Bremsflüssigkeit prüfen – so funktioniert's

Für eine optimale Bremskraft ist es erforderlich, regelmäßig die Bremsflüssigkeit zu prüfen: Ist der Flüssigkeitsstand zu gering, stellt dies ein erhebliches Verkehrsrisiko dar – und das sollten Sie unbedingt vermeiden!

Stand der Bremsflüssigkeit kontrollieren

Erste Probleme machen sich durch Schleifgeräusche beim Bremsen bemerkbar. Spätestens jetzt ist es wichtig, den Stand der Bremsflüssigkeit zu kontrollieren. Denn oftmals sind abgefahrene Bremsbeläge der Grund für den Flüssigkeitsverlust. Sind die Beläge verschlissen, kann es vorkommen, dass Bremsflüssigkeit in den Bremssattel gelangt. Den Flüssigkeitsstand sowie den Zustand der Bremsanlage überprüfen Sie in wenigen Schritten. Am besten machen Sie dies bei kaltem Motor auf einer ebenen Fläche.

  • Öffnen Sie die Motorhaube und prüfen Sie den Bremsflüssigkeitsstand im Vorratsbehälter. Viele neue Fahrzeuge haben transparente Ausgleichsbehälter mit sichtbareren Minimum- und Maximummarkierungen.
  • Bei älteren Autos mit Metallbehälter lesen Sie den Stand ab, indem Sie den Verschluss abschrauben. Liegt der Flüssigkeitspegel unter dem Minimum, werfen Sie einen Blick auf die Bremsscheiben.
  • Sind Riefen sichtbar, fahren Sie entweder in die Werkstatt oder tauschen die Bremsen selber aus.

Sofern Ihr Kfz nach dem Austausch noch Flüssigkeit verliert, spricht dies für ein Leck im Bremskreis. Somit kommen Sie um eine Reparatur nicht umhin. Allerdings kann es auch sein, dass der Ausgleichsbehälter voll ist und trotzdem keine Flüssigkeit im Hauptbremszylinder ankommt. In diesem Fall prüfen Sie mit einem speziellen Teststreifen die Farbe der Bremsflüssigkeit.

Frische Flüssigkeit muss Honig- bis Bernsteinfarben sein. Ist sie dunkel oder sogar schwarz, ist es zwingend vonnöten, diese sofort zu wechseln – Bremsflüssigkeit mit dieser Färbung ist extrem gefährlich! Durch alte Flüssigkeit fällt der Bremsdruck zusammen und Sie treten irgendwann ins Leere.

Die Beschaffenheit prüfen

Frische Bremsflüssigkeit muss einen Wasseranteil von 0,05 Prozent aufweisen. Bereits nach zwei Jahren kann der Wassergehalt auf drei Prozent ansteigen. Der Grund: Die Flüssigkeit nimmt Wasser aus der Luft auf und bindet dieses. Innerhalb der Bremsanlage begünstigt das Wasser in der Flüssigkeit Korrosionen, welche zum Bremsverlust führen. Darüber hinaus senkt der Wassergehalt den Siedepunkt. Die Folgen:

Treten Sie das Bremspedal durch, reagiert dieses schwammig oder pulsiert hin und zurück. Im schlimmsten Fall ist überhaupt keine Bremswirkung vorhanden. In einer guten Fachwerkstatt richten Sie sich für das Austauschen einschließlich Entsorgung auf circa 100 Euro ein. Tauschen Sie die Flüssigkeit selbst, ist hier einiges zu beachten. In Ihrem Handbuch ist vermerkt, welche Bremsflüssigkeit (DOT3, DOT4, oder DOT5) Sie brauchen.

  • Zuerst öffnen Sie an allen vier Radbremszylindern die Entlüftungsschraube und stellen einen Auffangbehälter darunter. Ist der Inhalt herausgelaufen, schließen Sie die Schrauben.
  • Nun können Sie mithilfe eines Trichters den Tank mit der neuen Bremsflüssigkeit auffüllen. Idealerweise liegt der Flüssigkeitspegel genau zwischen den beiden Markierungen Minimum und Maximum.
  • Achten Sie beim Auffüllen darauf, dass keine Flüssigkeit an andere Teile gerät, da die Hydraulikflüssigkeit stark ätzt. Wischen Sie Danebengegangenes sofort mit einem Lappen weg.
  • Ganz wichtig: Entlüften Sie die Bremsanlage nach dem Vorgang gründlich, da ansonsten keine ausreichende Bremswirkung gewährleistet werden kann.

Als Faustregel gilt, die Bremsflüssigkeit alle zwei Jahre auszutauschen. Neben dem Serviceheft finden Sie im Motorraum ein Schild mit Jahresdatum und Kilometerangabe, wann der nächste Wechsel stattfindet. Trotz der Einhaltung der Intervalle ist es ratsam, zur Sicherheit die Flüssigkeit zwischendurch zu prüfen.

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