Opel Astra Facelift (2026): Unterwegs mit dem neuen Plug-in Hybrid

Sogar der Blitz im Logo leuchtet jetzt. Opel hat seinen Astra aufgefrischt. Nicht nur optisch, sondern auch technisch. Sogar intelligentes Matrix-Licht ist jetzt an Bord. Spannend ist der neue Plug-in-Antrieb, der an Kraft und Reichweite zugelegt hat. Erster Fahrtest.

Der Opel Astra Sports Tourer Plug-in Hybrid auf einen Blick


Was uns gefällt

Die neue Lichtsignatur mit dem leuchtenden Blitz.

Was wir vermissen

Eine zeitgemäße, flotte Grafik für Digital-Tacho und Infotainment.

Ideal wenn …

… man viel unterwegs ist und keinen Diesel mehr fahren mag.

Die Alternativen

Peugeot 308 PHEV, VW Golf eHybrid, Skoda Octavia iV (kommt wieder)


Stärken

  • Sportliches Handling
  • Sparsam im Verbrauch
  • Intelligentes Matrix-Licht

Schwächen

  • Schlechte Ladeleistung
  • Laut bei hohen Drehzahlen
  • PHEV teuer in der Anschaffung

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Wie aus dem „Kadett-ilac“ der Astra wurde

Urahn des Astra ist ja der legendäre Opel Kadett, der noch bis 1991 gebaut wurde. Im Volksmund wurde er liebevoll „Kadett-ilac“ genannt. Der Cadillac des kleinen Mannes. Auch beim aktuellen Astra findet man noch ein paar Design-Zitate, die an die große Vergangenheit erinnern, zum Beispiel an den legendären Kadett D: die steile Dachlinie am Heck oder die schwarzen Lamellen zwischen den hinteren Scheiben und der C-Säule.

An der Front haben sie das Vizor-Design nachgeschärft, zum einen mit den neu gestalteten und größeren Stoßfängern, aber vor allem mit dem schmalen Lichtband, das die beiden Kotflügel verbindet und mitten durch den Kühlergrill läuft. Dadurch wirkt der Astra flacher und steht auch kräftiger auf der Straße.

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80 Liter weniger Kofferraumvolumen beim Plug-in-Hybrid

Kein Chrom mehr heißt es beim Exterieur, kein Klavierlack mehr im Interieur. Ersetzt wird er durch satingraue, kratzfeste Oberflächen. Die sichtbaren Fingerabdrücke gehören damit der Vergangenheit an. Neu ist auch das überarbeitete Grafik-Design auf den beiden 10 Zoll großen Displays. Einen Schönheitspreis gewinnt Opel damit aber immer noch nicht.

Ach ja, den bei der Premiere versprochenen durchgehenden und gebogenen Bildschirm-Rahmen gibt es nach wie vor nicht. Zwischen den Anzeigen verläuft immer noch ein Knick. An den Platzverhältnissen hat sich nichts geändert, auch nicht an der Kofferraumgröße. Stellvertretend seien hier die Werte des Sports Tourers mit dem Plug-in-Hybrid genannt. Es sind 516 respektive 1553 Liter, und damit jeweils rund 80 Liter weniger als bei den Verbrennern.

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Matrix-Licht erkennt Objekte 40 Meter früher

Kommen wir zur Technik. Opel geht ein Licht auf. Und zwar mitten auf der Motorhaube. Denn jetzt darf das Markenzeichen, der Blitz im Logo, endlich leuchten. Als erstes Fahrzeug bekommt der Astra dieses Feature. Mehr Licht für alle – das gilt für die neuen Scheinwerfer. Schon in der Basis rüstet Opel auf. Die neuen LEDs leuchten um 27 Prozent heller. Der strahlende Star jedoch ist das HD-Matrix-Licht „Intelli-Lux“, das es gegen Aufpreis gibt.

Auf jeder Seite lassen sich 25.000 Elemente einzeln ansteuern. So kann das Licht beispielsweise um das vorausfahrende Fahrzeug herumfließen, um den Straßenrand zu beleuchten. Auch dosieren die intelligenten Scheinwerfer die Helligkeit so, dass Verkehrszeichen in der Nacht nicht mehr blenden. Und auch Objekte werden eher erkannt: Um bis zu 40 Meter früher bei Tempo 80, rechnet Opel vor. HD-Matrix-Licht in der Kompakt-Klasse – da sind die Rüsselsheimer Vorreiter in ihrem Segment.

Bei den Antrieben lässt Opel seinen Kunden nach wie vor die Freiheit zu wählen und bietet die ganze Palette an. Sogar ein 1,5-Liter-Diesel mit 130 PS ist noch im Angebot. Dazu kommen der Mild-Hybrid-Benziner mit 145 PS und der vollelektrische Astra mit 156 PS. Letzterer hat jetzt einen 58-kWh-großen Akku (plus 4 kWh). Er soll für eine Reichweite von bis zu 454 Kilometern gut sein. Hinzugekommen sind eine dreistufig einstellbare Rekuperation und die Vehicle-to-Load-Funktion. Mit bis zu 3,4 kW kann der Astra jetzt zum Beispiel E-Bikes aufladen.

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So wird das Aufladen zum Geduldsspiel

Umfangreich überarbeitet wurde vor allen Dingen der Plug-in-Hybrid. Und zwar in Rüsselsheim, wie man bei Opel stolz anmerkt. Der 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner liefert zusammen mit der E-Maschine eine Systemleistung von 144 kW / 196 PS. Das sind 16 PS mehr als beim Vorgänger. Das Plus geht vor allem auf das Konto des Elektromotors, der nun 92 kW / 125 PS leistet.

Dadurch verbessert sich auch die Beschleunigung auf 7,6 Sekunden beim Standard-Sprint von 0 auf Tempo 100. Auch beim Akku hat Opel nachgelegt. Mit der 17,2 kWh großen Batterie wächst die rein elektrische Reichweite auf bis zu 84 Kilometer, im reinen Stadtbetrieb sogar auf 101 Kilometer. Mau ist die Ladeleistung: Der Onboard-Charger schafft einphasig gerade mal 7,4 kW. Das heißt: zwei bis drei Stunden Ladezeit. Da wären 11 oder sogar 22 kW nützlich, um bei einem kurzen Zwischenstopp beim Einkaufen in der Stadt noch mal nachzutanken. Selten sind 22-kW-Säulen nicht. Über 140.000 gibt es davon in Deutschland, oft auch an Supermärkten.

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Souveräner Antrieb, knackiges Fahrwerk

Mit der Kraft der beiden Herzen hängt der Astra gut am Gas. Die Beschleunigung fühlt sich homogen und linear an. Die beiden Maschinen ergänzen sich perfekt. Mühelos sprintet der knapp 1,7 Tonnen schwere Astra mit einem Drehmoment von 360 Nm auch steile Bergstrecken hoch. Ein souveräner Antrieb, der sich erst bei höheren Drehzahlen hörbar anstrengen muss. Diese akustische Belästigung haben wir aber bei anderen Plug-in-Hybriden schon deutlich nerviger erlebt.

Das an der Vorderachse überarbeitete Fahrwerk zeigt sich derweil nie überfordert. Es bietet ausreichend Komfort, nur bei Querrillen muss es gelegentlich kapitulieren. Bodenwellen schluckt die Stahlfederung weitgehend und ganz ohne Nickbewegungen. Und auch bei der Seitenneigung stehen Federn und Dämpfer ihren Mann. Die Lenkung wurde laut Opel neu kalibriert – wir konnten schon beim Vorgänger kaum etwas aussetzen und finden, dass die Rüsselsheimer Ingenieure neben Fahrwerk auch Lenkung können.

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Sparsam im Verbrauch: 3,4 Liter Benzin und 8,5 kWh Strom auf 100 Kilometer

Dass der PHEV so viel Spaß machen würde, haben wir nicht erwartet. Noch weniger, dass der Antrieb auch richtig sparsam ist. Und das trotz ambitionierter Fahrweise. Auf unserer Teststrecke von knapp 100 Kilometern benötigten wir 3,4 Liter Benzin und 8,5 kWh an Strom.

Bei den Anschaffungskosten bewegt sich der Astra im klassischen Mittelfeld. Die Limousine mit dem Hybrid-Antrieb startet bei 32.990 Euro, der Diesel kostet 34.640 Euro. Für den Stromer muss man dann schon 37.790 Euro hinlegen. Ganz oben rangiert der Plug-in-Hybrid: Ihn gibt es nicht unter 38.460 Euro. Für die Kombi-Variante, also den Sports Tourer, muss man jeweils 1.500 Euro zusätzlich berappen. Mit ein paar Extras knackt man hier leicht die 40.000-Euro-Marke.

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Erstes Fazit

Sparsam, aber nicht beim Fahrspaß – so ist der Opel Astra mit dem neuen Plug-in-Hybrid. Kraftvoll und sportlich einerseits, praktisch und alltagstauglich andererseits. Günstig ist der PHEV nicht gerade, dafür aber eignet er sich mit einer Gesamtreichweite von über 800 Kilometern gut für die Langstrecke und ersetzt mit seinen guten Verbrauchswerten damit auch den Diesel. Schade, dass es nicht zu einem vernünftigen Onboard-Lader gereicht hat. (Text: Rudolf Bögel | Bilder: Hersteller)

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Rudolf Bögel

Rudolf Bögel ist seit 2022 freier Redakteur bei AutoScout24. Er schwärmt für elegante Limousinen und drehfreudige Saugmotoren, fährt privat jedoch überwiegend elektrisch: im Honda e, gespeist von der eigenen PV-Anlage. Seine heimliche Leidenschaft gilt Oldtimern – vom Mercedes-Benz 190 „Heckflosse“ über den Triumph Spitfire Mk II bis hin zum Ford Granada Coupé 2.6 Ghia. Über Geschmack lässt sich streiten, über gute Autos nicht.

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