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9ff GT9

Löwen, Jaguare, Wildpferde oder Stiere, um das Image ihrer Fahrzeuge mit passenden Logos oder Kühlerfiguren zu illustrieren, machten die Marketingstrategen einiger traditionsreicher Autohersteller für ihre Modelle gerne Anleihen in der Tierwelt. Viel Auswahl gab es da für einen Newcomer in der Branche nicht mehr. Doch das im Jahr 2001 als Veredler gegründete Dortmunder Unternehmen 9ff wurde dennoch fündig.

Der GT9 wird bei 9ff seit dem Jahr 2005 in Einzelanfertigung gebaut

Ein stilisierter Gepardenkopf zierte das Firmenlogo des auf den Umbau von Porsche-Modellen spezialisierten Tuners, der bald offiziell als eigener Fahrzeughersteller anerkannt war. Der Hintergrund: In den Ateliers von 9ff entstanden nicht mehr nur allein individualisierte Porsche mit sportlichen Anbauteilen und durch Eingriffe in die Elektronik leistungsgesteigerten Motoren. Vielmehr wurden durch weiterreichende Modifikationen der Serienfahrzeuge Modelle entwickelt, die sich optisch und technisch deutlich von einem Porsche unterschieden. Die als Gebrauchtwagen selten zu findenden Supersportwagen trugen den 9ff-Schriftzug am Heck und zeigten anstelle des Porsche-Logos auf der Fronthaube den Geparden als Wappentier des Dortmunder Kleinserienherstellers, der insbesondere Umbauten auf Basis des Porsche 911 realisierte. Zu den Leistungsträgern im Programm von 9ff zählte der in verschiedenen Leistungsstufen angebotene GT9, der seit dem Jahr 2005 in Einzelexemplaren in Dortmund gebaut wurde.

Der GT9 von 9ff basiert auf der dritten Generation des Supersportwagens Porsche GT3

Mit dem Porsche GT3 hatte der Zuffenhausener Sportwagenhersteller Ende der 1990er Jahre als Nachfolger der Carrera RS an der Seite seiner Turbomodelle GT2 eine neue Rennversion der 911er ins Programm aufgenommen. Das GT3 Coupé wurde sowohl mit einer Ausstattung als Straßenmodell wie auch als professionelles Sportgerät etwa für Einsätze bei den GT3-Wettbewerben gefertigt. Genau die richtige Vorlage also für einen Tuningbetrieb wie 9ff, der sich ein ehrgeiziges Ziel setzte: Die Dortmunder wollten aus dem Supersportwagen ein Weltrekordfahrzeug entwickeln. Basis dafür war die im Jahr 2005 in Stuttgart vorgestellte dritte Generation des GT3, der bei den Schwaben immerhin schon die prominente Position des Flaggschiffs innerhalb der Baureihe Porsche 997 einnahm.

Für den Umbau zum GT9 realisiert 9ff ein Mittelmotor-Konzept

Bei den Stuttgartern kam das Sportcoupé GT3 mit einem auf 305 kW (415 PS) gesteigerten Sechszylinder in der von Porsche bekannten Boxerbauweise auf die Straße. Die Herausforderung sahen die Tuner von 9ff darin, das 3,6 Liter Aggregat für den Bau des GT9 mit zwei Turboladern auszustatten und auf diese Weise die Leistung deutlich zu steigern. Zugleich verlagerten sie das Aggregat, um eine optimalere Gewichtsverteilung zu erzielen, sodass aus dem GT3-Heckmotor im GT9 ein Mittelmotor wurde. In ihrer Vmax genannten Spitzenversion holten die Dortmunder gut 1000 PS aus dem modifizierten Porsche-Motor heraus und konnten so die Ausgangsleistung um etwa das 2,5-Fache steigern. Technisch sollten nach Aussagen der Ingenieure von 9ff für den GT9 sogar bis zu 1400 PS zu realisieren sein.

Mit dem GT9 stellt 9ff einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf

Die Motormodifikationen sowie konstruktive Veränderungen an der Karosserie des Basisfahrzeugs wie etwa ein flacherer Dachaufbau oder veränderte Front- und Heckschürzen machten aus dem GT9 Vmax ein Weltmeisterfahrzeug. Mit einem Spitzenwert von gut 437 Stundenkilometern erreichte der Supersportwagen von 9ff bei Messungen auf der Rennstrecke einen Rekordwert. Und auch in der etwas weniger hochgezüchteten Variante Amax sorgte der GT9 noch für Aufsehen: Das Coupé schaffte es in unter 13 Sekunden, aus dem Stand die Marke von 300 Stundenkilometern zu erreichen.

Mit Gewichts- und Schwerpunktverlagerung verschafft 9ff dem GT9 Vorteile

Zu verdanken waren solche Werte nicht allein dem Plus an Leistung. Vielmehr konnte der GT9 seine Performance auch deshalb voll zur Geltung bringen, weil das Mittelmotor-Konzept im Einklang mit den verbauten Karbonkarosserieteilen, dem Heckflügel sowie dem aus dem Rennsport entwickelten ebenen Unterboden mit Frontsplitter und Heckdiffusor Vorteile bei Gewicht, Schwerpunkt und Anpressdruck brachte. Details wie spezielle Leichtbau-Sportsitze trugen dazu bei, dass 9ff das Gewicht des GT9 weiter reduzieren konnte. Zum Vergleich: Während der Porsche GT3 um die 1,38 Tonnen auf die Waage brachte, blieb das Leergewicht des GT9 mit etwa 1,24 Tonnen deutlich unter dem Wert des Porsche-Coupés.

9ff bietet den GT9 in der Basisversion auch als Club Sport an

Die Ausführungen Amax und Vmax waren zwar nach Angaben von 9ff offiziell für den Einsatz auf öffentlichen Straßen zugelassen. Doch wer die Ausnahmemodelle etwa auf dem Markt für Gebrauchtwagen suchte, der wurde dort nicht fündig. Der Grund: Die für die Rekordjagd gefertigten Modelle waren eher als Werbeträger für Kunden zu verstehen, die ihren Porsche GT3 in Dortmund individuell einrichten lassen wollten und dabei unter verschiedenen Leistungsstufen wählen konnten. Gewissermaßen als Basismodell fungierte der mit von 9ff selbst entwickelten Rohrrahmen für den Überrollkäfig ausgestattete GT9 CS (Club Sport), der auf 551 kW (750 PS) zugreifen konnte. Für dessen Konstruktion setzten die Dortmunder veränderte technische Bauteile wie Titan-Pleuel, von 9ff bearbeitete Zylinderköpfe sowie eine spezielle Abgasanlage ein. Mit diesen Modifikationen schaffte es der schwächste GT9 in der Spitze auf 364 Stundenkilometer. Den Spurt von Null auf 100 km/h legte der Supersportwagen von 9ff in 3,6 Sekunden zurück.