Study: Audi TT Offroad Concept – Kann das sein?

Der Trend zum SUV ist ungebrochen und machen sich offroadig angehauchte Modelle in jeder noch so abwegigen Nische breit.

Jüngstes Beispiel für diese SUV-Epidemie ist die jetzt auf der Auto China in Peking vorgestellte Studie Audi TT Concept, die nach Aussage von Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg Ausblick auf ein viertüriges, hochbeiniges Allradmodell der TT-Familie geben soll. Vielleicht sollte man das mit dem künftigen TT-SUV allerdings nicht ganz so wörtlich nehmen. Schmale, aggressiv dreinblickende Schlitzaugen mit LED-Matrix-Leuchten, ein mächtiger, dreidimensionaler Single-Frame-Kühlergrill und ein scharfkantiges sowie eng anliegendes Blechkleid mit coupéhafter Dachlinie – das viertürige Offroad Concept sieht in der Tat dem neuen TT recht ähnlich. Warum allerdings eine rassige Sportwagen-Baureihe mit einem SUV-Modell verwässert werden soll, erscheint angesichts einer noch lückenhaften Q-Familie zumindest kurios.

Q1/Q2 als Countrman/Paceman-Gegner

Vielleicht deutet das TT Offroad Concept vielmehr auf kommende Neuheiten der Q-Familie hin. Hier kursieren diverse Gerüchte um Erweiterungen nach unten und werden dabei gerne die Modellbezeichnungen Q1 und Q2 ins Spiel gebracht. Eine solche Erweiterung wäre in jedem Fall mit Blick auf die Modellpalette von BMW ein logischer Schritt. Mit einem Q1/Q2-Duo könnte Audi sich endlich gegen Mini positionieren, denn der BMW-Ableger bietet ja mit dem Countryman/Paceman-Duo zwei sportliche Kompaktmodelle mit Offroad-Flair.

Als Gegner könnte Audi ein hochbeiniges Derivat mit TT-Genen positionieren. Aufsetzen wird dieses in jedem Fall, wie bereits der TT selbst, auf der MQB-Plattform, mit der Audi gewiss noch einiges vorhaben wird. Während die jetzt in Peking gezeigte Studie als Countryman-Gegner fungieren könnte, wäre das im Januar 2014 in Detroit vorgestellte Konzept Allroad Shooting Brake das entsprechende Paceman-Pendant.

Drei Motoren

Ansonsten bietet das 4,39 Meter lange SUV-Konzept einen derzeit bei Studien so angesagten Plug-in-Hybridantrieb, der sich aus einem 2,0-Liter-Vierzylinder-TFSI (292 PS/380 Nm) zwei E-Motoren (40 kW/220 Nm vorne, 85 kW/270 Nm hinten) hinten zusammensetzt. Als Systemleistung nennt Audi 408 PS und 620 Newtonmeter, was einen Sprint in knapp 5 Sekunden und eine auf 250 km/h abgeregelte Topspeed ermöglichen soll. Rein elektrisch fährt das TT-Derivat allein vom Heckmotor getrieben bis zu 130 km/h schnell und dank einer Lithium-Ionen Batterie bis zu 50 Kilometern weit. Ist der 8,8-Kilowattstunden-Akku leer, geht es mit Benzin weiter. Dieser Doppelherzantrieb ermöglicht dank des besonderen Messverfahrens für Plug-in-Hybride einen Durchschnittsverbrauch von nur 1,9 Liter.

Ansonsten bietet der variable Innenraum des TT Offroad Concept vier Passagieren auf zwei Reihen mit jeweils zwei von einer durchgehenden Mittelkonsole getrennten Einzelsitzen Platz. Die hinteren Sitze sind umlegbar und ergibt sich ein entsprechend geräumiger Kofferraum, der als besonderen Gag ein ferngesteuertes und rein elektrisch getriebenes 1:8-Modell der Studie beherbergt. Vorne präsentiert sich ein sehr aufgeräumtes Cockpit, welches mit Volldisplay-Kombiinstrument die neue Interieur-Architektur von Audi zeigt. Diese wurde mit dem TT eingeführt, wird aber sukzessive auch in anderen Modellen wie zum Beispiel der 2015 startenden Neuauflage des Audi A4 Einzug halten. Ob als neue Mitglieder einer TT-Familie oder als kleine Q-Modelle - Audi wird mittelfristig vermutlich mehrere SUVs bringen, die auf dem Modularen Querbaukasten aufsetzen und damit technisch enge Verwandte des neuen Audi TT sein werden. Diese dürften dann mit emotionaler Aura und sportlicher Auslegung als Konkurrenten zu Mini Countryman und Mini Paceman fungieren.

Wollen Sie jetzt durchstarten?

Alle Artikel

Es lebe der Sport! Porsche Cayman GT4 und Boxster Spyder

BMW 3er Touring: Freude am Außendienst

Sieben Sitze für die Familie – diese Vans gibt es

Mehr anzeigen