Porsche 911 (992) Carrera S Handschalter im Test: Besser als mit PDK?

Der Porsche 911 (992) Carrera S 7-Gang im Überblick
Stärken
- - Sehr gute Fahrleistungen
- - Sichere Straßenlage
- - Knackiges 7-Gang-Getriebe
- - Tolle Sportsitze
Schwächen
- - Schlecht ablesbares Kombiinstrument
- - Infotainment mit Bedienschwächen
- - Vereinzelt billige Plastikschalter
- - Teuer in der Anschaffung
Der Anteil der Handschalter wird immer geringer
Autos werden immer leistungsstärker, digitaler und vernetzter. Ein Schaltgetriebe passt da kaum zum neu definierten Mobilitätsanspruch, allen voran in Zeiten von batterieelektrischen Fahrzeugen. Und so fährt mittlerweile auch eine Ikone wie der Neunelfer primär mit Automatik vor. Das achtstufige Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) gilt dabei als Referenz und bietet kaum Anlass zur Kritik.
Puristische Fahrfreuden
Dennoch schafft die kostenneutrale Option auf das 7-Gang-Schaltgetriebe, was ein perfekt schaltender Automat nicht leisten kann: Es verbindet den Mensch unmittelbar mit der Maschine. In Augen vieler Fans ist auch ein Porsche 911 seit dem Generationswechsel zu groß, vielleicht auch zu bequem geworden – da tut etwas puristische Abwechslung gerade gut.
Ab und zu hakt es
Trotz Sieben-Gänge-Menü gelingt die Bedienung des Schaltgetriebes überwiegend unkompliziert, auch das Kupplungspedal ist nicht sonderlich schwergängig geraten. Die Gassenführung ist präzise und kurz, manchmal wird beim Herunterschalten, statt des fünften, der dritte Gang erwischt. Als Nachteil erweist sich der direkt im Schaltbereich platzierte Cupholder unterhalb des Schaltsacks. Bleibt als Ausweg für den Softdrink nur der schlecht zu erreichende Becherhalter des Beifahrers.
Manuelles Getriebe bringt zusätzliche Technikhighlights
Um ungewollte Lastwechselreaktionen zu vermindern, verbaut Porsche bei Carrera (4)S-Modellen mit Schaltgetriebe unter anderem dynamische Motorlager. Sie sieht man von außen genauso wenig wie die mechanische Hinterachs-Quersperre oder das Torque Vecotring-System (PTV), mit dem die Stuttgarter den gleichteuren Handschalter gegenüber der PDK-Version aufwerten. Mit dem 7-Gang-Getriebe unzertrennlich verbunden und für das Auge auffälliger ist das Sport Chrono-Paket samt Mode-Schalter am Lenkrad.
3,0-Liter-Boxer mit müheloser Performance
Für den sportlich ambitionierten Fahrer ebenfalls interessant: Die Zwischengasfunktion und der PSM Sport-Modus. Eine Gewichtsreduzierung um 35 Kilogramm verspricht Porsche im Gegensatz zur PDK-Version und so ist es möglich, das Leistungsgewicht des ausgewachsenen Gran Turismo auf dem Papier noch etwas zu optimieren.
Im Alltag wirst du davon wenig spüren. Auch, weil der 331 kW/450 PS und 530 Nm starke Sechszylinder-Boxermotor noch nie große Mühe damit hatte, den Carrera S nach vorn zu bewegen (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 10,0-9,6 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 227-220 g/km²). Von null auf 100 km/h geht es in 4,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 308 Stundenkilometer erreicht.
Testverbrauch um 13 Liter auf 100 Kilometer
Heckantrieb, Handschalter und 3,0-Liter-Turbomotor harmonieren dabei in trauter Dreisamkeit und ganz so, als wäre im 992 nie etwas anderes vorgesehen gewesen. Das knackig abgestimmte Sportfahrwerk und die elektrische Lenkung bereiten überdies große Fahrfreuden, die serienmäßige Stahlbremse packt stets beherzt zu und ist der sündhaft teuren Porsche Keramikbremse (PCCB) bei fehlendem Rennstreckeneinsatz vorzuziehen.
Beim Verbrauch herrscht subjektiv kaum ein Unterschied zum Carrera S mit PDK. Unter 10 Liter auf 100 Kilometer (laut Bordcomputer) sind auf der Langstrecke möglich. Im flott gefahrenen Testdurchschnitt waren es dagegen rund 13 Liter Super Plus, die sich der zurückhaltend klingende Boxer genehmigte.
Weniger kann mehr sein
An dieser Stelle fällt auf, wie wenig man überhaupt braucht, um mit einem Porsche 911 Carrera S glücklich zu werden. Ein Testwagenpreis von 135.507 Euro ist weiterhin kein Pappenstiehl, in Anbetracht des Einstandspreises von 121.822 Euro geht der Elfer aber durchaus als schlichte Fichte durch.
Sitzbezüge in Sport-Tex und das gut passendende adaptive Sportgestühl sind eine lohnenswerte Investition, die kratzempfindliche Mittelkonsole und teils billige Schalter passen allerdings nicht zum sonst teuren Preisniveau eines Porsche 911. Kritikwürdig bleiben weiterhin das durch den Lenkradkranz schlecht abzulesende Kombiinstrument, das kleinteilige Infotainmentsystem (PCM) sowie die strauchelnde Spracheingabe.
Fazit
Handschalter oder PDK? Eine richtige oder falsche Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Beide Getriebe harmonieren auf höchstem Niveau mit dem Porsche 911 (992) und dessen drehfreudigen Boxermotor, wobei das Schaltgetriebe insbesondere die Puristen anspricht. Es lässt sich sauber dirigieren, der siebte Gang kann aber zu Verwirrungen führen. Kritikwürdig bleiben die PCM-Bedienung sowie die Ablesbarkeit der Instrumentenkombi. Für über 120.000 Euro dürfte so mancher Plastikschalter wertiger daherkommen. Weshalb Porsche den Basis-Carrera nicht mit Schaltgetriebe anbietet, bleibt ein Geheimnis. Die Antwort könnte aber lauten: Porsche 911 (992) T(ouring). (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
Technische Daten*
Aktuelle Angebote

Porsche 992911 Carrera 3.0 GTS 4 Cabriolet
€ 189 980- 06/2022
- 19 596 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Porsche 992911 GT3 Touring Liftsystem Vollschalensitze
€ 288 8501- 08/2023
- 3 884 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Porsche 992911 turbo S Coupe
€ 272 9921- 05/2022
- 24 300 km
- Benzin
- - (l/100 km)
Neu
Porsche 992992.2 Carrera GTS 3.6 T-Hybrid GTS-PAKET PRIVACY
€ 234 8901- 04/2025
- 7 000 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Porsche 992GT3 RS PTS SLATE GREY PCCB CLUBSPORT LIFTSYSTEM
€ 439 9001- 09/2025
- 41 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Porsche 992911 Carrera S
€ 135 992- 05/2021
- 40 780 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Porsche 992911 Turbo S Cabrio Ö-Preis: 317,600€
€ 242 100- 03/2024
- 4 200 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Porsche 992.2 GTS Cabrio "netto 164.000,00"
€ 264 9111- 06/2025
- 3 200 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Porsche 992911 Carrera S Coupe PDK Modell 992
€ 139 970- 05/2019
- 34 160 km
- Benzin
- 8,9 l/100 km (komb.)

Porsche 992TECHART 4S Cabrio *600PS*EINZELSTÜCK*
€ 189 999- 07/2019
- 29 000 km
- Benzin
- 9,0 l/100 km (komb.)
Neu
Porsche 992Turbo S *Ö-Auto*Porsche Exklusiv*PPF-Foliert*
€ 299 9001- 10/2022
- 9 000 km
- Benzin
- 11,3 l/100 km (komb.)

Porsche 992Carrera Cabriolet
€ 175 992- 08/2024
- 7 716 km
- Benzin
- 9,6 l/100 km (komb.)

Porsche 992Carrera 4S Burmester Sport-Design ACC SELTEN!
€ 178 9901- 01/2022
- 37 000 km
- Benzin
- 9,7 l/100 km (komb.)

Porsche 992GT3 Touring PDK PTS SLATEGREY PCCB LIFT MATRIX CA
€ 274 900- 10/2022
- 21 000 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Porsche 992911 992.2 Carrera GTS Cabrio PDK
€ 249 9901- 10/2025
- 1 400 km
- Benzin
- - (l/100 km)
Neu
Porsche 992Carrera GTS Aut. // LEASINGFÄHIG // MY24!
€ 214 9901- 03/2024
- 9 500 km
- Benzin
- 9,7 l/100 km (komb.)

Porsche 992GT3 NUR 4.600 KM Clubsport Neuzustand Bose LED
€ 269 9921- 01/2023
- 4 600 km
- Benzin
- 12,4 l/100 km (komb.)

Porsche 992GT3 Touring *GT-Silber*Ö-Auto*Exp.€ 170.000*
€ 285 0001- 03/2023
- 3 000 km
- Benzin
- 13,3 l/100 km (komb.)

Porsche 992911 Carrera 992 PDK Nachtsicht, Schiebedach, PD...
€ 149 9801- 07/2020
- 9 500 km
- Benzin
- - (l/100 km)
Alle Artikel
Alle ansehen
Test Porsche Panamera GTS (2025): Acht Zylinder, purer Fahrspaß
Der Porsche Panamera GTS ist eine der letzten V8-Sportlimousinen ohne Hybrid-Rucksack. 500 PS und 660 Nm verhelfen ihm zu sportwagenähnlichen Fahrleistungen, der Innenraum ist luxuriös und das Preisschild mehr als happig. Fahrbericht!

Test Porsche Taycan Turbo GT Weissach-Paket: Kompromisslos gut?
Der Porsche Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket ist die Speerspitze der Elektromobilität aus Zuffenhausen: Über 1.000 PS, 2,2 Sekunden auf 100 km/h, 7:07,55 Minuten auf der Nordschleife und keine Rücksitze. Fahrbericht!

Test Porsche 911 Carrera T Cabriolet: Gegensätze ziehen sich an
Ein Cabrio mit Touring-Genen? Das Porsche 911 Carrera T Cabriolet (2025) zeigt, dass Offenfahren und Purismus im Elfer kein Widerspruch sein müssen. Handschaltung, PASM-Fahrwerk und Sportauspuff sind serienmäßig – dafür gibt’s Feinkritik im Innenraum. Lohnt sich der Carrera T?
