Study: Ford Focus ST – Näher am Golf R

So allmählich dürfte die Autowelt Kenntnis davon genommen haben, dass Ford den Focus im Frühjahr 2011 neu in den Markt bringt.

Vorboten des Generationswechsels waren im Januar die Schräg- und Stufenheck-Limousine auf der Detroit Motor Show und im März auf dem Genfer Autosalon der Turnier. Für den Pariser Autosalon haben die Ford-Mannen nun noch den neuen Focus ST als heißen Premieren-Gast. Die offiziell als Studie deklarierte Stark-Version ist ein konkreter Ausblick auf die für 2012 angekündigte Serienversion. Optisch hat die Neuauflage des ST mit dem bereits nicht mehr bestellbaren Vorgänger eigentlich nur noch das Felgen-Design gemeinsam. Bereits allgemein hat die neue Focus-Generation, von der es wohl keinen Dreitürer mehr geben wird, einen deutlichen Wandel vollzogen, und auch die speziellen Kraft-Akzente der sportlichen ST-Version tragen neue Züge.

Da wäre zum Beispiel die Front, deren martialische Luftöffnung nun einteilig ist und von der unteren Schürze an die Stelle des zuvor recht schmalen Kühlergrills wanderte. Neu ist auch ein in die Frontscheinwerfer-Einheit integriertes LED-Tagfahrlicht. Bei der nun in Wagenfarbe lackierten Heckschürze hat man auf die bisherige Diffusor-Optik verzichtet und statt der beiden außen montierten zwei Auspuffrohre gibt es ein zentrales Doppelrohr.

Sportlich gestalteter Innenraum

Allgemein soll der Innenraum der kommenden Focus-Generation laut Ford qualitativ in neue Dimensionen vorstoßen. Auch bei der Innenraum-Architektur finden sich nur noch wenige Parallelen zur Vorgänger-Generation. Beim ST gehören selbstverständlich ein Sportlenkrad, Sportsitze und ein Sportschaltknauf zum dynamischen Serientrimm. Außerdem verfügt der ST unter einer Hutze am oberen Ende der Mittelkonsole über drei Zusatzinstrumente, die vermutlich Öltemperatur, Ladezustand der Batterie und Ladedruck anzeigen dürften.

Apropos Ladedruck: Beim Antrieb wird es wie bisher einen Turbobenziner geben. Doch statt des von Volvo abgeleiteten 2,5-Liter-Fünf-Zylinders wird nunmehr ein Zwei-Liter-Vier-Zylinder der neuen Ecoboost-Generation beim ST zum Einsatz kommen. Der bisherige Fünf-Zylinder war vor allem ob seiner atemberaubenden Akustik ein besonders respektiertes Aggregat. Ob der neue Antrieb an diesen phänomenalen Klang anknüpfen wird, bleibt abzuwarten.

250 PS

Bei den Fahrleistungen sollte die Neuauflage in jedem Fall besser dastehen, bietet sie doch statt der bisher 225 nunmehr 250 PS. Damit wird der künftige ST leistungsmäßig näher am Golf R als am Golf GTI sein. Angaben zu den Fahrleistungen macht Ford derzeit allerdings noch nicht. Der bisherige ST sprintete in 6,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und fuhr bis zu 241 km/h schnell, bei 9,3 Litern Normverbrauch. In wohl allen Belangen dürfte der künftige ST besser abschneiden.

Gekoppelt wurde der Vier-Zylinder in der ST-Studie übrigens mit einem Sechs-Gang-Handschaltgetriebe. Vermutlich wird Ford für die Serienversion optional auch das neue Doppelkupplungs-Getriebe Powershift anbieten, das dann rund 2.000 Euro Aufpreis kosten dürfte.

Ungewisse Preisfindung

Zu den Preisen macht Ford derzeit noch keine Angaben. Doch vermutlich dürfte sich der neue Focus am Vorgänger-Niveau orientieren. Der bisherige ST lag preislich bei knapp über 26.000 Euro. Da der neue Focus auf einer neuen globalen Plattform aufbaut, die bei den Produktionskosten für Einsparungen sorgen soll, könnte im Fall des Focus der Verbraucher möglicherweise gar von günstigeren Preisen profitieren. (mh)

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