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Renault Alpine

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Der A110 wird zur Oldtimer-Legende des Sportwagenherstellers Renault-Alpine

Im autobegeisterten Deutschland hatten Käufer bei der Bestellung eines Neuwagens oder beim Kauf ihres Gebrauchten immer schon etwas mehr Auswahl, wenn sie auf besondere Ausstattungsmerkmale Wert legten oder gerne sportlich unterwegs waren. Das lag nicht unbedingt daran, dass die im Land vertretenen Hersteller mit ihrer Modellpalette breiter aufgestellt waren als die europäische Konkurrenz...Weiterlesen

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Der Grund war eher darin zu finden, dass es neben den marktbeherrschenden Autokonzernen eine ganze Reihe von kleinen Unternehmen gab, mit deren Hilfe ein Kunde sein fabrikneues Autos oder seinen gerade gekauften Gebrauchtwagen ganz nach Bedarf individualisieren lassen konnte. Dabei ging es vielen vor allem um die Leistungssteigerung der Motoren. Aber die Tuner ließen sich auch eine Menge einfallen, um das Erscheinungsbild der überarbeiteten Modelle der sportlichen Optik anzupassen. Selbst als große Hersteller dazu übergingen, hauseigene Sportabteilungen zu gründen oder Kooperationen mit den ihrer Marke verbundenen Tuningfirmen einzugehen, blieb die Veredlerszene in Deutschland im Vergleich zu den europäischen Nachbarstaaten vielfältig. Allerdings gab es auch dort einzelne Firmen, die sich im Laufe der Zeit einen internationalen Ruf als Tuner oder Kleinserienhersteller erwarben. Dazu gehörte das französische Unternehmen Alpine, das traditionell mit dem Fahrzeugbaukonzern Renault zusammenarbeitete und mit Motorentechnik von Renault auch eigenständige Sportwagen-Baureihen in Kleinserien auf den Markt brachte. Eines der bekanntesten Modelle und ein legendärer Oldtimer von Alpine war der A110, der zwischen 1961 und 1977 in unterschiedlichen Karosserieformen und mit verschiedenen Renault-Aggregaten gefertigt wurde.

Der A110 ist das letzte eigenständige Alpine-Modell vor dem Einstieg Renaults

Ob Tuner in Frankreich, Italien oder Deutschland, überall war es für die kleinen Werkstätten mit ihren meist auf eine bestimmte Marke spezialisierten Umbauten schwer, die finanziellen Mittel aufzubringen, mit denen sie den Schritt vom Veredler zum Konstrukteur eigener Modelle wagen konnten. In vielen Fällen blieb den oft aus dem Rennsport kommenden Eigentümern der Tuningateliers nichts anderes übrig, als sich enger an einen Volumenhersteller anzuschließen. Nicht anders verlief die Entwicklung bei Alpine: Mitte der 1950er Jahre vom Rallyefahrer Jean Rédélé als Tuner von Renault-Modellen gegründet, konnte sich die Firma 1958 mit dem A108 zunächst als selbstständiger Hersteller etablieren. Doch mit dem Nachfolger der Baureihe A110 endete die kurze Karriere von Alpine als unabhängiger Konstrukteur bereits wieder. Der zuvor für die Zulieferung der Motoren zuständige Partner Renault übernahm die Kapitalmehrheit und brachte nach dem Auslaufen des A110 unter dem Doppelnamen Renault-Alpine noch einige Zeit neue Sportmodelle auf den Markt, bevor Alpine als Markenname für viele Jahrzehnte aus dem Renault-Programm verschwand. Der A110 ging vor dem Hintergrund dieser Entwicklung als das letzte eigenständige Alpine-Modell vor dem Einstieg von Renault in die Firmengeschichte ein.

Der A110 gehört zu den meistgebauten Sportwagen von Alpine

Dass überhaupt die wirtschaftliche Notwendigkeit entstand, Renault enger an Alpine zu binden, hatte nicht zuletzt mit dem A110 zu tun. Gewissermaßen wurde Firmengründer Rédélé ein Opfer seines eigenen Erfolgs. Zwar hatte er am Ende der Bauzeit des A110 fast 7000 Sportwagen der Baureihe absetzen können. Im Vergleich zum A108 war das eine enorme Steigerung. Doch um mit der Nachfrage Schritt halten zu können, waren eben auch Investitionen in Produktionsanlagen, Marketing und Verkauf nötig. Alpine vergab sogar Lizenzen für die A110-Fertigung ins Ausland. Darüber hinaus war der Hersteller mit dem A110 nach wie vor auf den internationalen Rallyestrecken präsent, wo die mit Renault-Motoren bestückten Coupés einige WM-Titel einfuhren. Das war gut für das Prestige des A110, doch kostete das Engagement im Rennsport Alpine zugleich viel Geld. Gleiches galt für die Modellentwicklung. Denn Jean Rédélé wollte die ursprünglich als Coupés geplanten A110 zu einer kompletten Baureihe mit unterschiedlichen Karosserieformen am Markt etablieren. Dazu gehörten neben den zweisitzigen Coupés die GT-Versionen mit 2+2 Sitzen sowie die später extrem seltenen A110 Cabriolets.

Die meisten A110 laufen bei Renault-Alpine als zweisitziges Coupé vom Band

Auf dem Markt für Gebrauchtwagen waren die A110 als Classic Car vor allem in der bei Alpine Berlinette genannten Coupé-Version zu finden. Die 2-Sitzer mit dem charakteristischen Haubendach und ihren wie bei den Rallyeversionen außen angeschlagenen Frontdeckelscharnieren machten in den Jahren von 1961 bis 1977 den Großteil der Alpine-Produktion in Frankreich aus. Zugleich lieferten die mit Renault-Motoren bestückten 2-Sitzer die Grundlage für die Renngeräte, mit denen Alpine in der Bauzeit des A110 im Rallyesport präsent war. Aber auch Privatfahrer brachten ihre Berlinette in dieser Zeit bei Rennen und Freizeitveranstaltungen an den Start. Die Folge: Auch als Oldtimer waren die klassischen Coupés der Baureihe A110 später noch relativ häufig als Fahrzeuge im Rallye-Look anzutreffen. Das ließ sich etwa bei den Treffen von Fans historischer Renault-Alpine besichtigen, die etwa in Frankreich und Österreich stattfanden und wo die A110 Berlinette der 60er und 70er Jahre zu den am häufigsten präsenten Modellen gehörten.

Vom GT4 und den Cabrios der Reihe A110 baut Renault-Alpine nur wenige Exemplare

Wirtschaftlich gesehen wäre es rückblickend wahrscheinlich sinnvoller gewesen, wenn sich Jean Rédélé auf die Zweisitzer der Baureihe A110 beschränkt hätte. Sie standen durch ihre Erfolge bei Rallye-Weltmeisterschaften im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses und brachten dementsprechend viele sportbegeisterte neue Kunden zu Renault-Alpine. Doch Rédélé wollte die von ihm und seinen Ingenieuren entwickelte Konstruktion nutzen. um die Marke Alpine breiter aufzustellen. Dazu nahmen die Franzosen Anfang der Sechzigerjahre zunächst eine 2+2-sitzige Version des A110 in ihr Programm auf, die in der Tradition der italienischen Reisewagen oder Gran Turismo genannten Modelle stehen sollte. Entsprechend vermarktete Alpine seine viersitzigen Versionen mit der um ein Stufenheck verlängerten Karosserie unter dem Namen GT4. Um Kosten zu sparen, nutzte der Hersteller für seine GT-Versionen des A110 Bauteile, die von Großserienmodellen des Partners Renault stammten. Insgesamt lieferte Alpine bis Ende der 60er Jahre jedoch nicht einmal 300 seiner GT4 aus. Entsprechend selten waren die großen A110-Coupés später auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Exoten blieben dort die A110 Cabrios, von denen kaum 100 Stück gefertigt wurden.

Die Motoren für die Alpine A110 liefert der Partner Renault

Da die A110 Coupés auch beliebte Fahrzeuge bei Rennamateuren waren und entsprechend selbst getunt wurden, gab es auf dem Gebrauchtwagenmarkt Modelle mit sehr unterschiedlichen Leistungswerten. Bei Alpine selbst liefen die A110 stets mit Renault-Motoren bestückt vom Band, die in den Hubraumklassen von 1,1 bis 1,6 Liter eingesetzt wurden.