Test Smart #5 Brabus (2025): Familienkutsche mit Warp-Antrieb

Der Smart #5 Brabus (2025) auf einen Blick:
Was uns gefällt:
Die mehr als großzügigen Platzverhältnisse.
Was wir vermissen:
Zumindest ein paar haptische Schalter und Knöpfe am Armaturenbrett.
Ideal, wenn ...
… man richtig viel Auto mit noch mehr Leistung möchte.
Die Alternativen
BMW iX3, Mercedes-Benz GLC EQ, Audi Q6 e-tron
Inhaltsverzeichnis
Das Testfahrzeug | Design | Antrieb | Fahreindruck | Innenraum & Infotainment | Laden & Reichweite | Fazit | Technische Daten
Hinweis zum Testfahrzeug
Das Testfahrzeug wurde von der Smart Austria Automotive GmbH zur Verfügung gestellt. Die Marke gehört seit 2020 einem 50:50 Joint Venture von Mercedes-Benz und der chinesischen Geely Automotive Group.
Design: Bulliger Auftritt mit Pepp
Die kantig gezeichnete Front, die hohe Schulterlinie und die betont vertikalen Flächen verleihen dem Smart #5 Brabus einen sehr bulligen Auftritt. In der Realität wirkt der Elektro-SUV noch deutlich größer, als man anhand der Fotos vermuten möchte. Um eine gewisse Vorstellung zu bekommen: Er ist nur acht Zentimeter kürzer, dafür breiter und höher als der neue BMW iX3. Der neue Mercedes-Benz GLC ist um 15 Zentimeter länger, gleich breit und um sieben Zentimeter niedriger.
Die Farbkombination des Testfahrzeugs aus mattem Grau und Rot lässt den Smart #5 Brabus in Verbindung mit der markanten Lichtsignatur außergewöhnlich wirken. Vor allem die rote Einrahmung des Panoramadachs verleiht ihm jenen Pepp, den man von Smart gewohnt ist. Außen wie innen angebrachte Brabus-Schriftzüge und -Logos sowie die roten Bremssättel schärfen den sportlichen Anspruch. Die wuchtigen 21-Zoll-Räder fügen sich gut in das Gesamtbild ein.
Auch beim Heck setzt der Smart #5 Brabus auf maximale Wirkung. Die breit angelegte Lichtsignatur, die sich an jener der Front orientiert, und die klar strukturierte Heckklappe betonen die Fahrzeugbreite, während die kurzen Überhänge den kraftvollen Eindruck weiter verstärken. Insgesamt wirkt das Design extravagant und selbstbewusst – durch die Ausmaße weniger urban, dafür deutlich näher an klassischen Performance-SUV.
Antrieb: Kann Leistung Sünde sein?
Zweifelsohne steht Brabus für außergewöhnliche Performance, die beeindrucken möchte. Aber eine Systemleistung von 475 kW (646 PS) und ein Drehmoment von bis zu 710 Nm sind in einem Familien-SUV möglicherweise schon ein wenig zu viel des Guten. Andererseits bringt der Allradantrieb die unbändige Kraft sehr unaufgeregt und kontrolliert auf die Straße. Das ermöglicht dem 2,4-Tonner, den Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden zu bewerkstelligen. Erst bei 210 km/h wird dem Vortrieb ein Ende gesetzt.
Fahreindruck: Von brutal bis sanft
Wenn man die 646 PS voll abruft, fühlen sie sich so an, wie die Zahl vermuten lässt. Der Antritt ist brutal und man benötigt schon etwas Erfahrung hinter dem Steuer, um das Geschoss bändigen zu können. Selbst ein Kick-down bei 100 km/h bewirkt noch eine derartig starke Beschleunigung, dass man vehement in den Sitz gedrückt wird und dem einen oder anderen etwas unwohl dabei werden kann.
Lässt man jedoch den Brabus-Modus hinter sich und fährt „Comfort“, wendet sich das Blatt. Alles läuft entspannter, der Tritt auf das Strompedal wird wesentlich sanfter in Vortrieb umgesetzt. Dann kommt das komfortable Fahrwerk des Smart #5 Brabus so richtig zur Geltung und man kann auch längere Strecken in vollen Zügen genießen. Die hohe Sitzposition schafft dabei eine gute Übersicht.
Innenraum & Infotainment: Raumwunder für Display-Liebhaber
Der Innenraum trägt sehr positiv zum Fahrgefühl im Smart #5 Brabus bei. Es kommen hochwertige Materialien zum Einsatz, die sehr gut verarbeitet sind. Etwas aus der Reihe fallen dabei die beiden Lenkstockschalter, die aus billig wirkendem Hartplastik gefertigt sind. Die Ambientebeleuchtung ist in ihrem Umfang und ihrer Erscheinung sehr gut gelungen, die voreingestellte Farbkombination mit Rot und Orange wirkt sehr stimmig.
Zwei OLED-Bildschirme mit jeweils 13 Zoll Größe bieten kräftige Farben und eine gestochen scharfe Anzeige. Dazu kommen noch die sehr erfrischend aufbereiteten Inhalte – alles in allem ein eindrucksvolles Erlebnis, das jedoch durch die komplizierte Bedienung etwas beeinträchtigt wird. Als Manko ist auch zu betrachten, dass die Bildschirme bei direkter Sonneneinstrahlung stark spiegeln. Ergänzt wird die Display-Landschaft durch ein 10,25-Zoll-Fahrerdisplay in Full HD und ein Head-up-Display.
Eine besondere Erwähnung verdient das Sennheiser Signature Sound System mit einer maximalen Ausgangsleistung von 1.190 Watt. 20 Lautsprecher beschallen den Innenraum auf eindrucksvolle Art und Weise, bis hin zu 3D-Klang mit Dolby Atmos. Als optisches Highlight sitzt ein Lautsprecher mit Ambientebeleuchtung am Armaturenbrett. Dieser fährt im Betrieb automatisch aus und senkt sich im Anschluss wieder ab.
Das mit hochwertiger Mikrofaser bezogene Gestühl ist straff gepolstert, aber dennoch komfortabel. Passend zu den XXL-Ausmaßen des Fahrzeugs sind die beiden vorderen Sitze sehr breit und liefern daher Personen mit „normaler“ Statur wenig Seitenhalt – man schwimmt in schnell gefahrenen Kurven im Gegensatz zum Auto etwas hin und her. Zusätzlich zur Heizfunktion können sie auch belüftet werden.
Dass Komfort im Innenraum großgeschrieben wird, zeigt sich an den beheizbaren Rücksitzen, die auch in der Neigung verstellbar sind. Ein spezieller Camping-Mode bietet mit ein paar Handgriffen und automatisch umklappenden Vordersitzen eine große Liegefläche für zwei Personen. Durch das Panoramaglasdach genießt man im Liegen den freien Blick auf den Himmel.
Der Smart #5 Brabus bietet mit einem Radstand von 2,9 Metern großzügigen Platz für fünf Personen – den Fondpassagieren wird eine außergewöhnliche Beinfreiheit geboten. Besonders auffällig ist der Freiraum über dem Kopf, der nach oben hin nicht zu enden scheint. Stauraum ist überall ausreichend vorhanden, insgesamt sind es laut Hersteller 34 Ablagefächer. Mit 630 Litern ist der Kofferraum passend zur Fahrzeuggröße dimensioniert – durch Umklappen der Rücksitze steigt das Volumen auf 1.530 Liter. Vorne bietet ein beleuchteter Frunk weitere 47 Liter.
Laden & Reichweite: Power und Gewicht haben ihren Preis
Bei Übernahme des Testfahrzeugs steht am Display, dass sich der Smart #5 Brabus auf den letzten rund 1.000 Kilometern im Schnitt 32 kWh/100 km genehmigt hat. Was zuerst etwas unglaubwürdig wirkt, stellt sich in der Folge als durchaus realistisch heraus. Ruft man im Brabus-Modus kontinuierlich die Leistung ab, sind im Winter auch auf der Landstraße über 30 kWh/100 km möglich.
Über die gesamte Testdauer zeigt sich der Sportler jedoch genügsamer. Bei Temperaturen um und knapp über dem Gefrierpunkt pendelt sich der Verbrauch ohne Autobahnfahrten bei 24 kWh/100 km ein. Dabei ist auch zeitweises Abrufen des hohen Leistungspotenzials durchaus möglich. Dank des großen 94-kWh-Akkus sind auch im Winter 400 Kilometer Reichweite realistisch.
Dank der 800 V-Technologie ist der Smart #5 Brabus ein echter Schnelllader. Laut Hersteller beträgt die maximale Ladeleistung 400 kW. Im Test schafft der Stromer bis zu 320 kW. Mit 248 kW im Schnitt geht es damit in gerade einmal 17 Minuten und 24 Sekunden von 9 auf 80 Prozent. Damit bestätigt sich die rekordverdächtige Werksangabe eindrucksvoll. Das wesentlich gemächlichere Wechselstromladen ist mit 22 kW ebenfalls auf der schnelleren Seite.
Fazit
Wer mit Sack und Pack und der ganzen Familie regelmäßig auf Reisen geht und dies komfortabel und sportlich zugleich tun möchte, ist beim Smart #5 Brabus gut aufgehoben. Die langstreckentaugliche Reichweite und kurzen Ladezeiten machen ihn zu einem idealen Begleiter. Wenn man ein Stadtfahrzeug sucht, wird man sich aufgrund seiner Dimensionen eher woanders umsehen.
Der vollausgestattete Smart #5 Brabus mit Allradantrieb startet in Österreich bei 64.000 Euro. Beim Testfahrzeug kommen 980 Euro für die zweifarbige Lackierung dazu. In der Basisversion „Pro“ geht es ab 49.000 Euro los. In jedem Fall erhält man sehr viel Auto und einen smarten Begleiter für sein Geld. (Text und Bild: Armin Hoyer)
Technische Daten
| Modell | Smart #5 Brabus (2025) |
|---|---|
| Motor | Asynchron vorne, Synchron hinten |
| Leistung | 475 kW / 646 PS |
| Drehmoment | 710 Nm |
| Antrieb | Allradantrieb, 1-Gang-Getriebe |
| Batterie (brutto) | 94 kWh Lithium-Ionen |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 19,9 kWh/100 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert | 0 g/km |
| Elektrische Reichweite | 400 km (realistisch im Winter), 540 km (WLTP) |
| Ladeleistung | 22 kW AC / 400 kW DC |
| Ladedauer (AC/DC) | 10–100 % unter 5,5 h / 10–80 % unter 18 min |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 3,8 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 210 km/h |
| Abmessungen (L/B/H) | 4,70 m / 1,92 m / 1,71 m |
| Radstand | 2,90 m |
| Kofferraumvolumen | 630–1.530 l |
| Volumen Frunk | 47 l |
| Leergewicht | 2.378 kg |
| Grundpreis (AT) | ab 64.000 Euro |
| Testwagenpreis | 64.980 Euro |
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