Jaguar pausiert I-Pace, Probleme beim Audi e-tron

Die Autowelt soll elektrisch werden, doch bis dahin stolpert man über Lieferketten und komplexe Herstellungsprozesse. Jaguar pausiert den Bau des I-Pace, Audi meldet Kurzarbeit im e-tron Werk Brüssel und auch bei Mercedes und Porsche sieht es nicht besser aus.

Weltweit steigt langsam die Nachfrage nach Hybrid- und Elektroautos. Nun scheint es, dass eben diese Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen immer mehr zum Problem für Akku-Produzenten, weitere Zulieferer und nicht zuletzt für die Autobauer selbst wird. Komplexe Lieferketten und die limitierte Batterieproduktion sind bekanntermaßen der Flaschenhals bei der Herstellung eines E-Autos, noch dazu, weil der stark wachsende Markt von nur sehr wenigen spezialisierten Firmen beherrscht wird.

I-Pace Bänder in Österreich stehen still

Bei der Akku-Produktion ist eines dieser Unternehmen LG Chem, die unter anderem in Polen eine Batteriezellenfertigung unterhalten. Dort werden auch Energiespeicher für den Jaguar I-Pace hergestellt, dessen Produktion laut einem Bericht der britischen „The Times“ nunmehr vollends zum erliegen kam. Es fehlt beim Auftragsfertiger Magna Steyr in Graz ganz offensichtlich an Batterien, um die Fahrzeuge fertigzustellen.

Audi meldet Kurzarbeit für e-tron Werk in Brüssel

Der Jaguar I-Pace ist das erste rein elektrisch betriebene Fahrzeug der Engländer und wurde 2019 rund 18.000 Mal verkauft. Welche Stückzahlen der Konzern für dieses Jahr vorsieht, ist nicht bekannt. Aber auch Audi scheint Zulieferprobleme zu haben und hat für den e-tron Produktionsstandort Brüssel Kurzarbeit angekündigt. Ferner sollen Verträge von Zeitarbeitern nicht verlängert worden sein. Maßgeblich für die stockende Produktion verantwortlich soll der komplexe Produktionsablauf beim e-tron sein und auch, dass wichtige Komponenten zum Einbau der Batterien fehlen. Ob es die Energiespeicher selbst sind, die fehlen, ist nicht bekannt.

Auslieferungsverzug beim Porsche Taycan

Doch auch beim Porsche Taycan und dem Mercedes EQC läuft die Produktion alles andere als reibungslos. Insbesondere Porsche musste bereits Ende 2019 einräumen, dass es durch die Komplexität bei der Herstellung des Taycans zu Lieferverzögerungen um bis zu 10 Wochen kommen wird. Der Mercedes EQC scheint mittlerweile von den gleichen Batterieengpässen wie der Jaguar I-Pace betroffen zu sein, nachdem der ursprünglich angedachte Batteriezulieferer Grohmann Engineering 2017 kurzerhand vom Konkurrenten Tesla aufgekauft wurde. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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