Vorbereitung auf die praktische Führerscheinprüfung

Die praktische Prüfungssituation stellt für Fahrschüler eine intensive Stresssituation dar. Wer weiß, was der Fahrprüfer wirklich verlangt, wird mit der nötigen Entspannung aber auch diese Herausforderung meistern.

Vorbereiten auf die praktische Prüfung

Sobald die theoretische Führerscheinprüfung bestanden ist, trennt die Fahrschüler nur noch die praktische Führerscheinprüfung von der ersehnten Fahrerlaubnis. Doch auch wenn es im Theoretischen gut geklappt hat, sollten sich die Fahrschüler in erster Linie auf das Urteil ihres Fahrlehrers, bei dem sie die Fahrstunden absolvieren, verlassen. Der Fahrlehrer sollte seine Schüler nämlich grundsätzlich erst dann in die praktische Prüfung schicken, wenn er meint, dass sie fit genug sind, um sie zu meistern und anschließend sicher ein Fahrzeug führen zu können.

Wie läuft die praktische Führerscheinprüfung ab?

Abgenommen wird die praktische Fahrprüfung meist vom TÜV, aber auch von anderen Einrichtungen (zum Beispiel der DEKRA), die zur Abnahme der Führerscheinprüfung berechtigt sind. Sie findet im Einzugsbereich der Fahrschule statt, sodass die Fahrschüler kein unbekanntes Terrain befahren müssen. Unter Umständen stellt der Prüfer dem Fahrschüler eingangs ein paar technische Fragen zum Auto oder bittet darum, den Ölstand des Fahrzeuges zu kontrollieren. Dabei handelt es sich übrigens keineswegs um Schikanen, die den Prüfling nervös machen sollen. Denn jeder Fahrzeuglenker ist auch nach der bestandenen Prüfung für den technisch einwandfreien Zustand seines Autos verantwortlich. Und dazu gehört es eben auch, regelmäßig den Ölstand und den Luftdruck der Reifen zu kontrollieren.

Anschließend kann das Trio, bestehend aus dem Prüfling, dem Fahrlehrer, der auf der Beifahrerseite Platz nimmt und dem Prüfer, der im Fonds des Fahrzeugs sitzt, auch schon starten. Fahrtroute und Ablauf der Prüfung werden nun durch den Prüfer festgelegt. Üblicherweise dauert die praktische Führerscheinprüfung für einen Führerschein der Klasse B 45 Minuten - die Dauer ist unter anderem von der Führerscheinklasse abhängig. Der Prüfer kann die Prüfungsfahrt aber auch verkürzen oder verlängern. Letzteres kommt vor allem dann vor, wenn der Fahrschüler eine bestimmte Verkehrssituation zuvor nicht einwandfrei gemeistert hat und deshalb erneut vor eine ähnliche Situation gestellt werden soll.

Perfektion wird nicht erwartet!

Der Prüfer erwartet bei der praktischen Führerscheinprüfung mit Sicherheit keine fahrerische Perfektion, was im Alltag auf der Straße auch nicht möglich ist. Deshalb wird für die Prüfung auch der Aufkleber am Fahrzeug entfernt, der anzeigt, dass es sich um das Auto einer Fahrschule handelt. Der Grund: Auf Fahrschulfahrzeuge nehmen andere Verkehrsteilnehmer oft besondere Rücksicht. Und genau das soll bei der praktischen Führerscheinprüfung vermieden werden, um alltägliche Bedingungen für den Prüfling zu schaffen. In erster Linie will der Prüfer Folgendes wissen:

  • Hat der Fahrschüler das Fahrzeug unter Kontrolle?
  • Beachtet er die Verkehrsregeln?
  • Fährt er vorausschauend und rücksichtsvoll?

Um den Alltag im Straßenverkehr bei der praktischen Führerscheinprüfung möglichst gut zu simulieren, erfolgt die praktische Führerscheinprüfung teilweise im Stadtverkehr und teilweise im Rahmen einer Überlandfahrt.

Welche Fehler dürfen gemacht werden?

Der Prüfer unterscheidet zwischen Fehlern, die durchaus einmal passieren können und solchen, die zum sofortigen Abbruch der Prüfung führen. Bei Letzteren handelt es sich um gravierende Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, etwa das Überfahren einer roten Ampel oder eines Stoppschildes. Auch wenn andere Verkehrsteilnehmer dadurch gefährdet werden, dass der Prüfling ein Verkehrsschild missachtet hat, ist die Fahrprüfung sofort zu Ende.

Zu den Fehlern, die einmal gemacht werden dürfen, gehören beispielsweise die unzureichende Beobachtung des Verkehrs, ein zu geringer Abstand zum vorderen Fahrzeug oder ein zu langes Zögern an Kreuzungen und Einfahrten. Sofern einer dieser Fehler passiert, sollte der Prüfling ruhig bleiben und die Fahrt am besten so fortsetzen, als sei gar nichts passiert. Dadurch kann er es leichter vermeiden, den Fehler ein zweites Mal zu machen.

Wann kann die praktische Führerscheinprüfung absolviert werden?

Sobald der Fahrschüler die theoretische Führerscheinprüfung bestanden hat, kann er sich für den praktischen Teil der Prüfung anmelden. Dies kostet eine Gebühr von 84,97 Euro. Antreten kann er jedoch frühestens vier Monate, bevor er das Mindestalter erreicht hat. Sofern der Fahrschüler die praktische Führerscheinprüfung im ersten Anlauf nicht schafft, kann er sie zwei Wochen später wiederholen. Die Zwischenzeit sollte er nutzen, um sich in der Fahrschule mit praktischen Fahrstunden nachschulen zu lassen. Prinzipiell kann die praktische Führerscheinprüfung beliebig oft wiederholt werden. Denn die dreimonatige Sperrfrist nach dreimaligem Durchfallen wurde 2008 abgeschafft.

Vorbereitung auf die praktische Führerscheinprüfung

Weil alle anderen Gebühren und Nachweise schon vor der theoretischen Führerscheinprüfung erbracht werden mussten, müssen lediglich noch die praktischen Fahrstunden absolviert werden. Für den Führerschein der Klasse B sind mindestens fünf Stunden Überlandfahrt, drei Nachtfahrten sowie vier Fahrstunden auf der Autobahn gesetzlich vorgeschrieben. Bei den Autobahn- und Überlandfahrten muss eine Unterrichtseinheit jeweils aus einer Doppelstunde bestehen.

Sicherheitshalber kann die eine oder andere Fahrstunde vor der praktischen Führerscheinprüfung zusätzlich gebucht werden. Um dem Fahrschüler die Nervosität zu nehmen, kann die letzte Fahrstunde beispielsweise unter Prüfungsbedingungen stattfinden. Bei der Prüfung gilt: Der Fahrschüler sollte den Prüfer während der Prüfung fragen, wenn er eine Anweisung oder Bemerkung nicht verstanden hat. Hilfreich ist es, wenn der Prüfling sich vorstellt, dass es sich um eine ganz normale Fahrstunde handelt. Ist das Nervenflattern zu groß, kann er auch um eine kurze Pause bitten. Dies wird ihm auf keinen Fall negativ ausgelegt.

Für mehr Informationen finden Sie hier ein Booklet mit allen relevanten Informationen zum Thema Führerschein.

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