Bentley Flying Spur Mulliner & Bentayga EWB Mulliner: Die Steigerung von Luxus

Luxus bedeutet heute mehr als Material, Leistung und Prestige. Entscheidend sind Konzept, Verarbeitung und Wirkung. Genau hier setzt Bentley mit Mulliner an: Flying Spur Speed Mulliner und Bentayga EWB Mulliner interpretieren diesen Anspruch auf zwei ganz unterschiedliche Arten.

Der Bentley Flying Spur und Bentayga EWB auf einen Blick


Was uns gefällt

Gelungene Verbindung aus moderner Technik und klassischem Bentley-Gefühl.

Was wir vermissen

Etwas mehr Reduktion bei Gewicht und technischer Komplexität.

Ideal wenn …

… ein Auto mehr sein soll als reine Fortbewegung.

Die Alternativen

Rolls-Royce Ghost, Mercedes-Maybach S-Klasse, Mercedes-Maybach GLS, Range Rover SV


Stärken

  • Hoher Komfort
  • Starke Motorisierungen
  • Premium Verarbeitung

Schwächen

  • Hohes Gewicht
  • Hoher Verbrauch
  • Sehr hohes Preisniveau

Bentley Geschichte: Warum diese Marke anders funktioniert

Um Flying Spur und Bentayga wirklich zu verstehen, muss man ein Stück zurückgehen. Bentley war nie bloß Luxusmarke. Als W.O. Bentley das Unternehmen 1919 gründete, ging es zuerst um Technik, um Haltbarkeit, um Geschwindigkeit. Rennsport gehörte früh zur DNA, ebenso jener britische Ingenieursstolz, der in der Zwischenkriegszeit fast schon zum guten Ton gehörte. Fünf Le-Mans-Siege zwischen 1924 und 1930 haben den Mythos begründet. Nicht als hübsche Folklore für Prospekte, sondern als echtes Fundament. Bentleys sollten immer auch schön sein, klar. Entscheidend war aber etwas anderes: Autos zu bauen, die Substanz haben und Belastung nicht nur aushalten, sondern souverän wegstecken.

Bentley_Detail
Bentley_Detail_Armaturenbrett Bentley_Detail

Genau das erklärt, warum Bentley bis heute anders wirkt als Rolls-Royce. Dort steht stärker das Schweben im Vordergrund, bei Bentley bleibt immer ein technischer Unterton hörbar. Auch ein großer Bentley will mehr sein als ein nobles Sofa auf Rädern. Unter Holz, Leder und Lack soll echte Mechanik stecken, echtes Können, echte Reserven. Nicht nur teuer, sondern ernst zu nehmen. Das ist bis heute der Kern der Marke.

Mit der Übernahme durch Rolls-Royce in den 1930er-Jahren verschob sich der Schwerpunkt naturgemäß stärker in Richtung Luxus, Limousine und repräsentative Fortbewegung. Die wirklich moderne Phase begann dann mit Volkswagen ab 1998. Plattformen, Elektronik, Fertigungsqualität, Motorenentwicklung und Sicherheitsstandards haben Bentley in eine neue Zeit geführt. Gleichzeitig blieb das Werk in Crewe das Herz der Marke. Genau darin liegt bis heute die besondere Stärke: Großserientechnik als Basis, Manufakturdenken in der Ausführung. Eine seltene Mischung. Deshalb wirkt es auch glaubwürdig, wenn Bentley heute sowohl ein großes SUV mit Fondfokus als auch eine elektrifizierte Luxuslimousine mit klassischem Bentley-Charakter auf die Straße stellt.

Noch spannender ist allerdings, wo die Marke gerade steht. Zwölfzylinder allein definieren Luxus nicht mehr, leider könnte man sagen. Elektrifizierung, Emissionsvorgaben, neue Kundschaft, neue Erwartungen: All das zwingt Bentley zur Veränderung, ohne dass dabei die eigene Identität verloren gehen darf. Genau deshalb ist ein Flying Spur und Continental als Hybridmodell mehr als nur weitere Modelle. Sie stehen sinnbildlich für diesen Übergang in die Ära des Stromes. Bentley will nicht futuristisch um jeden Preis wirken. Auch nicht künstlich jung. Stattdessen wird der eigene Markenkern vorsichtig weiterentwickelt und nicht über Bord geworfen.

Handwerkskunst: Was einen Bentley innen wirklich von anderen trennt

Über Luxus wird oft ziemlich abstrakt gesprochen. Bei Bentley lässt er sich erstaunlich konkret anfassen. Schon beim Öffnen der Tür wird klar, dass hier nicht einfach nur ein teures Auto entsteht. Vieles passiert bewusster, langsamer, aufwendiger. Leder, Nähte, Furniere, Metalloberflächen: All das soll nicht wie Dekor wirken, sondern wie echtes Material mit Tiefe, Temperatur und Charakter. Genau da liegt der Unterschied zu vielen hochpreisigen Fahrzeugen, die zwar luxuriös ausgestattet sind, aber diese sinnliche Präsenz nicht ganz erreichen. Ein Bentley soll nicht nur hochwertig aussehen. Er muss sich auch so anfühlen.

Bentley_Interieur
Bentley_Mittelkonsole Bentley_Detail_2

Gerade im Innenraum zeigt sich, wie aufwendig diese Art von Luxus heute geworden ist. Lederflächen werden zugeschnitten, gespannt, vernäht und auf Baugruppen gezogen, die gleichzeitig Airbags, Sitzklimatisierung, Massage, elektrische Verstellung, Sensorik und Verkabelung integrieren müssen, Großteils in Handarbeit. Genau darin liegt die eigentliche Leistung. Moderne Handwerkskunst heißt eben nicht, nostalgisch zu arbeiten, sondern traditionelle Qualität mit technischer Komplexität zusammenzubringen.

Und genau dort trennt sich echtes Können vom bloßen Luxusdekor. Ein schönes Interieur bekommt heute fast jeder Hersteller hin. Einen Innenraum zu bauen, der über Jahre warm, eigenständig und souverän wirkt und dabei modernste Technik so integriert, dass sie nicht stört, ist etwas anderes. Ein Flying Spur oder Bentayga darf deshalb nie wie ein nostalgisches Rollenspiel wirken. Bentley lebt nicht von gestern. Bentley lebt davon, das Alte so gut in die Gegenwart zu holen, dass es mühelos wirkt.

Wofür Mulliner steht: Mehr als nur eine Topversion

Mulliner ist bei Bentley weit mehr als ein wohlklingender Name für die teuerste Ausstattung. Historisch geht der Begriff auf H.J. Mulliner zurück, einen traditionsreichen Karosseriebauer, der schon früh Fahrzeuge für aristokratische und vermögende Kundschaft individualisierte. Heute ist Mulliner jener Bereich, in dem aus Serie Manufaktur wird. Nicht theoretisch, sondern ganz konkret. Hier hört klassisches Konfigurieren auf. Hier beginnt Maßarbeit.

Zwei Bilder nebeneinander
Bentley Mulliner_Detail Bentley Mulliner_Detail_1

Der entscheidende Punkt: Der Mehrwert von Mulliner lässt sich nicht an einer einzigen Zahl festmachen. Mehr Leistung ist es nicht, zumindest nicht in erster Linie. Es geht um Tiefe. Um mehr Farben, mehr Lederkombinationen, mehr Nahtbilder, mehr Materialien, mehr Freiheit bei Innenraum und Exterieur. Für Kundinnen und Kunden klingt das zunächst nach Individualisierung. Für den Hersteller ist es ein eigenes Universum. Denn jede Abweichung von der Serie muss technisch sauber funktionieren. Airbags, Sensorik, Reflexionen, Materialverträglichkeit und Alterungsbeständigkeit bleiben auch dann relevant, wenn jemand eben nicht Schwarz auf Schwarz, sondern etwas ganz Eigenes will.

Genau deshalb ist Mulliner kein sentimentaler Rest aus alten Tagen, sondern ein hochmoderner Bereich innerhalb von Bentley. Nichts wird improvisiert. Alles wird entwickelt. Ein spezielles Furnier muss nicht nur schön sein, sondern sich auch sauber in Prozesse und Qualitätsstandards einfügen. Ein Innenraum, der sich farblich und materiell stark von der Serie entfernt, darf am Ende trotzdem nie wie eine Sonderanfertigung aussehen. Er muss wirken, als wäre es nie anders gedacht gewesen.

In der Bentley-Hierarchie markiert Mulliner heute den Gipfel. Wer einen Bentayga EWB Mulliner oder Flying Spur Speed Mulliner bestellt, kauft nicht bloß das Topmodell. Dahinter steckt auch eine Haltung: Selbst der Standard im Luxussegment ist noch nicht individuell genug. Genau daraus ergibt sich auch die Preislogik.

Bentayga EWB I: Wie aus einem SUV ein Raum wird

Als Bentley 2015 mit dem Bentayga ins SUV-Segment einstieg, klang das für manche noch wie ein Widerspruch. Rückblickend war es eine der logischsten Entscheidungen der Marke. Kundinnen und Kunden wollten erhöhte Sitzposition, Alltagstauglichkeit und jenes Gefühl souveräner Unangreifbarkeit, das nur ein großes Luxus-SUV liefern kann, allerdings ohne auf die Aura einer klassischen Luxusmarke zu verzichten. Genau dort traf der Bentayga einen Nerv. Mit der EWB-Version verschiebt sich seine Rolle nun noch einmal deutlich. Das Zentrum dieses Autos liegt jetzt viel stärker hinter der B-Säule.

Bentley Bentayga_Front
Bentley Bentayga_seitlich Bentley Bentayga_seitliche Heckansicht

Technisch bleibt die MLB Evo die Basis, also jene Plattform, auf der auch Audi Q7, Lamborghini Urus oder Porsche Cayenne aufbauen. Entscheidend ist aber nicht die Herkunft, sondern was Bentley daraus macht. Mehr Radstand, spürbar mehr Länge und vor allem ein klar neu gedachter Fond machen aus dem Bentayga kein bloß größeres SUV, sondern ein anderes Auto.

Genau das verändert die Wahrnehmung fundamental. Die EWB-Version will gar nicht mehr bloß ein großer SUV sein. Sie will das Gefühl vermitteln, dass man hinten nicht einfach mitfährt, sondern sich in einem eigenen Bereich aufhält. Die Sitzposition ist entspannter, die Distanz zum Fahrer größer, die Atmosphäre ruhiger. Das Auto rückt damit weg vom dynamisch inszenierten Luxus-SUV und hin zur rollenden First-Class-Kabine. In Märkten, in denen Chauffeursbetrieb eine wichtige Rolle spielt, ist das ein enorm relevanter Unterschied.

Spannend ist dabei vor allem die Richtung, die Bentley einschlägt. Während viele Hersteller ihre großen SUV immer sportlicher erzählen, setzt Bentley beim EWB stärker auf Aufenthaltsqualität. Das ist keine Nebensache, sondern der eigentliche Kern des Konzepts. Wer keinen klassischen Chauffeursedan mehr will, aber denselben Grad an Rückzugsraum erwartet, landet genau hier.

Bentayga EWB II: Varianten & Preise

Ein Blick auf die Preise zeigt schnell, dass Bentley den Bentayga längst nicht als einzelnes Modell versteht, sondern als fein abgestufte Luxuswelt. Im Fall dieses Textes ist vor allem die EWB-Version entscheidend. Sie startet in Österreich bei 382.500 Euro, der Bentayga EWB Mulliner liegt bei 487.900 Euro. Spätestens dort endet jede nüchterne Preislogik und beginnt eine Welt, in der nicht eine einzelne Zahl den Ausschlag gibt, sondern die Summe der Unterschiede. Denn bezahlt werden hier nicht bloß zusätzliche Zentimeter. Bezahlt wird eine andere Gewichtung des ganzen Fahrzeugs. Mehr Fond, komplexere Sitzanlagen, mehr Ruhe, mehr Atmosphäre. Wer sich für den EWB entscheidet, bestellt nicht einfach den größeren Bentayga. Gewählt wird ein Auto mit anderer Aufgabe. Der Mulliner treibt dieses Prinzip noch weiter. Mehr handwerkliche Tiefe, mehr Materialwahl, mehr Individualisierung – all das lässt sich schwer in eine Datenzeile pressen, ist aber genau der Punkt, um den es in dieser Klasse geht.

Bentayga EWB III: V8, Fahrwerk und ein Fond in der Hauptrolle

Unter der Haube arbeitet ein 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 404 kW, also 550 PS, sowie 770 Nm. Das ist kein Showmotor und auch kein Angeberaggregat. Eher ein Werkzeug für genau jene Mühelosigkeit, die man in dieser Klasse erwartet. Der Bentayga EWB Mulliner beschleunigt in 4,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 290 km/h. Beeindruckend ist daran weniger die Dramatik als die Selbstverständlichkeit, mit der all das passiert.

Wirklich interessant wird der Wagen aber beim Fahrwerk. Luftfederung, elektronisch geregelte Dämpfer, Wankstabilisierung und Allradlenkung sind hier keine technische Zierde, sondern Voraussetzung dafür, dass ein über 2,5 Tonnen schweres und über 5,3 Meter langes SUV überhaupt die gewünschte Bentley-Anmutung bekommt. Solche Systeme reduzieren Bewegungen, erleichtern das Rangieren in der Stadt und helfen bei höherem Tempo, ohne sich ständig in den Vordergrund zu spielen. Im Innenraum ist der Einsatzzweck sofort klar. Die berühmten Airline Seats bieten bis zu 22 Verstellmöglichkeiten und reichen bis in eine Liegeposition. Dahinter steckt mehr als Komfort im üblichen Sinn. Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden analysiert, Sitzheizung und Belüftung angepasst, Druckpunkte verlagert, die Haltung minimal verändert. Idealerweise nimmt man all das gar nicht bewusst wahr. Genau dann funktioniert es. Vorne dominieren zentrales Display und digitales Kombiinstrument, im Fond kommen eigene Steuerungsmöglichkeiten hinzu – gesteuert wird hier über eine kleine abnehmbare Bedieneinheit.

Flying Spur I: Die große Limousine in der Übergangsphase

Innerhalb der Bentley-Welt ist der Flying Spur Speed Mulliner vielleicht das spannendste Modell. Auf dem Papier bleibt er die klassische große Limousine, in der Realität ist er deutlich moderner und technischer, als seine ruhige Erscheinung vermuten lässt. Während der Bentayga EWB Raum neu definiert, beantwortet der Flying Spur eine andere Frage: Wie sieht eine große Luxuslimousine in einer elektrifizierten Welt aus, ohne dass dabei Würde und Charakter verloren gehen?

Historisch war der Flying Spur immer jene Bentley-Limousine, die nie vollständig zum reinen Chauffeursfahrzeug wurde. Anders als manche Konkurrenten dachte Bentley stets auch an den Menschen hinter dem Lenkrad. Genau das gilt bis heute. Der Wagen will beides können: gefahren werden und selbst gefahren werden. Schwierige Doppelrolle, aber genau darin liegt sein Reiz.

Technische Basis ist die MSB-Plattform, bekannt auch aus dem Porsche Panamera. Das klingt zunächst nüchtern, erklärt aber viel vom Charakter dieses Autos. Hohe Steifigkeit, sportlich abgestimmte Fahrwerksgeometrie und eine Architektur, die deutlich dynamischer ausgelegt ist als klassische Luxuslimousinen alter Schule. Deshalb wirkt der Flying Spur nicht wie ein schwimmender Koloss, sondern erstaunlich kontrolliert.

Noch interessanter wird die Sache durch den elektrifizierten Antrieb. Hier fährt kein Bentley widerwillig in eine neue Zeit. Hier wird versucht, Leistung neu zu interpretieren: leiser, smarter, aber nicht weniger souverän.

Flying Spur II: Preise & Antrieb

In Österreich startet der Flying Spur bei 288.600 Euro, der Flying Spur Speed Mulliner bei 324.600 Euro. Schon daran sieht man, dass Bentley den Hybridantrieb nicht als technische Randnotiz behandelt, sondern als Teil einer neuen Positionierung. Elektrifizierung soll den Charakter nicht weichspülen, sondern ihm eine neue Qualität verleihen.

Bentley Flying Spur_seitliche Front
Bentley Flying Spur_Heck-detail Bentley Flying Spur_Front-detail

Interessanter als das Wort Hybrid sind deshalb die Zahlen dahinter. Ein 4,0-Liter-V8-Biturbo arbeitet mit einem Elektromotor zusammen. Das Ergebnis ist keine verkleidete Vernunftlösung, sondern eine Limousine mit massivem Leistungsüberschuss und genau jener Selbstverständlichkeit, die man in dieser Liga erwartet. Nach außen strahlt dieses Auto Ruhe aus, technisch ist es ein Hochleistungsgerät.

Dazu kommt eine elektrische Reichweite, die im Alltag tatsächlich einen Unterschied macht. Nicht als Weltrettungsversuch, sondern als neue Form von Souveränität. Leise losfahren, entspannt ankommen, bei Bedarf aber jederzeit enorme Reserven haben. In anderen Worten rund 75 Kilometer ohne V8 blubbern. Genau diese Mischung macht den Reiz aus.

Flying Spur III: Innenraum, Technik und kontrollierte Größe

Gerade im Innenraum zeigt sich besonders schön, wie Bentley Tradition und Gegenwart zusammenbringt. Leder, hochwertige Dekore und Metall geben klar den Ton an. Futuristisch um jeden Preis will hier nichts wirken. Gleichzeitig ist die Limousine hochgradig digitalisiert. Zentral sitzt ein Touchscreen für Navigation, Medien, Fahrzeugfunktionen und Konnektivität. Das sogenannte Bentley Rotating Display, das zwischen digitaler Anzeige, analogen Instrumenten und einer geschlossenen Furnierfläche wechseln kann. Mehr als nur ein netter Designtrick, eher ein mechanisch gewordenes Markenverständnis. Ergänzt wird das Ganze durch einen digitalen Instrumentenbereich, der modern und präzise arbeitet, ohne den Innenraum in ein Bildschirmauto zu verwandeln. Viele moderne Luxusautos wirken innen wie High-End-Elektronik mit Lederbezug.

Fahrwerkseitig kombiniert der Flying Spur Luftfederung, adaptive Dämpfer, Allradantrieb, Torque Vectoring und Allradlenkung. Diese Systeme sorgen dafür, dass die Limousine nicht nur komfortabel, sondern auch erstaunlich sauber kontrollierbar bleibt. Gerade auf welligem Asphalt oder in schnelleren Kurven merkt man, wie stark diese Plattform auf Präzision ausgelegt ist. Sportlich im engeren Sinn will der Flying Spur gar nicht sein. Beeindruckend ist vielmehr, wie gelassen er seine Masse organisiert.

Auch im Fond bleibt diese Balance spürbar. Komfortfunktionen, Bedienung und Materialanmutung liegen auf sehr hohem Niveau. Trotzdem ist der Unterschied zum Bentayga EWB klar. Weniger maximaler Rückzugsraum, weniger Lounge-Inszenierung, dafür stärkeres Gleichgewicht zwischen vorne und hinten. Genau das macht den Flying Spur fast klassischer. Große Bentley-Limousinen waren immer dann am besten, wenn beide Rollen funktionierten: repräsentativ und fahrerorientiert zugleich.

Fazit: Zwei Bentleys, zwei Antworten, ein Grundgedanke

Bentayga EWB Mulliner und Flying Spur Speed Mulliner zeigen sehr klar, dass Luxus auch eine Steigerung hat. Der eine beantwortet die Frage nach modernem Luxus mit Raum, Fondinszenierung und dem Gefühl eines privaten Rückzugsorts auf Rädern. Der andere mit elektrifizierter Performance, kultiviertem Gleiten und jener großen Limousinen-Souveränität, die nicht laut werden muss, um Eindruck zu hinterlassen.

Schwer, komplex und teuer sind beide. Ein Fehler ist das keiner, sondern Teil der Idee. Bentley versucht gar nicht erst, sich dafür zu entschuldigen. Weder für Preise noch für Aufwand. Statt Reduktion setzt die Marke weiter auf Maximierung: mehr Material, mehr Technik, mehr Individualisierung, mehr Ruhe. Rational lassen sich solche Autos kaum verteidigen. Genau das gehört fast schon zum Konzept. Ein Bentley spricht nicht den Teil des Gehirns an, der Tabellen vergleicht. Angesprochen wird das Bedürfnis nach Atmosphäre, Abgrenzung und dem Gefühl, dass ein Auto nicht bloß transportiert, sondern eine eigene Welt erzeugt.

Bentley Bentayga EWB V8 Mulliner
ModellBentley Bentayga EWB V8 Mulliner
Motor4,0-Liter-V8-Biturbo
Leistung404 kW / 550 PS
Drehmoment770 Nm
Getriebe8-Gang-Automatikgetriebe
AntriebsartAllradantrieb
Verbrauch kombiniert (WLTP)13,0 l/100 km
CO₂-Emissionen kombiniert (WLTP)294 g/km
Beschleunigung (0–100 km/h)4,5 s
Höchstgeschwindigkeit290 km/h
Abmessungen (L/B/H)5,305 m / 1,998 m / 1,728 m
Radstand3,175 m
Wendekreis12,4 m
Kofferraumvolumen484 – 1.774 l
Leergewicht (EU)2.514 kg
Zul. Gesamtgewicht3.250 kg
Tankinhalt85 l
Anhängelast (gebremst)3.500 kg
Anhängelast (ungebremst)750 kg
Grundpreis (AT)ab 382.500 Euro
Mulliner Preis (AT)ab 487.900 Euro
Bentley Flying Spur Speed Mulliner
ModellBentley Flying Spur Speed Mulliner
Motor4,0-Liter-V8-Biturbo + Elektromotor
Systemleistung575 kW / 782 PS
Systemdrehmoment1.000 Nm
Leistung Verbrenner441 kW / 599 PS
Drehmoment Verbrenner800 Nm
Leistung Elektromotor140 kW / 190 PS
Drehmoment Elektromotor450 Nm
Getriebe8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
AntriebsartAllradantrieb
Verbrauch kombiniert (WLTP)4,4 l/100 km
Verbrauch (Batterie leer)10,7 l/100 km
Stromverbrauch19,9 kWh/100 km
CO₂-Emissionen kombiniert (WLTP)100 g/km
Elektrische Reichweite (WLTP)80 km
Batteriekapazität (brutto/netto)25,9 kWh / 21,8 kWh
Ladeleistung AC11,0 kW
Ladezeit (0–100%)159 min
Beschleunigung (0–100 km/h)3,5 s
Höchstgeschwindigkeit285 km/h
Höchstgeschwindigkeit elektrisch140 km/h
Abmessungen (L/B/H)5,316 m / 1,988 m / 1,474 m
Radstand3,194 m
Kofferraumvolumen346 l
Leergewicht2.646 kg
Zul. Gesamtgewicht3.215 kg
Tankinhalt80 l
Grundpreis (AT)ab 288.600 Euro
Mulliner Preis (AT)ab 324.600 Euro

Artikel teilen

ibrahim-at.jpg

Johannes Ibrahim

Johannes Ibrahim ist seit 2025 Teil des Redaktionsteams beim AutoScout24 Magazin in Österreich. Der studierte Techniker und erfahrene Motorjournalist berichtet seit 2022 über das gesamte Spektrum der Mobilität – von Prototypen über Serienfahrzeugen bis hin zu internationalen Motorsportevents. Neben seiner Arbeit für AutoScout24 schreibt er weiterhin für namhafte Tageszeitungen, Fachmagazine sowie Print- und Onlinemedien im Automobilbereich. Auf Instagram und TikTok produziert er zusätzlichen Social-Media-Content für AutoScout24 Österreich und seinen eigenen Kanal.

Alle Artikel

Alle ansehen
bentley-flying-spur-2024-titelbild

Test Bentley Flying Spur Speed W12: Das letzte Dutzend

Erneut tritt einer der ganz Großen ab. Gemeint ist der W12-Motor bei Bentley. Bereits im April 2024 wird das letzte Dutzend das Werk in Crewe verlassen. Grund genug eine ausgedehnte Abschiedsfahrt im Bentley Flying Spur Speed W12 zu unternehmen. Fahrbericht!

Mehr lesen
Test Bentley Flying Spur Speed W12: Das letzte Dutzend
bentley-continental-gtc-mulliner-w12-titelbild

Faszination Bentley Continental GTC Mulliner W12: Aus Crewe in die Welt

Weniger ein Fahrbericht, mehr schon ein Qualitätsreport. Wir blicken bei Bentley in Crewe hinter die Kulissen und erkunden zusammen mit einem ganz besonderen Continental GTC W12, wie der hauseigene Veredler Mulliner exklusive Fahrzeuge noch einzigartiger gestaltet.

Mehr lesen
Faszination Bentley Continental GTC Mulliner W12: Aus Crewe in die Welt
Bentley-Continenal-GT-Speed-Hero

Fahrbericht Bentley Continental GT Speed: Rasender Gleiter

Downsizing? Kann bis morgen warten. Heute gibt es noch einmal die volle Ladung aus 12 Zylindern. Auch bei Bentley stehen die Zeichen allerdings auf Elektrifizierung, der W12 wird daher 2024 fallen gelassen. Allein dies ein Grund, noch eine letzte große Runde im eiligsten aller Bentleys zu drehen.

Mehr lesen
Fahrbericht Bentley Continental GT Speed: Rasender Gleiter