Test Volvo XC60 Recharge T8 AWD Polestar Engineered: Der Goldjunge

Volvo XC60 Recharge T8 AWD Polestar Engineered im Überblick
Stärken
- - Kraftvoller Antrieb
- - Hoher Geräuschkomfort
- - Feine Verarbeitung
- - Tolles Bowers & Wilkins-Soundsystem
- - Modernes Infotainment-System
Schwächen
- - Abstürzende Google-Software
- - Fahrwerkseinstellung nur per manuellem Eingriff
- - Sehr hohes Preisniveau
Für das neue Modelljahr mehr Nachhaltigkeit
Die Wende zu mehr Nachhaltigkeit zeigt sich vor allem am Heck. Dort, wo noch im letzten Modelljahr zwei selbstbewusste Endrohre von der motorischen Kraft erzählten, finden sich nur mehr geschwungene Dekorleisten. Dabei blieb unter der Haube alles unverändert. Denn auch weiterhin sind die Gegner des Volvo XC60 Recharge T8 AWD Polestar Engineered (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 1,2 l/100km; Stromverbrauch kombiniert: 20,1 kWh/100km; CO2-Emissionen kombiniert: 26 g/km²) die Performance-Modelle der Deutschen vom Schlage AMG, BMW M und Audi RS.
Die goldenen Giga-Bremsen verraten den diskreten Power-Hybrid
Im Gegensatz zu den Genannten bleibt der Polestar-geschärfte XC60 optisch allerdings zurückhaltend, nicht nur wegen der fehlenden Endrohre. Auch auffällige Aerodynamik-Anbauteile und krawallige Lufteinlässe sucht man vergebens am schlanken und skandinavisch kühlen Äußeren. Einzig die mächtigen 21-Zoll-Felgen, hinter denen mächtige Akebono-Bremsen golden glänzen, verraten das Top-Modell.
Selbstverständlich bleibt der Volvo XC60 Recharge T8 AWD Polestar Engineered auch im Innenraum diskret. Das Cockpit-Layout mit dem grossen Hochkant-Monitor ist ebenso bekannt, wie die sehr gute Ergonomie und die tolle Verarbeitung. Die bequemen und vielfach verstellbaren Sitze sind mit feinem Leder bezogen, auf Wunsch kann auch eine vegane Alternative geliefert werden. Einzig die gold-gelben Gurte sind eine exklusive Zugabe für die Polestar-Variante.
Das neue Android-basierte Navigationssystem überzeugt in den meisten Situationen
Eine Neuerung ist allerdings der Umstieg des Infotainments vom Volvo-eigenen System auf eine moderne Android-basierte Lösung. Erstmals kam die Software im vollelektrischen Polestar 2 zum Einsatz, nun werden nach und nach alle Volvo-Modelle darauf umgestellt. Die neue Architektur überzeugt durch eine knackige Grafik, eine merklich gesteigerte Rechenleistung bei nur wenig veränderten Bedienmenüs. Wer einmal einen modernen Volvo gefahren ist, der findet sich schnell zurecht.
Doch wo viel Licht ist, ist auch Schatten. So überzeugt die Google Maps Navigation mit guter Routenführung, sehr guter Trefferquote bei Sonderzielen und Spracheingaben, leidet aber auch an Abstürzen. So kann es vorkommen, dass sowohl das Instrumentendisplay, als auch der Hochkant-Monitor nur das Google Logo zeigen, nicht aber reaktionsfähig bleiben. Erst nach einigen Minuten bootet das System im Hintergrund neu – wer in dieser Zeit auf Ansagen und Routenhinweise angewiesen wäre, der verfährt sich im Zweifel. Weiterhin überragend ist das Bowers & Wilkins-Soundsystem, das nach unserem Dafürhalten zu den besten Auto-Soundsystemen auf dem Markt gehört und seinen Preis wert ist.
Der Volvo XC60 Recharge T8 AWD Polestar Engineered überzeugt mit seinem Antrieb
Die komplexe Antriebseinheit des Volvo XC60 Recharge Polestar ist sicher sein größtes technische Highlight. Die Kombination aus hochgerüstetem 2,0-Liter-Vierzylinder mit Turbolader und Kompressor, sowie einer elektrisch angetrieben Hinterachse funktioniert sehr gut. Mit 87 PS wirkt der E-Antrieb auf dem Papier zwar etwas schwach, doch seine 240 Nm Drehmoment sind voll ausreichend für den Alltag. Vor allem klappt das Zusammenspiel und die Übernahme durch den Verbrenner sehr verschliffen und beinahe unmerklich.
Eine Gesamtleistung von 405 PS und 670 Nm sorgt dann auch für entsprechende Fahrleistungen. Ein Spurtwert von 5,2 Sekunden auf 100km/h ist beachtlich, vor allem angesichts der 2,2 Tonnen Gesamtgewicht. Denn die Hybridtechnik wiegt schwer, der Volvo XC60 Recharge Polestar ist 450 Kilo schwerer als ein Diesel-Modell. Die 180 km/h-Abriegelung der Höchstgeschwindigkeit gilt im Übrigen auch für das To-Mmodell, Sicherheit wird auch bei den stärksten Schweden großgeschrieben.
Das einstellbare Öhlins-Fahrwerk verlangt Handarbeit
Ebenfalls groß waren die Erwartungen an das Fahrverhalten. Eine Sport-Version, zumal versehen mit einem Fahrwerk des vielleicht sagenumwobensten Dämpferhersteller überhaupt: Öhlins. Die Schweden sind nicht nur im Motorrad-Sektor eine Bank, sondern auch im Rennsport mehr als erfolgreich. Der erste Eindruck war deshalb sprichwörtlich erschütternd.
Subjektiv gar nicht bretterhart, aber in absolut unpassendem Gegenspiel zur Federrate, ließen die Dämpfer die Insassen mächtig ratlos zurück. Es blieb nichts anderes übrig als der Griff an die Drehregler. Denn im Gegensatz zu adaptiven Fahrwerkssystemen ist das Öhlins-Fahrwerk des Volvo XC60 Recharge T8 AWD Polestar Engineered rein mechanisch verstellbar.
An der Vorderachse gelingt das mit einem Reglerdreh an der Dämpferaufnahme am Domlager. Für die Hinterachse muss die Kofferraumverkleidung demontiert werden um an die Stoßdämpfer zu gelangen. Nachdem wir feststellen mussten, dass unsere Vortester das Fahrwerk auf volle Härte gedreht hatten, wagten wir uns direkt ins andere Extrem. Sprich: voll aufgedrehte Ventile für ungehinderte Strömung und entsprechend softe Dämpfung.
Die wundersame Wandlung des Fahrkomforts
Plötzlich ist das Gemüt des Performance-Hybriden ein völlig anderes. Es passt sowieso besser zu ihm, denn der Volvo XC60 Recharge Polestar verleitet nicht zum Rasen, sondern spielt seine Doppelherz-Stärken voll aus. Einen Bonus schenkt dann der Polestar-Modus. Wer den Schweden hier richtig bei den Hörnern packt ist überrascht. Denn er geht nicht nur gut vorwärts, er geht auch gut ums Eck. Natürlich nicht so wild wie ein Sportwagen, aber GTI-Feeling ist durchaus da – auch mit softer Dämpfung.
Einzig der Verbrauch bleibt bei sportlicher Fahrweise auf der Strecke. Denn wer den Volvo XC60 Recharge Polestar fordert, der muss mit Verbräuchen um 12 Liter auf 100 Kilometer und mehr rechnen. Selbst ein voller Akku kann hier kaum helfen, das Gewicht und die Leistung fordern ihren Tribut. Immerhin kommt der Polestar rein elektrisch etwa 40 Kilometer, was für den Alltag meist ausreicht.
Im kommenden Modelljahr wird das allerdings noch einmal besser. Um die verschärften Förderregeln weiterhin zu erfüllen, wächst die Akkukapazität kräftig. Von aktuell nur knapp über 10 kWh sind es dann fast 20 kWh, aus denen der E-Motor seine Energie schöpfen kann.
Fazit
Der Volvo XC60 Recharge T8 AWD Polestar Engineered ist zwar ein Hybrid, aber deshalb lange kein Öko-Auto. Man kann ihn eher als luxuriösen Power-Cruiser sehen. Ein sehr gut ausgestatteter und sehr souveräner noch dazu. Er bietet genug Platz für die Familie plus Gepäck und erledigt den Alltag meist rein elektrisch. Damit dürfte er viele Pluspunkte sammeln. Man muss ihn sich allerdings leisten können. Mit einem Testwagenpreis von über 95.000 Euro ist er auch in dieser Disziplin mit der deutschen Konkurrenz auf Augenhöhe. (Text und Bild: Fabian Mechtel)
Technische Daten*
Aktuelle Angebote

Volvo XC60B4 Diesel Plus Bright Aut LED SKY 360-CAM
€ 36 290- 11/2022
- 74 962 km
- Diesel
- - (l/100 km)
Neu
Volvo XC60T6 AWD Recharge PHEV R-Design Geartronic
€ 35 490- 11/2020
- 97 129 km
- Elektro/Benzin
- - (l/100 km)

Volvo XC60Inscription AWD
€ 29 990- 12/2018
- 108 260 km
- Diesel
- 5,8 l/100 km (komb.)

Volvo XC602.0 B4 Mild-Hybrid Plus Bright AWD
€ 43 0901- 09/2022
- 47 112 km
- Diesel
- 6,4 l/100 km (komb.)

Volvo XC602.0 D3 Kinetic 2WD
€ 18 390- 05/2017
- 114 770 km
- Diesel
- 4,7 l/100 km (komb.)

Volvo XC60T8 AWD TWIN ENGINE R-DESIGN LED+Navi+Pano
€ 33 9901- 05/2021
- 101 999 km
- Elektro/Benzin
- - (l/100 km)

Volvo XC60T6 AWD PHEV 18,8kWh Ultra Black Edition Aut.
€ 65 9901- 02/2026
- 1 500 km
- Elektro/Benzin
- - (l/100 km)

Volvo XC60T6 AWD Recharge PHEV Core Geartronic
€ 39 888- 12/2023
- 60 930 km
- Elektro/Benzin
- - (l/100 km)

Volvo XC602.0 T6 Recharge Plug-in Hybrid Plus Bright AWD
€ 39 7901- 06/2022
- 62 884 km
- Elektro/Benzin
- 1,1 l/100 km (komb.)

Volvo XC602.0 D4 Kinetic 2WD
€ 20 190- 10/2017
- 89 866 km
- Diesel
- 4,7 l/100 km (komb.)

Volvo XC602.0 T8 Plug-in Hybrid Inscription AWD
€ 30 290- 08/2019
- 109 095 km
- Elektro/Benzin
- 2,5 l/100 km (komb.)

Volvo XC60T6 Plug-in Ultra Dark
€ 59 990- 08/2025
- 500 km
- Elektro/Benzin
- - (kWh/100 km)

Volvo XC60T6 R-DESIGN 4x4 PHEV Aut *19 ZOLL / VOLL LED / NAVI / STANDHZG / TEILLEDER / AHV + KAMERA / E-KLAPPE*
€ 36 880- 08/2022
- 115 900 km
- Elektro/Benzin
- - (l/100 km)

Volvo XC602.0 B4 R Design AWD Mild-Hybrid
€ 31 490- 11/2019
- 61 128 km
- Diesel
- 5,4 l/100 km (komb.)

Volvo XC60B4 R Design AWD Geartronic
€ 33 790- 08/2021
- 133 286 km
- Diesel
- - (l/100 km)
Neu
Volvo XC60B4 Plus Dark AWD Geartronic
€ 29 9901- 12/2022
- 155 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Volvo XC60T6 AWD Recharge PHEV Expression Geartronic
€ 34 9901- 02/2021
- 95 200 km
- Elektro/Benzin
- - (l/100 km)

Volvo XC60B4 Inscription AWD Geartronic
€ 36 9901- 07/2021
- 82 900 km
- Elektro/Diesel
- - (l/100 km)
Reduziert
Volvo XC60T6 AWD Recharge PHEV Ulti
€ 50 990- 10/2023
- 23 000 km
- Elektro/Benzin
- - (l/100 km)
Alle Artikel
Alle ansehen
Erster Test Volvo XC60 (2026): K(l)eine Überraschungen
Kleine Updates, große Wirkung? Der Volvo XC60 geht in das Modelljahr 2026 mit Google-Infotainment, feinem Innenraum und bis zu 456 PS ins Rennen. Doch reicht das gegen GLC, X3 und Co.? Warum das SUV noch immer überzeugt und was uns stört, zeigt unser Fahrbericht.

Volvo V70 XC, V60/V90 Cross Country: Drei für alle Fälle
Volvo schickt uns auf eine Zeitreise zurück zu den Anfängen des grob beplankten Freizeitkombis. 1997 legte man mit dem V70 XC den Grundstein einer bis heute andauernden Familiendynastie. Allrad, mehr Bodenfreiheit und Platz für Mensch und Gepäck zeichnen auch die heutigen Cross Country Modelle aus.

Erster Test Volvo EX30 Cross Country (2025): Abenteurer oder Schneemuffel?
Volvo bringt erstmals einen vollelektrischen Cross Country an den Start: Der neue EX30 CC (2025) leistet 315 kW/428 PS, bietet mehr Bodenfreiheit und ein gelockertes ESC – doch Spaß bleibt ein rares Gut. Auch aufgrund der saftigen Preispolitik.