Kia EV2 (2026): Erstkontakt auf der Brussels Motor Show

Mit dem Kia EV2 erweitert der südkoreanische Hersteller sein Elektroprogramm um ein kompaktes B-Segment-SUV auf der bekannten E-GMP-Plattform. Anders als etwa der Hyundai Inster nutzt der knapp über vier Meter kurze EV2 damit keine Verbrenner-Basis. Der Stromer richtet sich besonders an urbane Käufer, die trotz kompakter Abmessungen ein vollwertiges Elektroauto suchen. Preislich soll der EV2 bei rund 25.000 Euro starten und tritt damit in direkte Konkurrenz zu kommenden Modellen aus dem VW-Konzern, etwa dem ID. Polo und dem ID. Cross.
Platz ist in der kleinsten Hütte: Ein Elektro-SUV mit maximaler Variabilität
Gebaut in der Slowakei, will der EV2 nicht nur vier bis fünf Personen (je nach Ausstattung) Platz bieten, sondern auch bis zu 403 Liter Gepäck aufnehmen. Der Kofferraum lässt sich dank eines variablen Ladebodens in der Höhe verstellen. Wer mehr Raum benötigt, kann nicht nur die Lehne der Rücksitzbank in eine Cargo-Stellung bringen, sondern beim Viersitzer auch die Sitzfläche längsverstellen.
Tappt Kia in die „Designfalle“?
Gestalterisch ordnet sich der EV2 klar in die aktuelle Kia-EV-Familie ein. Die bekannte „Opposites United“-Designsprache wird zwar kompakter interpretiert, allerdings fehlen zunehmend echte Unterscheidungsmerkmale zwischen den Baureihen. Die vertikalen LED-Tagfahrlichter, die markante Linienführung und die leicht modellierten Radhäuser kennt man bereits vom Kia EV3 und Kia EV4. Optisch etwas differenzierter tritt lediglich der Kia EV5 in Erscheinung.
Auf der Brussels Motor Show 2026, wo das Modell erstmals öffentlich zu sehen war und wo wir ebenfalls vor Ort waren, hinterließ der EV2 einen qualitativ sauberen Ersteindruck. Verarbeitung, Detaillösungen und Platzangebot wirkten stimmig und zeitgemäß – das bietet in dieser Form auch nicht der Hyundai Inster, der seine Verbrenner-Basis nicht immer leugnen kann.
Cockpit: funktional, modern, angenehm ruhig
Werfen wir noch einen Blick ins Cockpit: Dieses ist betont übersichtlich und sachlich gestaltet. Serienmäßig kommt das bekannte Triple-Screen-Layout zum Einsatz, bestehend aus einem digitalen Kombiinstrument, einem separaten Klimadisplay und einem zentralen 12,3-Zoll-Touchscreen. Als Betriebssystem dient "ccNC Lite", eine abgespeckte Variante des bekannten Kia-OS, das in teureren Modellen zum Einsatz kommt. Dennoch soll das System weiterhin modernste Konnektivitätsstandards erfüllen und OTA-Updates ermöglichen.
Nachhaltige Stoffe und recycelte Materialien unterstreichen zudem den Anspruch von Kia, Fahrzeuge mit einem möglichst geringen CO₂-Fußabdruck zu produzieren und Elektromobilität auch ökologisch sinnvoll umzusetzen.
Zwei Batterieoptionen für nah und fern
Technisch basiert der Kia EV2, wie bereits erwähnt, auf der bekannten 400-Volt-Elektroplattform E-GMP. Entsprechend gibt es bei den Batteriegrößen und Antrieben keine Überraschungen. Kia verriet bei der Präsentation in Brüssel bereits, dass zwei Batterien mit 42,2 kWh und 61,0 kWh angeboten werden, die WLTP-Reichweiten zwischen 317 und 448 Kilometern ermöglichen sollen. Die Motorleistung liegt bei der kleineren Batterievariante bei 108 kW / 147 PS. Die Antriebsdaten zum Long-Range-Modell blieb Kia noch schuldig. Später könnte zudem eine leistungsstärkere GT-Variante folgen.
Beide Akkugrößen sollen in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen sein, wobei Kia bei der maximalen DC-Ladeleistung noch keine konkreten Angaben macht. Neu bei den Südkoreanern ist hingegen die Möglichkeit, nicht nur mit 11, sondern mit bis zu 22 kW AC zu laden. Das ist insbesondere an städtischen Ladepunkten ein großer Vorteil.
Zusätzliche Funktionen wie Plug & Charge, EV-Routenplanung, Vehicle-to-Load (V2L) und Vehicle-to-Grid (V2G) heben den EV2 technisch über viele direkte Wettbewerber hinaus.
Assistenzsysteme wie in der Mittelklasse
Trotz seiner Positionierung als Einstiegs-Elektroauto bietet der EV2 ein umfangreiches Paket an Assistenzsystemen. Ausstattungsabhängig angeboten werden Assistenzsysteme wie der Highway Driving Assist 2, der Frontkollisionsvermeidungsassistent 2.0 oder die Smart Cruise Control 2. Ergänzt wird das Angebot durch den Totwinkel-View-Monitor, den Surround-View-Monitor sowie aktuelle Einparkassistenzsysteme.
Ein besonderes Highlight ist der Remote Smart Parking Assist Entry: Damit lässt sich das Fahrzeug per Smart Key von außen manövrieren – ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Segment.
Erste Einordnung
Mit dem EV2 erreicht Kia einen weiteren Meilenstein seiner Elektrifizierungsstrategie. Das kompakte SUV trifft mit Optik und Abmessungen den Zeitgeist, ist ordentlich verarbeitet und bietet ein standesgemäßes Infotainment-System. Besonders beeindruckt hat beim Erstkontakt nicht nur das Topmodell in der GT-Line, sondern auch die Basisvariante des EV2. Vernünftige Materialien, viel Platz und ein attraktiver Einstiegspreis von etwa 25.000 Euro setzen erneut ein Ausrufezeichen – vor allem in Richtung Volkswagen. (Text: tv | Bilder: Hersteller)
Technische Daten
| Merkmal | EV2 Standard Range | EV2 Long Range |
|---|---|---|
| Plattform | E-GMP | E-GMP |
| Länge | 4.060 mm | 4.060 mm |
| Breite | 1.800 mm | 1.800 mm |
| Höhe | 1.575 mm | 1.575 mm |
| Radstand | 2.565 mm | 2.565 mm |
| Batterie | 42,2 kWh | 61,0 kWh |
| Reichweite (WLTP) | 317 km | 448 km |
| Leistung | 108 kW | 108 kW |
| Höchstgeschwindigkeit | 160 km/h | 160 km/h |
| DC-Laden (10–80 %) | 29 min | 30 min |
| AC-Laden | 11 / 22 kW | 11 / 22 kW |
| Kofferraum (4-Sitzer) | bis 403 l | bis 403 l |
| Besonderheiten | V2L, V2G, Digital Key, Remote Parking | V2L, V2G, Digital Key, Remote Parking |
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