Audi RS 5 Limousine (2026) im Test: Hier geht es richtig zur Sache

Mit der neuen Audi RS 5 Limousine schlagen die Ingolstädter ein neues Kapitel auf. Erstmals setzt das sportliche Topmodell auf einen Plug-in-Hybridantrieb. Im Test zeigt sich, ob das Zusammenspiel aus V6-Biturbo und Elektroantrieb dem Charakter und der Performance eines echten RS gerecht wird.

Das Wichtigste zuerst

AutoScout24-Bewertung: 8,6 von 10 Punkten.

Die neue Audi RS 5 Limousine ist der erste Performance-Plug-in-Hybrid von Audi Sport. Der 2,9-Liter-V6-Biturbo und die E-Maschine bringen es gemeinsam auf 470 kW (639 PS) und 825 Nm. In 3,6 Sekunden geht es auf Tempo 100, optional sind 285 km/h möglich. Für die Fahrdynamik setzt Audi unter anderem auf den Quattro-Antrieb mit Dynamic Torque Control. Ein eigener Elektromotor an der Hinterachse ermöglicht dabei eine aktive Momentenverteilung zwischen den Hinterrädern. Als Kontrastprogramm kann der Mittelklasse-Sportler auch rein elektrisch mit einer WLTP-Reichweite von bis zu 84 Kilometern gefahren werden. Preislich startet die Audi RS 5 Limousine in Österreich bei 109.860 Euro, die Kombi-Version Avant gibt es ab 111.960 Euro.


Stärken, Schwächen, Alternativen

Was uns gefällt

Dass derart dynamische Fahrmaschinen aktuell noch gebaut werden.

Was wir vermissen

Etwas mehr Premium im Innenraum.

Ideal, wenn …

… man die Wahl zwischen rasanter RS-Performance und rein elektrischem Dahingleiten haben möchte.

Die Alternativen

Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio, BMW M3 Limousine


Stärken

  • High-Performance-Antrieb
  • Nahezu unglaubliche Kurven-Performance
  • Breiter Einsatzbereich

Schwächen

  • Hartplastik im Innenraum
  • Kleiner Kofferraum
  • Laden mit maximal 11 kW

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Kraftvoller Auftritt in echter RS-Manier

Gegenüber seiner zivilen Basis A5 tritt die neue Audi RS 5 Limousine wesentlich kraftvoller auf. Auffälligste Änderung ist die um rund neun Zentimeter breitere Karosserie mit den deutlich ausgestellten Radkästen, die uns bei jedem Blick in die Außenspiegel ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Die breite Front mit dem RS-spezifischen dreidimensionalen Singleframe, den abgedunkelten Matrix-LED-Scheinwerfern mit Tagfahrlichtsignatur im Zielflaggen-Design sowie den speziellen Lufteinlässen bringt auf der Autobahn schon rein optisch jede Menge Überholprestige.

Und ist man erst mal vorbei, kommt das noch dynamischer wirkende Heck mit den beiden großen, ovalen Endrohren der RS-Sportabgasanlage im ausgeprägten Diffusor zum Tragen. Ein durchgehendes Leuchtenband mit auffällig gezeichneten OLED-Rückleuchten und der kleine Heckspoiler komplettieren den dynamischen Auftritt. Schwarze 21-Zoll-Felgen mit Reifen der Dimension 285/30 gehören für einen RS zum guten Ton. Dass dieser Krawalloptik durchaus eine performancetechnische Ursache zugrunde liegt, wird sich in der Folge noch zeigen.

Plug-in-Hybridantrieb mit jeder Menge Power

Schon beim rein elektrischen Anstarten der Audi RS 5 Limousine ertönt ein künstlich generierter Motorsound, der täuschend echt klingt und damit die sportliche Richtung bereits unterstreicht. Sobald jedoch der V6-Biturbo durch Kick-down, Wahl eines entsprechenden Fahrmodus oder automatisches Dazuschalten zum Hybrid-Antrieb zum Leben erwacht, kommt noch deutlich mehr Leben in die Bude. Die absolute Eskalationsstufe beim Motorsound erfolgt aber im Fahrmodus „RS Sport“. Durch die spezielle Steuerung der Abgasklappen ertönt dann betörende Musik für Petroheads, die jedoch in keiner Phase zu aufdringlich wirkt.

Sobald der High-Performance-Hybrid all seine Register zieht, stehen eine Systemleistung von 470 kW (639 PS) und ein Drehmoment von 825 Nm zur Verfügung. Die Beschleunigung des 2,4-Tonners von null auf Tempo 100 erfolgt in gerade einmal 3,6 Sekunden. Dank der Unterstützung des Elektromotors verläuft die Kraftentfaltung dabei vom ersten Moment an äußerst vehement und gleichmäßig. Da das Testfahrzeug über das optionale Audi Sport Paket verfügt, ist die elektronisch abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 auf 285 km/h erhöht. Das wollen wir natürlich ausprobieren und begeben uns daher auf die deutsche Autobahn A95 zwischen München und Garmisch-Partenkirchen.

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Das Audi Sport Paket wirkt

In den langgezogenen Kurven der Autobahn A95 ist die Audi RS 5 Limousine erstmals so richtig in ihrem Element und kommt dabei ordentlich in Fahrt. Abgesehen vom restlichen Verkehrsaufkommen beschleunigt der High-Performance-Hybrid mühelos bis zur Höchstgeschwindigkeit von 287 km/h laut Tacho. Diese erreichen wir sowohl im sechsten als auch im siebten Gang der 8-Gang-Tiptronic. Auf Wunsch können die Gänge auch manuell über die Schaltwippen hinter dem Lenkrad gewechselt werden. Selbst bei Höchstgeschwindigkeit liegt die 4,90 Meter lange Limousine vollkommen ruhig auf der Straße.

Die zuvor auf der Bundesstraße noch als unkomfortabel hart empfundene Dämpfereinstellung im RS Sport-Modus erweist sich jetzt in den Hochgeschwindigkeitskurven als Garant für hervorragende Fahrstabilität. Das adaptive RS-Sportfahrwerk arbeitet mit geregelten 2-Ventil-Dämpfern, bei denen Zug- und Druckstufe unabhängig voneinander angesteuert und kontinuierlich an die Fahrsituation angepasst werden. Dadurch meistert die Audi RS 5 Limousine den Spagat zwischen sportlicher Härte und komfortabler Abstimmung ausgesprochen gut.

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Entspannung nach Kurvenjagd auf höchstem Niveau

Nach dem Highspeed-Test auf der Autobahn interessiert uns noch die Performance in engen Kurven und Kehren, die durch die dynamische Drehmomentverteilung an der Hinterachse in neue Dimensionen vorstoßen soll. Dank eines zusätzlichen Elektromotors kann das System innerhalb von 15 Millisekunden bis zu 2.000 Nm Differenzmoment zwischen den Hinterrädern erzeugen. Wir verlassen dazu die A95 und begeben uns nach Kochel am See auf die Kesselbergstraße.

Und tatsächlich: Es ist erstaunlich, wie der Quattro-Antrieb der allerneuesten Generation die Audi RS 5 Limousine förmlich in die Kurven hineindreht. Überragende Performance, erstaunlich hohe Kurvengeschwindigkeiten ohne jegliches Unter- oder Übersteuern – da ist Audi wirklich ein großer Wurf gelungen. Im Anschluss an die beherzte Kurvenjagd reicht ein kurzer Druck auf den Fahrmodusschalter und wir gleiten vollelektrisch und mit deutlich komfortablerer Fahrwerksabstimmung am Walchensee entlang – als wäre davor nichts gewesen. Dies zeigt eindrucksvoll, welch große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten die Audi RS 5 Limousine bietet.

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Licht und Schatten im Innenraum

Einen ersten hochwertigen Eindruck vermitteln die Nappaleder-Sportsitze mit Wabensteppung und roten Kontrastnähten sowie die zahlreichen mit Mikrofaser bezogenen Verkleidungsteile. Bei näherer Betrachtung fällt der Blick allerdings auch im Sichtbereich auf einige Hartplastikteile, die in dieser Fahrzeugklasse eigentlich nichts verloren haben. Als zusätzliche Beeinträchtigung der Qualitätsanmutung stellen sich gegen Ende des Tests lästige Knarzgeräusche im Bereich des Übergangs vom Armaturenbrett zur rechten Türverkleidung ein.

Das mit Mikrofaser bezogene Lenkrad liegt angenehm in der Hand, ist dabei aber keine Augenweide. Dazu kommt, dass die rote 12-Uhr-Markierung im Falle des Testfahrzeugs eigenartig abgenutzt wirkt. Hier würden wir das serienmäßige Lenkrad mit perforiertem Lederbezug zumindest aus optischer Sicht eindeutig bevorzugen. Die beiden zusätzlichen roten Tasten unter den schwarz gehaltenen Bedienelementen sind in jedem Fall vorhanden und bieten direkten Zugriff auf die RS-Modi und die Boost-Funktion, die auf Knopfdruck in jedem Fahrmodus für zehn Sekunden die maximale Beschleunigungsleistung bereitstellt.

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Die Ablagemöglichkeiten in der Audi RS 5 Limousine sind überschaubar, da die Fächer in den Türverkleidungen sowie der Stauraum unter der Mittelarmlehne und das Handschuhfach eher klein ausfallen. In der Mittelkonsole befinden sich zudem nur zwei Getränkehalter und ein Fach zum induktiven Laden eines Smartphones. Trotz des Radstandes von 2,91 Metern fallen die Platzverhältnisse auf der Rückbank für ein Fahrzeug der Mittelklasse nicht gerade üppig aus. Bei größeren Fahrern kann es hinten mit der Beinfreiheit schon etwas knapp werden.

Die Kopffreiheit geht auf den beiden äußeren Plätzen bis zu einer Körpergröße von rund 1,80 Metern in Ordnung, am mittleren Sitz wird es durch die Wölbung im Dachhimmel hingegen schon etwas eng. Der Kofferraum ist durch die weit aufschwingende Heckklappe gut zugänglich. Aufgrund der im hinteren Bereich des Fahrzeugs angeordneten Batterie fällt das Volumen vergleichsweise klein aus. Mit gerade einmal 331 Litern liegt man hier deutlich hinter der Konkurrenz. Das Umlegen der Rücksitze erweitert den Stauraum auf 1.170 Liter.

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Rein elektrisches Fahren als praxistaugliche Option

Der Verbrauch ist für ein Fahrzeug dieser Leistungsklasse durchaus angemessen. Auf der Testfahrt, bestehend aus Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn, ambitionierter Kurvenfahrt und sanftem Dahingleiten auf der Bundesstraße, genehmigte sich die Audi RS 5 Limousine im Schnitt zwölf Liter Benzin und 3,6 kWh Strom auf 100 Kilometern. Bei alltäglichen Fahrten auf der Bundesstraße, zum größten Teil im Balanced-Modus, findet der Teilzeitstromer mit 4,9 Litern und 12,9 kWh auf 100 Kilometern das Auslangen. Mit leerer Batterie erzielen wir im Test bei gemäßigter Fahrweise einen Verbrauch von neun Litern, der mit dem 48 Liter fassenden Tank eine Reichweite von gut 500 Kilometern ermöglicht.

Rein elektrisch schaffen wir mit der zu 50 Prozent geladenen 22-kWh-Batterie (netto) bei rund 20 Grad Außentemperatur und leichten Anstiegen auf der Bundesstraße 43 Kilometer. Hochgerechnet entspricht das einer Praxisreichweite von 86 Kilometern und liegt damit knapp über dem WLTP-Wert. Noch praxistauglicher würde das rein elektrische Fahren in der Audi RS 5 Limousine werden, wenn das Laden nicht auf eine maximale Leistung von 11 kW beschränkt wäre und man so unterwegs zum Beispiel während eines Einkaufs deutlich mehr nachladen könnte. Im Test dauert eine Ladung von 10 auf 100 Prozent rund 2,5 Stunden.

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Fazit

Es ist äußerst erfreulich, dass der Ingolstädter Autohersteller mit der Audi RS 5 Limousine in Zeiten wie diesen noch eine Fahrmaschine dieser Güte auf die Beine stellt. Der einerseits aufgrund des hohen Gewichts für die Fahrdynamik eine Herausforderung darstellende Plug-in-Hybrid-Antrieb bringt andererseits eine Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten, die vom High-Performance-Sportgerät bis hin zum sozial verträglichen Stromer reicht. Dazu kommt ein Fahrwerk, das an Qualität und Anpassungsfähigkeit kaum zu überbieten ist. Etwas mehr Liebe zum Detail würden wir uns im Innenraum wünschen, ansonsten können wir die eingeschlagene Richtung nur begrüßen. (Text und Bild: Armin Hoyer)

AutoScout24 Scores

Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.

Score
8,6
Design
9,5
Bedienbarkeit
8,5
Komfort
8,0
Alltagstauglichkeit
8,2
Fahreigenschaften
9,8
Antrieb
9,2
Effizienz
8,0
Preis-Leistungs-Verhältnis
8,2
Ausstattung
8,0
Sicherheit
8,5

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Audi RS 5 Limousine

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Armin Hoyer

Armin Hoyer is sinds 2025 als freelance redacteur actief voor het AutoScout24 Magazine in Oostenrijk. Met zijn jarenlange ervaring als motorjournalist en communicatie-expert in de auto- en motorbranche maakt de in Tirol woonachtige schrijver content voor de mobiliteitssector. Voor AutoScout24 schrijft hij vooral over zijn ervaringen met gebruikte en nieuwe elektrische auto’s en motorfietsen. Daarnaast doet hij verslag van de hoogtepunten van de belangrijkste beurzen van het jaar.

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