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Erster Test Land Rover Defender 110: Hinterm Horizont geht’s weiter

Die Neuauflage einer Ikone ist kein leichtes Unterfangen. Land Rover hat es gewagt und einen neuen Defender entwickelt. Seit einigen Wochen steht die neue Generation bei den Händlern. Wir waren mit dem Briten erstmals unterwegs – auf uns abseits der Straße.

Über Jahrzehnte nahm er es mit Berggipfeln auf. Mit Flüssen, Schlamm oder Wüsten. Aber irgendwann standen die größten Hürden auf Papier. EU-Zulassungsbestimmungen verhinderten das sonst wohl ewige Leben des Land Rover Defender.

2016 lief die Produktion der Offroad-Ikone, die im Jahr 1948 nur unter dem Namen Land Rover an den Start ging, aus. Fans und Sammler standen bereit und sicherten sich die letzten Sondermodelle. Manche von ihnen dürften dann vom rustikalen Fahrverhalten und den, nennen wir sie mal, eigensinnigen Platzverhältnissen im Innenraum, überrascht worden sein.

Land Rover Defender 110 2020 P400 Heck Bruecke

Egal, ob man dem alten Defender nun nachweint, oder deswegen traurig ist, weil man doch nicht so hart im Nehmen ist wie das Auto - Land Rover hat Abhilfe! Seit einigen Wochen steht der brandneue Defender bei den Händlern. Er will modernes Ambiente und Reisekomfort mit der typischen Geländegängigkeit seines Vorgängers paaren.

Als erste Variante geht der 5,02 Meter lange Fünftürer mit dem Namen Land Rover Defender 110 an den Start, der kürzere Defender 90 startet im Herbst. Die Zahlen beziehen sich ursprünglich auf den Radstand, in Zoll (ein Zoll entspricht 2,54 cm) gemessen.

Land Rover Defender 110 2020 P400 Profile

Reihensechszylinder als Mild-Hybrid

„P400“ steht schüchtern auf einer kleinen Plakette am Heck des großen Briten. Ziemlich wenig Bohei eigentlich. Denn immerhin steckt ein Reihensechszylinder-Benziner unter der Haube, dem ein Mild-Hybrid-System unter die Arme greift (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 9,6–9,9 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: ab 220g/km²).

Der Startknopf – und damit auch der Fahrerplatz – befindet sich in der ersten Etage, erste Tür links. Der Vorteil an der hohen Sitzposition: Man überblickt nicht nur alle neumodischen SUVs, sondern kann auch ein kleines Stück weiter hinter den Horizont blicken.

Land Rover Defender 110 2020 P400 Motor

Auf dem Weg dahin arbeitet der aufgeladene Dreiliter-Sechszylinder unauffällig und laufruhig. Bis zu 400 PS wuchten den 2,5-Tonnen-Brocken auf Befehl des rechten Fußes vehement nach vorne. Zumindest nach dem kurzen Moment, den die 8-Gang-Automatik zur Umsetzung des Gasbefehls für sich beansprucht. Schnell übernimmt man aber den entspannten Charakter des Autos und cruist zwar zügig, aber in erster Linie entspannt dahin. Die beim Defender 100 serienmäßige Luftfederung bügelt derweil selbst unmotiviert geflickte Strecken glatt.

Auch für Fondpassagiere gibt es keinen Grund zum Klagen. Der lange Defender bietet in der zweiten Reihe eine Raumfülle wie kaum ein anderes Auto, weiter hinten wird es auf den ausklappbaren Sitzen Sechs und Sieben etwas kuscheliger.

Land Rover Defender 110 2020 Int Cockpit

Zwei Welten im Innenraum

Auch der restliche Innenraum des neuen Defender fühlt sich in beiden Welten zuhause. Untenrum sollen alle Materialien für das Auswaschen mit Wasser fit sein, weiter oben zeigt das Cockpit das neue Infotainmentsystem der Marke mit gut erreichbarem Touchscreen und modernster Connectivity.

Wenn man es richtig wissen will – und das will man in einem Defender irgendwann zwangsläufig – fährt man nicht unbedingt nach den Empfehlungen des Navigationssystems, sondern einfach geradeaus.

Zeit, die Offroadeigenschaften des neuen Defender zu testen. Der P400-Testwagen soll bitte schön sauber bleiben. Eine gute Gelegenheit, in den Diesel mit 240 PS (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 7,6–7,7 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: ab 199g/km²) umzusteigen. Er serviert moderne Motorenbau-Hausmannskost in Form eines Vierzylinders mit zwei Liter Hubraum.

Land Rover Defender 110 2020 P400 Hecktuer offen

Mit aktivierter Untersetzung im Offroad-Modus des Terrain-Response-Systems fahren wir in den Steinbruch – ein zum Offroadpark umfunktioniertes und damit legal befahrbares Gelände.

Der Diesel grummelt entspannt vor sich hin und wirft bei Bedarf bis zu 430 Newtonmeter ins Gelände, die vier angetriebenen Räder finden auf Steinen und im Schlamm ausreichend halt. Das Luftfahrwerk lässt sich spätestens jetzt weiter anheben, mit bis zu 29 Zentimeter Bodenfreiheit steht dem Defender dann kaum noch etwas im Weg.

Land Rover Defender 110 2020 D240 Offroad Front Kuppe

Die durchsichtige Motorhaube

Es geht steil bergauf. Als Fahrer siehst du nichts als Himmel. Zumindest solange, bis man auf das Infotainmentdisplay blickt. Hier nimmt der Fahrassistent „Clear Sight Ground View“ die Furcht vor unangekündigten Kuppen oder sonstigen Unwägbarkeiten. Sensoren und Kamerainformationen zaubern ein Bild des Untergrunds vor dem Auto auf den Monitor, die Motorhaube wird „durchsichtig“.

Der virtuelle Blick durch die Motorhaube dürfe im Alltag, ebenso wie die stolzen 90 Zentimeter Wattiefe für das Planschen im Wasser, eher selten zum Einsatz kommen. Als Zugmaschine für Pferde, Boote oder sonstige Transportaufgaben wird der Defender wohl öfter seine 3,5 Tonnen Anhängelast unter Beweis stellen.

Land Rover Defender 110 2020 D240 Offroad Heck

Das kostet der neue Defender

Wenn wir gerade bei den hohen Zahlenwerten sind, sei ein Blick in die Preisliste erlaubt. Ab 66.580 Euro steht der Land Rover Defender mit 200 PS-Diesel in der österreichischen Preisliste, die gefahrene 240 PS-Version kostet in der Basisausstattung ab 71.650 Euro. Beim Fünftürer ist immerhin die Luftfederung serienmäßig an Bord.

Für den P400 mit dem famosen Reihensechszylinder bittet der Verkaufsberater um Bereithaltung von mindestens 85.003 Euro. Die freie Auswahl aus einer Fülle von Sonderausstattungen und Paketen zur optischen Individualisierung fängt dann aber erst an.

Land Rover Defender 110 2020 Motorhaube Schriftzug

Fazit

Der neue Land Rover Defender ist ein im wahrsten Sinne großes Vergnügen, aber gewiss kein billiges. Das Design zitiert die Tradition der Marke ohne marktschreierisches Retro-Klimbim. Endlich bringt der Defender dich nicht nur im Gelände weiter als viele andere Offroader, sondern schmeichelt auch mit Reisekomfort auf befestigten Strecken. (Bild und Text: Bernd Conrad)

Technische Daten*

  • Modell: Land Rover Defender 110 D240 // P400
  • Motor: 2.0-Liter-R4-Diesel // 3.0-Liter-R6-Benziner
  • Leistung: 177 kW (240 PS) // 294 kW (400 PS)
  • Drehmoment: 430 Nm bei 1.400 U/min // 550 Nm bei 2.000 U/min
  • Antrieb: Allradantrieb, Achtgang-Automatik
  • Verbrauch kombiniert: 7,6 – 7,7 l/100 km² // 9,6–9,9 l/100 km²
  • CO2-Emissionen kombiniert: ab 199 g/km² / ab 220 g/km²
  • Beschleunigung (0 – 100 km/h): 9,1 s // 6,1 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 188 km/h // 191 – 208 km/h
  • Abmessungen (L/B/H): 5,02 m/2,00 m/1,97 m
  • Gewicht: ca. 2.500 kg
  • Grundpreis Land Rover Defender 110 AT: ab 66.580 Euro // P400 ab 85.003 Euro

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