Kilometergeld in Österreich 2026: Sätze, Regeln und Beispiel

Wer für den Job mit dem eigenen Auto zum Kunden, zur Baustelle oder zur Schulung fährt, zahlt Sprit, Verschleiß und Versicherung zunächst aus eigener Tasche. Das Kilometergeld gleicht genau das aus: 50 Cent für jeden dienstlich gefahrenen Kilometer, steuerfrei, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Der Betrag ist eine Pauschale. Er deckt den Treibstoff ab und darüber hinaus praktisch alle Kosten rund um das Auto. Das macht die Abrechnung einfach, hat aber eine Folge, die viele übersehen: Daneben kannst du keine einzelnen Ausgaben mehr geltend machen.
Hier erfährst du, wie hoch das Kilometergeld 2026 ist, wann es steuerfrei bleibt, was du dafür aufzeichnen musst und was gilt, wenn dein Arbeitgeber weniger zahlt.
Das Wichtigste in Kürze
• Das amtliche Kilometergeld beträgt seit 1. Jänner 2025 für den Pkw 50 Cent pro Kilometer.
• Es gilt nur für Dienstreisen. Der tägliche Weg zur Arbeit zählt nicht dazu.
• Steuerfrei sind höchstens 30.000 Kilometer im Kalenderjahr.
• Mit dem Kilometergeld sind alle Autokosten abgegolten, auch Maut, Vignette und Parkgebühren.
• Du brauchst ein Fahrtenbuch oder andere Belege über die dienstlich gefahrenen Kilometer.
Was das Kilometergeld ist
Das Kilometergeld ist ein Kostenersatz für Fahrten, die du im Auftrag deines Arbeitgebers mit deinem privaten Fahrzeug machst. Der Staat legt dafür einen amtlichen Satz fest. Zahlt dein Arbeitgeber höchstens diesen Betrag aus, ist er für dich steuerfrei und taucht auf dem Lohnzettel nicht als zusätzliches Einkommen auf.
Der wichtigste Begriff dabei ist die Dienstreise. Gemeint sind Fahrten, die du für die Arbeit unternimmst, etwa zu einem Kundentermin, zu einer anderen Filiale oder zu einer Weiterbildung, die dein Arbeitgeber anordnet. Der tägliche Weg von der Wohnung zur Arbeitsstätte gehört ausdrücklich nicht dazu. Dafür gibt es in Österreich die Pendlerpauschale, die über die Steuer läuft und nach eigenen Regeln funktioniert.
So hoch ist das Kilometergeld 2026
Seit 2025 ist das Kilometergeld deutlich höher als in den Jahren davor. Für das Auto gilt seit 1. Jänner 2025 ein Satz von 50 Cent. Für Motorrad und Fahrrad wurde der Betrag zur Jahresmitte wieder gesenkt. Diese Werte gelten auch 2026.
| Fahrzeug | bis 2024 | 1.1. bis 30.6.2025 | seit 1.7.2025 |
|---|---|---|---|
| Pkw | 0,42 Euro | 0,50 Euro | 0,50 Euro |
| Motorrad und Moped | 0,24 Euro | 0,50 Euro | 0,25 Euro |
| Fahrrad | 0,38 Euro | 0,50 Euro | 0,25 Euro |
| Zuschlag je Mitfahrer | 0,05 Euro | 0,15 Euro | 0,15 Euro |
Die Beträge gelten pro gefahrenem Kilometer. Nimmst du auf einer Dienstreise Kolleginnen oder Kollegen mit, kommt für jede mitfahrende Person der Zuschlag dazu.
Was mit dem Kilometergeld abgegolten ist
Die 50 Cent pro Kilometer sollen alle Kosten abdecken, die dein Auto verursacht. Dazu gehören der Wertverlust, Treibstoff und Öl, Service und Reparaturen sowie Zusatzausrüstung wie Winterreifen. Ebenfalls enthalten sind Steuern und Gebühren, also auch Parkgebühren, Maut und Vignette. Dazu kommen alle Versicherungen, der Beitrag zum Autofahrerclub und sogar die Raten für Kredit oder Leasing.
In der Praxis bedeutet das: Mautquittung und Parkschein reichst du nicht zusätzlich ein, wenn du Kilometergeld bekommst. Zahlt dein Arbeitgeber solche Kosten trotzdem extra, ist das in der Regel kein steuerfreier Kostenersatz mehr. Kläre das am besten vorab mit der Lohnverrechnung.
Ob die Pauschale deine echten Kosten trifft, hängt vom Auto ab. Bei einem sparsamen Kleinwagen bleibt oft etwas übrig, bei einem großen Fahrzeug mit hohem Wertverlust kann es knapp werden. Was dein Auto tatsächlich pro Kilometer kostet, rechnest du am einfachsten mit unseren Ratgebern zu Autokosten und Wertverlust nach.
Wann das Kilometergeld steuerfrei ist
Damit dein Arbeitgeber das Kilometergeld ohne Lohnsteuer und Sozialversicherung auszahlen kann, müssen vier Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein.
1. Es liegt eine Dienstreise vor. Die Fahrt muss beruflich veranlasst sein. Private Umwege und der normale Arbeitsweg zählen nicht.
2. Der amtliche Satz wird nicht überschritten. Zahlt dein Arbeitgeber mehr als 50 Cent pro Kilometer, ist der übersteigende Teil steuerpflichtig.
3. Du trägst die Kosten für das Auto selbst. Das Fahrzeug muss auf deine Kosten laufen. Für einen Firmenwagen gibt es kein Kilometergeld.
4. Die Kilometer sind belegt. Du brauchst ein Fahrtenbuch oder andere Unterlagen, aus denen die dienstlich gefahrenen Kilometer hervorgehen.
Steuerfrei sind höchstens 30.000 Kilometer im Kalenderjahr. Wer so viel beruflich unterwegs ist, kommt damit auf bis zu 15.000 Euro steuerfreien Kostenersatz pro Jahr.
Was ins Fahrtenbuch gehört
Ohne Nachweis gibt es kein steuerfreies Kilometergeld. Ein Fahrtenbuch ist dafür der übliche Weg, es muss aber nicht zwingend ein gebundenes Heft sein. Auch eine Tabelle oder eine App funktioniert, solange die Angaben laufend und vollständig geführt werden.
Für jede Dienstfahrt solltest du festhalten, an welchem Tag du gefahren bist und wo die Fahrt begonnen und geendet hat. Dazu kommen der berufliche Zweck und die gefahrenen Kilometer. Der Kilometerstand zu Beginn und am Ende macht die Angaben zusätzlich nachvollziehbar.
Trage die Fahrten am besten gleich am selben Tag ein. Nachträglich rekonstruierte Listen sind bei einer Prüfung schwer zu verteidigen, und das Kilometergeld kann dann im schlimmsten Fall nachversteuert werden.
Rechenbeispiel
Angenommen, du fährst im Jahr 2026 für Kundentermine insgesamt 8.000 Kilometer mit deinem eigenen Auto. Bei 1.500 dieser Kilometer nimmst du eine Kollegin mit.
| Posten | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Kilometergeld Pkw | 8.000 km × 0,50 Euro | 4.000 Euro |
| Zuschlag Mitfahrerin | 1.500 km × 0,15 Euro | 225 Euro |
| Steuerfreier Kostenersatz gesamt | 4.225 Euro |
Zahlt dein Arbeitgeber diesen Betrag aus und ist das Fahrtenbuch vollständig, bekommst du ihn ohne Abzüge. Maut, Vignette und Parken sind darin bereits enthalten.
Wenn der Arbeitgeber weniger oder nichts zahlt
Eine gesetzliche Pflicht, das volle Kilometergeld auszuzahlen, ergibt sich nicht aus dem Steuerrecht. Was du bekommst, hängt von deinem Dienstvertrag und vom Kollektivvertrag ab. Manche Arbeitgeber zahlen weniger als 50 Cent oder gar nichts.
Die Differenz ist für dich trotzdem nicht verloren. Du kannst sie in der Arbeitnehmerveranlagung als Werbungskosten geltend machen. Zahlt dein Arbeitgeber zum Beispiel nur 30 Cent, setzt du die fehlenden 20 Cent pro dienstlichem Kilometer ab. Auch dafür brauchst du das Fahrtenbuch als Beleg.
Sind deine tatsächlichen Kosten höher als das amtliche Kilometergeld, kannst du statt der Pauschale die echten Kosten ansetzen. Das lohnt sich aber nur, wenn du alle Ausgaben fürs Auto lückenlos nachweisen kannst. Wer sich für das Kilometergeld entscheidet, kann daneben keine weiteren Autokosten mehr abziehen.
Kilometergeld oder Firmenwagen
Fährst du viel beruflich, stellt sich irgendwann die Frage, ob ein Firmenwagen günstiger wäre. Mit dem Kilometergeld bleibt das Auto deins, du trägst Wertverlust und Reparaturen selbst und bekommst dafür einen festen Betrag pro Kilometer. Mit einem Firmenwagen zahlt der Arbeitgeber das Auto, dafür versteuerst du die private Nutzung als Sachbezug.
Welche Variante sich rechnet, hängt von deinen dienstlichen und privaten Kilometern und vom Fahrzeug ab. Unser Firmenwagenrechner zeigt dir, wie hoch der Sachbezug ausfällt, und der Ratgeber zum Versteuern des Firmenwagens erklärt die Regeln dahinter.
Häufige Fragen
Quellen und Stand
Bundesministerium für Finanzen, Kilometergeld · oesterreich.gv.at, Kilometergeld. Geprüft am 28.10.2026.
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