Erster Test: Volvo Drive-E-Motorentechnik – Monokultur

Die Strategie sieht vor, mit nur einem Common-Rail-Turbodiesel und zwei Benzindirekteinspritzern alle - auch die außereuropäischen, bis dato großvolumige Motoren schätzenden - Märkte zu beliefern und damit das aus „acht Motor-Architekturen auf drei unterschiedlichen Plattformen“ bestehende Triebwerksangebot zu entschlacken. Die ersten Drive-E-Leistungsträger, einheitlich mit 2,0 Liter Hubraum ausgestattet, halten Ende 2013 Einzug in S60, V60 und XC60, und zwei der drei - der 245 PS starke Turbobenziner und der 181 PS bereitstellende Turbodiesel - sollen zeitgleich auch eine Klasse darüber, in V70, XC70 und S80, verfügbar sein.
Neue Motoren, alte Kürzel
Damit das radikale Abspecken nicht mit einem Substanz-Verlust einhergeht, hat Volvo die Leistung angehoben und die Motoren gleichzeitig auf Laufruhe getrimmt. Für die Kunden gibt es daher, objektiv betrachtet, keinen Anlass, dem fehlenden Brennraumvolumen nachzutrauern. Bedauerlich ist allenfalls, dass die Drive-E-Motoren nicht mehr ganz so sonor klingen wie die aufs Altenteil geschickten Antriebsaggregate.
Von denen werden nur die Typbezeichnungen weiterleben, denn inzwischen keimt selbst außerhalb Europas die Einsicht, dass im Autofahrer-Alltag die Geräuschkulisse weniger wichtiger ist als das Konsum-Verhalten an der Tankstelle. Was das betrifft, hat Volvo mit dem Drive-E-Konzept, zumindest auf dem Papier, enorme Verbesserungen erzielt: Der neuentwickelte, serienmäßig mit Achtstufen-Automatik antretende 245-PS-Turbobenziner verbraucht im S60 beispielsweise 27 Prozent weniger als sein Vorgänger, der auch schon T5 hieß, obwohl er seine Maximalleistung von 240 PS in vier Zylindern erzeugte.
Beim Top-Benziner mit 306 PS, T6 genannt, ist die Kürzel-Logik hingegen erst durch die Umstellung auf Drive-E-Aggregat entschwunden. Die eingesparten zwei Zylinder ersetzt in diesem Fall eine Kombination aus Kompressor und Turbolader. Dafür, dass der Motor bei niedrigen Drehzahlen so munter wie ein Sauger wirkt, sorgt ein mechanisch angetriebener Verdichter; ist dessen krafterzeugendes Potenzial ausgereizt, hebt der Abgasstrom via Turbolader das Leistungsniveau an. Es noch weiter zu steigern, ist laut Volvo kein Problem: Die Drive-E-Motoren sind darauf vorbereitet, mit Elektromotoren zusammenzuarbeiten und mit deren Hilfe in den Achtzylinderbereich vorzustoßen.
Welt-Neuheit: i-Art
Auf dem europäischen Markt werden die beiden Ottomotoren allerdings nur eine Nebenrolle spielen; hier ist wichtig, dass die Umsetzung der Drive-E-Idee im Selbstzünder-Bereich gelungen ist. Der D4 genannte Common-Rail-Turbodiesel (der, nebenbei bemerkt, einen Zylinder weniger als bisher hat, weshalb die 4 im Kürzel endlich gerechtfertigt ist) mobilisiert 181 PS, gut zehn Prozent mehr als bisher, der Drehmoment-Höchstwert beträgt, unverändert, 400 Nm.
Das Zugkraftangebot ist übers gesamte Drehzahlband hinweg beeindruckend, genauso wie die spontane Leistungsentfaltung und die Laufruhe. Die Verbrauchsminderung liegt in derselben Größenordnung wie der Leistungszuwachs: Im günstigsten Fall, im nach Norm-Vorgaben bewegten S60 mit Sechsgang-Schaltgetriebe, schluckt das Drive-E-Aggregat nur noch 3,7 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer und setzt pro Kilometer lediglich 99 Gramm Kohlendioxid frei.
Zu den Verbesserungen, zu denen auch reduzierte Schadstoffemissionen gehören, trägt der auf 2.500 bar gesteigerte Einspritzdruck ebenso bei wie die Entscheidung, anstelle eines Drucksensors in der Kraftstoffleitung derer vier einzubauen, Der kleine Chip, der jedem Einspritzventil zugeordnet ist, kontrolliert und steuert kontinuierlich Kraftstoffzufuhr und -druck im angeschlossenen Zylinder. Volvo hat für dieses Welt-Neuheit den Begriff i-Art erdacht und hält das Kontrollsystem für ähnlich bahnbrechend wie die „Erfindung der Lambda-Sonde im Jahre 1976“.
Ebenfalls neu: Achtstufen-Automatik
Treibt der D4 die Modelle V60 und XC60 an, verbraucht er mit Sechsgang-Schaltgetriebe im Test nach EU-Norm 3,8 beziehungsweise 4,4 Liter je 100 Kilometer, kommt die neue Achtstufen-Automatik zum Zuge, genehmigt sich der S60 je 100 Kilometer 0,4 Liter mehr, und V60 und XC60 entnehmen dem Tank laut Datenblatt dann 4,2 beziehungsweise 4,6 Liter.
Die Einführung der neuen Motoren nutzt Volvo zur Modellüberarbeitung und Retuschen am Erscheinungsbild. Außerdem wird das Angebot an Extras und Assistenzsystemen ausgeweitet. Der S60 mit D4-Antrieb und Basis-Ausstattung steht mit 33.750 Euro in der Preisliste, der V60 kostet 1.600 Euro mehr, für den XC60 wird der Händler mindestens 37.550 Euro in Rechnung stellen. Für einen V70 mit Turbodiesel sind wenigstens 40.150 Euro zu zahlen, der entsprechend motorisierte XC70 ist nicht unter 42.630 Euro zu bekommen, und auch der S80-Basispreis ist bekannt: 38.750 Euro will Volvo verlangen. Die Volvo-Entscheidung ist mutig, denn die Marke ist vor allem in Ländern stark, in denen großvolumige Motoren geschätzt werden. Die von den schwedischen Ingenieuren entwickelten Vierzylinder und im Drive-E-Konzept eingeplante Möglichkeit ihrer Elektrifizierung könnten jedoch ein Umdenken bewirken.
Aktuelle Angebote

Volvo S60T4 Momentum Pro Geartronic | € 246 mtl | Navi | K
€ 25 990- 01/2020
- 68 600 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Volvo XC60D3 MOMENTUM 2,0TD 150 AT
€ 18 990- 05/2017
- 121 100 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Volvo XC60D5 AWD Summum Geartronic
€ 15 690- 04/2015
- 181 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Volvo S402.0 F Business Edition** Export**
€ 4 890- 06/2011
- 179 000 km
- Benzin
- 7,7 l/100 km (komb.)

Volvo XC60D3 Kinetic
€ 12 499- 03/2016
- 159 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Volvo XC40XC-40
€ 19 990- 02/2020
- 115 000 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Volvo XC40D3 AWD Geartronic Momentum AHK AUT LM
€ 25 9901- 09/2020
- 90 611 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Volvo XC401.5 T4 Recharge Plug-in Hybrid R Design
€ 21 990- 06/2021
- 66 734 km
- Elektro/Benzin
- 2,1 l/100 km (komb.)

Volvo V402.0 D2 Kinetic
€ 12 990- 07/2016
- 87 259 km
- Diesel
- 3,8 l/100 km (komb.)
Neu
Volvo V90D4 AWD R-Design Anhängevorrichtung
€ 31 900- 04/2020
- 85 100 km
- Diesel
- 6,6 l/100 km (komb.)

Volvo V60B4 Core Aut.
€ 35 400- 03/2025
- 7 950 km
- Benzin
- 0,0 l/100 km (komb.)

Volvo V402.0 D2 Kinetic
€ 12 990- 07/2016
- 87 259 km
- Diesel
- 3,8 l/100 km (komb.)
Neu
Volvo XC40RECHARGE Aut. *WÄRMEPUMPE / 19 ZOLL / AHV & KAMERA / VOLL LED / NAVI / STANDHEIZUNG / HIGH PERF. SOUND*
€ 32 480- 03/2023
- 26 300 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Volvo XC602,0 D4 Core
€ 35 490- 12/2022
- 76 670 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Volvo V60D3
€ 9 990- 11/2011
- 134 500 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Volvo XC40B3 Core Aut.
€ 34 900- 09/2025
- 18 396 km
- Benzin
- 0,0 l/100 km (komb.)

Volvo XC90XC 90 B5 DPF AWD Inscription (EURO 6d)
€ 46 9901- 03/2022
- 77 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Volvo XC40B3 Core Aut.
€ 33 900- 09/2025
- 29 189 km
- Benzin
- 0,0 l/100 km (komb.)

Volvo XC602.0 T8 Plug-in Hybrid Inscription AWD
€ 28 690- 01/2018
- 84 286 km
- Elektro/Benzin
- 2,1 l/100 km (komb.)
Alle Artikel
Alle ansehen
Volvo EX60 im ersten Test: Besser als BMW iX3 und Mercedes GLC EQ?
Der neue Volvo EX60 gibt sich optisch zurückhaltender als BMW iX3 und Mercedes GLC, überzeugt im ersten Test aber mit viel Reichweite, 800-Volt-Technik, starkem Raumangebot und einem erstaunlich stimmigen Fahrverhalten. Hat er das Zeug zum Bestseller?

Neuer Volvo EX60 (2026): Sitzprobe im elektrischen Mittelklasse-SUV
Zur Komplettierung der vollelektrischen Flotte hat Volvo bisher noch ein Mittelklassemodell gefehlt. Jetzt ist es da, in Form des neuen EX60, der dem konventionell angetriebenen Bestseller XC60 vorerst zur Seite gestellt wird. Ein erster Check.

Test Volvo XC90 T8 AWD (2025): Hält länger als gedacht
Der Volvo XC90 T8 AWD bleibt auch 2025 ein hochwertiger Siebensitzer mit viel Komfort und Platz. Doch trotz Facelift hinkt die PHEV-Technik mittlerweile hinterher - besonders beim Laden.