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Vespa GTS 300

Die 300er GTS wird im Jahr 2008 das neue Spitzenmodell im Vespa-Rollerprogramm

Als der Fahrzeughersteller Piaggio in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre seine ersten Vespa Motorroller auf den Markt brachte, wurde schnell klar, dass die neue Bauform der Krafträder ein vielseitiges Einsatzprofil bot. Die kleinen Räder und die leichte Konstruktion mit einer selbsttragenden Stahlkarosserie machten die Roller im Stadtverkehr flink und wendig. Der Durchstieg mit dem großen Fußraum und das breite Beinschild sorgten für Komfort und Wetterschutz, sodass sie sich auch auf längeren Touren einsetzen ließen. Und mit Sonderserien wie den Vespa Corsa und Circuito sowie mit 150er Sportmodellen bewiesen die Italiener, dass ihre von der eigenen Rennsportabteilung entwickelten Modelle Eigenschaften mitbrachten, um bei Scooterrennen antreten zu können. Die mit torpedoförmiger Verkleidung versehenen Modelle der Einzelserien Montlhery oder Siluro stellten sogar Geschwindigkeitsrekorde auf. Doch im Alltag wurden Vespa Roller angesichts der Konkurrenz durch Motorräder und Kleinwagen ab den 70er Jahren schließlich fast nur noch als Cityscooter wahrgenommen. In der Folge konzentrierte sich Piaggio bald auf Modelle der kleineren Hubraumklassen von 50 ccm und 125 ccm, mit denen sich die höchsten Absatzzahlen erzielen ließen. Erst im Jahr 2005 nahm der Hersteller für seine Klassik-Marke Vespa wieder Roller mit mehr Hubraum ins Programm, die den 200 ccm Rollern der Baureihe GT nachfolgten. Den Anfang machte die Gran Turismo Sport (GTS) der 250er Klasse, der im Jahr 2008 als neue Spitzenversion ein GTS-Modell mit 300 ccm Hubraum an die Seite gestellt wurde.

Die GTS 300 setzen die Tradition der Vespa Sportroller fort

Mit den Vespa 150 Gran Sport (GS) und Super Sport 180 hatten die Konstrukteure von Piaggio bereits in den 50er und 60 Jahren besonders leistungsfähige Modelle auf die Straße gebracht, die als Sportroller vermarktet wurden und später als gebrauchte Vespas den Status von Klassikern bekamen. An die Tradition der Gran Sport sollten die GTS 300 anschließen, die zugleich jedoch eine Premiere darstellten: Sie waren im Jahr 2008 die ersten Motorroller von Vespa, die Piaggio in der Klasse der 300 ccm Scooter realisierte. Aber selbst wenn die Italiener die sportlichen Eigenschaften ihrer Flaggschiffe durch einige besonderen Designdetails hervorhoben, so blieben die 300er doch der klassischen Linie treu, für die die Marke Vespa als Anbieter von Rollern im Retrostil bekannt war.

Die Vespa GTS der 300er Klasse sind für Langstrecken optimiert

Ein extra breites Beinschild mit klassischer Chromeinfassung, ein in die Verkleidung des Lenkgestänges integrierter Rundscheinwerfer mit starker Leuchtkraft, eine mit kleiner Rückenlehne für den Fahrer angelegte Sitzbank und der serienmäßige Gepäckträger am Heck sollten den 300er Modellen der Baureihe GTS den Komfort und die Qualitäten eines Reiserollers verleihen. Zum Konzept der Langstreckenoptimierung gehörte außerdem der im Vergleich zu den Short-Body-Modellen auf 1,37 Meter gestreckte Radstand, ein hydraulisches Dual-Federbein mit vier Vorspannstufen für die Hinterradaufhängung sowie der Einsatz der ESS genannten Bauweise für die Aufhängung des Vorderrads. Weitere Besonderheit der 300er GTS: Ihre Rahmenkonstruktion wurde mit einer verstärkten Karosserie realisiert, um auch bei höherer Geschwindigkeit die notwendige Stabilität des Gran Turismo Rollers zu gewährleisten.

Ab dem Baujahr 2014 bietet Vespa die 300er GTS mit ABS an

Und auch technisch rüstete Piaggio die Vespa Spitzenmodelle der Baureihe GTS für die Einsatz auf langen Strecken aus. Das galt zumindest für die Gran Turismo der neueren Baujahre. Ab dem GTS-Jahrgang 2014 bot der Hersteller für seine 300 ccm Motorroller je nach Version ab Werk oder zumindest als Option ein Antiblockiersystem (ABS) sowie die elektronische Traktionskontrolle ASR an, um den Vespa Reiseroller in kritischen Situationen etwa beim starken Abbremsen oder auf rutschigem Untergrund besser beherrschbar zu machen. Da die 300 ccm Vespa Motorroller ein Leergewicht von etwas mehr als 160 Kilogramm auf die Waage brachten, konnten diese elektronischen Helfer dem Fahrer einer GTS sinnvolle Unterstützung bieten.

Die Vespa GTS mit 300 ccm Hubraum gibt es in mehreren Ausstattungslinien

Während andere Hersteller mit unterschiedlichen Rollertypen im Programm ihre Modelle in der Regel in unterschiedlichen Designs anboten, beschränkte sich Vespa generell auf klassische Motorroller im Retrostil. Für die GTS bedeutete das: Es gab im Laufe der Jahre zwar unterschiedliche Versionen und Sondereditionen der 300er Modelle. Doch diese unterschieden sich nur in einigen Details. So lieferte Vespa das im Jahr 2008 vorgestellte Premierenmodell GTS Super ohne den klappbaren Gepäckträger am Heck aus, der bei den 2011 präsentierten 300 i.e. zur Serienausstattung gehörte. Zum 70-jährigen Bestehen der Marke Vespa legte der Hersteller von dieser 300er-Version im Jahr 2016 eine Settantesimo genannte Jubiläumsedition auf, die in zwei Sonderlackierungen vom Band lief. Eine stufenlose Sitzbank und eine dezente Grafik mit der Ziffer 70 waren weitere Merkmale der Vespa Settantesimo.

In der Touring-Version liefert Vespa die 300er GTS mit vielen Extras aus

Wer eine neue oder gebrauchte Vespa der Baureihe GTS 300 mit Vollausstattung suchte, für den hatten die Italiener die Modelle Touring im Programm. Viele sonst nur aus der Zubehörliste gegen Aufpreis erhältliche Ausstattungen waren bei den Motorrollern dieser Sonderauflage serienmäßig. So erhielten die GTS Touring ein an einem sichtbaren Chrombügel verschraubtes Windschild, Tagfahrlicht mit LED-Technik und einen USB-Steckplatz im Frontstaufach. Darüber hinaus bekamen die 300er GTS in der Touring-Ausführung bereits ab Werk einen klappbaren Chromgepäckträger an Front und Heck. Ergänzt wurde das Programm in der Klasse der 300 ccm Motorroller durch die GTS Super Sport, die mit mattgrauer Lackierung, einer schwarzen Sitzbank mit farblich abgesetzten Außenkanten und dem Schriftzug Supersport auf der Motorverkleidung vom Band lief. ABS und Traktionskontrolle gehörten bei den GTS der Sondereditionen ebenfalls mit zur Serienausstattung.

Mit der 300er-Motorisierung kommt die Vespa GTS auf gut 120 Stundenkilometer

Als Antrieb verbaute Vespa für die 300 i.e. Modelle der Baureihe GTS einen Viertaktmotor mit einem Zylinder und vier Ventilen. Der Namenszusatz i.e. verwies darauf, dass die Flaggschiffe im Programm des italienischen Herstellers mit einer elektronischen Benzineinspritzung ausgestattet waren. Diese Technik sorgte zusammen mit dem verbauten Katalysator dafür, dass die GTS mit ihrem 278 ccm Aggregat in die Kategorie der Abgasnorm Euro 3 eingestuft werden konnten. Die Leistungsabgabe des Viertakters gab Vespa mit maximal 15,8 kW (22 PS) an. Damit erreichten die Scooter eine Reisegeschwindigkeit von gut 120 Stundenkilometern, was die 300er-GTS zu den schnellsten Motorrollern im Programm von Vespa machte.