Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio – alternde Handling-Königin

Die Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio im Überblick
Stärken
- - Leistungsstarker V6-Biturbo
- - Hohe Handlingqualitäten
- - Sportfahrwerk mit viel Restkomfort
- - Gute Verarbeitung
Schwächen
- - Teuer in der Anschaffung
- - Hoher Verbrauch
- - Angestaubtes Infotainment
Giulia Quadrifoglio mit unbekümmerter Leichtigkeit
Was der BMW M3 (oder M4) für die Bayern, ist die 375 kW/510 PS starke Alfa Giulia Quadrifoglio für die Italiener (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 10,0 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 227 g/km²). Beide beanspruchen für sich die fahrdynamische Goldmedaille, beide wollen voran, statt einfach nur mitfahren. Die kleeblättrige Giulia ist mittlerweile im fünften Jahr auf dem Markt und hat damit bereits eine M-Generation überlebt. Bedeutet das, dass sie ins Hintertreffen gerät, gar ein schlechter Kauf wäre?
Aber nicht doch! Im Alter merkst du erst so richtig, was die Turiner der Giulia bereits vor Jahren in Perfektion antrainiert haben: Leichtigkeit! Jene unbekümmerte Längs- und Querbeschleunigung, die sie in Garching, Affalterbach oder Neckarsulm anscheinend gar nicht mehr haben wollen und am Ende mit immer mehr technischen Spielereien doch wieder zu imitieren versuchen. Das funktioniert bis zu einem gewissen Grad, aber nur so lange, bis du einmal die Giulia Quadrifoglio gefahren bist.
Leichte Lenkung, gewichtsoptimierte Karosse
Man mag an der Lenkung kritisieren, dass sie in der Tat etwas leicht gewichtet daherkommt, doch Zweifel daran wie sich der Wagen bei der kleinsten Bewegung am Volant verhält, gibt es keine. Sehr direkt und präzise werden die Lenkbefehle umgesetzt, die knapp 1.700 Kilogramm Leergewicht fühlen sich allemal leichter an als aktuelle bajuwarischen Neuauflagen. Unter anderem die Motorhaube, das Dach und die Kardanwelle bestehen aus gewichtsoptimierter Kohlefaser, die am Testwagen verbaute Karbon-Keramik-Bremse von Brembo für 8.500 Euro spart ebenfalls ein paar Kilo ein.
Ferrari-V6 mit Power ohne Ende
So ausgerüstet ist es kein Wunder, dass der von Ferrari entwickelte 90-Grad-V6 mit 2,9 Liter Hubraum und Biturbo-Aufladung einfaches Spiel mit der Karosse hat und die 510 PS für fulminante Fahrleistungen sorgen. 3,9 Sekunden vergehen aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei Tempo 307 erreicht. Ab 2.500 Touren stehen bereits die vollen 600 Newtonmeter Drehmoment bereit und ziehen die Italienerin sauber vom Beschleunigungsstreifen oder aus der Haarnadel heraus. Gut sortieren lässt sich die Kraft über manuelle Schalteingriffe in die ZF-8-Gang-Automatik. Doch auch der Automat selbst reagiert meist passend, sodass sich der Fahrer auf andere Dinge konzentrieren kann.
Kerniger Sound, nachgiebiges Fahrwerk
Zum Beispiel darauf, wie kernig die Giulia dank der 5.000 Euro teuren Akrapovic-Abgasanlage klingen kann. Die akustische Untermalung stimmt bei den Italienern, wirkt aber gleichzeitig nie aufgesetzt oder gar aufdringlich. Lob gibt es zudem an anderer Stelle zu vermelden. Kaum eine dynamisch abgestimmte Limousine kommt heute noch ohne adaptive Dämpfer aus – so auch die Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio.
Anders als etwa bei BMW, ist die ab Motorstart bereitgestellte Neutralstellung der Systeme aber wirklich für die Langstrecke gemacht. Per „dna“-Fahrmodusschalter kann anschließend weiter verfeinert werden. Selbst im Sport-Setting haben die Turiner aber ein Herz für geschundene Rücken, liefern per Knopfdruck eine softere Federrate, die spürbar schlechte Fahrbahnstellen kaschiert.
Gewöhnungsbedürftige Bremse, hoher Verbrauch
Im Race-Mode ist dann natürlich auch die Giulia radikaler, sprich härter unterwegs. Allerdings ist es die Spreizung zwischen Sport und Komfort, die nachhaltig gefällt. Dagegen weniger der Hit – oder eine große Gewöhnungssache – ist das Brake-by-Wire-System. Man kann der optionalen Karbon-Keramik-Anlage nicht nachsagen, sie würde schlecht bremsen. Das Gegenteil ist der Fall. Allerdings ist ihr Bremspunkt und das Bremsgefühl als solches eher von wechselfreudiger Natur.
Gleiches gilt übrigens für den Verbrauch. Weniger als 10 Liter auf 100 Kilometer sind, trotz Zylinderabschaltung, kaum möglich, die sportliche Regel sind eher 13 bis 15 Liter. Aber Kraft kommt durch Kraftstoff und zumindest an Fahrfreude gemessen, erhältst du für den eingesetzten Sprit viel zurück. Zum Trost: Selbst die aufgefrischte Konkurrenz braucht kaum weniger.
Ausreichend Platz, aus der Zeit gefallenes Infotainment
Dass du es am Ende mit einer alternden Handling-Königin zu tun hast, merkst du dagegen im Innenraum. Ja, die Wertigkeit stimmt und analoge Anzeigen sind derart Oldschool, dass sie fast schon wieder angesagt sind. Auch der Sitzkomfort geht in Ordnung, die Platzverhältnisse reichen vorne für zwei Erwachsene und hinten für zwei Kinder. Etwas Gepäck lässt sich im 480 Liter großen Kofferraum ebenfalls verstauen.
Beinahe noch im wahrsten Sinne in die Röhre wird beim Infotainment-System geschaut. Der zentrale Touchscreen ist alles andere als taufrisch, die Bedienung geht wenig intuitiv von der Hand und die Spracheingabe ist ebenfalls eher von rudimentärem Charakter. Die Assistenzsysteme sind ebenfalls eher einfach gestrickt und bewegen dich dazu, die Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio so zu fahren, wie sich das ihre Erbauer ursprünglich erdacht haben: selbstbestimmt.
Fazit
Du suchst ein Auto, das nicht nur geradeaus schnell ist, sondern gleichzeitig leichtfüßig um die Kurve geht? Dann ist die Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio weiterhin ein näherer Blick wert. Der Ferrari-V6 schüttelt seine 510 PS locker lässig aus den Ärmeln, klingt gut und setzt sich auch bei der Endgeschwindigkeit spürbar von den Mitbewerbern ab. Fahrwerk und Lenkung gefallen ebenso, gerade die Keramikbremse verlangt aber eine gewisse Eingewöhnung. Abstriche müssen hingegen bei Infotainment und Bedienung hingenommen werden, die Verbrauchswerte liegen auf erwartbar hohem Niveau. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
Technische Daten*
Aktuelle Angebote

Ferrari SF90 Stradale1 of 1 Novitec EXP € 416.650,-
€ 554 9801- 07/2026
- 78 km
- Elektro/Benzin
- 6,1 l/100 km (komb.)

Mazda CX-52,2D AWD Attraction*PICKERL 1/2027
€ 6 999- 01/2013
- 150 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)
Neu
Opel Insignia2,0 CDTI Sport EXPORT ODER GEWERBETREIBENDE
€ 1 500- 07/2012
- 267 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)

CUPRA Formentor1.4 eHybrid PHEV 150/204 Aut LED RADAR
€ 19 990- 10/2023
- 64 800 km
- Elektro/Benzin
- - (l/100 km)

Porsche 911Carrera T Cabriolet
€ 194 911- 03/2026
- 15 km
- Benzin
- 10,7 l/100 km (komb.)

Skoda Citigo1.0 Ambition SKY SITZHZG NAVI
€ 2 190- 01/2013
- 135 086 km
- Benzin
- - (l/100 km)

BMW 525d M-PAKET AB WERK/SCHIEBEDACH/HEAD UP DISPLAY/R...
€ 15 990- 10/2010
- 199 000 km
- Diesel
- - (l/100 km)

Porsche CayenneTurbo E-Hybrid Coupé "GT-Paket"
€ 199 900- 05/2024
- 13 239 km
- Elektro/Benzin
- 1,8 l/100 km (komb.)

Jeep Avenger1.2 GSE T3 Summit
€ 19 990- 09/2025
- 26 700 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Porsche 9114.0 GT3 RS Lift*Clubsport*PCCB
€ 329 9911- 09/2021
- 6 700 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Toyota YarisHybrid Active Aut. CarPlay Kamera AHK Relax Garantie
€ 13 9901- 10/2022
- 99 700 km
- Elektro/Benzin
- 2,8 l/100 km (komb.)

Porsche Taycan*Sport Chrono / BOSE / Panorama*
€ 59 990- 06/2022
- 59 755 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Mercedes-Benz CLA 200CLA 200 d Progressive
€ 23 890- 06/2020
- 55 615 km
- Diesel
- 4,2 l/100 km (komb.)

Ford CourierZAHNREMEN. GERISEN. !!!!!
€ 1 700- 11/2019
- 170 000 km
- Benzin
- - (l/100 km)

Mercedes-Benz G 450G-Klasse G 450d STRONGER THAN THE 1980s 1 of 460
€ 299 9801- 09/2025
- 130 km
- Elektro/Diesel
- 9,9 l/100 km (komb.)

Porsche CayenneS E-Hybrid Coupé
€ 144 900- 06/2026
- 1 242 km
- Elektro/Benzin
- 1,4 l/100 km (komb.)

Porsche 718 SpyderSpyder RS
€ 229 718- 03/2026
- 1 549 km
- Benzin
- 12,7 l/100 km (komb.)

Porsche Macan4 Electric 95 kWh *PANO*LUFT*LNP €102.281,-
€ 84 9001- 03/2025
- 16 474 km
- Elektro
- - (kWh/100 km)

Skoda Octavia1,9 TDI PD 4x4
€ 1 490- 09/2005
- 299 000 km
- Diesel
- 6,0 l/100 km (komb.)
Alle Artikel
Alle ansehen
Erster Test Alfa Romeo Junior Veloce (2024): Kann dieser Romeo Herzen brechen?
Die Marke mit dem „Cuore sportivo“, dem sportlichen Herzen, wird schwach. Mit dem Junior bringt Alfa Romeo sein erstes Elektroauto überhaupt – und dann auch noch ein SUV. Wie viel Alfa-DNA steckt noch in diesem Fahrzeug? Erster Praxistest.

Kurztest Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio Super Sport: Dramatisch gut
Das Design: betörend. Die Leistungsdaten: atemberaubend. Das Handling: zum Niederknien. Die Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio löst auch acht Jahre nach ihrem Marktstart ein tiefgreifendes Haben-will-Gefühl aus. Ob es allerdings die auf 275 Stück limitierte Super-Sport-Variante braucht, ist fraglich.

Kurztest Alfa Romeo Stelvio Tributo Italiano: Schluss machen mit Stil
Der Alfa Romeo Stelvio geht in seine wahrscheinlich letzte Verlängerung. Die Turiner verabschieden ihr erstes SUV mit dem Sondermodell "Tributo Italiano" und werfen noch einmal alles in den Ring, was gut und teuer ist.
