Neuer Volvo EX60 (2026): Sitzprobe im elektrischen Mittelklasse-SUV

Der neue Volvo EX60 (2026) auf einen Blick:
Was uns gefällt
Gelungene Weiterentwicklung des Volvo-Designs.
Was wir vermissen
Der erste Eindruck lässt noch keine Wünsche offen.
Ideal, wenn ...
… man sich von der breiten Masse abheben möchte.
Die Alternativen
Audi Q6 e-tron, BMW iX3, Mercedes GLC EQ.
Der Volvo EX60 als Hoffnungsträger
Mit dem neuen Volvo EX60 vervollständigt der schwedische Hersteller seine Elektroflotte, die jetzt vom Kompakt-SUV EX30 bis zum siebensitzigen EX90 reicht. Volvo setzt große Erwartungen in den neuen EX60. Immerhin soll der vollelektrische Mittelklasse-SUV mittelfristig den meistverkauften Volvo aller Zeiten, den XC60, ersetzen. In Österreich geben die Verkaufszahlen der ersten Wochen bereits Grund zur Hoffnung, dass der neue Stromer zum Erfolgsmodell wird – will man doch mit ihm die Zwei-Prozent-Marktanteilsgrenze hierzulande knacken. Da der erwartete Anteil der Business-Kunden bei 80 Prozent liegt, wird vor allem entscheidend sein, wie die Unternehmen den neuen Mittelklasse-Stromer annehmen werden.
Der Volvo EX60 wird in drei Leistungsvarianten, beginnend beim P6 RWD mit Heckantrieb und 275 kW (374 PS), angeboten. In der Mitte positioniert sich der Allradler P10 AWD mit 375 kW (510 PS). Die stärkste Variante P12 AWD, ebenfalls mit Allradantrieb ausgestattet, leistet 500 kW (680 PS). Das Topmodell schafft damit den Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden. Alle drei Varianten verfügen über die 800-V-Technologie und damit über eine maximale Ladeleistung von bis zu 370 kW. Damit kann in 10 Minuten Strom für bis zu 340 Kilometer nachgeladen werden. Zum Start werden die beiden Ausstattungslinien „Plus“ und „Ultra“ angeboten. In rund einem Jahr werden diese durch die Basis-Ausstattung „Core“ ergänzt.
Mit dem EX60 basiert erstmals ein Volvo auf der rein für Elektroantriebe ausgelegten Plattform SPA3, bei der die Batterie direkt in die Fahrzeugstruktur integriert ist. Volvo gewährt dafür eine zehnjährige Batteriegarantie. Dank der neuen Produktionstechnik „Megacasting“ werden große Bauteile wie das Fahrzeugheck aus einem einzigen Gussteil gefertigt, wodurch Gewicht gespart wird.
Sanfte Weiterentwicklung des Designs
Das neue Design mit der flacheren Front dient sowohl der optischen Weiterentwicklung als auch der Aerodynamik. Zusammen mit der abfallenden Dachlinie und der sich nach hinten verjüngenden Karosserie ermöglicht es dem Volvo EX60 einen sehr guten cw-Wert von 0,26. Die markante Lichtsignatur „Thors Hammer“ ist jetzt direkt in Form von HD-Pixel-Scheinwerfern umgesetzt. Auch am Design der Rückleuchten ist der Mittelklasse-Stromer eindeutig als Volvo zu erkennen.
Als Variante für den leichten Geländeeinsatz wird es auch einen Volvo EX60 Cross Country geben, dessen Verkauf in Österreich im März 2027 startet. Rein optisch unterscheidet sich dieser vom Standardmodell durch schwarze Kunststoffbeplankungen, die im Vergleich zu bisherigen Modellen weniger robust ausfallen. Das serienmäßige Luftfahrwerk ermöglicht eine um 20 bis 40 Millimeter größere Bodenfreiheit.
Großzügiges Raumgefühl
Geöffnet werden die rahmenlosen Türen des Volvo EX60 nicht mehr mit herkömmlichen Türgriffen, sondern mit sogenannten Wing-Grips, die im Bereich der Unterkante der Seitenscheiben angesetzt sind. Bei der ersten Sitzprobe in der Salzburger Panzerhalle fällt das großzügige Platzangebot sowohl vorne als auch hinten auf. Der Radstand von knapp drei Metern macht sich hier positiv bemerkbar. Die Materialauswahl und das dezente Innenraumdesign hinterlassen einen guten ersten Eindruck.
Durchdachte Stauräume wie die ausfahrbare Mittelarmlehne und das zentrale Handschuhfach bieten praktische Ablagemöglichkeiten. Auch im Kofferraum geht es mit 523 Litern Stauraum großzügig zu. Zusätzlich steht unter dem Kofferraumboden ein tiefreichendes Fach zur Verfügung, das mit zwei klappbaren Deckeln verschlossen ist. Legt man die dreiteilige Rückbank um, können bis zu 1.647 Liter geladen werden. Vorne bietet ein Frunk weitere 58 Liter.
Infotainment der nächsten Generation
Gleich nach dem Einsteigen fällt auf, dass sich der zentrale Bildschirm im Gegensatz zu den Volvo-Modellen der letzten Jahre jetzt im Querformat präsentiert – genauer gesagt handelt es sich um ein 15 Zoll großes OLED-Display, das zur besseren Ablesbarkeit für Fahrer und Beifahrer eine leicht nach außen gebogene Form aufweist. Das 11,4-Zoll-Fahrerdisplay ist weit vorne, nahe der Frontscheibe, angebracht und erleichtert damit den Blickwechsel zwischen Fahrbahn und Display.
Erstmalig kommt in einem Volvo das hochmoderne Core Computing System “HuginCore” zum Einsatz, das mit dem neuen, auf Google Gemini basierenden KI-Assistenten natürliche Dialoge ermöglicht, statt nur bestimmte Sprachbefehle zu verstehen. Außerdem funktioniert und reagiert das Infotainment-System schneller und flüssiger als bisher. Bei der Bedienung geht es zurück in Richtung höherer Benutzerfreundlichkeit. Am Lenkrad gibt es haptische Tasten in Form von zwei kleinen Joysticks und die Fensterheber sind wieder über vier Schalter steuerbar.
Verfügbarkeit und Preise
Nach der Weltpremiere im Jänner ist der Volvo EX60 bereits bestellbar. Der Produktionsstart der beiden Modelle P6 RWD und P10 AWD im schwedischen Stammwerk in Torslanda ist für Mitte April dieses Jahres geplant, die Fertigung des Topmodells P12 AWD startet im November. Aufgrund der hohen Nachfrage bereits im ersten Monat wurden die Produktionskapazitäten schon ausgeweitet. Erste Kundenauslieferungen werden für September erwartet, der Cross Country folgt Anfang 2027.
Die Startpreise liegen in Österreich zwischen 63.490 Euro für den Hecktriebler P6 RWD und 72.490 Euro für das Topmodell P12 AWD mit Allradantrieb. Basierend auf der Ausstattungslinie „Plus“ wird es zur Einführung eine „First Edition“ mit zusätzlicher Ausstattung und einem Preisvorteil von 3.370 Euro geben. Für den ein Jahr später startenden Volvo EX60 mit der Basisausstattung „Core“ wird ein Einstiegspreis von unter 60.000 Euro angepeilt. Damit würde sich der EX60 preislich unter dem XC60 ansiedeln.
Erstes Fazit
Volvo präsentiert mit dem EX60 einen vollelektrischen Mittelklasse-SUV, der sich laut technischen Daten und unserem ersten Eindruck durchaus auf Augenhöhe mit den neuen deutschen Premium-Mitbewerbern befindet. Das Gesamtpaket stimmt und auch das aktuelle Kundeninteresse deutet auf einen erfolgreichen Marktstart des Stromers hin. Nähere Auskunft über Fahreigenschaften und Alltagstauglichkeit wird ein Fahrtest in den kommenden Monaten geben. (Text: Armin Hoyer | Bilder: Hersteller/Zsolt Marton)
Technische Daten Volvo EX60
| Modell | P6 RWD | P10 AWD | P12 AWD |
|---|---|---|---|
| Leistung | 374 PS (275 kW) | 510 PS (375 kW) | 680 PS (500 kW) |
| Drehmoment | 480 Nm | 710 Nm | 790 Nm |
| Antrieb | Heckantrieb | Allradantrieb | Allradantrieb |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 5,9 s | 4,6 s | 3,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h | 180 km/h | 180 km/h |
| Batteriekapazität (brutto/netto) | 83 kWh / 80 kWh | 95 kWh / 91 kWh | 117 kWh / 112 kWh |
| Elektrische Reichweite | 620 km | 660 km | bis zu 810 km |
| Ladeleistung (DC) | 320 kW | 370 kW | 370 kW |
| DC-Ladedauer (10-80%) | 18 min | 18 min | 19 min |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 14,7 kWh/100 km | 15,7 kWh/100 km | 16,0 kWh/100 km |
| Preis (2026) | ab 63.490 Euro | ab 66.490 Euro | ab 72.490 Euro |
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