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Wie sinnvoll ist eine Gebrauchtwagen-Garantie?

Das Risiko unvorhersehbarer Defekte bei gebraucht gekauften Autos lässt sich versichern. Diese Gebrauchtwagen-Garantien wiegen die Kunden in Sicherheit, sorgen aber zugleich für Zusatzkosten.

Für einen Neuwagen entscheiden sich viele Autokunden unter anderem aufgrund umfangreicher Garantieleistungen der Hersteller. Ähnliche Rund-um-sorglos-Pakete werden mittlerweile auch für Gebrauchtfahrzeuge angeboten. Fast alle Autohersteller bieten, oft schon im Kaufpreis inkludiert, diese freiwillige und oft auch umfangreiche Leistung vor allem für jüngere Gebrauchtfahrzeuge an. Alternativ lassen sich Gebraucht-Garantien über freie Anbieter abschließen. In jedem Fall entstehen Zusatzkosten. Für den Gebrauchtwagen-Käufer kann sich diese Investition lohnen, muss sie aber nicht.

Was leistet eine Gebrauchtwagen-Garantie?

Eine Gebrauchtwagen-Garantie ist nicht mit der gesetzlich vorgeschriebenen Sachmängelhaftung gleichzusetzen. Verkauft ein Händler einen Gebrauchtwagen, ist dieser per Gesetz zur Sachmängelhaftung verpflichtet. Doch Anspruch auf kostenlose Nachbesserung gewährt diese dem Fahrzeugkäufer nur für Defekte, die bereits während der Fahrzeugübergabe vorgelegen haben. Die Ansprüche der Gebrauchtwagen-Garantien gehen in der Regel über diese Leistung hinaus und versprechen so dem Kunden zusätzliche Sicherheit vor teuren Reparaturen. Wird eine Zusatz-Garantie abgeschlossen, hat diese wiederum keinen Einfluss oder eine einschränkende Auswirkung auf die Sachmängelhaftung.

Grundsätzlich werden für die zusätzlichen Leistungen einer Garantie auch zusätzliche Kosten fällig. Letztlich handelt es sich um eine Versicherung, die für den Käufer die finanziellen Risiken unvorhersehbarer Schadenfälle minimieren soll. Für eine Gebrauchtwagen-Garantie gibt es allerdings keine vom Gesetzgeber festgelegte Regelung über deren Umfänge. Die Garantien der Autohersteller können sich zum Teil sehr deutlich in ihren Leistungen unterscheiden. Das trifft sowohl auf herstellereigene wie markenunabhängigen Angeboten zu.

Das Kleingedruckte beachten

Aufgrund der Heterogenität der Angebote sollte man den Vertrag – auch das Kleingedruckte – genau durchlesen. Die Garantien enthalten unter anderem Einschränkungen bezüglich des Fahrzeugalters oder der Kilometerlaufleistung, außerdem beziehen sie sich in einigen Fällen nur auf bestimmte Teile oder schließen bestimmte andere aus. Wer zum Beispiel ein Hybrid- oder E-Auto kaufen will, sollte schauen, ob die für solche Fahrzeuge wichtigen Traktionsbatterien von der Garantie ausgeschlossen sind. Auch die Dächer von Cabriolets oder Sonderzubehör können ausgeklammert sein. Darüber hinaus weisen viele Verträge gestaffelte Ausschlusskriterien auf, die abhängig vom Alter oder Kilometerstand sind.

Zum Leistungsumfang von Gebrauchtfahrzeug-Garantien können auch Mobilitätsgarantien gehören, müssen sie aber nicht. Wer im Fall eines Ausfalls seines eigenen Pkw vom Händler erwartet, übergangsweise ein Ersatzfahrzeug gestellt zu bekommen, sollte sich zuvor davon überzeugt haben, ob dieser Leistungsumfang für die abgeschlossene Garantie überhaupt vorgesehen ist.

Verschleißteile sind meist nicht versicherbar

Ebenfalls eine mögliche jedoch nicht in allen Fällen angebotene Leistung betrifft das Umtauschrecht. Es erlaubt dem Gebrauchtwagen-Käufer, das Fahrzeug noch Tage nach dem Kauf zurückzugeben. In einigen Fällen wird dies sogar noch bis 50 Tage nach dem Kauf ermöglicht, in anderem Fällen sind es 30, 15 oder 10 Tage. Es gibt aber auch Garantien, die einen Umtausch grundsätzlich ausschließen.

In der Regel ausgeschlossen von Garantieleistungen sind übrigens Verschleißteile. Sollten also einige Monate nach dem Kauf neue Reifen oder Bremsbelege fällig werden, wird man deren Ersatz trotz Gebrauchtwagen-Garantie selbst zahlen müssen. Sollten Reparaturen aufgrund laienhaft durchgeführter Änderungen am Fahrzeug - etwa aufgrund einer unprofessionellen Tuningmaßnahme - nötig werden, wird die Garantie diese ebenfalls nicht abdecken.

Versicherungspreis ist Ermessenssache

Ähnlich wie ihre Leistungsumfänge können auch die Kosten für eine Gebrauchtwagen-Garantie variieren. In der Regel bewegen sich die Preise für einen 12-Monats-Vertrag auf niedrigem dreistelligem Niveau. Eine genaue Empfehlung für einen angemessenen Preis lässt sich nicht geben. Gerade bei jüngeren Gebrauchten, für die oft fünfstellige Summen gezahlt werden, erscheint der Aufpreis einer Garantie fast schon vernachlässigbar. Das gute Gefühl von zusätzlicher Sicherheit erscheint in Relation zum Kaufpreis jedenfalls nicht teuer. Kommt es zu Garantiefall-Defekten, wird sich die Investition in eine Gebrauchtwagen-Garantie um ein Vielfaches bezahlt machen. Nicht selten erweisen sich jüngere Gebrauchte aber langfristig als rundum zuverlässig, was im Nachhinein bedeutet, dass man eine solche Versicherung umsonst abgeschlossen hat. (Text: mh/sp-x)

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