Gebrauchte Toyota Geländewagen bei AutoScout24 finden

Toyota Geländewagen

Die Geländewagen-Klassiker von Toyota laufen ab den 50er Jahren vom Band

Als der japanische Autokonzern Toyota Mitte der 1990er Jahre sein Programm um ein Sport Utility Vehicle (SUV) mit kompakten Abmessungen und mit einer im Pkw-Bau genutzten Konstruktionstechnik in sein Programm aufnahm, konnten die Japaner bereits auf eine gut 40jährige Geschichte beim Bau von geländegängigen Fahrzeugen zurückblicken. Während Toyota in Europa zu dieser Zeit vor allem als Anbieter von Pkw der unterschiedlichen Klassen bekannt war, prägten in anderen Teilen der Welt die Geländewagen das Image der Marke maßgeblich mit. Der Hintergrund: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte der Hersteller zu den ersten Unternehmen Japans, das ein eigenständiges Modell in der Klasse der Offroader vorzuweisen hatte und damit bereits in der Mitte der 1950er Jahre auch die Exportmärkte in Afrika, Asien und Amerika bediente. Das ab 1954 international als Land Cruiser vermarktete Premierenmodell galt ähnlich wie der amerikanische Jeep und der britische Land Rover bald als populäres Arbeits- und Expeditionsfahrzeug und mit seiner langen Produktionszeit in den unterschiedlichen Generationen zum Geländewagen-Klassiker Toyotas. Zugleich diente der in aktuelleren Baujahren mit SUV-Komfort konstruierte Land Cruiser als Grundlage für weitere Modellvarianten, die unter unterschiedlichen Namen vor allem außerhalb Europas vermarktet wurden. Darüber hinaus war Toyota mit den Modellen seiner Baureihe Hilux mit einem für den Offroadeinsatz geeigneten Fahrzeug mit offener Ladefläche in der Klasse der Pickups präsent. Der Hilux gehörte wie der Land Cruiser auch in vielen europäischen Ländern zu den Klassikern der Marke Toyota.

Der Land Cruiser der frühen Baujahre orientiert sich am Profil der US-Jeeps

Ähnlich wie seine englischen und amerikanischen Vorbilder entstand der Toyota Land Cruiser ursprünglich als Militärfahrzeug, das entsprechend seines Einsatzprofils seit Beginn der 1950er Jahre mit robuster Leiterrahmenkonstruktion und Allradantrieb konstruiert wurde. Ab Mitte der 1950er Jahre begann der Land Cruiser seine internationale Karriere als Geländewagen, der im Laufe seiner langen Bauzeit in unterschiedlichen Karosserieformen etwa in offener Bauweise, mit geschlossenem drei- und fünftürigen Aufbau oder als Pickup mit Zweierkabine und offener Ladefläche auf den Weltmärkten angeboten wurde. Nach Europa kam der Land Cruiser gegen Ende der 1970er Jahre vor allem in der klassischen Geländewagenform eines Fünftürers mit Platz für fünf Personen. Seltener waren die Pickup-Versionen oder die mit einem Planenverdeck ausgestatteten offenen Varianten, die insbesondere als Nutzfahrzeug in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt wurden.

Der Geländewagen der Baureihe Land Cruiser entwickelt sich im Stil der SUV

Bei Fans authentischer Geländewagen, die eingeschränkten Komfort zugunsten robuster Bauart gerne in Kauf nahmen, blieben die Land Cruiser der 1970er und 80er Jahre als Gebrauchte weiterhin beliebt. Zumal der japanische Konstrukteur seine Produktstrategie änderte und ab den 1990er Jahren daran arbeitete, seine Offroader stärker am Stil der SUV auszurichten. So verbesserten die Ingenieure vor allem den Federungskomfort des Geländewagenklassikers. Um die eher für gelegentliche Ausfahrten ins Gelände konzipierten Modelle von den Urtypen abzugrenzen, etablierte Toyota die Komfortversionen auf einigen Märkten unter dem eigenen Namen Prado. In den neueren Baujahren waren die üblichen Sicherheits- und Assistenzsysteme an Bord. Damit wurden die Land Cruiser zunehmend als Freizeitautos wahrgenommen, die mit ihrer Anhängelast von drei Tonnen auch als Zugfahrzeuge zum Einsatz kommen konnten.

Neues Karosseriekonzept für die Toyota-Geländewagen ab Baujahr 1996

Die Aufwertung der Geländewagen vom Arbeitsfahrzeug zum alltagstauglicheren Offroader für den Freizeiteinsatz war spätestens Mitte der 1990er Jahre mit der Einführung der intern unter dem Kürzel J9 vom Band laufenden Generation des Land Cruisers auch am Auftritt zu erkennen. Die vormals kastenförmige Karosserie mit ihrer nüchtern-pragmatischen Gestaltung wurde durch größere Aufbauten mit zunehmend edler wirkenden Anbauteilen ersetzt. So liefen die Geländewagen der Baureihe Land Cruiser schließlich mit lackierten Stoßstangen, dynamisch angeschrägter Kühlerfront und reichlich Chromschmuck vom Band. In der Länge wuchs der Land Cruiser bis auf knapp fünf Meter. In der Breite erreichten die ab dem Jahr 2008 gefertigten Modelle beinahe die Marke von zwei Metern. Und auch bei der Motorisierung legte Toyota seit den 1990er Jahren immer wieder nach.

V8-Motor für das Spitzenmodell der klassischen Geländewagen-Baureihe von Toyota

Für sein Einsatzprofil als Arbeitsfahrzeug musste die Technik des Land Cruisers vor allem robust sein. Fahrspaß oder gute Leistungswerte standen daher nicht im Mittelpunkt, sodass die Japaner sich damit begnügten, ihren Klassiker mit kleineren Benzin- und Dieselmotoren mit maximal 2,4 Litern Hubraum auszustatten. Ende der 1980er Jahre wertete Toyota die Baureihe dann mit dem Einsatz eines Turbodiesels mit fast vier Litern Hubraum auf, der dem Geländewagen eine Leistung von bis zu 176 kW (240 PS) zur Verfügung stellen konnte. Ein Sechszylinderbenziner mit noch höheren Leistungswerten war vor allem für die außereuropäischen Märkte vorgesehen. Für Europa interessanter war eine Neuentwicklung bei den Selbstzündern: Ab dem Baujahr 2007 setzte Toyota für seine Geländewagen ein neues V8-Topaggregat ein, das im Baujahr 2014 eine Leistung von maximal 200 kW (272 PS) ablieferte und in Europa den kleineren Dieseln mit 3,0 Litern Hubraum und 140 kW (190 PS) an die Seite gestellt wurde. Vorteil der V8-Motorisierung: Mit dieser Ausstattung stieg die maximale Anhängelast des allradangetriebenen Geländewagens auf 3,5 Tonnen.

Einige Geländewagenbaureihen bietet Toyota nicht in Europa an

Mitte der 1980er Jahre nutzten die Japaner ihre später auch in Europa präsente Pickup-Baureihe Hilux, um davon eine geschlossene Version abzuleiten, die unter dem Namen Toyota 4Runner auf den Markt kam und unterhalb des Land Cruisers angesiedelt war. Aus dem Geländewagen mit dem zusätzlichen Leichtaufbau über der Ladefläche entwickelte sich in den 1990er Jahren eine eigenständige Baureihe, deren Modelle später als Drei- und Fünftürer ins Programm kamen und ausgerüstet mit V6-Motoren insbesondere in den USA dem Land Cruiser als Geländewagen mit sportlicherem Antritt Konkurrenz machten. Ebenfalls auf der Bauplattform des Hilux entstanden die ab 2005 für einige Märkte gefertigten Toyota Fortuner Geländewagen. Im Jahr 2006 zeigten die Japaner mit dem FJ Cruiser eine optisch komplett veränderte Variante des Land Cruisers, die als Lifestylemodell das Programm der Geländewagen abrunden sollte. Neben dem international vermarkteten Hilux gab es für einige Märkte wie etwa die USA eine zweite geländegängige Variante mit offener Ladefläche, die unter der Bezeichnung Tacoma in den Handel kam. Das in den USA und Mexiko produzierte Modell lief ähnlich wie der Hilux in unterschiedlichen Kabinenausführungen als Zwei- und Viertürer vom Band.