Erste Fahrt Skoda Epiq (2026): Der kleine Stromer mit großem Anspruch

Der Skoda Epiq auf einen Blick:
Was uns gefällt:
Viel Platz auf kompakten 4,17 Metern und 475 Liter Kofferraumvolumen
Was wir vermissen:
Die finalen Preisdetails
Ideal, wenn ...
… man ein kompaktes Elektro-SUV sucht, das bezahlbar bleibt, aber erwachsen wirkt.
Die Alternativen
VW ID. Polo, Cupra Raval, Renault 5 E-Tech, Citroën ë-C3
Dritter Wurf in der Elektro-Offensive
Mit dem Epiq bringt Skoda seinen kleinsten Stromer auf die Straße, und wir durften die erste Runde mit dem getarnten Prototypen drehen. Während der Enyaq mit rund 4,65 Metern Länge das obere Ende der aktuellen Elektro-Palette markiert und der Elroq mit etwa 4,49 Metern die Kompaktklasse abdeckt, setzt der Epiq darunter an. Mit 4,17 Metern Länge schließt er die Lücke nach unten und übernimmt künftig die Rolle des urbanen Einstiegsmodells. Nach oben hin soll das Portfolio mit dem Peaq als Siebensitzer-Stromer komplettiert werden.
Innerhalb der Marke orientiert er sich am Kamiq. Die Außenlänge ist vergleichbar, das Konzept jedoch grundlegend anders. Dank der MEB-Architektur sitzt die Batterie im Fahrzeugboden, was neue Freiheiten bei Proportionen und Raumausnutzung schafft. Der Epiq ist somit kein elektrifizierter Kamiq, sondern ein eigenständig entwickeltes Modell mit klarer Ausrichtung auf Elektromobilität.
Optisch trägt er die neue Skoda-Designsprache mit klarer Linienführung und prägnanter T-Lichtsignatur. Die Gestaltung wirkt sachlich und robust, ohne verspielt zu sein. Eine spätere Topversion soll zusätzlich mit einer durchgehenden Lichtleiste an der Front erscheinen und dem kleinsten Stromer einen noch markanteren Auftritt verleihen.
Innenraum: Viel Raum, saubere Verarbeitung
Fotos vom finalen Innenraum bleiben bis zur Weltpremiere noch geheim. Einen Ausblick auf die Außenhaut und das Cockpit haben die Tschechen bereits mit der vor ein paar Jahren gezeigten Studie gegeben. Schon beim Einsteigen zeigt sich, dass hier kein abgespecktes Einstiegsmodell entstanden ist. Serienmäßig an Bord ist ein 13-Zoll-Zentraldisplay, das zentral das Armaturenbrett dominiert, ergänzt durch ein 5,5-Zoll-Instrumentendisplay. Die Darstellung bleibt übersichtlich, Menüs wirken logisch strukturiert und verzichten auf unnötige Spielereien. Materialwahl und Verarbeitung hinterlassen einen reifen Eindruck. Strukturierte Stoffe, sauber integrierte Kunstlederflächen und ordentlich gesetzte Nähte vermitteln ein hochwertiges Gefühl. Selbst im Vorserienfahrzeug präsentieren sich Spaltmaße ordentlich und Übergänge sauber verarbeitet. Hier merkt man, dass Skoda das Thema Qualität ernst nimmt.
Eine der gezeigten Ausstattungen setzt auf ein sehr reduziertes, helles, aber pflegeleichtes Dekor. Modern wirkt das, atmosphärisch jedoch eher kühl. Andere Varianten mit dunkleren Materialien und stärkerer Kontrastgestaltung bleiben ebenfalls zur Wahl. Besonders überzeugend ist das Raumangebot. 475 Liter Gepäckraumvolumen sind in diesem Segment eine klare Ansage. Damit übertrifft der Epiq nicht nur viele direkte Wettbewerber, sondern auch den hausinternen Kamiq – mit rund 75 Litern mehr, trotz sieben Zentimetern weniger Länge. Mit umgelegter Rückbank stehen bis zu 1.344 Liter zur Verfügung. Auch in der zweiten Sitzreihe bleibt ausreichend Platz. Erwachsene bis etwa 1,85 Meter sitzen entspannt und brauchen sich keine Sorgen um Knie oder Kopffreiheit zu machen.
Typisch Skoda dürfen die Simply-Clever-Details nicht fehlen. Praktische Ablagen und clevere Lösungen für den Alltag wie Eiskratzer oder Regenschirm bleiben erhalten. Neu ist eine eigene Tasche für das Ladekabel an der Rückenlehne der zweiten Reihe.
Fahrverhalten: Erwachsener als die Größe vermuten lässt
Auf der Straße präsentiert sich der Epiq erstaunlich souverän. In der getesteten 211-PS-Version steht die Leistung jederzeit ausreichend zur Verfügung. Das Drehmoment liegt sofort an, die Beschleunigung erfolgt gleichmäßig und ohne künstliche Inszenierung. Der Vortrieb wirkt spontan, aber gut kontrollierbar. Noch wichtiger als die reinen Leistungswerte ist die Abstimmung des Fahrwerks. Unebenheiten werden sauber gefiltert, ohne dass das Fahrzeug weich oder schwammig wirkt. Gerade auf schlechterem Asphalt bleibt die Karosserie stabil und ruhig.
In Kurven wirkt der Epiq neutral und ausgewogen. Die Seitenneigung bleibt moderat, die Balance stimmt. Die Lenkung arbeitet präzise und liefert eine ehrliche Rückmeldung. Sportlicher Ehrgeiz steht nicht im Vordergrund, vielmehr überzeugt das Gesamtpaket durch Berechenbarkeit und Stabilität. Auch bei höherem Tempo bleibt das Fahrzeug angenehm ruhig. Wind- und Abrollgeräusche halten sich in Grenzen. Mit rund 1.540 Kilogramm Leergewicht inklusive Fahrer bleibt das Gewicht im Rahmen und fällt im Fahrbetrieb nicht negativ auf. Mehrere Rekuperationsstufen lassen sich anwählen, zusätzlich wird One-Pedal-Driving angeboten. Übergänge zwischen Verzögern und Beschleunigen erfolgen harmonisch und gut dosierbar, das Bremsgefühl wirkt konsistent.
Technik, Premiere und Varianten
Technisch basiert der Epiq auf der weiterentwickelten MEB21-Plattform. Drei Leistungsstufen stehen zur Wahl mit 116, 135 und 211 PS. Zwei Batteriegrößen mit 37 oder 51,7 kWh netto ermöglichen Reichweiten von bis zu 430 Kilometern nach WLTP. Ladeleistungen von bis zu 125 kW DC sollen für praxistaugliche Ladezeiten sorgen. Die offizielle Weltpremiere und der Bestellstart sind für Juni geplant. Am heimischen Markt sollten die ersten Modelle zunächst mit der größeren Batterie im Herbst anrollen. Weitere Leistungs- und Ausstattungsversionen werden schrittweise folgen. (Text: Johannes Ibrahim; Bilder: Skoda)
Technische Daten
| Modell | Skoda Epiq 35 | Skoda Epiq 40 | Skoda Epiq 55 |
|---|---|---|---|
| Leistung | 116 PS (85 kW) | 135 PS (99 kW) | 211 PS (155 kW) |
| Drehmoment | 267 Nm | 267 Nm | 290 Nm |
| Antrieb | Frontantrieb | Frontantrieb | Frontantrieb |
| Batteriekapazität (netto/brutto) | 37,0 kWh / 38,5 kWh | 37,0 kWh / 38,5 kWh | 51,7 kWh / 55,0 kWh |
| Elektrische Reichweite | 315 km (WLTP) | 315 km (WLTP) | 430 km (WLTP) |
| Ladeleistung (AC/DC) | 11 kW / 50 kW | 11 kW / 90 kW | 11 kW / 125 kW |
| Ladedauer (AC/DC) | noch nicht spezifiziert | 28 min | 23 min |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 13 kWh/100 km | 13 kWh/100 km | 13,1 kWh/100 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert | 0 g/km | 0 g/km | 0 g/km |
| Beschleunigung (0–100 km/h) | 11 s | 9,8 s | 7,4 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 150 km/h | 150 km/h | 160 km/h |
| Abmessungen (L/B/H) | 4,17 m / 1,80 m / 1,62 m | 4,17 m / 1,80 m / 1,62 m | 4,17 m / 1,80 m / 1,62 m |
| Radstand | 2,60 m | 2,60 m | 2,60 m |
| Kofferraumvolumen | 457–1.344 l | 457–1.344 l | 457–1.344 l |
| Leergewicht | 1.542 kg | 1.542 kg | 1.544 kg |
| Neupreis (2026) | ca. 26.000 Euro | n. b. | n. b. |
Alle Artikel
Alle ansehen
Test Škoda Enyaq Coupé RS (2025): Sportlicher Schick
Mit kraftvollem Auftritt und Allradantrieb positioniert sich der Škoda Enyaq Coupé RS als sportlichstes Mitglied der Baureihe. Hoher Komfort, geringer Verbrauch und viele kleine praktische Details sorgen für eine hohe Alltagstauglichkeit.

Test Skoda Octavia 1.5 TSI mHEV: Wer braucht da noch den Combi?
Seit 1996 rollt der „neue“ Skoda Octavia über Europas Straßen – seit 2019 in vierter Generation. Im Frühjahr 2024 wurde der tschechische Bestseller noch einmal überarbeitet und steht seither in der Blüte seiner zweiten Lebenshälfte. Die Kunden greifen überwiegend zum Combi – zu Unrecht?

Test Skoda Kodiaq TDI (2025): Einer für alle Fälle?
Seit gut einem Jahr ist die zweite Generation des Skoda Kodiaq im Handel. In Deutschland wurde das SUV bereits über 22.000 Mal verkauft – mehr als ein Achtungserfolg. Ein genauerer Blick auf den Verwandten des neuen VW Tayron lohnt sich daher. Fahrbericht!
