Mangelnde Traktion
  • Kaum Platz im Fond
  • Wenig Reichweite

DaciaSpring-Action©AdrienCortesi-4

100 PS - jetzt kann man sogar überholen

Dacia macht seinen Elektro-Floh Spring flügge und dürfte damit bei der Kundschaft für Frühlingsgefühle sorgen, die das kleine Elektroauto bislang aus Mangel an Leistung verschmäht hat. Den in China produzierten Kleinwagen gab es bislang nämlich nur mit eingebautem Überholverbot. Mit maximal 65 PS konnte man höchstens Radfahrer oder Pferde-Fuhrwerke stressfrei passieren. Auch Fahrwerk und Lenkung ließen zu wünschen übrig.

Das ist beim neuen Modell passé. Die Renault-Tochter mit Sitz in Rumänien hat den Spring mit einem 100-PS-Elektromotor ausgestattet, der jetzt in 9,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 rennt. Aber auch an anderen Stellschrauben haben die Entwickler gedreht. Und so wurde die erste Ausfahrt mit dem Elektro-Floh tatsächlich ein Ausflug mit Spaßfaktor.

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Wenig Platz im Fond, aber der Kofferraum ist passabel

Was ist neu am 16.900 Euro teuren Viersitzer, der sich seit der Markteinführung 2021 in Deutschland rund 40.000-mal verkauft hat? Die etwas dröge Optik der ersten Generation ist ja schon seit 2024 Geschichte. Wer will, entdeckt nun sogar so etwas wie Flair im Blechkleid. Beim Facelift 2026 kommen zusätzliche Verkleidungen dazu und ein neuer Heckspoiler. Das alles dient einer besseren Aerodynamik. Das Cockpit bietet einen serienmäßigen 7-Zoll-Digital-Bildschirm.

Über „Media Control“ lassen sich darauf bestimmte Smartphone-Funktionen wie Musik oder Telefonanrufe spiegeln. Es muss aber nicht immer so spartanisch sein: Spring-Kunden können sich mittlerweile sogar einen 10,1 Zoll großen Touchscreen bestellen. Apple CarPlay und Android Auto lassen sich drahtlos verbinden. Serienmäßig an Bord sind auch drei YouClip-Befestigungspunkte. Hier lässt sich Dacia-Zubehör wie zum Beispiel eine Handyhalterung oder Taschen anbringen. Ein Raumwunder ist der Spring nach wie vor nicht.

Wenn es sein muss, kann man mit einer Körpergröße von 1,75 Metern sogar hinten sitzen. Eine gewisse körperliche Grundgelenkigkeit sollte jedoch vorhanden sein, sonst dürfte es schwierig werden, sich durch die schmale Türöffnung hinein- und wieder hinauszuschlängeln. Der Kofferraum bleibt ordentlich. Bei umgeklappten Sitzen passen 1004 Liter rein, normal sind es 308 Liter - das ist passabel für ein nur 3,70 Meter langes Auto.

DaciaSpring-Statique©AdrienCortesi-40

Stabilisator an Bord: Auch beim Fahrwerk hat Dacia nachgebessert

Die größten Änderungen hat Dacia beim Antriebsstrang vorgenommen. Die neue 24,3 kWh große Lithium-Eisenphosphat-Batterie wurde in der Mitte des Unterbodens platziert. Das sorgt für eine steifere Struktur, eine bessere Gewichtsverteilung und damit für mehr Balance. Das merkt man auch beim Fahren. In den Kurven fühlt sich der Spring stabiler und präziser an als früher. Dazu tragen auch die 15-Zoll-Räder bei, die es optional gibt, und natürlich die neu abgestimmte elektrische Servolenkung.

Überarbeitet wurde auch das Fahrwerk, sogar ein Stabilisator ist erstmalig an Bord. Und weil man gerade schon dabei war, hat man auch noch einen anderen Mangel beseitigt. Durch stärkere Bremsen steigt auch hier das Sicherheitsgefühl.

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Willkommen in der neuen Liga: Spring spurtet in unter 10 Sekunden von 0 auf 100

Dass sich der neue Spring jetzt relativ agil bewegen lässt, liegt am neuen 73 kW / 100 PS starken Elektromotor, der das unter einer Tonne wiegende Auto in 9,6 Sekunden auf Tempo 100 bringt. Bei 125 km/h ist Schluss. Die ehemalige Basisversion mit 45 PS genehmigte sich 19,1 Sekunden. Sie hat jetzt 70 PS. Beim Verbrauch bleibt sich der Spring treu. Zwischen 13 und 14 kWh sollen es laut Hersteller sein. Wir benötigten auch bei dynamischer Fahrweise 13,3 kWh.

Apropos Dynamik: Nicht immer sattelfest zeigte sich der Frontantrieb. Die Reifen drehten schnell durch, hier ist noch deutlich Luft nach oben. Der Akku ist zwar kleiner, bietet aber trotzdem eine Reichweite von bis zu 225 Kilometern. Das reicht laut Dacia bei einer durchschnittlichen Kundennutzung von 34 Kilometern am Tag sogar für eine ganze Woche. Aufgeladen wird mit einem neuen 40-kW-Gleichstrom-Gerät (Aufpreis 600 Euro). Bei Wechselstrom fließen 7 kW. Das heißt, von 20 (!) auf 80 Prozent geht es im Idealfall in einer halben Stunde. An der Wallbox dauert es drei Stunden und 20 Minuten, an der Haushaltssteckdose über zehn Stunden.

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Erstes Fazit

Der Spring verlässt als letztes Dacia-Modell die Billigheimer-Nische und bietet für Preise zwischen 16.900 und 19.700 Euro mittlerweile einen anständig ausgerüsteten Stromer. Zum Vergleich: Der schärfste Konkurrent Leapmotor T03 kostet in der Basis 18.900 Euro. Der Spring punktet auch beim Verbrauch, die Reichweite ist hingegen überschaubar. In Kauf nehmen muss man auch das ein oder andere Billig-Plastik und den Blechdosen-Sound, wenn man die Türen zufallen lässt. Aber dafür macht das Fahren mittlerweile Spaß. Guter Abzug und ein ordentliches Fahrwerk – der Elektro-Floh ist flügge geworden und auf dem besten Weg erwachsen zu werden. (Text: Rudolf Bögel | Bilder: Dacia)

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Rudolf Bögel

Rudolf Bögel ist seit 2022 freier Redakteur bei AutoScout24. Er schwärmt für elegante Limousinen und drehfreudige Saugmotoren, fährt privat jedoch überwiegend elektrisch: im Honda e, gespeist von der eigenen PV-Anlage. Seine heimliche Leidenschaft gilt Oldtimern – vom Mercedes-Benz 190 „Heckflosse“ über den Triumph Spitfire Mk II bis hin zum Ford Granada Coupé 2.6 Ghia. Über Geschmack lässt sich streiten, über gute Autos nicht.

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