Führerschein beantragen: Erstausstellung, Duplikat und Umtausch

Einen Führerschein beantragt man in Österreich öfter, als man denkt. Zum ersten Mal nach der Prüfung, dann vielleicht nach einem Verlust, und spätestens wenn der alte Papierführerschein oder die erste Scheckkarte abläuft. Der Weg ist jedes Mal ähnlich und meistens unkompliziert.
Beim ersten Führerschein musst du kaum selbst aktiv werden. Den Antrag stellt die Fahrschule, nach der Prüfung zahlst du nur noch die Gebühr. Bei Verlust, Diebstahl oder Umtausch gehst du dagegen selbst zur Behörde, mit Foto, Ausweis und Antrag.
Neu ist für viele das Thema Ablaufdatum. Seit 2013 sind Scheckkarten 15 Jahre gültig, die ersten laufen also ab Jänner 2028 ab. Und die alten Papierführerscheine müssen bis Jänner 2033 umgetauscht werden.
Hier findest du alle drei Fälle mit Unterlagen, Kosten und Dauer.
Das Wichtigste in Kürze
• Den ersten Führerschein beantragt die Fahrschule. Nach der Prüfung zahlst du die Erteilungsgebühr von 90 Euro.
• Duplikat und Umtausch kosten 73 Euro. Du kannst den Antrag bei jeder Führerscheinbehörde in Österreich stellen.
• Einen Verlust oder Diebstahl meldest du spätestens nach einer Woche bei der Polizei. Die Bestätigung gilt acht Wochen als Ersatz, aber nur in Österreich.
• Scheckkarten ab 19.01.2013 sind 15 Jahre gültig. Die Erneuerung braucht in der Regel weder Arzt noch Prüfung.
• Papierführerscheine und ältere Scheckkarten musst du bis spätestens 19.01.2033 umtauschen.
Der erste Führerschein
Für deinen ersten Führerschein musst du nicht zur Behörde. Die Fahrschule meldet dich zur Ausbildung an und stellt den Antrag für dich. Aktiv wirst du erst wieder nach der bestandenen Fahrprüfung.
Dann bekommst du vom Prüfer einen vorläufigen Führerschein und ein Kostenblatt mit Zahlschein. Darauf steht die Erteilungsgebühr von 90 Euro. Erst wenn sie bezahlt ist, wird deine Scheckkarte gedruckt. Sie kommt meist innerhalb von fünf bis zehn Tagen per Post.
Der vorläufige Führerschein gilt bis dahin höchstens vier Wochen, nur in Österreich und nur zusammen mit einem amtlichen Lichtbildausweis. Bezahl den Zahlschein deshalb gleich, sonst stehst du nach vier Wochen ohne gültiges Dokument da.
Wie der Weg dorthin aussieht, zeigen die Ratgeber Führerschein machen: der Ablauf und Praktische Fahrprüfung.
Wo du den Antrag stellst
Für Duplikat und Umtausch kannst du zu jeder Führerscheinbehörde in Österreich gehen, nicht nur zu der in deinem Wohnort. Welche Stelle das ist, hängt davon ab, wo du gerade bist.
| Ort | Zuständige Behörde |
|---|---|
| Städte mit Landespolizeidirektion | Landespolizeidirektion, in Wien das Verkehrsamt |
| Krems und Waidhofen an der Ybbs | Magistrat |
| Rust | Landespolizeidirektion Burgenland |
| alle anderen Städte und Gemeinden | Bezirkshauptmannschaft |
Bei den Landespolizeidirektionen lohnt sich eine Online-Terminvereinbarung. Ohne Termin kann die Wartezeit dort länger werden, vor allem in Wien.
Führerschein verloren oder gestohlen
Ist dein Führerschein weg, meldest du das bei der Polizei. Am besten sofort, spätestens innerhalb einer Woche. Du bekommst eine Bestätigung der Verlust- oder Diebstahlsanzeige. Sie gilt acht Wochen lang als Ersatz für den Führerschein, aber nur in Österreich.
Mit dieser Bestätigung gehst du zur Führerscheinbehörde und beantragst ein Duplikat. Mitbringen musst du einen amtlichen Lichtbildausweis, ein aktuelles Foto im Format 35 mal 45 Millimeter und das ausgefüllte Antragsformular. Das Formular gibt es bei der Behörde oder zum Herunterladen.
Das Duplikat kostet 73 Euro. Bis die neue Karte da ist, bekommst du einen vorläufigen Führerschein. Er gilt höchstens acht Wochen, nur in Österreich und nur mit Lichtbildausweis. Ist die neue Karte da, wird der vorläufige Führerschein ungültig. Zurückgeben musst du ihn nicht.
Bist du gerade im Ausland, wenn der Führerschein verloren geht, kann dort kein österreichisches Duplikat ausgestellt werden. In bestimmten Fällen hilft die österreichische Botschaft oder das Konsulat weiter. Mehr zum Fahren im Ausland liest du im Ratgeber Führerscheinklassen in Österreich.
Ablaufdatum: wann du umtauschen musst
Viele haben noch nie auf das Ablaufdatum ihres Führerscheins geschaut. Das ändert sich gerade, denn in den nächsten Jahren betrifft es fast alle Autofahrer in Österreich.
| Dein Führerschein | Gültig bis | Was zu tun ist |
|---|---|---|
| Papierführerschein (rosa oder grau) | 19.01.2033 | bis dahin in eine Scheckkarte umtauschen |
| Scheckkarte ausgestellt vor 19.01.2013 | 19.01.2033 | bis dahin umtauschen |
| Scheckkarte ausgestellt ab 19.01.2013 | 15 Jahre ab Ausstellung, Datum in Feld 4b | vor Ablauf erneuern |
Das Ablaufdatum betrifft nur das Dokument. Deine Lenkberechtigung für Auto und Motorrad bleibt bestehen. Für die Erneuerung brauchst du deshalb in der Regel weder eine ärztliche Untersuchung noch eine neue Prüfung. Gibt es allerdings Zweifel an der gesundheitlichen Eignung, kann die Behörde ein amtsärztliches Gutachten verlangen.
Ein Tipp: Warte nicht bis kurz vor 2033. Wenn Hunderttausende gleichzeitig umtauschen, werden die Wartezeiten bei den Behörden länger. Und ein Foto von vor 30 Jahren sorgt bei Kontrollen im Ausland ohnehin regelmäßig für Diskussionen.
So läuft der Umtausch ab
Den Umtausch beantragst du bei jeder Führerscheinbehörde in Österreich. Du brauchst den Antrag, deinen alten Führerschein, einen amtlichen Lichtbildausweis und ein aktuelles Foto im Format 35 mal 45 Millimeter. Hat sich dein Name geändert, nimm den Nachweis mit, etwa die Heiratsurkunde. Die Meldebestätigung kann die Behörde selbst im Melderegister abfragen.
Dann hast du zwei Möglichkeiten. Du gibst den alten Führerschein gleich ab und bekommst einen vorläufigen Führerschein, der höchstens vier Wochen gilt. Die neue Karte kommt nach Bezahlung der Gebühr innerhalb von fünf bis zehn Tagen per Post.
Oder du behältst den alten Führerschein vorerst und holst die neue Karte nach fünf bis zehn Tagen bei der Behörde ab. Dort gibst du dann den alten ab. Das ist praktisch, wenn du in der Zwischenzeit verreist oder viel fährst.
Der Umtausch kostet 73 Euro, genauso viel wie ein Duplikat.
Name oder Adresse geändert
Eine neue Adresse musst du der Führerscheinbehörde nicht melden. Auch nach einer Namensänderung bleibt dein Führerschein gültig. Du kannst ihn freiwillig umtauschen lassen, musst es aber nicht.
Ein Umtausch ist dagegen Pflicht, wenn der Führerschein beschädigt ist, die Angaben nicht mehr lesbar sind oder du auf dem Foto nicht mehr zu erkennen bist. In diesen Fällen gilt das Dokument als ungültig, auch wenn das Ablaufdatum noch nicht erreicht ist.
Und wenn du gerade ohnehin ein Auto ummeldest oder kaufst: Für die Anmeldung eines Fahrzeugs brauchst du deinen Lichtbildausweis, nicht den Führerschein. Was du dafür alles mitbringen musst, steht im Ratgeber Auto anmelden in Österreich.
Häufige Fragen
Quellen und Stand
oesterreich.gv.at, Führerschein-Duplikat (Stand 01.09.2026) und Fahrprüfung · Wirtschaftskammer Österreich, Gültigkeit und Umschreibung des Papierführerscheins (Stand 06.10.2026). Geprüft am 23.10.2026.
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