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Honda e Advance im Test: Der Kleinwagen

Wie würdest du das perfekte Stadtauto beschreiben? Vielleicht als klein, wendig, mit einem guten Infotainment-System und natürlich elektrisch? Dann ist der Honda e Advance auf jeden Fall ein genauerer Blick wert. Reichweite und Preis spitzen die Zielgruppe aber merklich zu.


Der Honda e Advance im Überblick


Pro

Stärken

  • Sehr gutes Raumgefühl
  • Gute Innenraumqualität
  • Ausreichend motorisiert
  • Innovative Displaylandschaft
  • Niedrige Stromverbräuche möglich
Contra

Schwächen

  • Kleine Batterie
  • Hoher Kaufpreis
  • Kleiner Kofferraum
  • Nur 275 kg Zuladung
  • AC-Laden nur mit 6,6 kW

Dank kleinem Wendekreis ein wahrer Stadtheld

Volkswagen hat den Slogan: „Das Auto“, ja leider schon für seine Werbezwecke verwendet. Ansonsten wäre es auch eine gute Überschrift für den Test zum Honda e Advance. Kurzum: So geht E-Mobilität für die Stadt! 154 heckgetriebene Pferdestärken (oder 113 kW), die sehr viel Spaß bereiten, ein winziger Wendekreis von knapp über neun Meter, der eine 180-Grad-Drehung gefühlt im Stand ermöglicht und natürlich dieser Innenraum (Stromverbrauch kombiniert: 17,8 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km²; WLTP-Reichweite: 210 Kilometer).

Honda-e-2021-Displays

Bequeme Sitze, luftiger Innenraum

Ordentliche Materialien, eine saubere Verarbeitung und eine riesige Displaylandschaft treffen auf mein 13-jährigen Ich und begeistern es auf Anhieb – dazu aber später mehr. Wohnlich und luftig ist die Innenraumgestaltung im Honda e ausgefallen, obwohl der Kleinwagen in der Länge nur 3,89 Meter misst. Die Stoffsitze sind sehr bequem und bieten sogar etwas Seitenhalt für schnelle Manöver in lokalen Kreisverkehren.

Honda-e-2021-Rear

Begrenzter Kofferraum, wenig Zuladung

Durch den fehlenden Mitteltunnel fällt die Bewegungsfreiheit vorne üppig aus, die Kniee gelangen aber zu leicht in Richtung der Sitzheizungsschalter und aktivieren diese. Im Sommer sicherlich nicht immer angenehm. In der zweiten Reihe geht es bauartbedingt enger zur Sache, Kinder finden allerdings dennoch ihren Platz. Was man vom Wocheneinkauf nicht behaupten kann. Nur 171 Liter passen in den Kofferraum, die maximale Zuladung des Honda e beträgt eher bescheidene 275 Kilogramm.

Honda-e-2021-Cockpit

Honda e punktet mit vielen Details

Ansonsten sind es Details, die ins Auge stechen. Die Deckenspots hinten beispielsweise, oder die Einstecktasche für das Smartphone vorne. Mittels Lederschlaufe ziehst du in der Mittelkonsole überdies einen Cupholder aus der Versenkung. Das alles wirkt sehr durchdacht und macht aus der kleinsten Hütte ein großes Haus. Größe zeigt Honda auch bei der alles bestimmenden Displaylandschaft mit zwei Bildschirmen im 12,3-Zoll-Format.

Honda-e-2021-Rearseats

Bedienung nicht immer einfach

Sie ist so fein in das Cockpit integriert, dass man sich schon fragen darf, weshalb das andere Autobauer nicht schon früher getan haben? Möglicherweise liegt es an der teils durchwachsenen Bedienung. Denn manche Funktion wird über beide Displayfelder erweitert und lässt sich nicht in Richtung der Fahrerseite tauschen, was zu langen Bedienwegen führt. Immerhin ermöglicht das Honda-System die sehr individuelle Konfiguration der Menüfelder.

Honda-e-2021-PlayStation

Mit dem HDMI-Anschluss zum Kinosaal

Typisch für japanische Autos wird allerdings an der grafischen Aufbereitung gespart. Keine Frage: Das Userinterface des Honda e ist modern. In seiner Darstellung erinnert es aber manchmal an die Grafikleistung eines Nintendo 64. Oder an die einer PlayStation, wo wir doch glatt zu meinem 13-jährigen Ich zurückkehren.

Denn als Heranwachsender hätte ich mich sehr darüber gefreut, per HDMI-Kabel eine Spielkonsole oder einen Taschencomputer vom Schlage eines Rasperry Pi im Auto meiner Eltern anschließen zu können. Den nötigen Strom liefert eine haushaltsübliche 230-Volt-Steckdose mittig im Fußraum.

Honda-e-2021-Gaming

Überzeugende Fahrleistungen

Das sieht dann nicht nur cool aus, sondern Videos und Spiele klingen durch das immerhin 376 Watt starke Surround-Soundsystem auch noch richtig gut. Lob verdient zugleich die Integration der Bildschirme für die virtuellen Außenspiegel, die anders als beim Audi e-tron in Sichthöhe montiert wurden. Aber fahren kann der Honda e auch, oder?

Und wie! Die 113 kW/154 PS und 315 Nm Drehmoment der stärkeren Advance-Version (der normale Honda e leistet 100 kW/136 PS) gehen vehement zur Sache und beschleunigen den Zwerg in nur 8,3 Sekunden von null auf 100 km/h, abgeregelt wird bei Tempo 145. Die Kurvengier überrascht, das Fahrwerk ist harmonisch abgestimmt und auch die Lenkung, obwohl sehr leichtgängig, macht ihre Sache gut.

Honda-e-2021-Front

Im Winter zu wenig Reichweite

Viel wichtiger als Beschleunigungswerte ist für mich aber die Tatsache, dass sogar das ESP per simplen Knopfdruck deaktiviert werden kann. Gib mir den Honda e und einen leeren Parkplatz im Winter… Zurück zum ernst des Lebens und der Reichweite. Sie liegt dank der brutto lediglich 35,5 kWh großen Batterie offiziell bei 210 Kilometer nach WLTP. Realistisch ist das kaum.

Wie schon beim der Mazda MX-30 (Stromverbrauch kombiniert: 19,0 kWh/100 km; CO2-Emissionen: 0 g/km²), der über eine gleichgroße Batterie verfügt, sinkt der Einsatzradius bei kalter Witterung auf unter 130 Kilometer. Bei frühlingshaften Temperaturen ohne Klimaanlage reduzierte sich der Verbrauch allerdings auf erfreuliche 16 bis 19 kWh auf 100 Kilometer, was rein rechnerisch Reichweiten um 180 Kilometer ermöglicht. Im Winterbetrieb mit Heizung würde ich dagegen eher zwischen 25 und 30 kWh veranschlagen.

Honda-e-2021-Detail

Laden mit bis zu 56 kW

Mit bis zu 56 kW lässt sich der Honda e am DC-Schnelllader befüllen, was die Batterie in gut 30 Minuten von fast leer auf rund 80 Prozent hebt. An öffentlichen Wechselstromsäulen kann der Stadtflitzer dagegen nur einphasig mit 6,6 kW laden, entsprechend länger dauert der Ladevorgang. Positiv hervorzuheben ist an dieser Stelle die zentrale Ladesteckdose auf der Motorhaube, die sich erstaunlich gut erreichen lässt.

Honda-e-2021-Side

Fazit

Klein, wendig und top ausgestattet. Der Honda e geht als gewieftes Stadtauto für all jene durch, die mehr wollen als einen langweiligen Wegbegleiter von A nach B. Durch seine harmonische Abstimmung eignet er sich eigentlich auch für längere Strecken, was die kleine Batterie aber verhindert. Mit einem Basispreis von 38.000 Euro für den stärkeren Honda e Advance, spricht dieser vor allem Enthusiasten an. Denn für weniger Geld gibt es bei koreanischen Autobauern bereits E-Autos mit größerer Reichweite und deutlich mehr Platz. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)

Technische Daten*

  • Modell: Honda e Advance
  • Motoren: Permanenterregte Synchronmaschine
  • Leistung: 113 kW/154 PS
  • Drehmoment: 315 Nm
  • Antrieb: Heckantrieb, 1-Gang-Reduktion
  • Verbrauch kombiniert: 17,8 kWh/100 km²
  • CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km²
  • Elektrische Reichweite: 210 km
  • Elektrische Reichweite Test: ca. 130 km (Winter)
  • Beschleunigung (0 – 100 km/h): 8,3 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
  • Abmessungen (L/B/H): 3,89 m/1,75 m/1,51 m
  • Gewicht: ca. 1.595 kg
  • Grundpreis: ab 38.000 Euro

*Herstellerangaben

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