Gebrauchtwagen-Check: Kleinwagen zum Verlieben

Im Kleinwagen-Segment tummeln sich eine Vielzahl Typen. Manche sind besonders robust, andere edel, geräumig oder extrem sparsam. Hier eine Auswahl ganz unterschiedlicher Typen mit ganz unterschiedlichen Talenten. Da verliebt sich garantiert jede/r.
Kia Rio: das Mauerblümchen
Wer zum Beispiel günstig kaufen und zugleich auf Nummer sicher gehen will, sollte nach dem zwischen 2011 und 2017 gebauten Kia Rio Ausschau halten. Es handelt sich um ein kreuzbraves, gefälliges Modell mit einfacher und doch zeitgemäßer Technik zu erstaunlich kleinen Preisen. Die besondere Stärke des Rios ist die von Kia gewährte 7-Jahres-Garantie. Wer sich ein Exemplar der jüngeren Baujahre sichert, kann von dieser großzügigen Garantieleistung noch einige Zeit profitieren. Gutes Platzangebot, die umfangreiche Sicherheitsausstattung sowie einige attraktive Komfortoptionen sind weitere Stärken des Koreaners. Jüngere Exemplare mit moderater Laufleistung werden bereits für sechs- bis siebentausend Euro angeboten. Ein Musterschüler in puncto Zuverlässigkeit ist der Rio indes nicht. Der TÜV-Report attestiert ihm eine Mängelhäufigkeit leicht über dem Segmentdurchschnitt.
Mazda 2: der Zuverlässige
Hier fällt die Bilanz des Mazda2, ein dem Rio ganz ähnlicher Kleinwagentyp, deutlich besser aus. Der Japaner gilt nicht nur als besonders zuverlässig, auch bei Design, Ausstattung und Technik wird er insgesamt höheren Ansprüchen gerecht als der Kia Rio. Wer ein Exemplar der aktuellen, seit Ende 2014 gebauten Generation will, muss derzeit noch einen gehobenen vierstelligen Betrag investieren. Wer kleines Geld hat, wird bei der deutlich kompakteren Vorgänger-Generation fündig. Hier werden Exemplare mit moderater Laufleistung schon um 5.000 Euro angeboten. Allerdings ist die aktuelle Generation mit über vier Meter Länge deutlich größer, geräumiger, technisch moderner und mit mehr Premium-Flair gesegnet.
Audi A1: der Schönling
Soll es im künftigen Kleinwagen besonders edel zugehen, wäre der Audi A1 ein ganz heißer Kandidat. Die zwischen 2010 und 2018 gebaute erste Generation zeichnet sich durch anspruchsvolle Technik, feines Premium-Ambiente und zum Teil starke Motoren aus. Der A1 ist ein waschechter Audi, aber eben ein vergleichsweise schmächtiger. Ein Zwerg ist der Ingolstädter auch in Hinblick auf die Problemzonen. Der TÜV-Report attestiert ihm eine für das Kleinwagen-Segment vorbildliche Solidität. Findet man einen günstigen A1, sollte man zugreifen. Allerdings: Das mit günstig könnte ein Problem werden, denn Exemplare mit weniger als 100.000 Kilometer auf der Uhr werden, selbst wenn sie bereits acht oder neun Jahre auf dem Buckel haben, meist noch für hohe vierstellige Summen angeboten. Wer sich von einer hohen Laufleistung nicht abschrecken lässt, kann auch schon um 6.000 Euro fündig werden.
Toyota Yaris Hybrid: das Wunderkind
Noch einmal schwieriger wird die Suche nach einem Schnäppchen, wenn es ein Toyota Yaris Hybrid sein soll. Seine Doppelherztechnik ist es, die ihn so gefragt macht. Sein Hybridantrieb ist umweltfreundlich und sparsam zugleich. Verbrauchswerte unter vier Liter sind machbar. Zudem erlaubt der an ein Selbstschaltgetriebe gekoppelte Antrieb eine komfortable, entspannte und zwischenzeitlich sogar rein elektrische Fahrweise. Die Hybridversion gibt es übrigens nur in der aktuell dritten Generation und zwar erst ab dem Modelljahr 2013. Seither hat der Yaris gleich zwei Facelifts mit einigen attraktiven Upgrades erhalten. Wer von diesen Neuerungen profitieren will, sollte nach Exemplaren ab Modelljahr 2015 oder 2017 Ausschau halten. Ansonsten handelt es sich beim Yaris um einen rundum gelungenen Kleinwagen, der im Fall der Hybridversion zudem noch gehobenes Ausstattungsniveau bietet. Exemplare mit weniger als 100.000 Kilometer Laufleistung werden in der Regel für fünfstellige Summen angeboten. Für einen jüngeren Yaris Hybrid liegen die Gebrauchtpreise oft nur knapp unterhalb vom Neupreis.
Ford B-Max: der Alleskönner
Wem mehr der Sinn nach einem Schnäppchen steht, dass zudem noch viel Platz auf kleinem Raum bietet, sollte nach einem Ford B-Max Ausschau halten. Mit knapp über vier Meter Länge gehört der kompakte Kölner eigentlich zu den Kleinwagen, doch mit seinem variablen Innenleben meistert der Van selbst anspruchsvolle Transportaufgaben erstaunlich locker. Eine Kleinfamilie mit Reisegepäck für eine Woche samt Kinderfahrrad kann man jedenfalls problemlos in den variablen Ford unterbringen. Während der Standardkofferraum mit knapp über 300 Liter einen noch klassentypischen Zuschnitt bietet, eröffnet sich nach dem Umklappen der Rückbank ein fast 1.400 Liter großer Stauraum. Sogar lange Gegenstände, wie etwa ein Kleiderschrank vom beliebten schwedischen Möbelhaus, passen rein, da sich sogar die Beifahrersitzlehne serienmäßig umklappen lässt. Mit gehobener Laufleistung finden sich Angebote um 5.000 Euro, mindestens 7.000 Euro muss man investieren, wenn man einen B-Max mit wenigen Kilometern auf der Uhr will.
(sp-x/mh/jup)
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