Autobewertung: So findest du heraus, was dein Auto wert ist

Was dein Auto wert ist, entscheidet am Ende der Markt: also das, was vergleichbare Autos mit ähnlichem Alter, Kilometerstand und Ausstattung gerade kosten. Am schnellsten findest du das mit einer kostenlosen Online-Bewertung heraus. Für einen belastbaren Wert vor einem Verkauf an den Händler lohnt sich zusätzlich ein Blick auf den Autopreisspiegel oder eine Bewertung nach einer Kaufüberprüfung.
Wer ein Auto verkaufen will, steht zuerst vor dieser einen Frage. Setzt du den Preis zu hoch an, bleibt das Telefon still. Setzt du ihn zu niedrig an, merkst du es erst, wenn sich innerhalb einer Stunde zehn Interessenten melden.
Wir zeigen dir die drei Wege zum Autowert, welche Daten du dafür brauchst und was du tun kannst, damit dein Auto mehr bringt.
Das Wichtigste in Kürze
• Den Autowert bestimmst du über Vergleichsinserate, eine kostenlose Online-Bewertung oder eine Bewertung durch Fachleute.
• Unsere Online-Bewertung vergleicht dein Auto mit über 10 Millionen Angeboten und ist kostenlos.
• ÖAMTC-Mitglieder haben pro Kalenderjahr 5 kostenlose Abfragen im Autopreisspiegel, beim ARBÖ sind es online bis zu 3.
• Händler und Versicherungen arbeiten in Österreich meist mit Eurotax. Für Privatpersonen ist Eurotax nicht direkt erhältlich.
• Den genauen Fahrzeugtyp findest du am schnellsten über den Nationalen Code im Zulassungsschein.
Drei Wege zum Autowert
Es gibt drei Wege, und jeder hat seine Stärke: Vergleichsinserate geben ein schnelles Gefühl, eine Online-Bewertung liefert in wenigen Minuten einen Marktwert, und eine Bewertung durch Fachleute berücksichtigt den echten Zustand.
| Weg | Kosten | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Vergleichsinserate | kostenlos | du siehst echte Angebote in deiner Region | wenige Treffer, Angebotspreise statt Verkaufspreise |
| Online-Bewertung | kostenlos | schnell, viele Vergleichsdaten | Zustand fließt nur grob ein |
| Autopreisspiegel bei ÖAMTC oder ARBÖ | Mitglieder: 5 bzw. 3 Abfragen pro Jahr gratis, ARBÖ sonst 7 Euro | basiert auf Preisen verkaufter Autos | online nur für Autos bis 10 Jahre |
| Bewertung nach Kaufüberprüfung | je nach Fahrzeug | echter Zustand wird geprüft | kostet Zeit und Geld |
Für die meisten Privatverkäufe reicht eine Online-Bewertung als Startpunkt. Ist dein Auto älter, sehr gepflegt oder hat es Schäden, lohnt sich zusätzlich der Blick von Fachleuten.
So funktioniert unsere Online-Bewertung
Unsere Bewertung vergleicht dein Auto mit über 10 Millionen Angeboten privater und gewerblicher Verkäufer und berechnet daraus eine Preisempfehlung für dein Inserat, inklusive Verhandlungsspielraum. Grundlage sind Marke, Modell, Alter, Kraftstoff, Leistung, Getriebe, Kilometerstand und Ausstattung.
Das Ergebnis ist ein Angebotspreis, der zur aktuellen Marktlage passt. Was du am Ende tatsächlich bekommst, hängt davon ab, ob du privat oder an einen Händler verkaufst und wie gut du verhandelst. Ein Händler zahlt in der Regel weniger als ein Privatkäufer, weil er das Auto aufbereiten, Gewährleistung geben und wieder verkaufen muss.
Für die Bewertung gibst du deine E-Mail-Adresse an. So bekommst du das Ergebnis und auf Wunsch weitere Infos zum Verkauf.
Autopreisspiegel und Eurotax: die Werte aus der Branche
Wenn ein Händler oder eine Versicherung einen Wert nennt, steckt meist Eurotax dahinter. Eurotax gilt in Österreich als Bewertungsstandard und wird von Handel, Herstellern, Fuhrparks, Versicherungen und Sachverständigen genutzt. Privatpersonen können Eurotax nicht direkt kaufen.
Für dich gibt es eine Alternative: den Autopreisspiegel. Den nutzen die Autofahrerclubs. ÖAMTC-Mitglieder haben pro Kalenderjahr 5 Gratis-Abfragen, Abfragen ohne Ergebnis werden nicht abgezogen. Beim ARBÖ sind online bis zu 3 Abfragen im Jahr gratis, danach kostet eine Abfrage 7 Euro.
Der Autopreisspiegel basiert auf Preisen tatsächlich verkaufter Autos. Online lassen sich Fahrzeuge bis 10 Jahre bewerten, sehr seltene Modelle nicht. Nach einer Kaufüberprüfung beim ÖAMTC kannst du dir am Stützpunkt außerdem einen Richtwert geben lassen, der den geprüften Zustand berücksichtigt.
Diese Daten brauchst du für die Bewertung
Je genauer deine Angaben, desto genauer der Wert. Die meisten Daten findest du im Zulassungsschein und im Typenschein, den Rest im Serviceheft.
| Angabe | Wo du sie findest |
|---|---|
| Marke, Modell, Ausstattungslinie | Zulassungsschein, Typenschein |
| Erstzulassung (Monat und Jahr) | Zulassungsschein |
| Kraftstoff, Leistung, Getriebe | Zulassungsschein, Typenschein |
| Nationaler Code | Zulassungsschein, identifiziert den genauen Fahrzeugtyp |
| Kilometerstand | Tacho |
| Sonderausstattung | Typenschein, Bestellunterlagen, Serviceheft |
| Wartung und Reparaturen | Serviceheft, Rechnungen, letztes Pickerl-Gutachten |
Gib ehrlich an, ob es Vorschäden oder Mängel gibt. Ein zu schöner Wert hilft dir nichts, wenn der Käufer bei der Besichtigung nachverhandelt.
Was den Wert beeinflusst
Alter und Kilometerstand bestimmen den Grundwert, der Zustand entscheidet, wie nah du an die obere Grenze kommst. Ein lückenloses Serviceheft, ein frisches Pickerl, gute Reifen und ein gepflegter Innenraum machen beim Käufer sofort einen besseren Eindruck.
Gefragte Ausstattung wie Automatik, Navigation, Assistenzsysteme oder eine Anhängevorrichtung hebt den Wert. Seltene Farben oder Umbauten können ihn dagegen drücken, weil weniger Käufer danach suchen. Auch die Saison spielt mit: Ein Cabrio verkauft sich im Frühling leichter als im November.
Wenig Aufwand bringt oft viel. Eine gründliche Reinigung, kleine Reparaturen und vollständige Unterlagen kosten dich wenig und nehmen dem Käufer Argumente für Preisnachlässe.
Wann sich eine Bewertung durch Fachleute lohnt
Eine Bewertung durch Fachleute lohnt sich immer dann, wenn der Zustand deines Autos stark vom Durchschnitt abweicht. Das gilt in beide Richtungen: für ein besonders gepflegtes Auto mit wenig Kilometern genauso wie für eines mit Unfallschaden, Rost oder anstehenden Reparaturen.
Eine Online-Bewertung kann den Zustand nur grob berücksichtigen. Fachleute sehen sich das Auto an, prüfen Technik und Karosserie und machen eine Probefahrt. Beim ÖAMTC bekommst du nach einer Kaufüberprüfung am Stützpunkt zusätzlich einen Richtwert aus dem Autopreisspiegel, der den geprüften Zustand berücksichtigt.
Für dich als Verkäufer hat das einen zweiten Vorteil: Ein aktueller Prüfbericht beruhigt Kaufinteressenten und nimmt ihnen Argumente, den Preis zu drücken. Bei Oldtimern, seltenen Modellen und stark umgebauten Autos kommst du um ein Gutachten meist nicht herum, weil Online-Tools dafür zu wenige Vergleichsdaten haben.
Typische Fehler bei der Preisfindung
Die meisten Fehler entstehen, weil Verkäufer ihr Auto anders sehen als Käufer. Diese Punkte solltest du vermeiden:
• Nur das teuerste Vergleichsinserat ansehen. Angebotspreise sind Wunschpreise, kein Verkaufspreis.
• Investitionen eins zu eins aufschlagen. Neue Reifen oder ein teures Service heben den Wert, aber selten um den vollen Betrag.
• Mängel verschweigen. Spätestens bei der Besichtigung fallen sie auf, und dann wird nachverhandelt.
• Den Preis nie anpassen. Kommen nach zwei Wochen keine ernsthaften Anfragen, ist der Preis meist zu hoch.
• Ohne Spielraum inserieren. Fast jeder Käufer handelt, plane das von Anfang an ein.
Vom Wert zum Preis
Der ermittelte Wert ist dein Startpunkt, nicht dein Endpreis. Setz den Inseratspreis etwas über deine Schmerzgrenze, damit Spielraum für die Verhandlung bleibt, aber nicht so hoch, dass niemand anfragt.
Willst du schnell verkaufen, ist der Verkauf an einen Händler oder die Inzahlungnahme beim Neuwagenkauf der kürzeste Weg. Dafür gibst du etwas vom Preis ab. Verkaufst du privat, holst du meist mehr heraus, brauchst aber Zeit für Besichtigungen, Probefahrten und den Kaufvertrag.
Welche Unterlagen du dafür bereitlegen solltest, erklären wir im Ratgeber zu den Dokumenten beim Autoverkauf.
Häufige Fragen
Quellen und Stand
ÖAMTC, Autopreisspiegel Fahrzeugbewertung · finanzinfo.at, Autowert ermitteln in Österreich (Stand Oktober 2026). Geprüft am 30.10.2026.
Alle Artikel
Alle ansehen
Auto-Export: So gelingt es, dein Auto ins (EU-)Ausland zu verkaufen
Die Freude ist groß: Endlich ist ein Käufer für deinen Gebrauchtwagen gefunden. Damit der Export bzw. das Autoverkaufen ins (EU-)Ausland genauso reibungslos wie im Inland abläuft, haben wir dir die wichtigsten Infos in unserem Ratgeber zusammengefasst.

Auto verschrotten lassen: Was gibt es zu beachten?
Der Hauptgrund, das eigene Auto verschrotten zu lassen, liegt häufig auf der Hand: Das Fahrzeug ist nicht mehr fahrtüchtig und lässt sich auch nicht mehr verkaufen. In diesem Fall ist es fachgerecht zu entsorgen. Dieser Ratgeber verrät, welche Möglichkeiten es dabei gibt und was es zu beachten gilt.

Finanziertes Auto verkaufen: So geht’s!
Für das Traumauto ist oftmals die Finanzierung über eine Bank oder das Leasing bei einem Autohaus eine gute Alternative. Was passiert aber, wenn du das Fahrzeug vorzeitig verkaufen möchtest? Alles, was du dazu beachten musst, findest du hier.
