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Lancia Stratos

Lancia Stratos

Wie kaum einem anderen italienischen Fahrzeugproduzenten mit Ausnahme der reinen Sportwagenbauer des Landes gelang es dem Traditionsunternehmen Lancia, seine Erfolge im professionellen Rennsport auf seine Serienmodelle zu übertragen. Das hing zum einen von der Leistungsfähigkeit der bis in die 1960er Jahre mit kräftigen Motoren in V-Bauweise ausgestatteten Fahrzeugen zusammen. Weiterlesen

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Mit dem Stratos setzt Lancia seine Tradition der Rallyewagen fort

Zum anderen schaffte es Lancia, immer wieder durch technische Innovationen Verbesserungen in die Serie einzuführen, die später vielfach zum Standard im Automobilbau wurden. Darüber hinaus konnte der Konstrukteur für das Design und die Fertigung der Karosserien hochkarätige Partner an sich binden, die formschöne Coupés oder Cabriolets realisierten. So schufen sich die Italiener ein Image, das ihren Produkten ein hohes Maß an Funktionalität, Sportlichkeit und Ästhetik verlieh. Oftmals kombiniert mit besonderen Ausstattungsmerkmalen, mit denen der Hersteller den Komfortanspruch der Marke unterstreichen konnte. Zu diesem Gesamtkonzept passten die Rennauftritte etwa von Modellen wie dem Lancia Fulvia Coupé, das Ende der 1960er Jahre in einer Rallye-Version gefertigt wurde und sich Anfang der 1970er Jahre einen Weltmeistertitel holte. Zwar sollte die Marke Lancia unter dem neuen Eigner Fiat in dieser Zeit profitabler werden und vor allem das Produktionsvolumen der Großserienmodelle steigern. Doch setzten die Italiener dabei vorerst weiter auf das Rezept der Synergie zwischen Erfolgen im Rennsport und Erhöhung der Absatzzahlen. Deshalb durfte im Programm Platz sein für einen Sportwagen der Sonderklasse, der als Homologationsmodell für den Rallyesport entwickelt wurde, jedoch unter der Bezeichnung Stratos Stradale in kleiner Auflage auch als Fahrzeug mit Straßenzulassung gebaut wurde. Technische Besonderheit: Der Stradale erhielt einen Motor, der von Ferrari zugeliefert wurde.

Futuristisches Designkonzept von Bertone für das Show Car Stratos

Dass der Stratos schon anfangs nicht als gewöhnliches Serienmodell konzipiert worden war, machte das mit dem Projekt beauftragte Konstruktionsbüro Bertone bereits ein Jahr vor der Präsentation der endgültigen Modellversion in Turin deutlich. In der Heimatstadt Lancias fand auch die Premiere des Concept Cars der Baureihe statt, das Bertone im Jahr 1970 unter der Bezeichnung Stratos 0 für Zero vorführte: Auf einem Fahrgestell hatten die Bertone-Designer einen mehr als ungewöhnlichen Aufbau untergebracht, der sich kaum 85 Zentimeter über der Straße erhob und dessen Heck fast ohne Überstand abbrach. Die Frontkonstruktion lief in einer extrem zugespitzten Keilform aus, und der Zustieg in den mit einem Mittelmotor ausgestatteten Flachbau erfolgte ohne Seitentüren über die nach oben aufschwingende Frontscheibe. Ganz so futuristisch konnte es beim Kleinserienmodell zwar nicht zugehen. Doch die Richtung für den Serien-Stratos war mit der Studie vorgegeben: Kompakt sollte das Coupé werden und in möglichst vielen Details auf den Einsatz im Motorsport zugeschnitten sein.

Lancia entwickelt den Stratos als Homologationsmodell für den Rallyeeinsatz

Tatsächlich entstand die Serienversion des Stratos mit dem bei Lancia für seine Sportgeräte üblichen Namenszusatz HF als Homologationsmodell für den Rallyeeinsatz. In dieser Hinsicht unterschied sich das zwischen 1972 und 1974 produzierte Coupé etwa vom Fulvia HF, der auf Basis eines Großserienfahrzeugs konstruiert und für den Einsatz im Rennen angepasst worden war. Von der Studie des Stratos übernahmen die Konstrukteure vor allem die kompakten Abmessungen der Karosserie, die Keilfront sowie das abrupt endende Kurzheck, das in der Serienversion zwei überdimensionierte runde Rückleuchten erhielt. In der Vorderansicht des Lancia Stratos fielen die im typischen Stil der 1970er Jahre angelegten Scheinwerfer auf, die mit einem Klappmechanismus versehen wurden und so im Vorderbau versenkt werden konnten. Kugelig ausgestellte Radhäuser vorne und eine gerippte Motorhaube waren weitere charakteristische Merkmale des Stratos HF. Durch den außen hinter dem Dachaufbau in der Karosserie integrierten Sicherheitsbügel machte das rund 1,10 Meter flache und etwa 3,70 Meter lange Coupé deutlich, dass Lancia hier ein Modell präsentierte, das speziell als Rallyewagen konzipiert worden war und über die entsprechenden Features verfügte.

In den Coupés der Kleinserie Stratos arbeiten Motoren von Ferrari

Aber auch mit seiner Motorisierung machte der Stratos deutlich, dass er besonderen Ansprüchen gerecht werden musste. Um im Rallyesport neue Erfolge einfahren zu können, setzte Lancia auf eine Kooperation mit dem Sportwagenbauer Ferrari. Für ihr Modell Dino hatten die Italiener ein kompaktes V6-Aggregat entwickelt, und der Stratos war für die Aufnahme des Motorblocks eingerichtet. Das als Mittelmotor eingebaute Triebwerk mit 2,4 Litern Hubraum lieferte dem Lancia Coupé in der Stradale-Ausführung der Kleinserie eine Leistung von gut 140 kW (190 PS). Damit konnte der Rallyewagen auf der Straße eine Spitzengeschwindigkeit von über 230 Stundenkilometern erreichen und innerhalb von gut sechs Sekunden aus dem Stand zur Marke von 100 km/h gelangen. Damit gehörte der Zweisitzer zu den schnellsten Serienmodellen, die Lancia bis dahin produziert hatte.

Mit den Rallyeversionen des Stratos holt Lancia drei Weltmeistertitel in Folge

Die für den Rallyesport eingerichteten Stratos legten in der Leistung noch einmal ordentlich nach und kamen je nach Einsatzgebiet auf unterschiedliche Leistungswerte zwischen 202 kW (275 PS) bis 412 kW (560 PS) für die Stratos, deren Ferrari-Motoren mit einem Turbolader ausgerüstet wurden. Und das Gesamtkonzept von Lancia machte sich bezahlt: In den Jahren von 1974 bis 1976 holten sich die Italiener mit dem Stratos gleich mehrfach hintereinander den Rallye-Weltmeistertitel. Auch das war ein Grund, warum das Coupé als Ausnahmemodell in die Unternehmensgeschichte von Lancia einging und der Stratos eine Sonderrolle als Sammlerfahrzeug der italienischen Marke einnahm.

Als Oldtimer gehört der Stratos zu den seltensten Modellen von Lancia

Seine Entwicklungsgeschichte als Rallyeauto, seine Ausstattung mit Motoren von Ferrari und sein Bertone-Design im 70er Jahre Stil bestimmten den Wert, den Rennsportenthusiasten, Fans der Marke Lancia und Sammler von Sportwagen dem Stratos beimaßen. Als Gebrauchte blieben die Stradale und die für den Rennsport eingerichteten Versionen genau so eine Seltenheit wie in späteren Jahren, in denen die Coupés als Oldtimer gehandelt wurden. Der Hintergrund: Lancia ließ bei Bertone in den beiden Baujahren von 1972 bis 1974 kaum 500 Exemplare des Stratos fertigen. Grund genug für Fans des Weltmeisterwagens, über eine Neuauflage nachzudenken. Lancia selbst stand dafür zwar nicht zur Verfügung, doch versuchte es ein britisches Unternehmen im Jahr 2005 mit dem Projekt Fenomenon Stratos, das jedoch nur als Messestudie realisiert wurde. Im Jahr 2010 entstand in Zusammenarbeit mit dem Karosseriebauer Pininfarina das Projekt eines Modells, das als New Stratos an die Lancia-Tradition anknüpfen sollte.