Bonsai Sportwagen: Fahrbericht Subaru BRZ

Mittlerweile ist der Subaru BRZ im verflixten siebten Produktionsjahr angekommen. Nach dem vorübergehenden Wegfall des legendären WRX STI in Europa, hält hierzulande einzig er die Stellung im Sportlager von Subaru. Was uns am BRZ nach wie vor gefällt und was nicht - das klärt unser Fahrbericht.

Kompakt, wendig und leistbar: Der Subaru BRZ hat auch in seinem mittlerweile siebten Produktionsjahr nur wenig von seiner Faszination verloren. Vorne arbeitet immer noch ein 200 PS starker 4-Zylinder-Boxermotor, der Antrieb gelingt über die Hinterräder samt serienmäßigem Torsen-Differenzial und in der Mitte sitzt der Fahrer und bedient im Bestfall ein 6-Gang-Schaltgetriebe. Im Bestfall deshalb, weil das ebenfalls verfügbare 6-Gang-Automatikgetriebe zwar den Komfort fördert, es aber nicht zum quirligen Wesen des Japaners passen würde. Außerdem nimmt der Automat auch das letzte Quäntchen Dynamik aus dem Antriebsstrang, der auch durch seine lediglich 205 Nm Drehmoment nicht über allzu großes Temperament verfügt.

Subaru-BRZ-Rear-Side

Boxer verlangt nach Drehzahl

Weit gen 7.000 Touren muss man den Boxermotor bemühen, bis der BRZ seiner sportlichen Karosserieform wirklich gerecht wird. Doch bereitet das Ausdrehen des Motors große Freude, da man so dem unverfälschten und rauchigen Klang des tiefsitzenden 2,0-Liter-Motor lauschen kann. Kein Soundgenerator nervt mit unpassenden Geräuschen, kein Turbolader sorgt für übermäßigen Druck und so liegt es einzig am Fahrer selbst, im Subaru BRZ eine runde Nummer zu fahren. Den knackigen Handschalter muss man gerade am Berg ständig im Griff haben, damit der Boxer nie sein knapp bemessenes Leistungsplateau verlässt. Ein wenig fühlt er sich an wie ein alter BMW M3 E30 – was durchaus als großes Lob verstanden werden darf.

Subaru-BRZ-Engine

Ungefilterte Fahrfreude

Vor allem in der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, dass es noch Autos gibt, die so ungefiltert zu Werke gehen. Das Fahrwerk des Subaru BRZ kann als durchaus straff bezeichnet werden, die Geräuschdämmung lässt uns selbst das Knistern von Kieselsteinen im Radhaus hören und welch direktes Fahrgefühl der Bonsai Sportler vermittelt, ist in der Tat bemerkenswert. Die sehr direkte elektrische Lenkung, die knapp zu bedienende Pedalerie und der bereits erwähnte Handschalter mit seinen kurzen Gassen schaffen eine große Verbundenheit zur Straße und lassen den Fahrer immer wissen, was der Wagen gerade macht. 17-Zoll misst die Standardbereifung des BRZ und aufgezogenen sind die gleichen Michelin Primacy Pneus wie beim Toyota Prius.

Subaru-BRZ-Rear

Leichtgewicht mit Prius-Reifen

Auch sie tragen dazu bei, dass sich der BRZ so quirlig anfühlt. Bieten sie im normalen Fahralltag immerzu ausreichend Grip, reicht ein Druck auf dem ESP-Schalter und die Fuhre kann durchaus quergehen. Zickig oder gar schwer beherrschbar wird der Subaru dadurch in keinem Fall – er macht einfach nur noch mehr Laune. Dabei ist seine Heimat die verwundene Landstraße mit engen Kehren, in die man äußerst spät hereinbremsen kann. Nur rund 1.250 Kilogramm (Verteilt im Verhältnis 53 zu 47 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse) brachte unser Testwagen auf die Waage, was man zu jeder Zeit auch spürte. Leichte Autos sind vom Aussterben bedroht und daher tut es gut, sich ihrer Vorteile ab und zu wieder deutlicher bewusst zu werden. Aber lässt das Fliegengewicht nicht nur einen späten Bremspunkt zu. Auch beim Verbrauch punktet der Subaru BRZ, der ohne große Spritspartechnik und Turbolader mit 8-9 Liter im Alltag bewegt werden kann.

Subaru-BRZ-Interior

Aufgeräumter Innenraum

Purismus auch im Innenraum: Nie zu viel, aber auch nicht zu wenig bietet der Subaru BRZ im Cockpit. Alle Bedienelemente sitzen dort, wo man es erwartet. Das überwiegend analog gehaltene Kombiinstrument glänzt durch eine gute Ablesbarkeit und wird im Drehzahlmesser durch einen Bordcomputer in allerbester Mäusekinomanier erweitert. Die digitale Uhr in der Mittelkonsole fördert den Blick durch die Retrobrille auf den Subaru BRZ, wie auch das Infotainment-System.

Subaru-BRZ-Front-Tacho

Sitze können nicht überzeugen

Im Doppel-DIN Format gibt es eher rudimentäre Navigationsoptionen, dafür tönt das (DAB-)Radio aber mitunter gar nicht so schlecht. Und auch das Verbinden des Mobilteils gelingt ohne Probleme. Bleiben am Ende noch die Platzverhältnisse zu erwähnen: Sie sind bedingt durch die Bauform natürlich eingeschränkt (234 Liter Kofferraumvolumen), wobei man auch mit 1,94 Meter Körpergröße angenehm Platz findet. Nur die Sitze konnten im Test nicht überzeugen. So bieten sie zwar genügend Seitenhalt, aber keine Unterstützung im Lordosenbereich, was schnell zu einem schmerzenden Rücken führte.

Subaru-BRZ-Seats

Fazit

Der Subaru BRZ steht im aktuellen Modelljahr für knapp unter 34.000 Euro bei den Händlern. Damit ist er zwar nicht mehr so günstig wie noch bei seiner Markteinführung 2012, überzeugt aber weiterhin durch sein ganz eigenes und pures Wesen. Beim Handling macht dem BRZ so schnell keiner etwas vor, in Sachen Motorleistung und Sitzqualität dürfte man aber gerne demnächst nachlegen. Der wohl direkteste Konkurrent kommt derzeit aus dem Hause Mazda und heißt MX-5 RF – er ist günstiger, bietet als geschlossener Roadster aber einen Tick weniger Variabilität. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)

Hinweis der Redaktion: Der Subaru BRZ wird in Österreich derzeit nicht angeboten.

Technische Daten*

  • Modell: Subaru BRZ 2.0i Sport
  • Motor: Vierzylinder-Boxer, 1.998 ccm
  • Leistung: 200 PS (147 kW) bei 7.000 U/min
  • Drehmoment: 205 Nm zwischen 6.400 und 6.600 U/min
  • Antrieb: Hinterradantrieb, 6-Gang-Schaltgetriebe
  • Verbrauch (ECE): 7,9 l SP100/100 Km
  • Beschleunigung (0 – 100 Km/h): 7,6 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 226 km/h
  • Abmessungen (L/B/H): 4,24 m/1,78 m/1,32 m
  • Gewicht: 1.250 Kg
  • Grundpreis: ab 33.480 Euro

*Herstellerangaben

Wollen Sie jetzt durchstarten?

Alle Artikel

Erster Test: Subaru Impreza – Japanische Bodenständigkeit

Testberichte · Subaru

Erster Test: Subaru Impreza und XV – Frischekur bei Subaru

Testberichte · Subaru

Erster Test: Subaru Forester 2.0 D Automatik – Robuster Selbstschalter

Testberichte · Subaru
Mehr anzeigen