Nissan X-Trail - die konservative Alternative

Der Nissan X-Trail zeigt klare Kante
Es ist die vierte Generation des Nissan X-Trail (Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf, Homologation ausstehend)², die nun in Europa auf den Markt kommt. In China gibt es das fast 4,70 Meter lange SUV schon seit vergangenem Jahr. Doch für den europäischen Markt bedurfte es noch einiger Veränderungen. Optisch ist der X-Trail allerdings unverändert kantig. Die Front wirkt deshalb sehr muskulös, auch der „V-Motion“-Kühler ist von beeindruckender Größe – die zweigeteilten Hauptscheinwerfer können die Wuchtigkeit nur bedingt entschärfen.
Harte Schale mit weichem Kern
Das schwebende Dach und die – laut Nissan – an eine Delfinflosse erinnernde D-Säule helfen ebenfalls wenig die Größe des neuen X-Trail zu kaschieren. Aber er will das auch eigentlich auch gar nicht. Denn er präsentiert seine Bulligkeit stolz. Mit bis zu 20 Zoll großen Rädern, einer überraschend lang gestreckten Motorhaube und wenig sonstigen Design-Spielereien ist der große Japan-SUV auf den zweiten Blick fast zurückhaltend und klassisch gestaltet. Besonders im Interieur festigt sich dieser Eindruck.
Konventionelles Interieur mit hoher Verarbeitungsqualität und edlen Materialien
Wer in den neuen X-Trail einsteigt, der wird überrascht sein: Viel Leder, viele Kontrastnähte, einladende Flächen und verhältnismäßig kleine Displayflächen. Dazu Tasten, Drehregler und ein sehr konventionelles Arrangement. Es gefällt auf Anhieb, weil man sich sofort zurechtfindet. Vielleicht ist es nicht das letzte Wort in Digitalität und Konnektivität, aber es funktioniert, ist klar strukturiert und begeistert mit feiner Verarbeitung und hochwertigen Materialien. Dies übrigens nicht nur in der ersten Reihe. Auch im Fond – und damit in Reihe zwei und drei – gibt es Annehmlichkeiten wie Klimaregelung, USB-Buchsen vom Typ A und Typ C, sowie Features wie Sonnenrollos mit Einhandbedienung.
Sparsames Familienauto mit unkonventionellem E-Antrieb
Pragmatisch ist der Nissan X-Trail allerdings nicht nur in der Bedienfreundlichkeit, sondern auch in Sachen Antrieb. Diesel gibt es wie auch schon im Qashqai nicht mehr, aber auch einen vollelektrischen Antrieb spart man sich – zumindest vorerst.
Dennoch soll der X-Trail ein elektrisches Fahrgefühl bieten. Möglich macht das sein e-Power genannter Antrieb, der bereits 2017 im Nissan Note für den japanischen Markt seine Premiere feierte. Er koppelt einen Verbrenner als Aggregat an einen E-Antrieb und sorgt somit für ein serielles Hybridsystem. Während der 1,5-Liter-Turbobenziner mit seinen 158 PS in keiner Verbindung zu den Rädern steht, so dreht er dennoch analog zur Fahrgeschwindigkeit. „Linear Tune“ nennen die Ingenieure dieses Feature und wollen damit vor allem den akustischen Fahrkomfort erhöhen. Im Vergleich zur Konkurrenz soll der neuen Nissan X-Trail bei innerstädtischem Tempo bis zu acht Dezibel leiser sein.
Elektrischer Allrad und ein Mild-Hybrid kommen auch nach Europa
Neben dem e-Power-Modell mit Frontantrieb und 204 System-PS kommt auch eine Variante mit elektrischem Allradantrieb. Hier verfügen beide Achsen über einen eigenen Motor, allerdings steigt die Systemleistung nur geringfügig auf 213 PS. Das Drehmoment ist mit 525 Nm deutlich üppiger als die 330 Nm der 2WD-Version. Wer nur wenig Elektrifizierung braucht, der kann zum Mild-Hybrid greifen. Hier sorgt der 1,5-Liter-Turbo mit 163 PS via eines stufenlosen Automatikgetriebes für direkten Vortrieb.
Marktstart und Preis
Die Preise für den neuen Nissan X-Trail halten die Japaner für Europa noch zurück. Klar ist allerdings, dass er günstiger sein dürfte als die PHEV-Konkurrenz, die auf eine größere und teurere Batterie setzen muss. Ein Sonderangebot dürfte das wuchtige SUV allerdings nicht werden, denn dafür hat Nissan zu viel Wert auf Qualität gelegt. Doch gerade dies dürfte konservative Kunden sehr freuen. Für viele wird der neue X-Trail deshalb eine spannende Alternative zum stärker elektrifizierten Rest darstellen. (Text: Fabian Mechtel | Bilder: Nissan)
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